10 Symptome, die jede Frau kennen sollte

Frauengesundheit: 10 Symptome
Letzte Aktualisierung: 23. März 2021

Brustveränderungen, Blähbauch, Schmerzen beim Sex: Diese Beschwerden solltest du ernst nehmen

Frauen sind anders krank als Männer – und einige Symptome und Erkrankungen kommen bei ihnen häufiger vor. Dr. Elisabeth Rosen, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe bei Kry, spricht über Gesundheitsfragen, über die alle Frauen Bescheid wissen sollten.

Viele Erkrankungen bei Frauen sind schwer zu diagnostizieren. Ein Beispiel ist die Endometriose, die bleibende Schäden an Organen verursachen kann und von der 10 bis 15 Prozent aller Frauen im geschlechtsreifen Alter betroffen sind. Die Diagnose bekommen Frauen im Durchschnitt erst 7,5 Jahre nach dem Auftreten erster Symptome.

Die Gründe liegen vermutlich in der Ungleichbehandlung der Geschlechter im Gesundheitswesen. „Jahrelang wurde der Frauengesundheit zu wenig Beachtung geschenkt. Das bedeutet, dass Frauen unter Umständen länger auf eine Diagnose warten müssen. Außerdem wurden bis vor kurzem klinische Studien überwiegend von Männern geleitet“, erklärt Dr. Elisabeth Rosen, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe bei Kry.

„Die Gesundheit sollte immer an erster Stelle stehen. Du hast nur den einen Körper, also pass gut auf ihn auf. Neu auftretende Beschwerden, die dich beunruhigen, solltest du immer mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen.“

Hier sind 10 wichtige Symptome, die du auf keinen Fall ignorieren solltest.

1. Veränderungen der Brust

Die regelmäßige Selbstuntersuchung deiner Brust spielt bei der Entdeckung von Brustkrebs eine wichtige Rolle. Er ist heute die am häufigsten diagnostizierte Krebsart.

„Das regelmäßige Abtasten der Brust ist sehr wichtig, um Veränderungen zu erkennen“, so Dr. Rosen. „Jede Frau sollte ihre Brust einmal im Monat zum gleichen Zeitpunkt im Zyklus selbst abtasten. Diese Selbstuntersuchung kann lebensrettend sein.“

Ein Knoten in der Brust ist das deutlichste (und häufigste) Anzeichen für Brustkrebs. Gut zu wissen: Die meisten Knoten in der Brust sind gutartig. Auf diese Veränderungen der Brust solltest du achten:

  • Haben sich Form und Größe verändert?
  • Spürst du einen Knoten oder eine Schwellung in der Achselhöhle?
  • Tritt ein Sekret aus den Brustwarzen aus?
  • Weist die Haut ungewöhnliche Verdickungen oder Dellen auf?
  • Ist eine Brustwarze eingezogen?
  • Ist die Haut gerötet?
  • Bemerkst du einen Ausschlag?

Wenn du Veränderungen feststellst, solltest du ärztlichen Rat einholen.

2. Schmerzen in der Brust

Brustschmerzen können auf eine ernste Krankheit hinweisen. Wenn diese Schmerzen plötzlich auftreten und nicht abklingen, kann das sogar ein Zeichen für einen Herzinfarkt sein.

„Die häufigsten Symptome für einen Herzinfarkt bei Frauen sind unter anderem Schmerzen oder Beschwerden in der Brust, Kurzatmigkeit, Antriebslosigkeit und Schmerzen, die in Arme, Rücken, Kiefer und Hals ausstrahlen. Weitere Anzeichen könnten ein Schweregefühl oder Druck auf der Brust sein“, erläutert Dr. Rosen. „Bei plötzlich auftretenden, starken Brustschmerzen solltest du sofort den Notarzt rufen.“

Koronare Herzerkrankungen sind bei Frauen weltweit die häufigste Todesursache. Außerdem gehen Frauen seltener mit Brustschmerzen zum Arzt und neigen dazu, die Symptome beiseite zu schieben. Das Risiko einer Fehldiagnose von Herzinfarkten ist bei Frauen um 50 Prozent höher als bei Männern.

