Migräne

Migräne ist eine episodische Erkrankung, die durch einseitigen, pulsierenden, für Stunden bzw. Tage andauernden Kopfschmerz gekennzeichnet ist. Die Schmerzen sind in der Regel einseitig, können aber in manchen Fällen im Stirnbereich oder um die Augen lokalisiert sein. Migräneattacken werden oft von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Lichtscheu, Lärmempfindlichkeit und Erbrechen begleitet. Frauen sind öfter betroffen als Männer.

Man kann zwischen zwei Haupttypen von Migräneanfällen unterscheiden:

Migräne mit Aura: Hierbei handelt es sich um reversible Warnsymptome, die vor bzw. während der Kopfschmerzen auftreten und zwischen 5 und 60 Minuten andauern. Die Warnsymptome können unter anderem visuelle, motorische, sprachliche oder sensorische Störungen umfassen.

Migräne ohne Aura: Die Kopfschmerzen werden in der Regel von Übelkeit, Erbrechen und/oder Licht- sowie Lärmempfindlichkeit begleitet und können bis zu 72 Stunden bestehen. Die Schmerzen sind von pulsierendem Charakter und können bei körperlicher Anstrengung (z. B. Treppensteigen) an Intensität zunehmen.

Migräne äußert sich bei den verschiedenen Individuen auf unterschiedliche Artund Weise. Die häufigsten Symptome von Migräne sind unter anderem:

  • Einseitig pulsierende Kopfschmerzen (in seltenen Fällen auch beidseitig)
  • Appetitlosigkeit
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Lichtscheu
  • Überempfindlichkeit gegenüber Geräuschen
  • Unwohlsein
  • Visuelle Phänomene (z. B. Lichtblitze oder Gesichtsfeldausfälle)
  • Parästhesien und Taubheitsgefühl
  • Schwierigkeiten beim Lesen oder Schreiben
  • Schwindel u. v. m.

Es gibt keine klare Ursache für Migräne. In den Fachkreisen wird „Serotonin“ eine wichtige Rolle zugeschrieben. „Serotonin“ ist ein chemischer Stoff, der im Körper (insbesondere im Gehirn) freigesetzt wird und eine Verengung der Blutgefäße hervorruft. Wenn der Serotoninspiegel im Blut erhöht ist, verengen sich die Blutgefäße und wenn er niedrig ist, erweitern sie sich. Diese Schwellung der Blutgefäße kann Kopfschmerzen auslösen und die Entstehung der Migräneattacken erklären.

Auch genetische Faktoren werden als mögliche Auslöser diskutiert. Die Kinder von Eltern mit Migräne haben eine höhere Wahrscheinlichkeit unter Migräne zu leiden.

Hormonelle Aspekte wie z. B. Änderungen im Östrogenspiegel spielen eine Rolle in der Entstehung von Migräne, was wiederum darlegt, warum Frauen öfter von Migräne betroffen sind als Männer.

Eine Migräneattacke dauert in der Regel zwischen 4 und 72 Stunden und kann mehrmals im Monat auftreten. Personen mit chronischer Migräne können bis zu 15 Migräneanfälle im Monat entwickeln.

„Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft“ legte bestimmte Kriterien fest, die bei der Diagnose „Migräne“ erfüllt sein müssen. Die Kriterien beziehen sich auf die Dauer (4-72 Stunden), den Charakter (einseitig, pulsierend), die Intensität (Verstärkung durch körperliche Aktivität), begleitende Beschwerden (Übelkeit, Licht- bzw. Lärmscheu) und die reversiblen Aurasymptome (z. B. Lichtblitze, die sich innerhalb von 5 bis 60 Minuten zurückbilden).

Falls Du bei Dir das Vorliegen einer Migräne vermutest, lang anhaltende Kopfschmerzen hast oder neu aufgetretene Symptome verspürst, solltest Du Deinen Arzt kontaktieren.

Die Vermeidung von Triggerfaktoren ist der wichtigste Schritt bei der Behandlung von Migräne. Eine Liste mit möglichen Auslösern findet sich weiter unten im Text.

Ein Kopfschmerztagebuch (Kopfschmerz-Kalender) hilft Dir, die Auslöser für die Kopfschmerzen herauszufinden. Im Tagebuch kannst Du Uhrzeit und Datum des Migräneanfalls eintragen und was Du davor gegessen oder getan hast. Falls sich bestimmte Nahrungsmittel oder Aktivitäten im Tagebuch wiederholen, sollten diese in Zukunft gemieden werden, um die Häufigkeit der Migräneattacken zu reduzieren.

Folgendes kann die Schmerzen bei einer Migräneattacke lindern:

  1. Liegen in einem ruhigen verdunkelten Raum
  2. Eisbeutel oder kalte Kompressen auf die Stirn anbringen
  3. Sanfte Kopfmassagen
  4. In manchen Fällen helfen koffeinhaltige Getränke gegen die Schmerzen.

Bei der Behandlung von Migräne werden oft Schmerzmittel und in manchen Fällen auch prophylaktische Medikamente verabreicht.

Die Schmerzmittel sind entweder freiverkäuflich oder rezeptpflichtig. Ihre Wirksamkeit unterscheidet sich von Individuum zu Individuum und hängt von der Schwere der Migräne ab. Nach Rücksprache mit dem Arzt kann man entscheiden, welches Schmerzmittel am besten geeignet ist.

Die prophylaktischen Medikamente (z. B. Betablocker) sind rezeptpflichtig und werden oft bei chronischer Migräne eingesetzt, um ihr vorzubeugen. Ob eine prophylaktische medikamentöse Therapie sinnvoll ist, sollte mit einem Arzt besprochen werden.

Mögliche Triggerfaktoren für Migräne sind:

  • Stress
  • Angst
  • Hormonelle Veränderungen (z. B. durch den Menstruationszyklus)
  • Temperaturschwankungen
  • Schlafmangel
  • Hunger bzw. unregelmäßige Mahlzeiten
  • Lärm
  • Helles Licht
  • Rauchen
  • Bestimmte Nahrungsmittel (Alkohol, Schokolade, Schimmelkäse, Hefe, eingelegtes Gemüse bzw. Obst, verarbeitete Lebensmittel) u. v. m.

Welche Therapieoptionen und prophylaktischen Maßnahmen kannst Du bei Migräneanfällen ergreifen? Welche Nebenwirkungen können bei einer medikamentösen Therapie auftreten? Gibt es andere nicht medikamentöse Verfahren, um Migräne vorzubeugen? Diese und andere Fragen kannst Du über unsere Videosprechstunde mit einem Arzt klären. Gegebenenfalls ist zum Ausschluß anderer Ursachen beim erstmaligen Auftreten eine Überweisung notwendig.

Letzte Aktualisierung:
24. Feb. 2020