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Alkoholpause: Das passiert im Körper

Letzte Aktualisierung:

Eine Alkoholpause kann viele Gesundheitsvorteile mit sich bringen – oft schon nach einer Woche.
Zum Jahresanfang nehmen sich viele vor, eine Weile auf Alkohol zu verzichten. Eine Kry Ärztin erklärt, was in deinem Körper passiert – nach 1 Woche, nach 1 Monat und nach 1 Jahr Abstinenz.

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Es ist kein Geheimnis, dass Alkohol gesundheitsschädlich ist. Abgesehen vom Kater, der sich am nächsten Morgen bemerkbar macht, kann Alkohol sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit beeinträchtigen.

Langfristig kann er das Risiko für Krebs, Demenz, Herzkrankheiten und Schlaganfälle erhöhen. Es gibt Hinweise darauf, dass Alkohol auch das Gedächtnis beeinträchtigen und die Fruchtbarkeit verringern kann.

Die gute Nachricht ist aber, dass ein eingeschränkter Alkoholkonsum oder ein Verzicht aufs Trinken deutliche Vorteile für die Gesundheit mit sich bringen – und das oft schon nach einer Woche.

Woher weiß ich, ob ich zu viel trinke?

„Es ist nicht einfach festzustellen, ab wann der eigene Alkoholkonsum problematisch ist. Abgesehen vom Kater bemerkt man vielleicht nicht, was sich unter der Oberfläche abspielt – bis das Trinken zum Problem wird,” erklärt Allgemeinärztin Dr. Ramskill. Wenn du regelmäßig

  • mehr als 12 Gramm reinen Alkohol (1 kleines Bier) pro Tag trinkst (als Frau) bzw.
  • mehr als 24 Gramm reinen Alkohol (2 kleine Bier) pro Tag trinkst (als Mann),

werden sich früher oder später gesundheitliche Probleme bemerkbar machen.

„Es gibt aber viele Möglichkeiten, den Alkoholkonsum auf ein risikoarmes Maß zu begrenzen, z. B. durch alkoholfreie Tage und kleinere Gläser.“

Wie lange braucht der Körper, um Alkohol abzubauen?

Wenn du Alkohol trinkst, gelangt er über den Magen schnell in den Blutkreislauf und ins Gehirn, wo er seine Wirkung entfaltet. Nach 30 bis 60 Minuten ist er in sämtliche Körperorgane gewandert.

„Alkohol verbleibt unterschiedlich lange im Körper, je nach Geschlecht, Größe und Alter, und je nachdem, wie regelmäßig man trinkt und ob man etwas gegessen hat", erklärt Dr. Ramskill.

„Der Körper baut Alkohol langsam ab, nämlich nur 0,1 bis 0,2 Promille pro Stunde. So dauert es je nach Geschlecht und Körpergewicht bis zu 3 Stunden, bis ein kleines Glas Wein abgebaut ist.”

Was passiert, wenn ich keinen Alkohol mehr trinke?

Wenn du auf Alkohol verzichtest oder deinen Konsum einschränkst, hat das viele kurz- und langfristige Vorteile.

Nach 1 Woche

Du schläfst besser

„Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Alkohol den Schlaf verbessert", so Dr. Ramskill. „Er kann zwar beim Einschlafen helfen, aber die Auswirkungen von Alkohol bedeuten, dass man weniger erholsamen REM-Schlaf („Rapid Eye Movement”-Phase) bekommt.”

„Nach nur einer Woche ohne Alkohol wird sich der REM-Zyklus wahrscheinlich wieder normalisieren. Man fühlt sich wahrscheinlich ausgeruhter und kann eine Verbesserung der Stimmung und der kognitiven Funktionen feststellen. Es ist üblich, dass Träume durch den Verzicht auf Alkohol lebhafter werden oder dass man überhaupt wieder zu träumen beginnt", so Dr. Ramskill.

Deine Haut sieht gesünder aus

„Wenn der Körper Alkohol verstoffwechselt, wird ein Nebenprodukt namens Acetaldehyd freigesetzt, bevor es zu einem weniger giftigen Produkt abgebaut und aus dem Körper entfernt wird", erläutert Dr. Ramskill. „Acetaldehyd ist giftig für das Körpergewebe. Es führt zu einer Austrocknung und erhöht das Risiko von Hautausschlägen.”

