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Warum fallen wir in ohnmacht?

Warum fallen wir in Ohnmacht?

Gut gegen Ohnmacht: Beine hochlegen
Letzte Aktualisierung:
Mo., 16. Aug. 2021
Vasovagale Synkopen – umgangssprachlich als Ohnmacht oder Kollaps bezeichnet – können verschiedene Auslöser haben.

Ist dir schon einmal schwarz vor Augen geworden oder du warst für einen Moment bewusstlos? Das ist meist harmlos. Dennoch solltest du die Ursache abklären lassen, insbesondere wenn solche Vorfälle wiederholt auftreten.

Was ist eine vasovagale Synkope?

Die vasovagale Synkope wird durch einen plötzlichen und vorübergehenden Abfall des Blutdrucks und einen verlangsamten Puls verursacht. Grund dafür ist eine Überstimulation des Nervus vagus. Daher nennt man diese Form der Ohnmacht auch „vasovagale“ Synkope. Der Nervus vagus erfüllt eine wichtige Funktion im Körper: Er reguliert die Atmung und das Verdauungssystem, aber auch den Blutdruck und die Herzfrequenz. Er ist damit für das richtige Funktionieren des Körpers von grundlegender Bedeutung.

Durch einen starken Blutdruckabfall wird das Gehirn kurzzeitig mit zu wenig Blut versorgt. Dies führt zunächst zu einem Unwohlsein und im schlimmsten Fall kommt es zu einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit: Den Betroffenen wird schwarz vor Augen oder sie sehen schwarze „Bindfäden”. Die meisten Betroffenen sind jedoch rasch wieder ansprechbar. Eine solche kurze Ohnmacht wird fachsprachlich als Synkope bezeichnet.

Eine vasovagale Synkope ist an sich harmlos. Wie glimpflich sie jedoch letztendlich ausgeht, ist eine Frage der Umstände. Wird dir plötzlich schwindelig (ohne Bewusstseinsverlust) oder verlierst du kurzzeitig das Bewusstsein, kann es zu einem Sturz und zu Verletzungen kommen.

Die plötzliche Ohnmacht tritt gehäuft bei den 15- bis 30-Jährigen und insbesondere bei Frauen auf.

Wie äußert sich eine vasovagale Synkope?

Die vasovagale Synkope setzt meist allmählich ein und kündigt sich vorher an, kann aber auch sehr plötzlich – ganz ohne Vorboten – auftreten. Vorherige Anzeichen können Übelkeit, Blässe und Schwitzen sein. Nach und nach treten dann weitere Symptome auf:

  • Flimmern oder Schwarzwerden vor den Augen
  • Ohrensausen (Umgebungsgeräusche werden fast unhörbar)
  • Schwindelgefühl
  • Herzklopfen oder Herzrasen
  • Zittern
  • Unfähigkeit zu sprechen
  • Durchfall oder Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schwächegefühl in den Beinen. Kann man sich dann nicht hinsetzen oder an etwas festhalten, kommt es schnell zu einem Sturz.
  • Ein nur wenige Sekunden dauernder Bewusstseinsverlust (Synkope) kann auftreten.

Betroffene bemerken dadurch die typischen Anzeichen, bevor sie das Bewusstsein verlieren. Dadurch können sie rechtzeitig reagieren und andere informieren.

Einige Symptome können noch mehrere Stunden nach dem Anfall anhalten, z. B. Kopfschmerzen, Ängstlichkeit oder starke Erschöpfung.

Wodurch wird eine vasovagale Synkope verursacht?

Die vasovagale Synkope tritt häufig auf und kann ein ganzes Spektrum von Ursachen haben. Dazu gehören auf der einen Seite körperliche Auslöser:

  • Der Anblick von Blut (z.B. Wunden)
  • Blutabnahme
  • Langes Stehen
  • Starke Erschöpfung
  • Sehr warme Temperaturen
  • Reisekrankheit
  • Ein überfüllter Raum mit unzureichender Belüftung
  • Untertzuckerung
  • Dehydratation (Flüssigkeitsmangel)

Neben solchen körperlichen Auslösern können auch psychische Faktoren wie starke Emotionen oder Stresssituationen eine Rolle spielen.

In einigen Fällen kann der Blutdruckabfall auf ein zu schnelles Aufstehen zurückzuführen sein.

Bestimmte Medikamente, insbesondere blutdrucksenkende Medikamente, können ebenfalls eine Synkope auslösen.

Eine Behandlung zur Vorbeugung von vasovagalen Synkopen gibt es nicht. Die einzige Lösung besteht darin, bekannte Auslöser wie Stresssituationen, heiße Temperaturen und langes Stehen zu vermeiden. Außerdem sollten Betroffene auf ihren Blutzuckerhaushalt achten und genügend Wasser trinken.

Was tun im Notfall?

Wenn Vorboten für eine vasovagale Synkope auftreten, sollte man sich sofort hinsetzen, damit der Blutfluss wieder reguliert wird. Wenn möglich, sollten sich Betroffene flach hinlegen und die Beine hochlegen. Dadurch kann das Blut wieder zum Gehirn fließen.

Wenn du selbst die ersten Anzeichen einer nahenden Ohnmacht spürst, sag anderen Bescheid, wie du dich fühlst. Wenn du dich gerade nicht hinsetzen kannst, z. B. in öffentlichen Verkehrsmitteln, bitte andere um Hilfe, um einen plötzlichen Sturz zu vermeiden.

In den meisten Fällen kommen die Betroffenen spontan und schnell wieder zu sich. Beruhige die betroffene Person, wenn sie wieder zu sich kommt, und sorge dafür, dass sie mindestens 10 Minuten lang mit hochgelegten Beinen liegen bleibt.

__Wenn du den Eindruck hast, dass die Bewusstlosigkeit zu lange dauert, gibt es bestimmte Anzeichen, die auf einen Notfall hindeuten:

  • Die Person kommt nicht wieder zu sich und reagiert weder auf Ansprechen noch Rütteln.
  • Sie atmet nicht.
  • Der Puls ist unregelmäßig, sehr langsam oder überhaupt nicht zu spüren.

In diesen Fällen solltest du einen Notarzt (112) rufen. Wenn die Person nicht atmet, solltest du Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten.

Wie lange dauert eine vasovagale Synkope?

Obwohl eine vasovagale Synkope bedrohlich wirken kann, ist sie normalerweise schnell wieder vorbei. Auch die Begleitsymptome verschwinden in der Regel schnell. Es kann gut 15 Minuten dauern, bis die Durchblutung des Gehirns wiederhergestellt ist, und das hängt vom auslösenden Ereignis ab. Um dich schneller von einer vasovagalen Episode zu erholen:

  • Setz dich hin oder leg dich hin.
  • Spanne die Muskeln der Beine und Arme 30 Sekunden bewusst an und entspanne sie dann wieder, um die Durchblutung zu fördern. Das kannst du so oft wiederholen, wie erforderlich.

Was ist zu tun, wenn Bewusstlosigkeit wiederholt auftritt?

Die vasovagale Synkope tritt normalerweise wieder auf, wenn man demselben Auslöser ausgesetzt ist. Dies kann jedoch auch auf zugrunde liegende Gesundheitsprobleme hinweisen. Du solltest daher die Ursachen ärztlich abklären lassen, wenn du wiederholt unter einer plötzlichen Bewusstlosigkeit leidest.

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