Laut Dr. Rosen können Brustschmerzen auch auf eine Lungenembolie hinweisen. Diese betrifft Frauen häufiger als Männer und muss sofort ärztlich behandelt werden, da sie lebensbedrohlich sein kann.

3. Starke oder unregelmäßige Periode

Der Menstruationszyklus wird von vielen Faktoren beeinflusst. Dazu zählen Stress, Gewichtsverlust und übermäßiger Sport. Doch wenn deine Periode stärker als gewöhnlich oder unregelmäßig ist, solltest du dies auf jeden Fall mit deiner Frauenärztin besprechen.

„Ungewöhnliche Blutungen sollten ärztlich abgeklärt werden. Die Ursache könnte eine ernste Krankheit sein, die behandelt werden muss. Starke Regelblutungen sind nicht nur unangenehm, sie können Blutarmut verursachen und auf Myome, Polypen oder Gebärmutterhalskrebs hindeuten“, so Dr. Rosen.

„Unregelmäßige Blutungen hängen meist mit Zyklusstörungen zusammen. Die Ursache könnte aber auch das polyzystische Ovarialsyndrom, eine sexuell übertragbare Krankheit, Eierstockzysten, gutartige Wucherungen in der Gebärmutter oder der Gebärmutterhalsschleimhaut, Gebärmutterhals- oder Gebärmutterkrebs sein.“

Dr. Rosen empfiehlt, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn Blutungen nach den Wechseljahren auftreten.

4. Aufgeblähter Bauch

Ein gelegentlicher Blähbauch ist kein Grund zur Besorgnis. Doch es ist wichtig zu wissen, dass ein aufgeblähter Bauch ein Symptom für Eierstockkrebs sein kann. Eierstockkrebs wird oft erst in einem späten Stadium diagnostiziert. Die Risikofaktoren und Symptome sind allgemein wenig bekannt, obwohl es sich um eine der häufigsten gynäkologischen Krebsarten handelt.

Folgende Symptome können auf Eierstockkrebs hinweisen:

  • Vergrößerter Bauchumfang
  • Unregelmäßige Blutungen (außerhalb der Tage)
  • Blähungen
  • Völlegefühl
  • Allgemeine Müdigkeit und Erschöpfung

Häufige Ursachen für einen aufgeblähten Bauch sind das Reizdarmsyndrom, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Verstopfung.

5. Depressionen

Frauen leiden häufiger unter Depressionen als Männer. Zu den wichtigsten Symptomen gehören eine ständig gedrückte Stimmung, Reizbarkeit, Antriebslosigkeit sowie Konzentrations- und Schlafstörungen.

„Eine Depression ist eine schwere seelische Erkrankung, die unbedingt behandelt werden sollte. Wochenbettdepressionen werden häufig unterdiagnostiziert. Viele Frauen scheuen sich, Hilfe zu suchen. Das liegt auch daran, dass die Erwartungen an frischgebackene Mütter oft sehr hoch sind“, so Dr. Rosen.

6. Ungewöhnlicher Ausfluss

Ausfluss ist völlig normal und tritt bei den meisten Frauen auf. Er hält die Vagina feucht und schützt sie vor Infektionen. Laut Dr. Rosen ist gesunder Ausfluss geruchlos und entweder klar oder weiß. Häufig verändern sich die Menge und Konsistenz des Ausflusses im Laufe des Menstruationszyklus.

„Wenn du bei dir Veränderungen des Ausflusses feststellst, solltest du mit deiner Frauenärztin darüber sprechen“, sagt Dr. Rosen. „Ungewöhnlicher Ausfluss könnte ein Anzeichen für eine Infektion sein.“ Häufige Infektionen wie Scheidenpilz lassen sich oft mit rezeptfreien Medikamenten behandeln.

„Veränderter Ausfluss könnte auch ein Symptom für eine sexuell übertragbare Krankheit sein“, z. B. Gonorrhoe oder Chlamydien. Wenn sexuell übertragbare Infektionen nicht behandelt werden, können sie zu einer entzündlichen Erkrankung des Beckens führen. Diese kann die Fortpflanzungsorgane schädigen und manchmal zu Unfruchtbarkeit führen.