Bei einer Alkoholabstinenz kannst du feststellen, dass sich deine Hautgesundheit verbessert, zum Beispiel bei Rosacea. Eine Studie ergab, dass ein erhöhter Alkoholkonsum bei Frauen mit einem höheren Risiko für Rosacea einhergeht.

Nach 1 Monat

Es fällt dir leichter, ein gesundes Gewicht zu halten

„Alkohol hat eine hohe Kalorienzahl. Ein normales Glas Wein hat 133 Kalorien, ein Glas Bier 239 – etwa so viel wie ein Schokoriegel. Alkohol enthält viele Kalorien, die keinen Nährwert haben. Diese ‘leeren Kalorien‘ werden in Fetteinlagerungen umgewandelt", erklärt Dr. Ramskill.

Wenn du einen Monat lang auf Alkohol verzichtest oder weniger trinkst, kann dein Körper aufgrund der eingesparten Kalorien beginnen, überschüssiges Fett abzubauen.

Deine Leber regeneriert sich

„Übermäßiges Trinken kann langfristig zu einer alkoholbedingten Fettlebererkrankung führen. Die Leber arbeitet daran, Giftstoffe aus dem Körper zu entfernen. Sie erfüllt auch viele andere nützliche Funktionen, damit unser Körper funktionieren kann", erklärt Dr. Ramskill.

„Um Alkohol abzubauen, muss die Leber härter arbeiten. Eine Fettleber kann ihre Fähigkeit, lebenswichtige Funktionen zu erfüllen, einschränken, was dazu führt, dass man sich träge fühlt.”

Nach nur 2 Wochen Alkoholpause beginnt die Leber, sich zu regenerieren. „Innerhalb von 4 bis 8 Wochen kann sich die Leber vollständig erholen", so Dr. Ramskill. Es hängt nur davon ab, wie viel du trinkst und in welchem Ausgangszustand sich die Leber befindet.

Deine psychische Gesundheit kann sich verbessern

Auch wenn wir uns durch Alkohol zunächst selbstbewusster und weniger ängstlich fühlen, kann er uns langfristig anfälliger für psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände machen. Alkohol kann das Gleichgewicht von chemischen Stoffen und Prozessen im Gehirn stören und unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen beeinflussen.

„Alkohol ist ein Depressivum. Bei Menschen, die bereits psychische Probleme haben, kann Alkoholkonsum diese verstärken", sagt Dr. Ramskill.

Nach 4 Wochen Alkoholabstinenz beginnt sich deine Stimmung zu verbessern. Vielleicht wirst du feststellen, dass du alltägliche Herausforderungen im Allgemeinen besser bewältigen kannst.

Nach 1 Jahr

Dein Blutdruck sinkt

„Regelmäßiger übermäßiger Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen. Bluthochdruck erhöht das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weil er den Herzmuskel belastet", erklärt Dr. Ramskill. Eine große genetische Studie ergab, dass selbst leichter bis mäßiger Alkoholkonsum den Blutdruck und das Schlaganfallrisiko erhöht.

„Der Verzicht auf Alkohol über ein Jahr hinweg senkt den Blutdruck und verringert das Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts", erklärt Dr. Ramskill.

Deine Gedächtnisleistung verbessert sich

„Alkohol kann die Funktion des Hippocampus beeinträchtigen. Das ist der Teil des Gehirns, der Erinnerungen bildet und speichert. Übermäßiger Alkoholkonsum kann auch zu Hirnschäden führen und das Risiko einer Demenz erhöhen", sagt Dr. Ramskill.

Jedoch gibt es positive Hinweise aus der Forschung: Ein Teil der Hirnschäden, die durch langjährigen Alkoholkonsum verursacht werden, kann sich demnach zurückbilden, wenn man mit dem Trinken aufhört.

Wie kann ich meinen Alkoholkonsum einschränken?

Der Verzicht auf Alkohol kann schwierig sein, aber die gesundheitlichen Vorteile sind es wert. Hier sind einige Tipps, wie du deinen Alkoholkonsum reduzieren kannst:

  • Nimm nach jedem alkoholischen Getränk ein Glas Wasser oder einen Softdrink zu dir. So beugst du außerdem einem Flüssigkeitsmangel vor – da Alkohol dem Körper Wasser entzieht.
  • Verzichte an mindestens 2 Tagen pro Woche auf Alkohol.
  • Erzähle deiner Familie und deinen Freund:innen, dass du deinen Alkoholkonsum reduzieren möchtest, damit sie dich unterstützen können.
  • Wähle ein Getränk mit einem geringeren Alkoholgehalt und ein kleineres Glas als üblich.
  • Nimm beim Ausgehen einen festen Geldbetrag mit, den du maximal für Alkohol ausgeben möchtest.

