Übelkeit

Das Symptom Übelkeit beschreibt ein flaues Gefühl im Oberbauch und führt häufig zum Erbrechen. Von der klassischen Magen-Darm-Grippe bis hin zur Seekrankheit können viele verschiedene Ursachen hinter den Beschwerden stecken. Meistens sind die Symptome auf harmlose Ursachen zurückzuführen. Dennoch sollte bei anhaltender Übelkeit eine Abklärung der Krankheitsursache geschehen. Zur Therapie eignen sich neben Medikamenten oftmals altbewährte Hausmittel mit dem Ziel, die Symptome zu lindern und dem entstehenden Flüssigkeitsverlust entgegenzuwirken.

Übelkeit und Erbrechen sind Schutzfunktionen des Körpers. Übelkeit (Nausea) entsteht durch die Aktivierung des Brechzentrums im Gehirn und geht dem Erbrechen meist zuvor. Beim Erbrechen (Emesis) zieht sich der Magen zusammen und der Inhalt wird über die Speiseröhre und den Mund wieder ausgebrochen. Der Körper versucht, schädliche Stoffe aus dem Magendarmtrakt zu entfernen.

Übelkeit beschreibt ein flaues Gefühl im oberen Verdauungstrakt, dass mit oder ohne Erbrechen auftreten kann. Dabei kann es zusätzlich zu Appetitlosigkeit und zum Erbrechen kommen. Außerdem können ein erhöhter Speichelfluss, Blässe sowie Schweißausbrüche auftreten. Mitunter wird die Übelkeit durch Fieber, Kreislaufschwäche und Schwindel begleitet. Die Dauer der Übelkeit kann je nach Ursache stark variieren.

Es gibt einige Warnsymptome, auf die du achten solltest. Folgende Gründe machen eine sofortige Arztkonsultation erforderlich:

  • Übelkeit und Erbrechen über mehr als drei Tage hinweg.
  • Sofern über längere Zeit nicht ausreichend getrunken werden kann.
  • Kinder, Säuglingen, alte Menschen und Senioren sollten sich bei Übelkeit und Erbrechen immer einem Arzt vorstellen. Bei Säuglingen sollte insbesondere darauf geachtet werden, dass sie nicht austrocknen. Dies könnte sich mit einer Trinkschwäche, leisem Schreien, schlaffer Haut und eingefallener Fontanelle (rautenförmige Vertiefung zentral auf dem Schädel) bemerkbar machen.
  • Falls das Erbrochene eine sehr dunkle Farbe hat und an Kaffeesatz erinnert. Dies kann auf eine Blutung im oberen Verdauungstrakt hindeuten.
  • Falls in der Vorgeschichte eine Krebserkrankung oder Immunsuppression vorliegt.
  • Bei Symptomen wie __Verwirrung, starker Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Muskelkrämpfe__n.
  • Sofern hohes Fieber auftritt.
  • Falls du eine neu aufgetretene Abneigung gegen (rotes) Fleisch empfindest.
  • Bei Übelkeit und Erbrechen nach Reiserückkehr.
  • Sofern neben der Übelkeit Herzrasen, Schweißausbrüche und starke Bauchschmerzen auftreten.

Es gibt viele verschiedene Auslöser für das Empfinden von Übelkeit. Die Aktivierung des zentralen Brechzentrums, das für das Empfinden von Übelkeit zuständig ist, kann durch unterschiedliche Organe geschehen.

