Ständig müde? Mögliche medizinische Ursachen

Ständig müde – Titelbild
Letzte Aktualisierung: 14. Juli 2020

Manchmal ist es gar nicht so einfach zu erkennen, ob die ständige Müdigkeit eine natürliche Ursache hat, oder doch ein medizinischer Grund dahinter steckt. Hier erfährst du, wie du den Ursachen auf den Grund gehst und was du dagegen tun kannst.

Es ist völlig normal, sich ab und an müde zu fühlen. Vielleicht hast du eine lange Nacht hinter dir, leidest an Schlafmangel aufgrund einer emotionalen Herausforderung oder hast lange gearbeitet. Müdigkeit ist in der Regel ein Signal deines Körpers, dass du dich ausruhen sollst. Auch bestimmte Medikamente, eine Schwangerschaft oder Übergewicht können dazu führen, dass du eher mal müde bist.

Doch normalerweise vergeht diese Art der Müdigkeit mit Hilfe von ausreichend erholsamem Schlaf wieder. Wenn du jedoch länger als vier Wochen ständig müde bist und keine Ruhepause hilft, kann es für deine Müdigkeit einen medizinischen Grund geben.

Einige der häufigsten Erkrankungen, die als Ursache von Müdigkeit in Frage kommen, haben wir hier für dich aufgelistet.

Eisenmangelanämie

Wenn du häufig müde und energielos bist und auch Ruhepausen nicht zur Erholung führen, könnte eine Eisenmangelanämie dahinter stecken.

Diese wird durch einen Eisenmangel verursacht, der dazu führt, dass dein Körper zu wenig rote Blutkörperchen bildet. Denn dein Körper benötigt Eisen, um Hämoglobin zu bilden, ein Protein in den roten Blutkörperchen, das Sauerstoff durch den Körper transportiert.

Typische Symptome sind Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Herzklopfen, und Blässe – sowohl auf der Haut, als auch an den Nägeln und Augenlidern.

Zu den weniger häufigen Symptomen gehören Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, brüchige Haare, schmerzhafte Einrisse in den Mundwinkeln, löffelförmige Nägel und unruhige Beine.

Grund für eine Anämie kann eine eisenarme Ernährung sein, aber auch Operationen, bestimmte Erkrankungen (z. B. Magengeschwüre oder Morbus Crohn), oder Blutverlust, wie zum Beispiel bei Frauen mit starker Monatsblutungen können dahinter stecken. Auch eine Schwangerschaft oder die Entbindung können eine Anämie begünstigen .

Was du dagegen tun kannst
Mit Hilfe eines Bluttests kann schnell festgestellt werden, ob du an einem Eisenmangel leidest. Dein Arzt wird dir dann entsprechende Eisentabletten verschreiben.

Unterstützend, kannst du mit Hilfe der richtigen Ernährung deinen Eisenhaushalt stärken. Besonders eisenreiche Nahrungsmittel sind dunkelgrünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen, Kürbiskerne, Vollkorn, Fisch und mageres rotes Fleisch. Wenn du Veganer oder Vegetarier bist, kann es sein, dass du zusätzlich Eisenpräparate brauchst.

Nährstoffmangel

Ständige Müdigkeit kann auch ein Zeichen für einen Mangel eines anderen Nährstoffs sein. Hier sind einige der häufigsten, die Müdigkeit verursachen können.

Vitamin B12
Auch Vitamin B12 ist unentbehrlich für die Produktion roter Blutkörperchen. Ein Mangel kann zu einer Anämie führen, aber auch vorher bereits Symptome verursachen. Dazu gehören neben extremer Müdigkeit auch Sehstörungen, Kribbeln, Muskelschwäche, Reizbarkeit, Depression, Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche. Auch hier kann ein Bluttest Klarheit schaffen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel mit Injektionen oder Vitamin B12 Tabletten. Zu den Nahrungsmitteln, die Vitamin B12 enthalten, gehören Fleisch (vor allem Leber), Hering, Makrele, Kabeljau, Käse und Eier. Wer sich vegan oder vegetarisch ernährt sollte möglicherweise ein Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen.

