Candida Vulvovaginitis: Pilzinfektion der Scheide

Scheidenpilz ist ein häufiger Grund für einen Arzt- oder Apothekenbesuch. Meistens fällt der Pilzbefall durch einen sehr starken Juckreiz auf und ist für die betroffenen Patientinnen sehr unangenehm. Das Problem lässt sich durch eine ein- bis mehrtägige Behandlung und dem Beachten einiger Regeln gut in den Griff kriegen.

Bei der sogenannten vaginalen Pilzinfektion handelt es sich um einen Pilzbefall der Scheide. Die Erkrankung wird auch als vaginale Mykose, Vaginalsoor oder Vulvovaginalmykose bezeichnen.

In den meisten Fällen wird die Infektion von dem Hefepilz Candida albicans verursacht. Pilze bilden einen natürlichen Teil der sauren Scheidenflora und sind normalerweise nicht schädlich. Wenn lediglich eine Candida - Kolonisation ohne Infektion vorliegt, muss keine Therapie erfolgen. Sobald sich der pH-Wert des Scheidenmilieus hin zu einem weniger sauren Bereich verändert, können sich die Pilze ungehindert vermehren und verursachen die klassischen Beschwerden. Dies geschieht beispielsweise bei einem geschwächten Abwehrsystem im Rahmen von Stress, Hormonschwankungen oder anderen Erkrankungen wie Diabetes Mellitus.

Die Einnahme von oralen Verhütungsmitteln sowie die Plastikspirale wurden in jüngsten Studien ebenfalls als Risikofaktoren für eine Vaginalmykose genannt. Am Häufigsten sind jedoch Medikamente die Verursacher des veränderten Scheiden-pH-Wertes und bieten Pilzen die Möglichkeit zu siedeln und sich zu vermehren.

Auch im Rahmen der Schwangerschaft besteht ein höheres Risiko, an der Krankheit zu leiden. Außerdem besteht die Möglichkeit, sich bei seinem Geschlechtspartner mit der Erkrankung anzustecken. In Schwimmbädern, Saunen oder Fitnessstudios ist die Gefahr der Ansteckung jedoch nicht gegeben.

Im Vordergrund stehen ein sehr starker Juckreiz der Scheide. Darüberhinaus fällt vielen Patientinnen ein weißlich-krümeliger geruchsneutraler Ausfluss in der Unterhose auf. Der Intimbereich kann gerötet oder von weißen Belägen betroffen sein. Außerdem können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr sowie beim Wasserlassen auftreten.

Eine Pilzinfektion dauert mit der richtigen Behandlung meist nur wenige Tage. Ohne Therapie kann sie sich sehr lang ziehen und unter Umständen auch schlechter werden.

Sobald dir ein atypischer vaginaler Ausfluss oder andere der oben genannten Symptome auffallen, solltest du einen Arzt konsultieren. Er kann dir helfen, herauszufinden, um was es sich handelt. Es ist wichtig andere Geschlechtskrankheiten oder eine Blasenentzündung auszuschließen.
Der Arzt wird dir einige Fragen zu deinen Beschwerden stellen. Er wird dich beispielsweise fragen, wie lange der Juckreiz besteht und ob andere Symptome aufgetreten sind. Außerdem wird er dich gegebenenfalls zu deinem Sexualverhalten befragen, um Geschlechtskrankheiten auszuschließen. Es besteht die Möglichkeit, einen Abstrich der Scheide zu nehmen und ihn unter dem Mikroskop zu untersuchen. Eine körperliche Untersuchung kann ebenfalls durchgeführt werden, um die richtige Diagnose zu stellen. Zusätzlich kann gegebenenfalls eine Kultur angelegt werden, um die Pilzart zu diagnostizieren.

Bei der Behandlung von Vaginalpilz eignen sich sogenannte „antimykotische“ Medikamente, die sich gegen das Pilzwachstum richten. Diese gibt es in Form von Salben und Scheidenzäpfchen. Meistens gibt es diese Präparate frei verkäuflich in jeder Apotheke zu erwerben. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, mittels Tabletten zum Einnehmen systemisch gegen den Pilz vorzugehen. Dies ist in manchen Fällen nötig und muss von einem Arzt verschrieben werden. Unter der richtigen Therapie geht die Erkrankung innerhalb weniger Tage zurück.

Vorsicht: Durch manche der lokalen Antipilzmittel ist die verhütende Wirkung von Kondomen heruntergesetzt. Es wird empfohlen, während der Anwendung auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Auch kann dadurch die Ansteckung des Partners vermieden werden.

Bei Anhalten der Beschwerden unter Therapie oder Verschlechterung, sollte in jedem Fall ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Insofern der Partner ebenfalls von den Symptomen betroffen ist, lohnt sich eine antimykotische Mitbehandlung. So kann eine gegenseitige neue Infektion vermieden werden.

Nach Ausheilung der Erkrankung kann eine Wiederinfektion jederzeit wieder stattfinden.

Ein paar Maßnahmen kannst Du selber ergreifen, um einer Pilzinfektion vorzubeugen oder die Behandlung zu unterstützen:

  • Wasche deinen Intimbereich mit Wasser. Seife, Shampoo und Feuchttücher können dem natürlichen Scheidenmilieu schaden und einen Nährboden für Pilze bieten.
  • Trage atmungsaktive Unterwäsche beispielsweise aus Baumwolle.
  • Wasche deine Unterwäsche und deine Handtücher bei mindestens 60 Grad Celsius. Außerdem solltest du darauf achten, deine Unterwäsche täglich zu wechseln.
  • Bei wiederkehrenden Scheidenpilzinfektionen kann eine Milchsäurebakterien-Kur helfen, den natürlichen pH zu erhalten.
  • Verzichte während der Infektion auf Geschlechtsverkehr, um Deinen Partner vor Ansteckung zu schützen.

Schwangere Frauen sind sehr häufig von einer Pilzbesiedlung betroffen. In dem Fall ist man mit der Behandlung etwas großzügiger und rät den Patientinnen stets zu einer antimykotischen Therapie. Dies hat den Grund, dass eine Pilzinfektion der Mutter bei den Neugeborenen Mundsoor und Windeldermatitis auslösen kann.
Bei der Behandlung während der Schwangerschaft gibt es besondere Regeln, die mit einem Arzt besprochen werden sollten.

Auch Männer können im Intimbereich und am Penis an einer Pilzinfektion erkranken. In dem Fall spricht man von Candida balanitis. Auch hier gelten die klassischen Symptome wie Juckreiz und Rötung. Zusätzlich können kleine Bläschen sowie weißlich/gräuliche Veränderungen auf und unter der Vorhaut auftreten. Als Therapie eignen sich antimykotische Salben, die dem Pilzwachstum ein Ende setzen.

Du kannst uns über die KRY-App konsultieren, um per Videoanruf mit einem Arzt über Deine Symptome zu sprechen. Er wird dir deine Fragen zur Infektion beantworten. Zudem kann er über Intimhygiene und Geschlechtskrankheiten aufklären. Zusätzlich kann er dir eine Überweisung zu einem Facharzt zur körperlichen Untersuchung ausstellen.

  1. https://www.dstig.de/was-sind-stdsti/candidose-pilzerkrankung.html
  2. https://www.thieme-connect.de/media/gebfra/201504/supmat/10-1055-s-0035-1545741-sup_gf905.pdf
  3. https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/scheidenpilz/
Letzte Aktualisierung:
25. Feb. 2020