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Wechseljahre beim mann: gibt es das?

Wechseljahre beim Mann: Gibt es das?

Wechseljahre beim Mann: Gibt es das?
Letzte Aktualisierung:
Do., 2. Sept. 2021
Bei Männern nimmt mit zunehmendem Alter der Spiegel von Testosteron und anderen Hormonen ab. Aber können wir dies mit den Wechseljahren bei Frauen vergleichen?

Veränderungen im Hormonspiegel gehören zum Älterwerden dazu und sind etwas ganz Natürliches. Bei Frauen fällt der Östrogenspiegel in den Wechseljahren drastisch ab – erleben Männer etwas Ähnliches? Kry Ärztin Dr. Céline Guyomar erklärt, was du über die „männlichen Wechseljahre“ wissen solltest.

Der vor allem in den Medien verwendete Begriff „männliche Wechseljahre“ oder „Andropause“ beschreibt einen altersbedingten Rückgang des Testosterons und die damit verbundenen Beschwerden – dazu gehören unter anderem Leistungsabfall, Konzentrationsschwäche, Gewichtszunahme und Erektionsstörungen.

„Der Begriff ‘männliche Wechseljahre’ ist aber nicht ganz richtig, denn die nachlassende Fruchtbarkeit bei Männern unterscheidet sich stark von der Menopause bei Frauen, erklärt Dr. Céline Guyomar. Beim Mann nimmt der Hormonspiegel mit zunehmendem Alter ganz allmählich ab. Ein tatsächlicher Mangel an Testosteron – auch Hypogonadismus oder Androgenmangel genannt – kommt bei Männern im mittleren Lebensalter aber eher selten vor. Tritt er im Einzelfall auf, dann bedeutet dies, dass der Körper nicht in der Lage ist, genügend Testosteron zu produzieren“, erläutert sie.

Wie verändert sich der Testosteronspiegel, wenn man älter wird?

Testosteron ist das wichtigste männliche Geschlechtshormon und beeinflusst das emotionale und körperliche Wohlbefinden. Bei Männern wird es hauptsächlich in den Hoden gebildet. „Testosteron ist für die Produktion von Spermien und roten Blutkörperchen verantwortlich. Außerdem stimuliert es den Sexualtrieb, erhält die Muskelkraft und die Knochenstärke und reguliert die Verteilung des Körperfetts“, erläutert Dr. Guyomar.

Bei Männern beginnt die Produktion von Testosteron während der Pubertät. Sie erreicht im Alter von etwa 20 Jahren ihren Höhepunkt. Ab dem 30. Lebensjahr beginnt dann der Testosteronspiegel normalerweise um etwa 1 bis 2 % pro Jahr zu sinken. Der Rückgang der Hormonproduktion verläuft aber allmählicher als bei Frauen in den Wechseljahren und verursacht an sich kaum Probleme.

Kann der Lebensstil beim Mann Beschwerden auslösen, die der Menopause ähneln?

Im mittleren Lebensalter sind viele Männer mit Veränderungen in Familie und Beruf konfrontiert. Im Leben läuft vielleicht nicht alles glatt, erste Alterserscheinungen machen sich bemerkbar, manchmal gehen Beziehungen in die Brüche oder es kommt zu finanziellen Problemen. Das Bewusstsein, sich bereits in der Mitte des Lebens zu befinden, kann möglicherweise zu einer „Midlife-Crisis“ führen.

In solchen Situationen kann es bei manchen Männern zu Beschwerden kommen, die der Menopause bei Frauen ähneln, wie z. B. Selbstzweifel, Leistungsabfall, Stimmungsschwankungen, Antriebslosigkeit, verminderte Motivation, mangelndes Selbstwertgefühl und weniger Lust auf Sex.

Andere Dinge, die zu solchen den Wechseljahren ähnlichen Beschwerden beitragen können, sind:

Was kann bei Testosteronmangel tun?

In einigen Fällen können die Symptome der „männlichen Wechseljahre“ tatsächlich durch einen Testosteronmangel verursacht werden. In diesem Fall beginnen die Hoden weniger effizient zu arbeiten und produzieren wenige oder keine Hormone mehr. Eine große europäische Studie ergab, dass Testosteronmangel etwa 2 % der Männer im Alter von 40-79 Jahren und etwa 5 % der Männer im Alter von 70-79 betrifft.

