Depression

Depression ist ein weltweit vorkommendes Erkrankungsbild. Laut Schätzungen erkranken 2 von 10 Personen im Laufe ihres Lebens an einer depressiven Verstimmung. Depressionen rufen meist Stimmungsveränderungen hervor, die sich negativ auf die Empfindungen, Denkweise, Konzentration und das Schlafverhalten eines Menschen auswirken.

Abhängig vom Schweregrad, kann man zwischen leichten, mittelschweren und schweren depressiven Episoden unterscheiden. Davon abzugrenzen ist “Dysthymie”, bei der es sich um eine lang anhaltende depressive Verstimmung (über ca. 2 Jahre) handelt. Bei wiederkehrenden depressiven Episoden spricht man von einer rezidivierenden depressiven Störung.

Depression äußert sich bei verschiedenen Menschen auf unterschiedliche Arten und Weisen. Hauptsächlich unterscheidet man zwischen Haupt- und Nebensymptomen:

Hauptsymptome sind:

  • Gedrückte, depressive Stimmung
  • Interessenverlust und Freudlosigkeit
  • Antriebsmangel und Ermüdbarkeit

Zu den Nebensymptomen gehören:

  • Konzentrationsmangel
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • Gefühl von Wertlosigkeit
  • Pessimistische Zukunftsaussichten
  • Suizidgedanken
  • Selbstverletzungen
  • Schlafstörung
  • verminderter Appetit

Eine Depression liegt vor, wenn mindestens 2 Hauptsymptome und 2 Nebensymptome länger als 2 Wochen bestehen.

Auch körperliche Beschwerden wie z. B. Rückenschmerzen, Muskelverspannungen oder sexuelle Funktionsstörungen können auf Depression hinweisen.

Depression kann jeden betreffen. Auch Personen, die in einem scheinbar idealen ausgeglichenen Umfeld leben. Vermutlich wird Depression durch eine Wechselwirkung mehrerer Faktoren ausgelöst. Darunter sind:

  • Biologie: Veränderungen in der Gehirnstruktur oder im Hormonhaushalt sowie Funktionsstörungen von Neurotransmittern (im Nervensystem produzierte chemische Stoffe).
  • Genetik: Genetische Veranlagung erhöht das Risiko an einer Depression zu erkranken.
  • Umweltfaktoren: z. B. Personen, die Gewalt, Trauma oder Vernachlässigung erlebt haben, tendieren öfter dazu an Depression zu leiden.
  • Persönlichkeitsfaktoren: Personen mit niedrigem Selbstwertgefühl oder überwältigendem Stress zeigen höhere Anfälligkeit für Depression.

Systemische Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion, Morbus Parkinson oder Diabetes können ebenfalls zu Depression führen.

Schwangerschaftsdepression tritt in der Regel während der Schwangerschaft auf und wird in der Fachsprache als “peripartale Depression” bezeichnet. Abzugrenzen davon ist die Wochenbettdepression “postpartale Depression”, die meist kurz nach der Entbindung beginnt.

Betroffene Frauen verspüren meist Angst, Traurigkeit und Niedergeschlagenheit, die alltägliche Aktivitäten erschweren. Dies wird oft durch die schwangerschaftsbedingten körperlichen, emotionalen, finanziellen und sozialen Umwandlungen begünstigt.

Wie kann ein Arzt eine Depression diagnostizieren?

Um eine depressive Episode zu diagnostizieren, müssen über eine Zeitdauer von 2 Wochen jeweils 2 der obengenannten Haupt- und Nebensymptome vorliegen.

Da eine Depression oft von anderen Erkrankungen wie unter anderem Essstörungen, Angststörungen oder unklaren körperlichen Beschwerden begleitet wird, sollten evtl. weitere diagnostische Maßnahmen erfolgen.

Der Zwei-Fragen-Test bei Depression

Der Zwei-Fragen-Test ist ein einfacher Selbsttest, der auf eine depressive Verstimmung hinweisen kann:

1.“Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig bedrückt oder hoffnungslos?”
2.“Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?”

Wenn beide Fragen mit “Ja” beantwortet werden, könnten dies Anzeichen einer Depression sein.

Falls Du bei Dir eine Depression vermutest oder Freudlosigkeit, Interessenverlust sowie lebensmüde Gedanken verspürst, solltest Du einen Arzt oder Psychotherapeuten kontaktieren.

Es gibt eine Reihe an Behandlungsmöglichkeiten bei Depression, die Psychotherapie, medikamentöse Therapie, Schlafentzugstherapie, Lichttherapie u. v. m. umfassen.

Wichtig für betroffene Menschen ist es, einen Experten (Arzt oder Psychotherapeuten) aufzusuchen, der bei der Bewältigung der Depression helfen kann.

Zahlreiche Untersuchungen zeigten, dass Bewegung und körperliches Training zur Besserung der Beschwerden führen können. Kleine Aktivitäten wie z. B. Ein Spaziergang an der frischen Luft, eine Fahrradtour oder sogar selbstgekochtes Essen reichen, um kleine Erfolge zu erzielen.

KRY kann Dir helfen, eine Depression zu erkennen, und berät Dich bei der Auswahl einer geeigneten Therapieoption. Außerdem kann der Arzt Dir in der Videosprechstunde Ratschläge geben, die Deine Beschwerden lindern können.

  1. S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie, Unipolare Depression, Kurzfassung
    https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005k_Unipolare_Depression-2018-02.pdf

  2. Patientenleitlinie "Unipolare Depression - Nationale VersorgungsLeitlinie"
    https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005p_S3_Unipolare_Depression_2017-05.pdf

  3. Kurzinformation "Einfach nur traurig - oder depressiv?"
    https://www.awmf.org/fileadmin/user_upload/Leitlinien/Nationale_Versorgungs-Leitlinie/nvl-005ki1_Unipolare_Depression-2019-01.pdf

  4. Herold, Innere Medizin 2019, Depression.

  5. The National Institute of Mental Health, Depression Basics
    https://www.nimh.nih.gov/health/publications/depression/index.shtml

  6. The American Psychiatric Association, Depression
    https://www.psychiatry.org/patients-families/depression/what-is-depression

  7. The American Psychiatric Association, Depression in Women: 5 Things You Should Know
    https://www.nimh.nih.gov/health/publications/depression-in-women/index.shtml

Letzte Aktualisierung:
7. Februar 2020