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Nase verstopft? So bekommst du sie frei

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Nase verstopft? So bekommst du sie frei
Eine verstopfte Nase ist oft Anzeichen einer Erkältung oder Allergie – und sie kann ziemlich lästig sein. Unsere Allgemeinmedizinerin Dr. Ramskill hat bewährte Tipps, mit denen du wieder durchatmen kannst.

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„Es gibt einige wirksame Hausmittel gegen eine verstopfte Nase, die man ausprobieren kann“, erklärt Ärztin Dr. Ramskill. „Sollten sie keine Linderung bringen, ist es angebracht, mit einer Ärztin oder einem Arzt über weitere Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen.”

Warum verstopft die Nase?

Obwohl es den Anschein hat, dass die Nase verstopft ist, wird dieses Gefühl in der Regel durch Schwellungen der Nasenschleimhaut und nicht durch Schleim verursacht.

„Jeden Tag atmen wir bis zu 15.000 Liter Luft ein, die voll von unsichtbarem Staub, Pollen und Viren ist. Zum Glück ist das Immunsystem gut darin, sie schnell wieder loszuwerden,“ erklärt Dr. Ramskill.

Wenn die Nase unerwünschte Besucher bekommt, werden weiße Blutkörperchen aktiv und das Gewebe schwillt an. Dadurch kann die Nase schnell verstopfen.

Die häufigsten Ursachen für eine verstopfte Nase sind:

  • Allergien (Allergene sind zum Beispiel Hausstaubmilben, Pollen oder Tierhaare)
  • Erkältung
  • Grippe
  • Coronavirus (Covid-19)

Manchmal kann sich aus einer Erkältung oder Allergie eine Entzündung entwickeln – die sogenannte Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Typische Symptome sind Kopf- und Gesichtsschmerzen, ein gestörter Geruchssinn und ein gelblich-grünes Nasensekret (Schleim). Gelegentlich geht eine chronisch verstopfte Nase auch auf anatomische Veränderungen zurück (zum Beispiel eine verkrümmte Nasenscheidewand). Dies kann genetisch bedingt oder durch eine Verletzung verursacht worden sein.

Wie lange bleibt die Nase verstopft?

Wie lange sich die Nase verstopft anfühlt, hängt von der Ursache ab.

Allergie: bis zu 4 Wochen; auch chronisch verstopfte Nase möglich Erkältung: 5-10 Tage Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): bis zu 3 Monate (manchmal chronisch) anatomische Ursache: chronisch

„Ist eine Virusinfektion die Ursache, ist die Nase in der Regel nicht so lange verstopft. Ist die Nase länger als 10 Tage verstopft, steckt möglicherweise etwas anderes dahinter“ erläutert Dr. Ramskill.

Wenn du dir Sorgen machst oder starke Beschwerden hast, sprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Es gibt aber auch ein paar Hausmittel, mit denen du dir selbst helfen kannst.

Hausmittel gegen eine verstopte Nase

Hier sind 8 Tipps, wie du deine Nase wieder frei bekommst.

1. Nase richtig putzen

„Bei einer verstopften Nase ist die Versuchung groß, zum Taschentuch zu greifen und die Verstopfung schnell zu beseitigen“, sagt Dr. Ramskill. „Aber wenn man zu stark oder zu oft schnäuzt, kann das zu Blutungen oder einer Infektion in den Nebenhöhlen führen, was die Sache nur noch schlimmer macht. Zu häufiges Schnäuzen kann ebenfalls zu der Schwellung beitragen, die das Gefühl einer verstopften Nase erst hervorruft.“

Du solltest daher immer nur ein Nasenloch putzen und das mit möglichst wenig Druck.

2. 6-8 Gläser Wasser pro Tag trinken

Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann den Schleim verdünnen und hilft deinem Körper, die Infektion zu bekämpfen.

„Manche Menschen müssen vielleicht mehr oder weniger als die empfohlene Menge trinken, aber das Wichtigste ist, dass man keinen Durst verspürt“, erklärt Dr. Ramskill.

3. Warme Kompressen auflegen

„Eine warme Kompresse auf Wangen und Gesicht kann den Druck in den Nasennebenhöhlen lindern“, erklärt Dr. Ramskill. Du kannst die Kompresse so oft anwenden wie du möchtest. Weiche dazu einfach einen Waschlappen in warmem Wasser ein und wringe ihn aus. Das Wasser sollte heiß, aber nicht kochend heiß sein.

4. Auf die Luftfeuchtigkeit achten

„Bei einer wunden, verkrusteten Nase kann trockene Luft das Problem verschlimmern“, erklärt Dr. Ramskill. „Es kann daher hilfreich sein, die Raumluft feucht zu halten, und zwar besonders nachts.“

Am einfachsten geht das mit einem Luftbefeuchter. Du kannst der Luft auch Feuchtigkeit zuführen, indem du 10 Minuten lang etwas Wasser in einem Topf kochst oder heiß duschst.

5. Nase mit warmem Salzwasser spülen

„Nasenspülungen können bei zähem Schleim und Allergien sehr hilfreich sein“, erläutert Dr. Ramskill. Wenn du die Nasenspülung etwa 5-mal am Tag anwendest, hilft sie, die Nebenhöhlen zu reinigen und Entzündungen zu lindern.

