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Was tun bei covid 19 symptomen?

Was tun bei Covid-19-Symptomen?

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Letzte Aktualisierung:
Di., 16. Feb. 2021
An Corona erkrankt? So hilfst du deinem Körper, sich kurz- und langfristig von der Infektion zu erholen.

Welche Medikamente sollte man im Haus haben? Wie kann man den Genesungsprozess unterstützen? Und wann ist es ratsam, sich ärztliche Hilfe zu holen? Wir haben Kry Ärztin Dr. Annette Alaeus gefragt: Unsere Expertin für Infektionskrankheiten verrät, was du konkret tun kannst, um nach einer Corona-Infektion wieder auf die Beine zu kommen.

Weltweit haben sich mehr als 107 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt, mehr als 2,3 Millionen Infizierte sind gestorben. Während Europa mitten in der zweiten Infektionswelle steckt, zirkulieren in Deutschland bereits mehrere neue Virus-Mutationen – darunter die britische Variante B.1.1.7, die südafrikanische Variante B.1.351 und die brasilianische Variante B.1.1.28.

Noch immer genesen die meisten Menschen, die sich mit Covid-19 angesteckt haben, zu Hause. 1 von 6 Personen zeigen überhaupt keine Symptome. Es gibt aber auch Fälle, in denen die Beschwerden noch Wochen bis Monate anhalten.

Welche Medikamente sollte ich für alle Fälle zu Hause haben?

Dr. Annette Alaeus empfiehlt folgende Arzneimittel:

  • Paracetamol gegen Fieber
  • Ibuprofen: Bei Bedarf kannst du Paracetamol mit Ibuprofen kombinieren, um Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen zu behandeln (falls Paracetamol nicht ausreicht). Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und anderen Grunderkrankungen solltest du mit einer Ärztin oder einem Arzt besprechen, ob du Ibuprofen einnehmen kannst.
  • ein abschwellendes Nasenspray (rezeptfrei)
  • Bei Sinusitis-Symptomen wirkt ein Nasenspray mit Kortikosteroiden entzündungshemmend (verschreibungspflichtig)
  • ein rezeptfreier Hustensirup oder Honig, um Husten zu lindern (Achtung: Nicht für Babys unter 12 Monaten)
  • wenn der Husten sehr stark ist, kannst du dir einen Hustenstiller mit Codein verschreiben lassen
  • Desinfektionsmittel für die Hände und Desinfektionstücher, um eine Übertragung zu vermeiden

Das ist aber kein Grund für Hamsterkäufe: Es reicht, wenn du die genannten Medikamente für 2 Wochen vorrätig hast.

Bei einigen Menschen löst Covid-19 Blutgerinnsel aus – und das lange Liegen kann dazu beitragen, eine Venenthrombose zu entwickeln. Bei vorhandenen Risikofaktoren wie Übergewicht, Krebserkrankungen, oder wenn du die Pille nimmst, empfiehlt Dr. Alaeus das Tragen von Kompressionsstrümpfen.

Was tun, wenn ich schon Covid-19-Symptome habe?

Wenn du dich krank fühlst, bleib zu Hause. Schone dich und trinke möglichst viel, um dein Immunsystem bei der Arbeit zu unterstützen. Bei Bedarf kannst du auf die oben genannten Medikamente zurückgreifen.

Lagere deinen Kopf leicht erhöht und versuche es mit ein wenig Bewegung, wenn es dir gut genug geht. Zum Beispiel kannst du dich einmal pro Stunde aufsetzen oder sogar aufstehen und ein paar Minuten lang bewegen. Falls du es wirklich nicht aus dem Bett schaffst – was in der ersten Woche passieren kann – versuche, zumindest deine Arme und Beine ein wenig zu bewegen.

Dr. Alaeus rät: „Regelmäßige Bewegung hilft, den Kreislauf aufrechtzuerhalten. Sie ist auch ein guter Test, um herauszufinden, ob es dir besser oder oder schlechter geht. Führe ein Symptomtagebuch, in dem du jeden Morgen, Nachmittag und Abend deine Körpertemperatur notierst. Wenn möglich, bitte jemanden, deinen Puls zu messen.”

Wenn du leichte Probleme beim Atmen hast, versuche die Rückenlage zu meiden: Leg dich am besten auf die Seite oder setz dich auf. Wichtig ist auch, dass du Ruhe bewahrst. Atme langsam durch die Nase ein und durch den Mund aus, als ob du eine Kerze auspusten würdest.

