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PSYCHE UND KÖRPER

Brustschmerzen durch Angst

Letzte Aktualisierung:
Kann Angst Brustschmerzen auslösen?
Allgemeinmedizinerin Dr. Roshaan Saloojee erklärt den Zusammenhang zwischen Angststörungen und Schmerzen in der Brust.

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Brustschmerzen können sehr verschiedene Auslöser haben. Nicht immer steckt eine rein körperliche Ursache dahinter. In manchen Fällen können Angstzustände über das Gefühl der Beklemmung hinausgehen und körperliche Symptome wie Schmerzen oder Druckgefühle in der Brust verursachen.

Was für Symptome haben Angstzustände?

„Es ist nicht immer einfach, den Unterschied zwischen angstbedingten Schmerzen in der Brust und Schmerzen aufgrund eines Herzinfarkts oder einer Angina pectoris festzustellen. Jeder Mensch erlebt Angst anders, und es gibt eine große Bandbreite an psychologischen und körperlichen Symptomen, die auftreten können“, erläutert Dr. Roshaan Saloojee, Allgemeinmedizinerin bei Kry.

Einige psychologische Symptome der Angst umfassen:

  • Panik oder Ängste
  • Anspannung
  • rasende Gedanken
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Reizbarkeit

Körperliche Symptome von Angst können sein:

Warum können Angststörungen Brustschmerzen verursachen?

Angst ist eine natürliche Reaktion unseres Gehirns auf Gefahrensituationen. Wenn du besorgt, verängstigt oder gestresst bist, versetzt dich dein Körper in Alarmbereitschaft und du gehst in den „Kampf oder Flucht“-Modus, damit du schnell auf eine Gefahr reagieren kannst.

„Dadurch wird automatisch die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin ausgelöst“, erläutert Frau Dr. Saloojee. Dies führt wiederum dazu, dass dein Blutdruck in die Höhe schießt, deine Herzfrequenz steigt und deine Atmung schnell und flach wird.

Wie jeder andere Muskel auch wird dein Herz umso mehr beansprucht, je härter es arbeitet. „Es kommt zu Herzrasen, Krämpfen und aufgrund der Muskelverspannungen auch zu Schmerzen in der Brust“, erklärt Dr. Saloojee. Der Sauerstoffmangel und die erhöhte Herzfrequenz können auch Symptome wie Schwindel und Kurzatmigkeit verursachen.

Wie fühlen sich Brustschmerzen bei Angst an?

Wenn es um die Symptome von Angst geht, macht jede:r eine andere Erfahrung. Dasselbe gilt auch für Schmerzen in der Brust, die durch Angst ausgelöst werden. Es gibt jedoch einige typische Muster dafür, wie sich der Schmerz anfühlt und wie lange er dauert.

Schmerzen in der Brust aufgrund von Angstzuständen können folgende Symptome haben:

  • scharfer oder stechender Schmerz im Brustbereich
  • Engegefühl
  • Druck
  • Brennen
  • dumpfer Schmerz
  • Zuckungen in der Brust

Bei manchen Menschen kann sich die Angst zu einer Panikattacke verstärken, die neben emotionalem Stress auch starke Schmerzen in der Brust verursachen kann.

„Schmerzen in der Brust durch Angstzustände treten in der Regel schnell auf und verschwinden schnell wieder“, erklärt Dr. Saloojee. In der Regel fühlst du dich nach etwa 10 Minuten schon wieder viel besser. Manche Menschen spüren danach noch für eine Weile einen Schmerz in der Brust, weil sich die Muskeln zusammenziehen.

Wie erkennt man den Unterschied zwischen angstbedingten Brustschmerzen und einem Herzinfarkt?

Angstbedingte Brustschmerzen können manchmal mit anderen ernsthaften Erkrankungen wie einem Herzinfarkt verwechselt werden.

„Im Vergleich zu angstbedingten Schmerzen verschlimmern sich die Schmerzen eines Herzinfarkts bei Aktivität und halten länger an (mehr als 20 Minuten)“, erläutert Frau Dr. Saloojee.

Brustschmerzen bei Herzinfarkt fühlen sich oft wie ein starkes Enge- oder Druckgefühl in der Brust an. Der Schmerz kann auf andere Körperteile, wie Arme, Schultern, Rücken und Kiefer ausstrahlen. Außerdem kann es zu Schweißausbrüchen, Übelkeit, Husten oder einer keuchenden Atmung kommen.

Mit der Zeit erkennst du vielleicht, ob die Schmerzen in der Brust auf Angstzustände zurückzuführen sind. Wenn du dir aber Sorgen machst, dass deine Brustschmerzen eine ernstere Ursache haben, solltest du unbedingt zur Ärztin oder zum Arzt gehen.

Was hilft gegen angstbedingte Brustschmerzen?

Wenn deine Brustschmerzen durch Angst ausgelöst werden, ist es am besten, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln.

1. Gezielte Atemübungen

Durch gezielte Atemübungen kann man Angst, Panik und Stress besser bewältigen. Übe dich darin, tief und langsam zu atmen, oder probiere eine spezielle Atemübung wie die Zwerchfellatmung aus. Tiefes Ein- und Ausatmen kann dir helfen, deinen Atem zu kontrollieren, deine Herzfrequenz zu senken und eine Panikattacke zu stoppen, bevor sie schlimmer wird.

2. Entspannungstechniken

Techniken wie Meditation, Yoga oder das Visualisieren eines sicheren Ortes können dir ebenfalls helfen, dich zu beruhigen. Sie tragen dazu bei, rasende, ängstliche Gedanken zu reduzieren und das Gehirn und den Körper zu entspannen.

3. Regelmäßige Bewegung

Auch eine Änderung des Lebensstils hilft nachweislich bei der Bewältigung von Ängsten. Regelmäßige Bewegung kann Muskelverspannungen abbauen und Stoffe wie Serotonin freisetzen, die dich glücklicher und entspannter machen.

4. Auf einen gesunden Schlaf achten

Auch eine gute Schlafqualität ist wichtig. Versuche jeden Tag ungefähr zur selben Zeit ins Bett zu gehen und achte auf mindestens 7-9 Stunden Schlaf pro Nacht. Koffein und Alkohol können Angstzustände verstärken, wenn sie im Übermaß konsumiert werden. Daher solltest du möglichst darauf verzichten.

Wann sollte ich mir ärztliche Hilfe holen?

„Schmerzen in der Brust sollten nicht ignoriert werden“, warnt Dr. Saloojee. Wenn du Schmerzen in der Brust hast, ist es wichtig, dass du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sprichst, vor allem, wenn sie anhaltend sind und dein tägliches Leben beeinträchtigen.

Auch wenn du denkst, dass deine Schmerzen in der Brust durch Angst hervorgerufen werden, ist es wichtig, ein Herzproblem auszuschließen, damit du die richtige Behandlung bekommst. Deine Ärtztin oder dein Arzt wird in diesem Fall eine Anamnese deiner Symptome erheben und vielleicht ein paar einfache Untersuchungen wie eine Blutuntersuchung oder ein EKG durchführen.

Wenn du deine Ängste nicht allein bewältigen kannst, bitte deine Ärztin oder deinen Arzt um Rat. Dies ist der erste Schritt, um die richtige Behandlung zu erhalten und das Problem in den Griff zu bekommen.

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