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Allergien: Wenn das Immunsystem auf dem Holzweg ist

Allergien sind vor allem in den westlichen Industrieländern weit verbreitet. Bei einer Allergie liegt eine Überempfindlichkeit gegen eine oder mehrere Substanzen vor. Dahinter steckt eine Überreaktion des Immunsystems. Über KRY kannst du Hilfe bei Allergie-Problemen bekommen.

Wie genau der Körper bei einer Allergie reagiert, hängt von der Art und Menge der allergieauslösenden Substanz ab. Häufige Allergie-Symptome sind:

  • Laufende Nase
  • Tränende Augen
  • Atembeschwerden
  • Niesen
  • Husten
  • Hautausschläge
  • Juckende Haut
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Asthmaanfälle

Darüber hinaus können aufgrund einer Allergie auch Ekzeme auftreten oder bestehende Ekzeme verschlimmert werden. Dies ist insbesondere bei Kontaktallergien der Fall, wenn die Haut hypersensibel auf Berührungen bestimmter Stoffe wie beispielsweise Nickel reagiert.

Bei einer Lebensmittelallergie umfassen die Allergie-Symptome häufig geschwollene Lippen, Magenprobleme und Juckreiz im Hals- bzw. Rachenraum.

Akute Allergie-Symptome können auch für eine Anaphylaxie, also einen allergischen Schock sprechen. Er kann z. B. nach einem Insektenbiss auftreten. Dabei kommt es zu extremeren Symptomen wie Schwellungen an Hals und Gesicht, Atemnot, Schwindel oder Übelkeit. Eine Anaphylaxie kann lebensgefährlich sein! Falls du jemanden beobachtest, der die genannten Symptome zeigt, solltest du sofort den Notarzt rufen und anschließend Erste Hilfe leisten.

Es kann sein, dass du bestimmte Dinge nicht gut verträgst, ohne dass es sich dabei um eine Allergie handelt. Das kann z. B. bei einer Intoleranz gegen Gluten oder Laktose der Fall sein. Hier wird das Immunsystem des Körpers nicht aktiv. Auch ein Insektenstich kann lokal eine starke Reizung hervorrufen, ohne dass es sich dabei um eine allergische Reaktion handelt.

Bei Asthma handelt es sich um eine chronische Entzündung der Atemwege. Allergene können Asthma verursachen und verschlimmern – man spricht dann von allergischem Asthma. Besonders Kinder sind von dieser Form des Asthmas betroffen. Erwachsene haben meist nicht allergisches Asthma, das beispielsweise durch Infektionen, Kälte, Rauchen oder körperliche Anstrengung verursacht wird.

Stoffe, die Allergien auslösen können, werden Allergene genannt. Diese allergieverursachenden Substanzen sind an sich oft harmlos. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Allergene, z. B.:

  • Pollen
  • Hausstaubmilben
  • Lebensmittel
  • Medikamente
  • Tierhaare
  • Insektengifte
  • Metalle, z. B. Nickel

Doch warum übertreiben es die Abwehrkräfte beim Kontakt mit diesen Stoffen? Genetische Faktoren spielen hierbei eine wichtige Rolle. Außerdem entwickeln Menschen, die potenziellen Allergenen besonders lange und intensiv ausgesetzt sind, eher eine Allergie dagegen. Großstädter haben häufiger Allergien als Menschen, die auf dem Land wohnen.

Allergien treten häufig im schulpflichtigen Alter auf – das kindliche Immunsystem ist noch nicht so gut entwickelt wie das eines Erwachsenen. Wird das Kind älter, nehmen die Allergie-Symptome oft ab oder verschwinden sogar ganz. Bei kleinen Kindern sind vor allem Lebensmittelallergien keine Seltenheit. Die Allergieauslöser können z. B. Eier oder Kuhmilch sein.

Bei Kindern, die unter Neurodermitis (medizinisch: atopisches Ekzem) leiden, verschlimmert sich der Hautausschlag oftmals, wenn sie bestimmte Lebensmittel essen. Ihr Immunsystem reagiert dann z. B. überempfindlich auf Rindfleisch, Milch, Weizenmehl oder Eier.

Um die Ursache einer Allergie zu ermitteln, gibt es unterschiedliche Allergietests. Welcher Allergietest im Einzelfall angebracht ist, entscheidet der Arzt. Das kann z. B. ein einfacher Bluttest sein, bei dem Antikörper oder Abwehrzellen gegen bestimmte Allergene im Blut nachgewiesen werden.

Häufig wird ein Prick-Test durchgeführt. Hierbei werden potenzielle Allergieauslöser auf die angeritzte Haut des Unterarms aufgetragen. Speziell bei Lebensmittelallergien nutzt man oftmals Provokationstests, bei denen die Allergene eingeatmet werden.

Bevor du Allergie-Medikamenten einnimmst, kannst du einige Maßnahmen ergreifen, um zu verhindern, dass eine Allergie sich verschlimmert. Die folgenden Empfehlungen können bestenfalls sogar das Entstehen einer Allergie verhindern:

  • Nicht rauchen bzw. Aufenthalte in verrauchten Umgebungen vermeiden
  • Schadstoffbelastungen vermeiden, etwa Autoabgase oder Lösungsmittel
  • Übermäßige Hygiene wie z. B. ständiges Desinfizieren vermeiden
  • Regelmäßig lüften, um Schimmelpilze zu verhindern
  • Säuglinge mindestens 4 Monate lang voll stillen
  • Eventuelles Übergewicht abbauen

Zu Beginn jeder Allergie-Behandlung stehen Allergietests: Wenn du weißt, wogegen du allergisch bist, kannst du die Allergene gezielt meiden und so deine Allergie-Symptome verbessern.

Allergien können auch mit Allergie-Medikamenten behandelt werden. Frei verkäufliche Antihistaminika lindern bei vielen Patienten die Allergie-Symptome. Wenn sie nicht ausreichen, können auch Präparate mit Kortison zum Einsatz kommen, die allerdings verschreibungspflichtig sind. Allergie-Medikamente können als Tabletten, Spritzen, Sprays, Salben oder Tropfen (z. B. Augentropfen) verabreicht werden.

Im Falle einer schweren Allergie kann eine Hyposensibilisierung infrage kommen. Solche Behandlungen sind allerdings sehr langwierig: Sie können sich über mehrere Jahre erstrecken.

Du vermutest, dass du eine Allergie hast? Lass dich bei KRY beraten: Der Arzt kann dir dabei helfen, der konkreten Allergie-Ursache auf die Spur zu kommen. Falls nicht, wird er dich zu einem Spezialisten überweisen.

Der Arzt kann dir zudem mehr zu Allergietests sagen, die für dich in Frage kommen könnten. Gegebenenfalls erhältst du auch ein Rezept für ein passendes Allergie-Medikament oder, falls es dich ganz arg erwischt hat, eine Krankschreibung für deinen Arbeitgeber.

Letzte Aktualisierung:
17. August 2019