Blähungen

Es ist nicht nur völlig normal acht- bis zehnmal am Tag Blähungen zu haben, es ist sogar ein Anzeichen dafür, dass dein Darm gut arbeitet. Nach großen, schweren Mahlzeiten ist es unbedenklich, wenn du einige Stunden das Gefühl hast, aufgebläht zu sein. Es ist zwar nervig, aber kein Grund zur Sorge, da es meist nur für einige Stunden anhält und nach dem Stuhlgang oder der Flatulenz vergeht. Wenn starke Blähungen jedoch zu einem belastenden Problem werden und häufig auftreten, kann es sich lohnen, die Ursachen der Blähungen weiter unter die Lupe zu nehmen.

Was sind Blähungen?

Blähungen sind das rein subjektive Gefühl eines geblähten Bauches. Sie müssen gegen die Blähsucht, den sogenannten Meteorismus, abgegrenzt werden, die zwar gelegentlich bei Gesunden auftreten kann, jedoch gehäuft bei Menschen mit Verdauungsstörungen auftritt. Hierbei sammeln sich Gase im Dickdarm und verursachen dort starke Schmerzen. Blähungen können mit oder ohne Flatulenz (Pupsen), einhergehen und bessern sich meist mit dem Luftabgang. Aerophagie, vermehrtes Schlucken von Luft, führt eher selten zu Blähungen, da die aufgenommene Luft häufig direkt wieder aufgestoßen wird.

Symptome von Blähungen

Blähungen können sich von Mensch zu Mensch unterscheiden, und können auch ohne Umfangszunahme des Bauches einhergehen. Einige der begleitenden Beschwerden können sein:

  • Flatulenz
  • Bauchschmerzen
  • Häufiges Aufstoßen
  • Verstopfung

Ursachen von Blähungen

Blähungen können vielerlei Ursachen haben. Akute Blähungen können zum Beispiel im Rahmen einer Magen-Darm-Grippe oder nach einer schweren, ballaststoffreichen Mahlzeit auftreten. Nach der Nahrungsaufnahme ist es möglich, dass ein Ungleichgewicht zwischen der aufgenommenen Menge an Nahrung, der durch Fermentierung im Dickdarm entstehenden Gase und der Passage von Gas entsteht, welches zu dem unangenehmen Gefühl eines Blähbauches führen kann. Generell ist die Entstehung von Blähungen durch verschiedene Faktoren bedingt, die gemeinsam, oder unabhängig voneinander auftreten können:

1. Zunahme des absoluten Volumens
Nicht nur durch eine große Mahlzeit kann ein Völlegefühl auftreten. Auch eine schnelle Gewichtszunahme kann durch das in die Bauchwand eingelagerte Fettgewebe zu einem aufgeblähten Gefühl führen. Das Volumen des Darmes kann durch Feststoffe, Flüssigkeiten oder durch Gase erweitert werden. Häufig werden Blähungen durch “gefangene” Gase verursacht. Bei einem gesunden Menschen können die verschluckten und im Darm gebildeten Gase über die Darmwand in die Blutbahn aufgenommen werden. All das, was nicht aufgenommen wird, wird über den Anus wieder abgegeben. Bei chronischen Verstopfungen kann nicht nur die Passage dieser Gase erschwert werden, sondern die lange Aufenthaltszeit im Darm kann auch zu einer vermehrten Fermentation der Feststoffe im Dickdarm führen, welches zusätzlich Gase freisetzt. Ein starker Durchfall kann durch die hohe Menge an Flüssigkeit im Darm Blähungen vortäuschen.

2. Abnahme der Aktivität der Bauchwandmuskulatur
Menschen, die unter Meteorismus leiden, haben häufig schlaffe Bauchmuskeln, welches zu einem subjektiven Gefühl von Blähungen führen kann.

3. Objektive Bauchumfangszunahme
Auch wenn eine messbare Zunahme des Bauchumfangs oft mit Blähungen einhergeht, können diese auch komplett ohne Aufblähung des Bauchraumes einhergehen.

4. Gesteigerte Sensibilität des Bauches
Blähungen können ohne erkennbare Ursache auftreten. Blähungen, die ohne Flatulenz auftreten, können möglicherweise auf eine isolierte Wahrnehmungsstörung zurückgeführt werden. Nach Unfällen und nach Operationen kann die Sensibilität der Bauchwand gesteigert sein und zu dem Gefühl führen, aufgebläht zu sein.

Andere Ursachen für Blähungen können sein:

  • Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
  • Laktose-/Fruktoseintoleranz, oder andere Verdauungsstörungen
  • Reizmagen
  • Reizdarmsyndrom
  • Darmverengungen
  • Lebererkrankungen
  • Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms
  • Tumore des Enddarms
  • Gallensäureverlustsyndrom

Diagnostische Verfahren bei Blähungen

Da Blähungen durch eine Vielzahl von Ursachen hervorgerufen werden können, ist eine gewissenhafte Abklärung von neu aufgetretenen Blähungen sehr wichtig, um organische Erkrankungen nicht zu übersehen. Ein ausführliches Patientengespräch ist das wichtigste diagnostische Verfahren, um die auslösenden und verstärkenden Faktoren der Blähungen zu identifizieren. Zusätzlich sollte nach dem Gespräch eine körperliche Untersuchung mit einer Untersuchung des Enddarms erfolgen. In individuellen Fällen können Funktionsuntersuchungen des Magen-Darm-Traktes hilfreich sein, um die Ursache der Blähungen zu finden und zu beheben.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Auch wenn Blähungen normal sind, solltest du dich an ein/e Arzt/in wenden, wenn du über 20-mal am Tag Blähungen hast, oder schmerzhaft Blähungen hast. Wenn du immer wiederkehrende Blähungen hast, kann zum Beispiel eine Nahrungsmittelunverträglichkeit dahinter stecken.

