Denguefieber

Denguefieber ist eine durch Mücken übertragene virale Infektion, die vermehrt in tropischen und subtropischen Gebieten auftritt. Weltweit werden jährlich ca. 400 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert. Die meisten Erkrankten haben keine Beschwerden oder zeigen erkältungsähnliche Symptomatik. Denguefieber hat einen dreiphasigen Verlauf, wobei es selten zur letzten Phase mit inneren Blutungen und Schocksymptomatik kommt. Eine Impfung für Personen im Alter von 9 bis 45 Jahren mit einer bereits durchgemachten Dengue-Infektion ist seit 2018 in Deutschland zugelassen.

Die Infektion beginnt in der Regel mit erkältungsähnlicher Symptomatik wie z. B.:

  • Fieber
  • Schmerzen im Kopf bzw. hinter den Augen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • Schüttelfrost

Bei ca. der Hälfte der Betroffenen kommt es zu einem Hautausschlag im Gesicht (manchmal auch in anderen Körperpartien) mit Juckreiz und Schuppenbildung. Der Ausschlag hält mehrere Tage an und bildet sich in der Regel von alleine zurück.

In seltenen Fällen (insbesondere bei Personen, die sich zum zweiten Mal mit dem Virus infizieren) kommt es zu einem schweren Verlauf mit starken Bauchschmerzen, Petechien (kleine Blutungen in der Haut), blutigem Durchfall und/oder Erbrechen.

Die Ursache von Denguefieber ist das Dengue-Virus. Mücken infizieren sich mit dem Virus, indem sie Blut von infizierten Menschen oder Affen saugen. Durch einen Mückenstich wird das Virus auf Menschen weitergegeben. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Denguefieber gilt als die weltweit am Häufigsten durch Insekten übertragene Viruserkrankung. Derzeit leben ca. 3. Milliarden Menschen in Dengue-Risikogebieten. Die Hauptinfektionsländer sind beliebte Reiseziele in Süd- und Südostasien sowie Mittel- und Südamerika. Darunter sind:

  • Thailand
  • die Philippinen
  • Malaysia
  • Nicaragua
  • Brasilien
  • und Mexiko
  • Karibische Inseln (z.B. Doninikanische Repuplik)

die Länder mit dem höchsten Infektionsrisiko.

In den letzten Jahren waren auch vermehrt Ausbrüche in Afrika und und in Ländern des östlichen Mittelmeeres beobachtet worden. Wichtig in dem Zusammenhang ist die zunehmende Zahl von Fällen in südeuropäischen Urlaubsländern.

Die Diagnose erfolgt anhand der Symptome und des labormedizinischen Nachweises virusspezifischer Proteine bzw. Antikörper im Blut. Ein Verdacht auf Denguefieber besteht, wenn Betroffene eine Reise in einem Dengue-Risikogebiet hinter sich haben und folgende Beschwerden zeigen: Fieber, grippeähnliche Erkrankung und/oder Hautausschlag.

Du solltest einen Arzt kontaktieren, falls du in letzter Zeit im Ausland warst und bei Dir Beschwerden wie Fieber, Hautausschlag, Kopf- oder Muskelschmerzen und v.a. Durchfall und Erbrechen aufgetreten sind.

Es gibt keine spezifische Therapie gegen das Denguefieber, da keine spezifischen antiviralen Medikamente gegen das Denguevirus vorhanden sind. In der Regel sollte man sich schonen und viel Flüssigkeit trinken. Gebräuchliche Schmerzmittel wie Aspirin und Ibuprofen dürfen nicht eingenommen werden, da sie einen blutverdünnenden Effekt haben und evtl. bei einem komplizierten Verlauf zu inneren Blutungen führen können.

Bei einem Verdacht auf Denguefieber sollte man zeitnah ärztliche Hilfe suchen. Die Beschwerden können sich innerhalb weniger Stunden verschlimmern (insbesondere bei einer durchgemachten Dengue-Infektion) und bedürfen bei seltenen schweren Verläufen einer intensivmedizinischen Therapie.

Dengvaxia® ist ein Lebendimpfstoff, der gegen alle Serotypen des Denguevirus gerichtet ist. Der Impfstoff ist seit Oktober 2018 auf dem europäischen Markt zugelassen. Die Zulassung beschränkt sich jedoch auf Menschen im Alter von 9 bis 45 Jahren, die sich in einem Endemiegebiet aufhalten und bereits an Denguefieber erkrankt waren.

Laut dem Hersteller des Impfstoffes können Patienten, die den Impfstoff ohne eine bereits durchgemachte Dengue-Infektion erhalten haben, bei einer Neuinfektion mit dem Virus ein noch stärker ausgeprägtes Denguefieber entwickeln.

Da die Infektion durch Mückenstiche übertragen wird, ist der konsequente Mückenschutz die sicherste Präventionsmaßnahme. Man sollte folgende Verhaltensregeln beachten:

  1. Tragen von dunkler Kleidung mit langen Ärmeln, langen Hosen und Socken
  2. Insektenschutzmittel mit dem Wirkstoff „Diethyltoluamid“ anwenden
  3. Moskitonetze über das Bett und an Türen und Fenstern anbringen
  4. Drainage von Wasserreservoirs, da Mücken gerne ihre Eier in stehendem Wasser wie z. B. in Eimern, Flaschen, Vasen oder Regentonnen ablegen

Wo befinden sich die aktuellen Dengue-Endemiegebieten? Solltest du besondere Schutzmaßnahmen vor deiner anstehenden Reise ergreifen? Ist eine Impfung in deiner Situation sinnvoll? Gegen welche Krankheiten solltest du Dich vor einem geplanten Auslandsaufenthalt impfen? Liegt bei Dir eine Dengue-Infektion vor? Über unsere Videosprechstunde können deine Anliegen und Fragen direkt von einem Arzt beantwortet werden.

  1. Robert Koch-Institut, Denguefieber
    https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/D/Dengue/Dengue.html
  2. Herold, inner Medizin 2019, Dengue-Fieber
  3. European Centre for Disease Prevention and Control, Dengue
    https://www.ecdc.europa.eu/en/dengue
  4. World Health Organization, Dengue and severe dengue
    https://www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/dengue-and-severe-dengue
  5. Centers for Disease Control and Prevention, Dengue
    https://www.cdc.gov/dengue/
Letzte Aktualisierung:
8. Mai 2020