Dunkle Zeiten meistern

Dunkle Zeiten meistern: Titelbild
Letzte Aktualisierung: 19. Nov. 2020

Wie du den Winter-Lockdown überstehst, ohne den Kopf zu verlieren

Viele bekommen im Winter schlechte Laune – sogar ohne Covid-19. Das Wetter drückt die Stimmung, hinzu kommen psychische Belastungen durch den Lockdown. Wir haben den Winter-Blues und sind Corona-müde. Wie kommen wir gesund und gelassen durch diese Zeit?

Was die Pandemie mit uns macht

Wir leben in einer unsicheren Zeit. Studien zeigen, dass die psychischen Folgen der Corona-Krise vor allem jüngere Menschen betreffen. 20- bis 40-Jährige sind seit dem ersten Lockdown gestresster, ängstlicher und zeigen verstärkt Anzeichen einer Depression. In Regionen mit hohen Infektionszahlen sind die Pandemie-Sorgen besonders groß.

Es gibt aber auch gute Nachrichten. Die Krise stärkt den sozialen Zusammenhalt: Viele fühlen sich für den Schutz von Risikogruppen verantwortlich und sind bereit, Nachbarinnen und Nachbarn in Krisenzeiten zu helfen.

Winter-Blues oder Winter-Depression?

Das Wetter beeinflusst, wie wir uns fühlen. So manche packt der Winterblues: Sie haben weniger Energie, schlafen mehr und bekommen Heißhunger auf Süßes. Das ist an sich nicht ungewöhnlich. Allerdings kann sich das Stimmungstief auf Dauer zu einer Winterdepression entwickeln – einer Form der rezidivierenden (wiederkehrenden) Depression, die mit dem Wechsel der Jahreszeiten auftritt.

Self-care ist wichtiger denn je

Das Coronavirus macht es unserer Psyche nicht leicht. Self-care kann helfen, uns in diesen schwierigen Zeiten zu erden und Herausforderungen zu bewältigen. Wer lernt, die guten Seiten des Winters zu schätzen, kommt besser durch den Lockdown.

Tageslicht tanken

Im Winter bekommen wir weniger Tageslicht ab. Unser Körper denkt, es ist Nacht und neigt dazu, verstärkt das Schlafhormon Melatonin auszuschütten. Die Folge: Wir sind den ganzen Tag müde. Dieser Wintermüdigkeit kannst du vorbeugen, indem du tagsüber an die frische Luft gehst. Wenn du im Homeoffice arbeitest, geh in der Mittagspause im Park Spazieren. Am Wochenende kannst du dich schön dick einpacken und einen Ausflug in die Natur machen.

Neues ausprobieren

Vor Covid-19 konnten wir dem Winter leicht entfliehen: im Kino, auf Konzerten, in der Sauna oder auf der Südhalbkugel. Im Lockdown ist unsere Kreativität gefragt – Zeit für ein krisenfestes Hobby! Meditation kann entspannend und angstlösend wirken, Yoga-Klassen finden mittlerweile online statt – beides funktioniert wunderbar zu Hause. Der Winter ist traditionell die beste Zeit für DIY-Projekte, für gutes Essen und gute Bücher. Viele Kreative finden in der Isolation auch Inspiration.

Gemütlich machen

Schaff dir ein gesundes Zuhause. Lüfte regelmäßig, um die Raumluft frisch und rein zu halten. Heize ausreichend, damit du dich wohl fühlst. Auch ein Tapetenwechsel kann gut tun. Bring mehr Gemütlichkeit in deine vier Wände – zum Beispiel mit Kerzenlicht, Grünpflanzen, weichen Kissen und Decken. So kannst du die Zeit zu Hause mehr genießen.

Resilienz trainieren

Resilienz bedeutet Widerstandskraft. In der Psychologie meint sie die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen, daran zu wachsen und weiterzumachen. Resiliente Menschen können besser mit Stress umgehen und gelassener bleiben. Das gelingt ihnen durch Optimismus und aktive Stressreduktion. Gezielte Auszeiten und körperliche Fitness sind gute Grundlagen, um im Alltag resilienter zu werden.

Nicht vergessen: Es geht vorbei

So ein Corona-Winter kann hart sein. Aber wir werden damit fertig. Wir alle verzichten gerade auf Dinge, die uns viel bedeuten – damit wir in Zukunft wieder mehr Freiheiten genießen können. Indem du deine Kontakte reduzierst, verringerst du die Ansteckungsgefahr für dich und andere: Und das ist das Beste, was du im Moment tun kannst.

Hol dir Hilfe, wenn du sie brauchst

Fühlst du dich seit Wochen niedergeschlagen und hast Mühe, morgens aufzustehen? Diese Symptome könnten auf eine saisonal abhängige Depression (SAD) hinweisen. In Mitteleuropa sind 8 % der Menschen davon betroffen.

So erkennst du eine Winterdepression:

  • Du fühlst dich antriebslos.
  • Du bist schneller gereizt als sonst.
  • Deine Stimmung ist gedrückt.
  • Es gibt nichts, was dich aufheitern kann.
  • Du hast ein großes Schlafbedürfnis.
  • Morgens schaffst du es kaum aus dem Bett.
  • Du vernachlässigst dein soziales Umfeld und dich selbst.

Bedenke, dass die Grenzen zwischen einem Stimmungstief und einer Depression fließend sein können. Wenn die Beschwerden länger als 2 Wochen andauern, solltest du dir ärztlichen Rat holen. Unsere Ärztinnen und Ärzte sind für dich da, um dir Orientierung zu geben, dich zu beraten und dir gegebenenfalls eine geeignete Therapie zu empfehlen.

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Letzte Aktualisierung:
19. Nov. 2020

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