Hautausschlag

Die Haut ist mit einer Fläche von zwei Quadratmetern das größte menschliche Organ und schützt den Körper vor äußeren Einflüssen. Sie bildet eine natürliche Barriere gegen Krankheitserreger. Ein Hautausschlag ist eine Reaktion der Haut auf äußere oder innere Einwirkung auf den Organismus. Um einen gefährlichen Verlauf nicht zu übersehen, ist eine ärztliche Abklärung in jedem Fall empfehlenswert.

Eine Hautveränderung wird in der Fachsprache Effloreszenz genannt. Ein akut auftretender Hautausschlag wird als Exanthem bezeichnet. Ein Enanthem hingegen beschreibt einen Ausschlag auf der Schleimhaut im Mund.

Hautausschläge können sehr unterschiedlich aussehen: Sie können sich in Form von Quaddeln, roten Flecken, Pusteln oder Blasen bemerkbar machen. Häufig wird ein Ausschlag von einem sehr starken Juckreiz begleitet. Je nachdem an welchen Körperstellen er sich ausbreitet, können bereits erste Rückschlüsse auf die Ursache geschlossen werden. Auch das Ausbreitungsmuster kann in manchen Fällen für bestimmte Krankheiten sprechen. Die Dauer des Exanthems richtet sich nach der Ursache.

Insofern der Ausschlag das erste Mal auftritt, ist eine ärztliche Abklärung in jedem Fall sinnvoll. Besonders bei Begleitsymptomen wie Fieber, Müdigkeit, Übelkeit oder Atembeschwerden sollte umgehend ein Arzt konsultiert werden. Wenn der Ausschlag trotz Behandlung zunehmend schlechter wird, ist ebenfalls eine erneute Arztvorstellung erforderlich. Besonders bei Kindern und schwangeren Frauen ist eine schnelle Abklärung dringend ratsam.

Die Ursachen eines Hautausschlags sind vielfältig. Hier sind einige der häufigsten Gründe für Hautausschläge genannt:

  • Arzneimittelexanthem: Einige Medikamente können bei Unverträglichkeit zur Ausbildung eines Ausschlags führen. Als bekanntester Vertreter der auslösenden Medikamente ist das Antibiotikum Amoxicillin beschrieben. Eine sofortige Rücksprache mit dem Arzt ist wichtig, um eine Behandlungsalternative zu finden.
  • Exanthem-Kinderkrankheiten: Es sind eine Reihe von Kinderkrankheiten bekannt, die klassischerweise mit einem Ausschlag auftreten. Hinzu kommt meistens Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl und Schwäche. Die Krankheiten werden durch Viren ausgelöst und sind hoch ansteckend. Dazu zählen Masern, Röteln, Ringelröteln, Dreitagefieber und Windpocken. Obwohl Masern und Röteln seit Einführung der Schutzimpfung stark zurückgegangen sind, gibt es immer wieder Ausbrüche der gefährlichen Infektionskrankheiten. Die harmlosen Ringelröteln sind eine Kinderkrankheit, die sich mit girlandenartigem Ausschlag bemerkbar macht.
  • Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Ausgelöst durch Coxsackie Viren zeigt sich die Erkrankung mit Bläschen und Knoten an Hand, Mund und Füßen und ist in der Regel harmlos.
  • Atopische Dermatitis/Neurodermitis: Der Ausschlag tritt häufig als Milchschorf auf und äußert sich im Verlauf an den Gelenk-Innenseiten als kleine rote Bläschen auf trockener Haut. Neurodermitis ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers, die zu starkem Juckreiz führt.
  • Kontaktekzem: Allergische Reaktion nach Kontakt mit einem Allergen wie beispielsweise Latex. Auch Putzmittel und Haarfärbemittel können ein Kontaktekzem auslösen. Die betroffenen Areale an den Händen äußern sich mit juckenden Bläschen, die im Verlauf verkrusten.
  • Krätze: Der Hautausschlag betrifft häufig Hände und wird durch Milben ausgelöst.
  • Akne: Besonders bei Hormonschwankungen beispielsweise in der Pupertät können sich Pickel und Mitesser ausbilden. Zumeist ist das Gesicht und der Rücken betroffen.
  • Periorale Dermatitis: Meist bildet sich um den Mund ein leichter, trockener Ausschlag mit kleinen roten Bläschen.
    Nesselsucht/Urtikaria: Im Rahmen von Stresssituationen können sich kleine flüssigkeitsgefüllte Quaddeln über den ganzen Körper ausbreiten. Sie sind zumeist harmlos und bilden sich von alleine zurück.
  • Gürtelrose: Ein Wiederaufflammen der Infektion mit Windpockenviren wird als Gürtelrose bezeichnet. Zumeist beschränken sich die Pusteln auf einen bestimmten Hautbereich und können dabei sehr stark jucken und Schmerzen bereiten.
  • Scharlach: Die klassische Kinderkrankheit wird durch Streptokokken ausgelöst und äußert sich mit Fieber und einem kleinfleckigen Exanthem, das den ganzen Körper betrifft. Meist bleiben der Mund und die Handinnenflächen ausgespart. ausschlagfrei.
  • Geschlechtskrankheiten: Im Rahmen der Syphilis kann im fortgeschrittenen Stadium ein Ausschlag auftreten. Vorausgehend findet sich meistens eine kleine, schmerzlose Hautläsion an den Geschlechtsorganen.
  • Insektenstich: Häufig kommt es zu einer geringfügigen Rötung um die Einstichstelle. Dies ist normal und vergeht von selbst wieder. Falls jedoch eine starke Schwellung und Atembeschwerden hinzukommen, sollte dringend ein Arzt gerufen werden. Vorsicht ist geboten bei Zeckenbissen: Kommt es nach einem Zeckenbiss zu einem roten Ausschlag, ist dringend eine ärztliche Abklärung erforderlich, da es sich hierbei um eine Borreliose handeln könnte. Dieser kann auch erst zeitverzögert nach 10-14 Tagen auftreten, nachdem die Rötung an der Einstichstelle bereits wieder teilweise oder vollständig abgeklungen ist.
  • Windeldermatitis: Sehr häufiges Krankheitsbild bei windeltragenden Säuglingen. Der Ausschlag tritt mit Pusteln, nässenden roten Flächen in der Leistengegend auf.
  • Impetigo: Die Infektion mit Staphylokokken führt zu einem bläschenbildendem Ausschlag mit honiggelben Krusten. Ausgelöst durch Bakterien hilft die Behandlung mit antibiotischer Salbe.
  • Seborrhoisches Ekzem: In der Regel zeigt sich die Erkrankung mit münzgroßen geröteten Hautveränderungen mit gelblicher Schuppung.
  • Hauterkrankungen: Als bekanntester Vertreter führt die Schuppenflechte zu Ausbildung von schuppenden Herden auf roter Unterfläche. Als chronische Erkrankung tritt sie immer wieder in Schüben auf.