Obwohl Hypogonadismus – die Unterfunktion der Hoden und damit ein Mangel an Geschlechtshormonen – in jedem Alter auftreten kann, wird er bei Männern mit zunehmendem Alter häufiger. Dieser sogenannte Altershypogonadismus betrifft etwa 2 bis 6 % der älteren Männer. Einige der häufigsten Symptome sind:

Wodurch wird ein Testosteronmangel verursacht?

Der Testosteronspiegel nimmt bei gesunden Männern mit dem Alter allmählich ab. Der Körper verliert mit der Zeit die Fähigkeit, die Hormone richtig zu regulieren, und es wird weniger Testosteron gebildet. „Andere Faktoren, die das Testosteron beeinflussen können, sind Verletzungen der Hoden, Übergewicht, Alkoholmissbrauch, eine überwiegend sitzende Lebensweise, bestimmte Krankheiten – wie Krebs, HIV, Lupus, Mumps und Organversagen – sowie bestimmte Medikamente“, erläutert Dr. Guyomar.

Das Auftreten von Hypogonadismus ist auch bei Männern mit hohem Blutdruck, Diabetes, Prostata-Erkrankungen, Asthma und chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen häufiger.

Wie wird Testosteronmangel diagnostiziert und behandelt?

Bei Verdacht auf Testosteronmangel wird in der Regel zunächst die Krankengeschichte aufgenommen. Die Ärztin oder der Arzt fragt dabei nach den Symptomen, aber auch nach eingenommenen Medikamenten und nach bestehenden Erkrankungen. Dann wird eine Blutuntersuchung durchgeführt, mit der der Testosteronwert festgestellt werden kann.

Ist der Testosteronspiegel zu niedrig, empfiehlt der Arzt möglicherweise eine Testosteronersatztherapie (TRT). Dafür stehen verschiedene Präparate zur Verfügung, die unter die Haut gespritzt werden (Depotinjektion) oder als Pflaster angewendet werden. Auch Gele oder Tabletten sind erhältlich.

Was kann ich tun, um mein Testosteron zu steigern?

„Bestimmte Lebensstilentscheidungen können den Rückgang des Testosteronspiegels beschleunigen“, sagt Dr. Guyomar. Ein gesünderer, aktiverer Lebensstil kann dann helfen: Sportliche Aktivität erhöht den Testosteronspiegel im Blut.

1. Auf ein gesundes Gewicht achten

Ein erhöhter Body-Mass-Index (BMI) kann einen direkten und negativen Einfluss auf den Testosteronspiegel haben. Eine Studie zeigte, dass Übergewicht der wichtigste Risikofaktor für Testosteronmangel bei Männern ist. Hier findest du ärztliche Tipps zum gesunden Abnehmen.

2. Weniger Alkohol trinken

Übermäßiger Alkoholkonsum beeinträchtigt den Hormonhaushalt des Mannes, d. h. das System der endokrinen Drüsen und Hormone, die an der männlichen Fortpflanzungsgesundheit beteiligt sind. Der Spiegel des luteinisierenden Hormons (LH), ein wichtiger Botenstoff, der für die männliche und weibliche Fruchtbarkeit wichtig ist, nimmt ab. Das in der Hirnanhangdrüse produzierte LH stimuliert die Produktion von Testosteron.

3. Ein gesünderer, aktiverer Lebensstil

Regelmäßiger Sport und ausreichend Bewegung: Das hat viele gesundheitliche Vorteile, von der Verbesserung der Muskelkraft bis zur Verringerung des Krankheitsrisikos. Eine Studie ergab, dass auch Krafttraining den Testosteronspiegel erhöhen kann.

4. Auf einen gesunden Schlaf achten

Ausreichend Schlaf ist unverzichtbar, damit der Körper gut funktioniert. Dabei senkt guter Schlaf nicht nur das Risiko von Herzerkrankungen und Depressionen, sondern kann auch dazu beitragen, den Testosteronspiegel zu erhalten. Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Woche mit nur fünf Stunden Schlaf pro Nacht das Testosteron um bis zu 15 % senkt.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wenn du um die 50 oder älter bist und Beschwerden auftreten, solltest du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sprechen. So kann festgestellt werden, ob deine Symptome tatsächlich mit einem zu niedrigen Testosteronspiegel zusammenhängen oder ob vielleicht andere Erkrankungen dahinterstecken. Falls du dir über ein bestimmtes Symptom Gedanken machst, kannst du auch eine ärztliche Videosprechstunde bei uns buchen und Hilfe bekommen.

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