Du kannst deine eigene Nasenspülung mit Salzwasser herstellen. Achte dabei darauf, nicht mehr als 9 Gramm Salz auf einen Liter Wasser zu verwenden – sonst kann es brennen. Alternativ kannst du dir auch eine Nasendusche und/oder spezielles Nasenspülsalz in der Apotheke kaufen.

Sind deine Nebenhöhlen stark entzündet und vereitert oder blutet deine Nase, solltest du keine Nasenspülung machen. Sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt oder lass dich in der Apotheke beraten, wenn du dir unsicher bist.

6. An ätherischen Ölen schnuppern

„Ätherische Öle wie Menthol befreien die Nase nicht von Verstopfungen, aber das kühlende Gefühl erleichtert das Atmen,“ erklärt Dr. Ramskill.

Du kannst ein paar Tropfen Menthol-, Eukalyptus- oder Kampferöl in einem Bad oder in einem Luftbefeuchter auflösen oder einen Verdampfer mit ätherischen Ölen für die Steckdose ausprobieren. Eine weitere Möglichkeit ist eine Erkältungssalbe zum Einreiben auf die Brust, die das Atmen erleichtert.

7. Lass dich in der Apotheke beraten

„Wenn die verstopfte Nase wirklich lästig oder hartnäckig ist, gibt es viele rezeptfreie Medikamente dagegen.” Lass dich in der Apotheke dazu beraten, um herauszufinden, welche in deinem Fall am besten geeignet sind.

Die folgenden Medikamente sind als Nasensprays, Tropfen oder Tabletten erhältlich:

  • Abschwellende Mittel:

Abschwellende Nasentropfen oder Nasensprays verbessern die Nasenatmung, sind aber nur zur kurzfristigen Behandlung bestimmt. Sie sollten nicht länger als 5 Tage angewendet werden, da sie sonst die Nasenschleimhaut angreifen können. Außerdem kann zu viel Nasenspay abhängig machen: Die Schleimhaut gewöhnt sich an das Medikament, sodass die Nase schneller wieder verstopft, wenn man kein Spray benutzt.

  • Kortisonpräparate:

Bei allergischem Schnupfen oder zur Linderung einer ständig verstopften Nase können Kortisonpräparate sinnvoll sein.

  • Antihistaminika

Diese können zur Linderung von Allergiesymptomen beitragen, aber einige können auch zu Müdigkeit führen.

„Es ist am besten, es zunächst mit abschwellenden Mitteln zu versuchen, aber bei längerer Anwendung können sie die Beschwerden verschlimmern“, sagt Dr. Ramskill. Kortisonhaltige Sprays sind die nächste Option und eignen sich für die langfristige Anwendung.

8. Hol dir ärztlichen Rat, wenn sich die Symptome nach 10 Tagen nicht bessern

„Das Arztgespräch ist wichtig, um eine Grunderkrankung ausschließen zu können“, erklärt Dr. Ramskill. „Je nach Befund wird die Ärztin oder der Arzt ein Rezept ausstellen, oder eine Überweisung an eine Fachpraxis für HNO oder Allergologie.“

Was hilft bei einer verstopften Nase in der Nacht?

Das Gefühl der verstopften Nase verschlimmert sich oft in der Nacht und kann den Schlaf stören. Probiere die folgenden Mittel vor dem Schlafengehen aus:

  • Trink eine heiße Zitrone mit Honig oder Ingwertee.
  • Mach eine Nasenspülung (Nasendusche).
  • Verwende eine Erkältungssalbe zum Einreiben oder einen Verdampfer mit ätherischen Ölen für die Steckdose.

„Wenn man den Kopf während der Nacht etwas höher legt als sonst, verringert sich der Druck auf die Nebenhöhlen, was die Atmung erleichtert“, rät Dr. Ramskill.

Verstopfte Nase beim Baby oder Kind

„Kleine Kinder und Babys können sehr unter einer verstopften Nase leiden, da ihre Nasenlöcher viel kleiner sind als unsere“, erklärt Dr. Ramskill. „Die meisten oben genannten Tipps können auch bei Kindern angewendet werden. Allerdings können Medikamente, die für Erwachsene entwickelt wurden, Kindern unter Umständen schaden. Im Zweifel beim Arzt oder in der Apotheke beraten lassen!“

Beim Baby kannst du versuchen, das Bettchen an einem Ende zu erhöhen, anstatt den Kopf auf ein Kissen zu legen. Trage die Erkältungssalbe eher auf die Füße als auf die Brust des Säuglings auf, damit sie nicht zu stark wirkt. Mentholhaltige Mittel sollten bei Babys nicht angewendet werden. Außerdem gibt es spezielle Nasensauger für Babys, die den Schleim sanft absaugen.

Wann sollte ich wegen meiner verstopften Nase zum Arzt gehen?

Eine verstopfte Nase in der Regel nichts Ernstes. Wenn du starke Beschwerden hast oder deine Nase länger als 10 Tage verstopft ist, hol dir ärztliche Hilfe.

Auf folgende Symptome solltest du achten – und diese mit deiner Ärztin oder deinem Arzt besprechen:

  • deine Nase ist nur einseitig verstopft (immer auf derselben Seite)
  • du hast Nasenbluten oder eine verkrustete Nase
  • wässrige Flüssigkeit tropft aus der Nase
  • deine Augen wirken geschwollen oder schmerzen
  • dein Sehvermögen ist beeinträchtigt

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