Vitamin D3
Einer Studie des Shahid Beheshti Krankenhauses im Iran von 2015 zufolge gibt es einen starken Zusammenhang zwischen einem Vitamin-D3-Mangel und Müdigkeit. Sonnenlicht auf der Haut ist die beste Vitamin D-Quelle, mehr dazu erfährst du in unserem Artikel 5 ½ Fakten über die Haut. Zu den Nahrungsmitteln, die Vitamin D3 enthalten, gehören fettiger Fisch, Pilze, Eigelb und angereicherte Lebensmittel, wie Vitamindrinks.

Magnesium
Wir brauchen Magnesium, um Nahrung in Energie umzuwandeln. Die Forschung zeigt, dass ein frühes Symptom eines Magnesiummangels Müdigkeit ist. Andere Symptome sind Muskelschwäche, Krämpfe und anormale Herzrhythmen. Zu den magnesiumreichen Lebensmitteln gehören grünes Blattgemüse, Nüsse, Samen, Brokkoli und Bohnen.

Ein Nährstoffmangel kann mit Hilfe eines Bluttests ermittelt werden.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Wenn du dich ständig erschöpft fühlst und auch andere Symptome wie Gewichtszunahme, Depressionen, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, trockene Haut, brüchige Nägel, dünner werdendes Haar, Libidoverlust und unregelmäßige oder starke Monatsblutungen (bei Frauen) hast, hast du möglicherweise eine Schilddrüsenunterfunktion. Deine Schilddrüse produziert dann nicht ausreichend Schilddrüsenhormone, was zu einer Verlangsamung deines gesamten Systems führt – und dich ständig müde macht.

Um eine Schilddrüsenunterfunktion festzustellen ist ein Schilddrüsenfunktionstest nötig. Dabei wird der Spiegel des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH) und gegebenenfalls ergänzend des Thyroxins (T4) im Blut untersucht.

Eine Schilddrüsenunterfunktion wird normalerweise durch die tägliche Einnahme von Schilddrüsenhormon-Ersatztabletten behandelt. Bestimmte Nahrungsmittel können dazu beitragen, deine Schilddrüsenfunktion zu unterstützen, darunter mageres Biofleisch und Biofisch. Hier erfährst du mehr zum Thema Schilddrüsenprobleme erkennen.

Weitere medizinische Ursachen für Müdigkeit

Die o.g. Liste ist keineswegs eine allumfassende Aufzählung aller möglichen medizinischen Ursachen von Müdigkeit.

Dein Arzt wird dir Fragen zu den Begleitsymptomen deiner Müdigkeit stellen und eventuell Tests durchführen. Er/sie kann auch nach anderen als den oben genannten Krankheiten suchen. Dazu gehören:

  • entzündliche Erkrankungen wie die Zöliakie, bei der dein Immunsystem auf ein Protein im Gluten reagiert
  • Schlafstörungen wie Schlafapnoe, bei der du nachts mehrfach aufwachst, weil deine Atmung aufhört und wieder einsetzt
  • psychologische Erkrankungen, wie eine Depression oder allgemeine geistige Erschöpfung – eine Gesprächstherapie kann hier empfohlen sein

In einigen Fällen kann die unerklärliche Müdigkeit ein Symptom für etwas Ernsteres sein. Deshalb ist es besser, mit deinem Arzt darüber zu sprechen, als das Thema zu ignorieren. Deshalb stehen dir unsere Ärzte stets mit Rat und Tat zur Seite. Unsere Ärzte können dir eine erste Einschätzung zu deinen Symptomen geben und dich gegebenenfalls an einen Facharzt überweisen.

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14. Juli 2020