Lüfte jeden Tag für mindestens 30 Minuten. Alle, die in deinem Haushalt wohnen, sollten eine Mund-Nasen-Maske tragen, wenn sie in deine Nähe kommen.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Die gute Nachricht: Laut Dr. Alaeus fühlen sich die meisten Menschen eine Woche nach Auftreten der Symptome besser. Innerhalb von 2 Wochen sind sie in der Regel wieder gesund.

Hol dir ärztliche Hilfe, wenn deine Symptome sich verschlimmern oder nach einer Woche keine Besserung eintritt. Bei akuter starker Atemnot ruf sofort den Rettungsdienst unter 112.

Kann ich irgendetwas tun, um den Genesungsprozess zu unterstützen?

Das Wichtigste ist, auf deinen Körper zu hören und ihm nicht zu viel zuzumuten. „Es wird Zeit brauchen, bis der Körper sich erholt,” so Dr. Alaeus. Wenn du dich ausgewogen ernährst und viel Obst und Gemüse isst, brauchst du keine zusätzlichen Vitaminpräparate zu dir zu nehmen. Dr. Alaeus warnt explizit davor, zu viel Vitamin D einzunehmen.

Auch Durchfall kann ein Covid-19-Symptom sein. Bei Verdauungsproblemen können probiotische Drinks und Joghurt helfen, deine Darmflora wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Versuche, langsam wieder aktiver zu werden, indem du zuerst im Haus umhergehst. Wenn du dich besser fühlst, kannst du auch kurze Strecken an der frischen Luft gehen. Mach dir keinen Druck, wenn du am Anfang noch zu müde bist, um dich viel zu bewegen.

„Wenn du deinen Geruchssinn verloren hast, trainiere mindestens einmal am Tag dein Nervensystem. Das funktioniert am besten mit intensiven Düften wie Curry-Gewürzen, Eukalyptus, Zitrone oder Lavendel,” rät Dr. Alaeus.

Ist es normal, dass man sich von Covid-19 nicht so schnell erholt?

Das Coronavirus wirkt sich bei jedem Menschen anders aus. Etwa 1 von 10 Erkrankten haben 3 Wochen oder länger Symptome. Dazu können Atemprobleme, Müdigkeit, Schmerzen in der Brust, Geruchs- und Geschmacksverlust oder auch neurologische Symptome gehören. Es ist ganz normal, sich über mögliche Langzeitfolgen von Corona zu sorgen. Versuche, geduldig mit deiner Gesundheit zu sein und dich auf die kleinen Fortschritte zu konzentrieren, die du im Alltag machst.

Was tun, wenn ich nach 6 Wochen immer noch Symptome habe?

Wenn deine Symptome auch nach 6 Wochen noch da sind, könntest du vom Post-Covid-Syndrom (auch „Long Covid“ genannt) betroffen sein. Du solltest dich auf jeden Fall ärztlich untersuchen lassen. Das medizinische Interesse an Langzeit-Covid ist groß – aktuell arbeiten zahlreiche Forschungsteams daran, neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen. In vielen deutschen Städten gibt es inzwischen Post-Covid-Ambulanzen, die sich speziell um Patientinnen und Patienten mit Corona-Spätfolgen kümmern.

Können auch Covid-Spätfolgen bei Kindern auftreten?

Kinder erholen sich in der Regel schneller von einer Corona-Infektion. Bei einigen Kindern kann es dennoch innerhalb von 4 bis 6 Wochen nach Ansteckung zu einem sogenannten Hyperinflammations-Syndrom kommen – dieses muss dringend ärztlich behandelt werden. Mögliche Warnzeichen sind:

  • blutunterlaufene Augen
  • hohes Fieber
  • schnelle Atmung
  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen und Schwindel
  • geschwollene Lymphknoten an Hals, Leiste und Achselhöhlen
  • Hautausschlag
  • rote und/oder geschwollene Hände und Füße

Wie kann mir Kry bei Covid-19 helfen?

An Covid-19 zu erkranken, kann eine sehr beunruhigende Erfahrung sein. Viele Erkrankte kämpfen länger mit Symptomen und es ist völlig normal, sich viele Gedanken darüber zu machen. Solltest du den Verdacht auf eine Corona-Infektion haben, dich gerade in Isolation oder Quarantäne befinden oder akute, nicht lebensbedrohliche (Langzeit-)Symptome zeigen, die dir Sorgen machen, kann dir die Video-Sprechstunde weiterhelfen. Unsere erfahrenen Ärztinnen und Ärzte sind für dich da – ohne, dass du das Haus verlassen musst.

Sprich mit einem Arzt

Bei Kry kannst du dir schnell und unkompliziert ärztlichen Rat per Video holen – und deine Kasse zahlt.
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