Was kannst du selbst gegen Blähungen tun?

Wenn Verdauungsprobleme und Nahrungsmittelunverträglichkeiten ausgeschlossen sind, ist die beste Art, Blähung vorzubeugen, auf deine Ernährung zu achten. Es gibt einige Lebensmittel, die das Gasvolumen im Darm stark erhöhen. Diese solltest du vermeiden, oder in geringeren Mengen zu dir nehmen, um unangenehme Blähungen zu verhindern. Zu ihnen gehören:

  • Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen und Bohnen
  • Kohlgemüse wie Rosenkohl, Rotkohl
  • Zwiebeln und Knoblauch
  • Pflaumen, Aprikosen, Bananen, Rosinen
  • Vollkornbrot
  • Süßungsmittel
  • Kohlensäurehaltige Getränke

Zudem solltest du hastigen, hohen Kaffekonsum wie etwa in Form von Espresso, sowie auch Kaugummikauen vermeiden. Unregelmäßiges Essen und übermäßig große Mahlzeiten können auch zu Blähungen führen. Um die Menge an geschluckter Luft zu minimieren, kann es sinnvoll sein, langsam, unter stressfreien Bedingungen zu Essen und deine Speisen gut zu kauen. Rauchen kann Blähungen verschlimmern.

Ballaststoffe sind in der Behandlung von Blähungen ein zweischneidiges Schwert. Einerseits helfen Ballaststoffe, den Darminhalt weich zu halten und eine schnelle Darmpassage zu ermöglichen, andererseits sind Ballaststoffe für den Menschen nicht verdaulich und werden erst im Dickdarm von Bakterien fermentiert, was zu einer vermehrten Gasbildung führt. Wenn du unter Verstopungen leidest solltest du, unabhängig von Ballaststoffen, darauf achten, genug zu trinken, denn auch eine hohe Flüssigkeitszufuhr führt zu einer weicheren Stuhlkonsistenz. Da eine Fehlbesiedlung des Darms zu vermehrter Gasproduktion und somit zu Blähungen führen kann, kann es sinnvoll erscheinen, Probiotika zu sich zu nehmen. Leider ist die Wirkung von Probiotika noch nicht ausreichend erforscht, weshalb eine Wirkung bei Blähungen nicht sicher ist. Viel Bewegung hilft, eine ausreichende Darmbewegung zu gewährleisten und wirkt somit Blähungen entgegen.

Einige Nahrungsmittel helfen, die Beschwerden von Blähungen zu lindern. Hierzu gehören:

  • Teezubereitungen aus Kümmel, Fenchel und Anis: Sie wirken verdauungsfördernd und krampflösend. Kleinkinder profitieren hiervon besonders stark.
  • Pfefferminzöl: Pfefferminzöl wirkt nicht nur übelriechenden Darmwinden entgegen, sondern hat auch eine krampflösende Wirkung.

Therapie von Blähungen

Bei Blähungen ohne bekannte Ursache steht die Nahrungsumstellung an erster Stelle. Hierzu kann auch ein Gespräch mit einer Ernährungsberatung von Nutzen sein. Zusätzlich können Medikamente Blähungen reduzieren. Ob diese für dich sinnvoll sind, kann dein/e behandelnde/r Arzt/Ärztin nach einem Gespräch und einer körperlichen Untersuchung feststellen.

So kann Kry helfen

Über Kry kannst du direkt mit einem/r Arzt/Ärztin über deine Beschwerden sprechen. Er/Sie kann dir nicht nur helfen, die Dringlichkeit der Blähungen einzuschätzen, sondern kann dich auch zu möglichen Maßnahmen beraten, um die Beschwerden zu lindern. Über Kry kannst du dir direkt eine Überweisung zu einem/r niedergelassene/n Arzt/Ärztin ausstellen lassen, um auch eine körperliche Untersuchung zu bekommen.

  • Harder, H., Meteorismus - Ursachen und gezielte Therapieansätze, Dtsch Arztebl 2005; 102: A 3264–3270 [Heft 47]. Verfügbar unter https://www.aerzteblatt.de/archiv/49264/Meteorismus-Ursachen-und-gezielte-Therapieansaetze, letzter Zugriff am 21.06.2020
  • Malagelada JR, Accarino A, Azpiroz F. Bloating and Abdominal Distension: Old Misconceptions and Current Knowledge. Am J Gastroenterol. 2017;112(8):1221-31.
  • Internisten-im-Netz (18.10.2017), Was gegen Blähungen hilft. Verfügbar unter https://www.internisten-im-netz.de/aktuelle-meldungen/aktuell/was-gegen-blaehungen-hilft.html, letzter Zugriff am 21.06.2020
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