„Du solltest die Symptome nicht ignorieren. Denn wenn eine Infektion ausgeschlossen wird, könnte ein krankhafter Ausfluss auch ein Anzeichen für Gebärmutterkrebs sein“, erklärt Dr. Rosen.




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7. Unterleibsschmerzen

Unterleibsschmerzen sind weit verbreitet: 1 von 6 Frauen leidet wiederholt darunter. „Häufige Ursachen für Unterleibsschmerzen sind der Eisprung, eine Endometriose, Harnwegsinfektionen oder entzündliche Erkrankungen des Beckens. Wenn du schwanger bist, können Unterleibsschmerzen durch eine Eileiterschwangerschaft, Fehlgeburt oder vorzeitige Wehen ausgelöst werden.

Weitere Ursachen sind Eierstockzysten, Reizdarmsyndrom, Verstopfung, Blinddarmentzündung, entzündliche Darmerkrankungen und Eierstockkrebs“, so Dr. Rosen. „Wenn du unter plötzlich auftretenden, starken und langanhaltenden Schmerzen im Unterleib leidest, solltest du zum Arzt gehen.“

8. Schmerzen beim Sex

Fast 3 von 4 Frauen hatten irgendwann in ihrem Leben einmal Schmerzen beim Sex. „Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sind nicht normal, doch viele Frauen leiden bereits in jungen Jahren darunter. Häufig holen sie sich aus Scham keinen ärztlichen Rat“, berichtet Dr. Rosen.

Schmerzen beim Sex können verschiedene Gründe haben:

  • Endometriose
  • Scheidentrockenheit
  • Atrophische Vaginitis (Ausdünnung und Austrocknung der Scheidenwand, meist nach der Menopause)
  • Entzündliche Erkrankungen des Beckens
  • Eierstockzysten
  • Myome
  • Infektionen
  • Vulvodynie (Schmerzen im Bereich der Vulva)
  • Vaginismus (Scheidenkrampf)

„Sprich mit deiner Frauenärztin über die Symptome, um die Ursachen für deine Schmerzen herauszufinden“, rät Dr. Rosen.

9. Starke Kopfschmerzen

Das Hauptsymptom bei einer Migräne sind einseitige, starke Kopfschmerzen. Frauen sind dreimal so häufig davon betroffen wie Männer. Laut Dr. Rosen liegt dies am schwankenden Östrogenspiegel. Bei vielen Frauen tritt die Migräne regelmäßig zum gleichen Zeitpunkt im Zyklus oder während der Perimenopause auf.

„Weitere Migränesymptome sind Übelkeit, Sehstörungen und erhöhte Lichtempfindlichkeit. Gelegentlich kann es zu Schweißausbrüchen, Durchfall und Konzentrationsstörungen kommen. In sehr schweren Fällen ist das Nervensystem betroffen – es können Sprachstörungen, Schwindel und Ohnmacht auftreten. Du solltest diese Symptome abklären lassen, um schwere Erkrankungen wie einen Tumor auszuschließen“, erklärt Dr. Rosen.

10. Ständige Müdigkeit

Hin und wieder müde zu sein ist völlig normal. Ständige Müdigkeit kann jedoch ein Hinweis auf eine Krankheit sein. Dr. Rosen zufolge kann deine Müdigkeit viele verschiedene Gründe haben, darunter:

„Müdigkeit ist ein Hauptsymptom bei einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), eine Autoimmunerkrankung, die hauptsächlich bei Frauen auftritt. Zu den Symptomen zählen Müdigkeit, Frieren, Konzentrationsmangel, Depressionen, trockene Haut, brüchige Haare und Nägel, Verstopfung, Gewichtszunahme, niedriger Blutdruck, Muskelschmerzen und Schwäche. Diese Symptome solltest du ärztlich abklären lassen.“

Weitere zuverlässige Informationen findest du auf unserer Seite über Krankheiten und Symptome. Du kannst auch jederzeit einen Termin für eine Video-Sprechstunde buchen, um deine Beschwerden ärztlich abzuklären.

Sprich mit einem Arzt

Hast du ein gesundheitliches Anliegen, dass du gern mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen würdest? Bei Kry kannst du dir schnell und unkompliziert ärztlichen Rat per Video holen – und deine Kasse zahlt.

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