Darüber hinaus gibt es noch viele andere Gründe für die Ausbildung eines Hautausschlags. Unter anderem können einige Bakterien, Viren und Parasiten zu den Beschwerden führen.

Manchmal findet sich keine konkrete Ursache für den Ausschlag, in dem Fall spricht man von einem idiopathischen Hautausschlag.

Ansteckungsrisiko besteht in Abhängigkeit von der Ursache des Ausschlags: während virusassoziierte Exantheme häufig sehr ansteckend sind, besteht bei Neurodermitis oder dem Arzneimittelexanthem keinerlei Ansteckungsgefahr. Falls der Ausschlag durch eine Viruserkrankung hervorgerufen wurde, sollte der Patient die Öffentlichkeit meiden, um Mitmenschen vor Ansteckung zu schützen.

Der Arzt wird Dir einige Fragen zu Deinem Ausschlag stellen, um die richtige Diagnose stellen zu können:

  • Seit wann besteht der Hautausschlag? Hattest Du die gleichen Beschwerden schon einmal?
  • Hast Du außerdem andere Symptome wie beispielsweise Fieber oder Schwäche?
  • Bist Du geimpft?
  • Hat jemand in Deiner unmittelbaren Umgebung ähnliche Beschwerden?
  • Bist du im Rahmen Deines Berufes oder im Alltag Allergenen oder potenziell hautschädlichen Substanzen ausgesetzt?
  • Welche Medikamente nimmst Du ein?

Anschließend wird er sich den Ausschlag und dessen Ausbreitungsmuster genauer ansehen. Je nach Verdachtsdiagnose schließen sich gegebenenfalls noch weitere Untersuchungen wie beispielsweise ein Abstrich oder eine Gewebeentnahme des betroffenen Hautareals an die Anamnese an.

Die Therapie des Ausschlags richtet sich ganz nach der Ursache. Während manchmal mit Cremes und Salben lokal behandelt werden kann, ist bei anderen Krankheiten eine antibiotische, eine antivirale oder eventuell auch eine immunsupprimierende Therapie erforderlich.

Die Ausbildung eines Ausschlags ist je nach Ursache mit verschiedenen Risikofaktoren assoziiert. Es ist hilfreich, die Haut bestmöglich zu pflegen, um die natürliche Schutzbarriere aufrecht zu erhalten.

  • Schütze Deine Haut vor Sonneneinstrahlung. Bade nicht zu lange in der Sonne und benutze Sonnencreme mit ausreichendem Lichtschutzfaktor.
  • Zieh Dir bei kalten Temperaturen warme Handschuhe an.
  • Wasche Dich regelmäßig und benutze rückfettende pH-neutrale Cremes. Diese halten Deine Haut feucht und schützen vor Austrocknung.
  • Trage Handschuhe beim Umgang mit schädlichen Substanzen wie beispielsweise Putzmittel.

Du hast einen neuen Hautausschlag an Dir bemerkt? Über die KRY-App kannst Du einen Arzt kontaktieren und ihm Deine Beschwerden schildern. Außerdem kannst Du für den Termin Bilder Deines Ausschlags hochladen. Der Arzt kann Dir in vielen Fällen ein Medikament verschreiben, ein Rezept ausstellen und Dich gegebenenfalls auch krank schreiben. Darüber hinaus kann er Dich an einen entsprechenden Facharzt überweisen, falls weitergehende Untersuchungen nötig sind.

  • https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs001120050553.pdf
  • https://link.springer.com/content/pdf/10.1007%2Fs001120050538.pdf
  • https://www.uptodate.com/contents/fever-and-rash-in-the-immunocompetent-patient?search=skin%20rash&source=search_result&selectedTitle=2~150&usage_type=default&display_rank=2
  • https://www.kinderaerzte-im-netz.de/krankheiten/ringelroeteln-erythema-infectiosum/
Letzte Aktualisierung:
14. Feb. 2020