Sollte ich mich ärztlich beraten lassen?

Wenn du Schwierigkeiten hast, deinen Alkoholkonsum zu reduzieren, solltest du mit einer Ärztin oder einem Arzt sprechen. Unsere Ärztinnen und Ärzte können dich bei deinem Vorhaben unterstützen und bei Bedarf mit dir über passende Hilfsangebote sprechen. Es lohnt sich auch dann, einen Termin zu vereinbaren, wenn du eines der folgenden Probleme hast:

  • Du machst dir Sorgen wegen deinem Alkoholkonsum.
  • Du hast wegen Alkohol Streit mit Familie oder Freund:innen.
  • Du kannst nicht Nein zum Alkohol sagen.
  • Du musst immer mehr trinken, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
  • Du hast Schlafprobleme.

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Kaum so groß wie ein Stecknadelkopf und doch so sehr gefürchtet: die Zecke. Um das kleine Spinnentierchen und seinen Stich kursieren zahlreiche Irrglauben. Daher bringen wir Licht ins Dunkel, erklären, wie du eine Zecke sicher entfernst und geben Hinweise dazu, wie du dich vor ihrem Stich schützt. Die Zecke gehört zu den Spinnentieren und ist etwa 3 bis 4 Millimeter groß. Sie gehört außerdem zu den Parasiten und ernährt sich daher ausschließlich vom Blut ihres Wirtes. Zecken können Menschen und Tiere befallen, wobei ihr Stich zumeist unmerklich ist. Grund für die Besorgnis um die Zecke ist vor allem die Tatsache, dass Zecken Krankheitserreger übertragen können und dadurch eine Ansteckung mit Infektionskrankheiten wie Lyme-Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis, Ehrlichiose und weiteren Erkrankungen verursachen können. Irrglauben rund um die Zecke 1. Irrglaube: Zecken beißen Hast du gewusst, dass Zecken gar nicht beißen, sondern stechen? Aus anatomischer Sicht, kann eine Zecke nämlich gar nicht beißen. Hat die Zecke einen Wirt gefunden, schneidet sie ihm mit ihrem Mundwerkzeug in die Haut und sticht zum Blutsaugen mit einem zungenähnlichen Stachel zu. 2. Irrglaube: Zecken fallen von Bäumen Auch, dass Zecken auf Bäumen lauern und auf ihren Wirt beim Vorübergehen herabfallen, ist ein Ammenmärchen. Zecken halten sich vorrangig im Dickicht auf, also hohen Gräsern, wildem Gestrüpp und dichten Hecken. 3. Irrglaube: Schwarzkümmelöl beugt einem Zeckenstich vor Die Wirksamkeit von natürlichen Zeckenschutzmitteln, wie Kokosöl, Lavendelöl oder Schwarzkümmelöl ist umstritten. Bislang gibt es noch keine wissenschaftliche Beweise dafür, dass natürliche Repellents vor dem Stich eine Zecke schützen. 4. Irrglaube: Der Kopf der Zecke darf auf keinen Fall stecken bleiben Beim Entfernen kann es passieren, dass Reste der Zecke stecken bleiben. Dabei handelt es sich jedoch nicht um den Kopf, sondern um das Beißwerkzeug. Aus biologischer Sicht hat die Zecke nämlich gar keinen Kopf. Falls Teile der Zecke in der Wunde stecken bleiben, ist das normalerweise unbedenklich, da die Haut die Reste von alleine abstoßen wird. 5. Irrglaube: Zecken zu entfernen ist schwierig und sollte von einem Arzt gemacht werden Wenn du an dir, deinem Kind oder deinem Haustier eine festsitzende Zecke entdeckst, kannst du diese ganz einfach in wenigen Schritten entfernen. Und das solltest du auch umgehend tun, denn je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko. Es ist daher nicht ratsam, auf einen Termin beim Arzt zu warten, um die Zecke zu entfernen. Das einzige, worauf du bei der Entfernung wirklich Acht geben solltest, ist nicht auf den Zeckenkörper zu drücken oder sie zu töten, bevor du sie von der Haut entfernt hast. Denn durch das Drücken oder das Absterben gelangt der Inhalt des Zeckendarms in die Einstichstelle und fördert so