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Sos tipps: insektenstiche und gifttiere

SOS-Tipps: Insektenstiche und Gifttiere

Letzte Aktualisierung:
Di., 20. Juli 2021
Wie hält man Mücken fern? Wie wird ein Wespenstich behandelt? Wo kommen Zerkarien vor? Lies unsere SOS-Tipps für unbeschwerte Sommerausflüge.

Nicht nur Menschen genießen den Sommer. Auch Wespen, Quallen und anderes Getier ist am liebsten bei warmen Temperaturen unterwegs. Unsere SOS-Tipps helfen dir, dich und deiner Kinder in Zukunft vor lästigen Stichen und Bissen zu schützen. Außerdem erfährst du, wie du durch Insektenstiche oder Gifttiere verursachte Beschwerden selbst behandeln kannst.

So schützt du dich vor Bissen und Stichen

Trage lockere Kleidung und verwende ein Insektenschutzmittel, wenn du dich im Freien aufhältst. Das gilt besonders in der Nähe von Wasser, hoch gewachsenem Gras und Waldgebieten. Wenn du dich in grasbewachsenen, schattigen Gebieten aufhältst, solltest du außerdem auf Zecken achten. Insektenschutzmittel mit 50 % DEET bieten bis zu 12 Stunden Schutz.

Falls du ein milderes Insektenschutzmittel bevorzugst: Studien haben gezeigt, dass auch Zitroneneukalyptus-, Citronella- und Linalool-Öl abwehrende Eigenschaften haben.

Was tun bei Bissen und Stichen?

Die meisten Beschwerden und der Juckreiz bei Bissen und Stichen sind von kurzer Dauer und erfordern keine medizinische Behandlung. Eine Kühlkompresse oder ein Eisbeutel sollten für ausreichende Linderung sorgen.

Halte Kinder davon ab, Bisswunden aufzukratzen, da dies das Infektionsrisiko erhöht.

Bei anhaltendem Juckreiz können Erwachsene und Kinder über 10 Jahren eine milde Hydrocortisoncreme verwenden, die in den meisten Apotheken erhältlich ist.

Bei schmerzhaften Bissen kannst du Babys ab 6 Monaten Paracetamol-Saft und Kindern ab 4 Jahren Tabletten oder Saft geben. Alternativ kannst du Babys, die älter als 3 Monate sind, auch Ibuprofen geben. Bei Kindern solltest du genau auf die richtige Dosierung achten.

Bei Schwellungen und allergischen Reaktionen benötigst du orale oder lokal anzuwendende Antihistaminika.

In diesen Fällen brauchst du ärztliche Hilfe: Wenn die betroffene Stelle nach dem Stich stark anschwillt, solltest du eine Arztpraxis aufsuchen. Wenn sich zusätzlich ein Hautausschlag bildet, oder bei Juckreiz, Atemnot, Schwindel, Herzklopfen oder Schwellungen im Gesicht oder im Mund solltest du einen Notarzt rufen. Es könnte ein anaphylaktischer Schock sein, der schnell behandelt werden muss.

Wenn du zu schweren allergischen Reaktionen neigst, wird dir deine Ärztin oder dein Arzt unter Umständen empfehlen, ein Notfallset (Antihistaminika und automatisch injizierender Adrenalin-Pen) bei dir zu tragen.

Mücken

Es gibt weltweit mehr als 3.600 Arten von Stechmücken, in Europa kommen 104 Arten vor. Sie sind besonders häufig in der Nähe von Gewässern zu finden.

SOS-Tipp: Mückenstiche können sehr stark jucken und anschwellen. Kühle die Stelle, um den Juckreiz zu lindern. Versuche, dich nicht zu kratzen, denn so kann sich die Stelle entzünden. Im Ausland können Mücken auch Krankheiten wie Denguefieber übertragen. Daher ist ein effektiver Mückenschutz umso wichtiger.

Bienen, Wespen und Hornissen

Diese summenden Insekten werden von zuckerhaltigen Getränken angezogen. Wenn du also im Freien bist, vermeide es, aus Dosen und anderen Behältern zu trinken, in die Bienen und Wespen fliegen können. Verschließe Getränkeflaschen, die noch Reste enthalten, so schnell wie möglich.

