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Autoimmunerkrankung

Autoimmunerkrankung

Wenn sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen richtet und diese zerstört, spricht man von einer Autoimmunerkrankung. Es sind 80 - 100 verschiedene Autoimmunerkrankungen bekannt, die die unterschiedlichsten Beschwerden hervorrufen können. Frauen sind häufiger von Autoimmunerkrankungen betroffen. Leider können Autoimmunerkrankungen nicht ursächlich behandelt werden, doch das Fortschreiten der Erkrankung kann durch eine rechtzeitige Therapie verlangsamt und die Beschwerden gelindert werden.

Was sind Autoimmunerkrankungen?

Das Immunsystem hat die Funktion, deinen Körper vor fremden, gefährlichen Einflüssen zu schützen. Nicht alles Fremde ist gefährlich, und auch die körpereigenen Strukturen müssen durch das Immunsystem toleriert werden, weshalb ein Gleichgewicht aus Entzündungsreaktionen und regulierenden Mechanismen für die korrekte Funktion des Immunsystems notwendig ist. Ist dieses Gleichgewicht gestört, kann das Immunsystem den eigenen Körper als “fremd” ansehen und eine Entzündungsreaktion gegen diesen starten, um die “gefährlichen” Stoffe unschädlich zu machen. Die Entzündung zerstört das Gewebe und führt zu Beschwerden.

Da jeder Teil des Körpers betroffen sein kann, existieren viele verschiedene Erkrankungen, die alle unter dem Begriff “Autoimmunerkrankung” zusammengefasst werden. Abhängig von den betroffenen Organsystemen, der Schwere der Erkrankung und dem generellen gesundheitlichen Zustand unterscheidet sich die Lebenserwartung bei Autoimmunerkrankungen sehr stark.

Auch Allergien werden durch eine Fehlfunktion des Immunsystems ausgelöst. Ungefährliche Stoffe werden als gefährlich eingestuft, und die überschießende Immunantwort führt zu Beschwerden. Eine Autoimmunerkrankung ist jedoch keine Allergie, da sie keine Antwort auf körperfremde Stoffe sogenannte Allergene ist, sondern das Immunsystem reagiert direkt auf Bestandteile des eigenen Körpers.

Autoimmunerkrankungen können organspezifisch sein und sich auf ein bestimmtes Organ konzentrieren, oder systemisch im ganzen Körper verteilt Beschwerden verursachen. Da viele Autoimmunerkrankungen sehr selten sind, ist diese Liste von Autoimmunkrankheiten nicht vollständig, sondern führt nur einige der häufigsten Beispiele auf:

  • Alopecia areata: Kreisrunder Haarausfall.
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen: Diese Entzündungen des Darms können durchgehend oder in Schüben verlaufen. Die beiden häufigsten Vertreter sind Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.
  • Diabetes mellitus Typ 1: Untergang der insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse.
  • Hashimoto Thyroiditis: Autoimmunbedingte Schilddrüsenunterfunktion.
  • Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte): Kann alle Organe betreffen.
  • Morbus Basedow (Graves’ disease): Autoimmunbedingte Schilddrüsenüberfunktion.
  • Morbus Bechterew: Rheumatische Erkrankung, die vor allem den unteren Rücken und das Becken betrifft.
  • Multiple Sklerose: Entzündung des Nervensystems.
  • Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte): Entzündliche Erkrankung, die sich vor allem auf die Haut konzentriert.
  • Rheumatoide arthritis: Entzündliche Erkrankung der Gelenke.
  • Vitiligo: Zerstörung von Melanin produzierenden Zellen.

Symptome von Autoimmunerkrankungen

Die Symptome einer Autoimmunerkrankung können sehr verschieden sein. Da sich jede Autoimmunerkrankung durch spezifische Autoantikörper gegen spezifische Gewebe und Organe richtet, sind die Beschwerden auf diese Bereiche beschränkt. Es können mehrere Autoimmunerkrankungen gleichzeitig auftreten.

Ursachen von Autoimmunkrankheiten

Welche genauen Ursachen hinter dem Ungleichgewicht des Immunsystems und den folgenden Autoimmunerkrankungen stecken, ist leider noch nicht bekannt. Sicher ist, dass die Wahrscheinlichkeit, eine Autoimmunerkrankung zu entwickeln, genetisch bedingt ist und vererbt werden kann. Zusätzlich gibt es Umweltfaktoren, die als Trigger hinzu kommen können. Hierzu gehören:

  • Rauchen
  • Infektionen mit Viren, Bakterien oder Parasiten
  • Ernährung
  • Exposition gegenüber Schadstoffen
  • Stress

Oft sind mehrere Faktoren notwendig, bis eine Autoimmunerkrankung entsteht.

Eine Schwangerschaft ist eine Sondersituation des Immunsystems. Es muss den Fötus tolerieren. Diese Umstellung kann als Trigger für die Entwicklung einer Autoimmunerkrankung dienen. Die Stärke der Beschwerden einer bestehenden Autoimmunerkrankung verändert sich meist während einer Schwangerschaft. Autoimmunerkrankungen können auch im Rahmen von Krebserkrankungen auftreten.

Diagnosestellung

So wie sich die Symptome von verschiedenen Autoimmunerkrankungen unterscheiden, so sind auch verschiedenen Untersuchungen nötig, um die einzelnen Autoimmunerkrankungen zu diagnostizieren. Durch die Bestimmung von spezifischen Autoantikörpern kann häufig auf die entsprechende Diagnose geschlossen werden. Zusätzlich muss die Schwere der Erkrankung eingeschätzt werden, um die passende Therapieoption zu finden.

Therapie von Autoimmunerkrankungen

Da das Immunsystem überlebenswichtig ist, kann es nicht völlig eliminiert werden. Somit können auch Autoimmunerkrankung nicht ursächlich behandelt und geheilt werden. Abhängig vom Stadium der Erkrankung und der betroffenen Region gibt es jedoch viele Möglichkeiten, die Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung so weit wie möglich aufzuhalten. Antientzündliche Medikamente wie NSAIDs (Nichtsteroidale Antirheumatika) schwächen Entzündungsreaktionen ab, die zur Zerstörung des Gewebes führen.

Zusätzlich kommen Immunsuppressiva zum Einsatz. Diese regulieren das ganze Immunsystem herunter. Hierdurch wird die Immunantwort auf das eigene Gewebe vermindert, jedoch steigt auch die Infektionsgefahr, da auch die Antwort auf Krankheitserreger gemindert wird. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können bei bestimmten Autoimmunerkrankungen auch spezifisch synthetisierte Immunglobuline eingesetzt werden, die genau in den Entzündungsmechanismus der Autoimmunerkrankung eingreifen und das restliche Immunsystem nicht beeinträchtigen.

So kann Kry helfen

Da das Spektrum der Autoimmunerkrankungen sehr breit ist, kann es schwer sein, selbst eine Autoimmunerkrankung zu erkennen. Die Beschwerden scheinen teils unspezifisch und unzusammenhängend. Über Kry hast du die Möglichkeit, direkt mit einem Arzt zu sprechen, welcher in einem genauen Gespräch weiter auf die Beschwerden eingehen kann, und die Wahrscheinlichkeit einschätzen kann, ob du unter einer Autoimmunkrankheit leidest. Sollte die Möglichkeit bestehen oder sollten körperliche Untersuchungen nötig sein, kannst du zudem eine Überweisung zu einem niedergelassenen Arzt erhalten.

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