  • Zentral ausgelöste Übelkeit: Bei Störungen im Gehirn kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Dies kann beispielsweise im Rahmen einer Gehirnerschütterung, einer Hirnhautentzündung oder auch bei einem Sonnenstich geschehen. Auch führen starke Migräneanfälle neben starker Lichtempfindlichkeit und Kopfschmerzen mitunter zu Übelkeit und Erbrechen.
  • Ekel, Aufregung und Angst: Bei sehr starken Gefühlen neigen manche Menschen dazu, sich zu übergeben.
  • Erkrankungen im Bauchraum: Übelkeit kann von einer Reihe von Erkrankungen, der sich im Bauchraum befindenden Organe, ausgehen. Dazu zählt beispielsweise die Magenschleimhautentzündung (Gastritis), bei der die Beschwerden vor allem nach dem Essen auftreten. Die Magenschleimhaut ist gereizt, und dies führt zu den Symptomen Übelkeit, Aufstoßen sowie Magenschmerzen. Auch eine Blinddarmentzündung (Appendizitis) kann starke Schmerzen im rechten Unterbauch sowie Übelkeit und Erbrechen auslösen. In der Regel muss hier eine operative Entfernung des entzündeten Darmabschnitts durchgeführt werden. Beim Magengeschwür (Ulcus ventriculi) und dem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) verursachen Schleimhautdefekte im Verdauungstrakt Übelkeit, Appetitlosigkeit, Aufstoßen sowie Bauchschmerzen. Als Behandlungsmöglichkeit stehen säurehemmende Medikamente zur Verfügung.
  • Magendarminfektion: Ausgelöst durch Viren oder Bakterien führt eine Magendarmgrippe häufig zu den Symptomen ständiger Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Die Beschwerden beginnen zumeist überraschend und enden in der Regel innerhalb weniger Tagen. Bei der Behandlung steht die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit sowie Mineralstoffen im Vordergrund. Lies hier mehr zu dem Thema.
  • Medikamente: Nach der Einnahme einiger Medikamente kann es zu Übelkeit kommen. Besonders bei Chemotherapeutika, Antibiotika und Eisentabletten ist diese Nebenwirkung bekannt. Auch nach dem Aufwachen aus der Narkose klagen Patienten häufig über diese Symptome. Der Körper nimmt das Narkosemittel als giftig wahr und aktiviert dadurch das Brechzentrum im Gehirn.
  • Reiseübelkeit: Manche Patienten leiden bei wackeligen Schifffahrten oder kurvigen Straßen unter Übelkeit. Ursache der Seekrankheit ist das Empfangen unterschiedlicher Reize vom Gleichgewichtsorgan und den Augen. Die Unterschiede aktivieren das Brechzentrum im Gehirn und führen in der Folge zu den Beschwerden.
  • Erkrankungen des Herzens: In seltenen Fällen kann sich beispielsweise ein Herzinfarkt mit dem unspezifischen Symptom Übelkeit äußern. Bei Verdacht auf eine kardiale Ursache der Beschwerden sollte umgehend ein Notarzt kontaktiert werden.
  • Nierenbeckenentzündung: Bei einer Entzündung der ableitenden Harnwege kann es neben Schmerzen über den Flanken und Problemen beim Wasserlassen auch zu Übelkeit kommen. Auch andere, die Niere betreffende Erkrankungen, können mit dem Symptom Übelkeit einhergehen.
  • Grüner Star (Glaukom): Bei gerötetem und schmerzendem Auge sowie Erbrechen und Übelkeit könnte ein Glaukomanfall vorliegen. In dem Fall sollte ein Notarzt verständigt werden.
  • Lebensmittelvergiftung: Hier treten die Beschwerden meist sechs bis vierundzwanzig Stunden nach dem Essen auf. Neben Übelkeit kommt es zu Durchfall und starken Bauchschmerzen.
  • Alkoholvergiftung und Nikotinvergiftung: Allgemein als Genussmittel bekannt stellen Alkohol und Zigaretten im eigentlichen Sinne Giftstoffe für den Körper dar. Sollten zu große Mengen der Giftstoffe vom Körper aufgenommen werden, kann es zu Nervosität, Übelkeit und Erbrechen kommen. Die Symptome können auch bei Drogenkonsum auftreten. Erhärtet sich der Verdacht einer Vergiftung, oder sind Kreislauf und Atmung eingeschränkt, sollte umgehend der Notarzt gerufen werden.
  • Übelkeit in der Schwangerschaft: In der Zeit der ersten Schwangerschaftswochen tritt besonders häufig Übelkeit am Morgen auf. Der veränderte Hormonhaushalt wird als Auslöser für die Beschwerden vermutet. Die Schwangerschaftsübelkeit gilt nicht als Krankheit, sollte aber in besonders schweren Fällen behandelt werden.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit: Bestimmte Bestandteile der Nahrung wie beispielsweise Laktose oder Gluten können bei Patienten zu Übelkeit, Erbrechen und Durchfall führen. In diesen Fällen treten die Symptome oftmals unmittelbar nach dem Essen auf. Um der Ursache besser nachgehen zu können, empfiehlt sich das Führen eines Tagebuchs über Essgewohnheiten und dem Auftreten der Übelkeit.