SOS-Tipp: Nach einem Bienen-, Hornissen- oder Wespenstich musst du den Stachel so schnell wie möglich entfernen, um die Schmerzen zu lindern. Desinfiziere die Stelle und kratze ihn mit einer Kreditkarte oder einem Buttermesser heraus. Bei diesen speziellen Stichen solltest du keine Pinzette verwenden, da du dadurch das Gift verteilen könntest.

Wasche den Bereich und lege ihn wenn möglich hoch, um Schwellungen zu reduzieren. Du kannst auch etwas Kühles auf den Stich drücken, um die Schwellung zu lindern.

Manche Menschen reagieren allergisch auf Bienen- und Wespenstiche (Insektengiftallergie). Suche bei

  • Atembeschwerden,
  • Herzrasen,
  • Benommenheit,
  • Übelkeit oder
  • Schwindelgefühlen

sofort einen Arzt auf.

Raupen

Im Mai und Juni sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners, der in ganz Deutschland vorkommt, mit giftigen Härchen bedeckt. Diese können bei Berührung leicht in die Haut eindringen und Quaddeln oder einen juckenden Ausschlag verursachen. Beim Einatmen können die Härchen zu Halsschmerzen, Bronchitis und Asthma führen.

SOS-Tipp: Spüle die betroffene Stelle mit Wasser ab und trage ein Antihistaminikum auf (für Kinder über 2 Jahre). Wenn du oder dein Kind unter Asthma leidet, solltet ihr stets einen Inhalator bei euch tragen. Gegen Hals- und Augenreizungen helfen orale Antihistaminika.

Zerkarien

Zerkarien sind 1 Millimeter kleine Larven von Würmern, die bei warmen Temperaturen verstärkt in Badegewässern auftreten. Sie können einige Millimeter tief in die Haut eindringen und eine Badedermatitis auslösen.

Typische Symptome sind gerötete, juckende Flecken auf der Haut – ähnlich wie bei Mückenstichen. Meist verschwinden die Symptome nach 1 bis 3 Wochen von allein. In seltenen Fällen können Zerkarien allergische Reaktionen mit Schwindel, Fieber oder Schock hervorrufen. Kinder sind gefährdeter, weil sich die Wurmlarven vor allem im flachen Wasser aufhalten.

SOS-Tipp: Kühle die betroffenen Stellen mit einer Kompresse oder Aloe-Vera-Gel aus dem Kühlschrank, um die Haut zu beruhigen und den Juckreiz zu lindern. Beuge einer Badededermatitis vor, indem du langes Baden in flachen Gewässern meidest, wasserfesten Sonnenschutz verwendest und nasse Badekleidung nach dem Baden ausziehst.

Quallen

In der Nord- und Ostsee, im Ärmelkanal und im Atlantik kommen verschiedene Quallenarten vor. Die giftigste Qualle ist die gelbe Haarqualle, auch als Feuerqualle bekannt. Sie wurde vor den Küsten Frankreichs, Deutschlands, Irlands, Schwedens und Großbritanniens gefunden.

SOS-Tipp: Wenn du von einer Qualle gestochen wurdest, solltest du die Tentakelreste entfernen, zum Beispiel mit einer Pinzette. Spüle die Stelle mit Meerwasser, aber auf keinen Fall mit Süßwasser oder Alkohol, denn das kann die Nesselzellen aktivieren. Weiche den Bereich mindestens 30 Minuten lang in möglichst heißem Wasser ein. Nimm gegebenenfalls Paracetamol oder Ibuprofen gegen die Schmerzen ein.

Suche eine Ärztin oder einen Arzt auf, wenn du starke Schmerzen hast, die sich nach etwa einer Stunde nicht bessern, oder wenn du im Gesicht oder im Genitalbereich gestochen wurdest.

Schlangen

Die Kreuzotter ist in Deutschland, Mittel- und Nordeuropa zu finden. Sie wird bis zu 90 cm lang, hat eine hell- bis dunkelbraune Färbung und meist ein Zickzackmuster auf dem Rücken.

SOS-Tipps: Die meisten Bisse sind zwar ungefährlich, müssen aber ärztlich versorgt werden, daher solltest du so schnell wie möglich eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Besonders bei

  • Atembeschwerden,
  • Brustschmerzen,
  • Krampfanfällen,
  • starken Schwellungen,
  • Erbrechen und/oder
  • Benommenheit

ist schnelle ärztliche Hilfe wichtig.

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