die Übertragung von Krankheitserregern. Eine Zecke sicher entfernen Mit diesen simplen Handgriffen wirst du die Zecke los: Mit einer Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange nimmst du die Zecke direkt über der Haut. Es ist wichtig, dass die Pinzette oder Zange so angesetzt wird, dass sie den Zeckenkörper nicht zerquetschen kann. Nun hebelst du die Zecke vorsichtig aber mit leichtem Zug heraus. Achte darauf, nicht zu stark zu ziehen oder gar zu reißen, damit ein möglichst großer Teil der Zecke entfernt wird. Falls Reste der Zecke in der Wunde bleiben, kannst du versuchen diese mit einer Zeckenkarte herauszukratzen. Versuche nicht, die Zecke aus der Wunde zu quetschen. Beseitige die Zecke in einem Taschentuch. Nach der Entfernung solltest du die betrofffene Hautstelle mit einem Antispetikum desinfizieren. In den kommenden Tagen und Wochen solltest du die Einstichstelle beobachten, um schnell auf eventuell auftretende Hautveränderungen reagiern zu können. Falls Veränderungen auftreten, solltest du allerdings zeitnah einen Arzt aufsuchen. Tipp: Wenn die Zecke so klein ist, dass sie mit einer Pinzette oder Zeckenkarte kaum zu entfernen ist, kannst du es auch mit Schlinge aus einem Faden oder Zahnseide probieren. Die Schlinge einfach eng an der Haut um die Zecke legen, zuziehen und vorsichtig herausziehen. Vor Zecken schützen Wenn du in der Natur unterwegs bist, kannst du dich mit diesen Vorsichtsmaßnahmen vor einem Zeckenstich schützen: Meide das Dickicht. Geh lieber auf flachen Wegen, gemähten Wiesen oder breiten Trampelpfaden spazieren, als durch das hohe Gras zu wandern. Auch den Wegesrand solltest du meiden, wenn er dicht oder hoch bewachsen ist. Ziehe dir feste Schuhe und lange Socken an. Damit versperrst du der lauernden Zecke den direkten Weg zur Haut. Achte auf geschlossene Kleidung. Trage beim Spazieren im Wald oder hohen Gras lieber lange Hosen und langärmelige Oberteile. Idealerweise steckst du deine Hose auch in die Socken, um der Zecke keinerlei Angriffsfläche zu bieten. Trage Repellents auf. Es gibt eine ganze Reihe Insektenschutzmittel, die ebenso wie Mückenspray den Geruch, die Feuchtigkeit und die Temperatur der Haut verändern und sie für Zecken unattraktiver macht. Pflege deinen Garten. Um Zeckenherde zu vermeiden, ist es ratsam die Hecken zu beschneiden, den Rasen zu Mähen und dichtes Gestrüpp im Garten zu stutzen. Nach Zecken absuchen. Nach deinem Ausflug in die Natur, solltest du dich (und gegebenenfalls auch deine Kinder und Haustiere) anschließend gründlich absuchen. Zecken bevorzugen Stellen, an denen die Haut warm und dünn ist, also unter den Armen, in der Kniekehle, zwischen den Zehen oder Fingern, im Bauchnabel oder auch am Kopf. Übrigens: Auf heller Kleidung, kannst du die kleinen Biester schneller erkennen, bevor sie es sich auf deiner Haut gemütlich machen. Zeckenstich, und nun? Wenn du dir oder deinem Kind eine Zecke entfernt hast und eine lokale Hautveränderung, wie zum Beispiel einen Ausschlag, feststellst, solltest du das von einem Arzt überprüfen lassen. Mit der Kry App kannst du ganz bequem vor deinem Termin mit einem Arzt ein Foto von der betroffenen Hautstelle hochladen. Unsere Ärzte können dir dabei helfen, der Ursache auf den Grund zu gehen und dich zum weiteren Vorgehen beraten. Gegebenenfalls erhältst du von unseren Ärzten auch ein Rezept, eine Krankschreibung und/oder eine Facharztüberweisung. Auch für Insektenstiche anderer Art, sowie Hautausschläge ohne erkennbaren Stich oder Biss erhältst du über Kry ärztlichen Rat.

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