Um die richtige Diagnose zu stellen, wird der Arzt dir einige Fragen zu deinen Beschwerden stellen. Er wird sich nach Art und Dauer der Symptome erkundigen, gefolgt von der körperlichen Untersuchung. Als weiterführende Diagnostik kann sich der Behandler mit einer Ultraschalluntersuchung einen Überblick über Beschaffenheit und Größe deiner inneren Organe verschaffen. Darüber hinaus kann eine Blutuntersuchung, eine Stuhluntersuchung sowie eine Urinuntersuchung weiterhin Auskunft über die Ursache der Übelkeit geben.

Sofern du häufiger unter Übelkeit leidest und eine Nahrungsmittelunverträglichkeit hinter den Beschwerden vermutest, ist es ratsam, ein Tagebuch über Essgewohnheiten und Übelkeit anzulegen. Dies kann dir und dem Arzt helfen, einen Zusammenhang zwischen deiner Nahrung und dem Auftreten der Symptome herzustellen.

  • Pflanzliche Hausmittel wie Kräutertees helfen gegen die Symptome. Pfefferminztee, Kamillentee, Ingwertee oder Fencheltee wirken beruhigend auf den Magen.
  • Versuche leicht bekömmliche Kost in kleinen Bissen und Schlucken zu dir zu nehmen. Hierfür eignen sich Zwieback, Bananen, Möhrensuppe, Wasser und Tee. Vermeide fettiges Essen, um deinen Magen-Darm-Trakt nicht zusätzlich zu belasten.
  • Übelkeit bei Reisen: Richte deinen Blick stets nach draußen und versuche deinen Platz in Richtung der Fahrtrichtung zu wählen. Bei sehr starken Beschwerden gibt es verschiedene Medikamente, die gegen die Übelkeit helfen können.

Je nach Ursache der Übelkeit variiert die ursächliche Therapie.
Es werden einige Medikamente zur Behandlung der Übelkeit angeboten. Diese sogenannten antiemetischen Arzneimittel (Antibrechmittel) sind meist frei erhältlich in den Apotheken.

Bei der Behandlung ist vor allem darauf zu achten, dass ausreichend Flüssigkeit aufgenommen wird und ein Flüssigkeitsverlust durch Erbrechen ausgeglichen wird. Sehr langes und sehr starkes Erbrechen kann zur Austrocknung (Exsikkose) führen. In dem Fall sollte eine stationäre Aufnahme erfolgen, um den Flüssigkeitsverlust mit Infusionen auszugleichen und die lebensnotwendigen Elektrolyte zu substituieren. Kann die Übelkeit auf die Einnahme bestimmter Medikamente zurückgeführt werden, sollte eine Umstellung auf ein anderes Präparat in Erwägung gezogen werden. Dies sollte jedoch stets in Absprache mit dem behandelnden Arzt geschehen.

Du leidest unter Übelkeit und möchtest diese gerne ärztlich abklären? Über die KRY-App kannst du einen Arzt erreichen und mit ihm über deine Beschwerden sprechen. Er kann dir helfen, die Ursache deiner Symptome zu finden und die richtige Behandlung auszuwählen. Falls du ein Rezept oder eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung benötigst, kann dir dies über die App verschrieben und ausgestellt werden. Gegebenenfalls Wird er Dich aber auch zu einer genaueren körperlichen Untersuchung zu einem FAcharzt überweisen.

  1. https://www.reanitrain.de/downloads/leitlinien/Notfaelle/paediatrische%20Notfaelle/Volumenmangel/Erbrechen.pdf
  2. https://www.tk.de/techniker/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/verdauungstrakt/was-ist-erbrechen-2021484
Letzte Aktualisierung:
28. Mai 2020