Migräne: Kenne deine Trigger

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Letzte Aktualisierung: 14. Jan. 2021

Die Auslöser von Migräne variieren von Mensch zu Mensch. Diese 7 solltest du kennen.

Migräne gehört in Deutschland zu den häufigsten Kopfschmerz-Erkrankungen. Knapp 15 % der Frauen und 6 % der Männer sind betroffen. Migräne-Anfälle treten vor allem bei den 18- bis 39-Jährigen auf und werden mit zunehmendem Alter seltener. Genaue Ursachen sind nicht bekannt. Allerdings kennt die Forschung bestimmte Trigger-Faktoren, die Migräne-Attacken auslösen können und sich von Mensch zu Mensch unterscheiden.

Woran du Migräne erkennst

Migräne-Anfälle treten zeitweise auf und können Stunden bis Tage andauern. Die Kopfschmerzen sind einseitig und fühlen sich pulsierend oder pochend an. Die meisten Betroffenen empfinden den Schmerz als moderat bis schwer. Die Migräne wird manchmal von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmüberempfindlichkeit begleitet. Die Symptome können sich bei körperlicher Anstrengung (z. B. Treppensteigen) verstärken. Wenn zusätzlich ein Flimmern oder Blitze vor den Augen, Sprach- und Sprechstörungen auftreten, spricht die Medizin von einer Migräne mit Aura.

Mögliche Auslöser von Migräne

Die Triggerfaktoren sind bei jeder und jedem Betroffenen unterschiedlich. Nicht immer muss auf eine unruhige Nacht oder ein Glas Wein eine Migräne-Attacke folgen. Die nachfolgende Liste kann dir jedoch helfen, persönliche Trigger zu erkennen und somit die Gefahr von zukünftigen Migräne-Anfällen zu verringern.

1. Stress

Die Forschung zeigt, dass Migräne und Stress sich gegenseitig bedingen können. Viele Betroffene leiden unter Kopfschmerz-Attacken, wenn sie gerade eine stressige Zeit haben. Natürlich kannst du alltäglichen Belastungen nicht immer aus dem Weg gehen, aber du kannst kontrollieren, wie du auf den resultierenden psychischen Stress reagierst. Entspannungstechniken wie Meditation und Yoga können helfen, dein Stresslevel zu reduzieren.

2. Schlaf-Wach-Rhythmus

MIgräne und Schlafverhalten können sich ebenso bedingen. Wer unter abendlichen Migräne-Anfällen leidet, hat ein höheres Risiko, eine Schlafstörung zu entwickeln – und Schlaflosigkeit kann wiederum Kopfschmerz-Attacken begünstigen. Eine südkoreanische Langzeit-Studie an über 133.000 Patienten zeigt einen deutlichen Zusammenhang zwischen Schlafmangel und Migräne. Hier findest du Tipps für eine gesunde Schlafroutine in Krisenzeiten.

3. Hormone

Die Menstruation bringt hormonelle Veränderungen mit sich, die Kopfschmerzen begünstigen können. Studien an Migräne-Patientinnen zeigen, dass zyklusbedingte Hormonschwankungen ein häufiger Trigger-Faktor sind. Meist treten die Symptome wenige Tage vor und während der Periode auf. Wenn du unter menstrueller Migräne leidest, können hormonelle Verhütungsmittel einen – positiven oder negativen – Einfluss auf Häufigkeit und Schwere der Beschwerden haben. Lass dich ärztlich beraten, um mehr über deine Optionen zu erfahren und gegebenenfalls deine Verhütungsmethode umzustellen.

4. Wetter

Viele Betroffene benennen Wetterfühligkeit als Auslöser für ihre Beschwerden. Oft werden Bisherige medizinische Studien zeigen, dass die objektive Wetterlage einen eher begrenzten Einfluss auf Migräne-Patienten hat. Belegt ist, dass steigende Temperaturen und ein fallender Luftdruck, wie sie typischerweise bei Föhnwinden auftreten, das Kopfschmerzrisiko erhöhen können.

5. Alkohol

Verschiedene Studien lassen vermuten, dass Migräne-Patienten empfindlicher auf Alkohol reagieren. Etwa ein Drittel der Betroffenen berichtet von Kopfschmerz-Attacken, die nach dem Genuss alkoholischer Getränke (insbesondere Rotwein) auftreten. Oft spielen bei der Entstehung von Migräne verschiedene Faktoren zusammen – Alkoholkonsum kann einer davon sein, wenn auch nicht der Hauptfaktor.

6. Ernährung

Viele Migräne-Patienten reagieren empfindlich auf bestimmte Lebensmittel. Besonders häufig werden Schokolade, Käse und Milchprodukte sowie Kaffee genannt. Auch Fasten oder unregelmäßige Mahlzeiten (ausgelassene Mahlzeiten, spätes Abendessen) können Kopfschmerz-Attacken begünstigen. Hast du bestimmte Lebensmittel in Verdacht, solltest du sie eine Weile meiden und beobachten, was passiert. Ansonsten solltest du darauf achten, regelmäßig und ausgewogen zu essen.

7. Medikamente

Schmerzmittel helfen prinzipiell gegen Schmerzen. Allerdings können sie bei übermäßiger Einnahme den Gehirnstoffwechsel verändern und weitere Schmerzen auslösen, die sogar chronisch werden können – die Medizin spricht hier von medikamenteninduzierten Kopfschmerzen. Frei verkäufliche Schmerzmittel wie Ibuprofen und Paracetamol solltest du daher nicht zu häufig einnehmen – und Migräne-Medikamente nur nach Rezept.

Was hilft bei einer akuten Migräne-Attacke?

Die Kopfschmerzen werden mit Schmerzmitteln behandelt, bei Erbrechen kommen Medikamente gegen Übelkeit zum Einsatz. Auch Hausmittel können Migräne-Schmerzen lindern: Zum Beispiel das Liegen in einem ruhigen, dunklen Raum, kalte Kompressen auf der Stirn oder Kopfmassagen. In manchen Fällen (etwa bei chronischer Migräne) werden prophylaktische Migräne-Mittel verabreicht.

Migräne vorbeugen, bevor sie entsteht

Kopfschmerz-Tagebücher können Betroffenen nachweislich helfen, die Migräne und ihre Auslöser zu verstehen und sie so besser in den Griff zu bekommen. Durch ein Symptomtagebuch (Kopfschmerzkalender) kannst du deine individuellen Trigger festhalten und gezielter vermeiden. Halte fest, wie stark deine Kopfschmerzen sind, wann sie auftreten und wie lange sie andauern. Notiere auch die Begleitsymptome und welche Medikamente du eingenommen hast.

Die Aufzeichnungen helfen auch deiner Ärztin oder deinem Arzt, einen umfassenden Überblick über dein Symptombild zu bekommen und entsprechende Therapiemaßnahmen abzuleiten. Halte sie bei deinem nächsten Arzttermin bereit.

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