Erkältung – Volkskrankheit Grippaler Effekt

Man hustet und prustet und schnäuzt und schnupft - und schon wieder hat man sich eine fiese Erkältung eingefangen. Im Schnitt erkrankt jeder Erwachsene circa 3x im Jahr an einer Erkältung. Kinder sind sogar noch deutlich häufiger betroffen. Die Erkrankung dauert in etwa eine Woche und geht auch ohne Therapie von alleine wieder weg. Dennoch gibt es einige Medikamente und Hausmittel, welche die Symptome lindern und die Krankheitsdauer verkürzen können.

Das bekannte Sprichwort “Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage.” kann helfen, die Dauer eines grippalen Infektes abzuschätzen. Im Normalfall bestehen die Beschwerden in etwa sieben bis zehn Tage und klingen Tag für Tag langsam ab. Bei Zunahme und Verschlechterung der Symptome ist von einer bakteriellen Rhinosinusitis auszugehen, in dem Fall sollte in jedem Fall ein Arzt hinzugezogen werden.

Der Arzt wird dir einige Fragen zu deinen Beschwerden und deinem Krankheitsverlauf stellen. Meistens lässt sich bereits anhand deiner Schilderungen eine Diagnose stellen. Anschließend wird er dich gegebenenfalls körperlich untersuchen, um zum Beispiel eine Lungenentzündung oder Mandelentzündung auszuschließen. Nur in seltenen Fällen wird er weiterführende Untersuchungen anstellen wie beispielsweise eine Röntgenaufnahme des Thorax.

Normalerweise handelt es sich bei einer Erkältung um eine unbedenkliche Erkrankung, dennoch gibt es einige Gründe einen Arzt hinzuzuziehen:

  • Die Erkältung bessert sich nicht innerhalb von ein bis zwei Wochen, sondern wird zunehmend schlechter.
  • Der Schnupfen besteht über länger als drei Monate.
  • Das Fieber ist sehr hoch (über 40 °) und lässt sich nicht angemessen mit fiebersenkenden Mitteln behandeln.
  • Das Fieber besteht länger als vier bis fünf Tage.
  • Wenn Atembeschwerden wie beispielsweise Atemnot auffallen.
  • Sobald eine Nackensteifigkeit auftritt.
  • Bei Kindern unter einem halben Jahr oder bei Fieberkrämpfen.
  • Wenn beim Husten Blutbeimengungen auftreten.
  • Insofern andere Symptome wie Ausschlag, Erbrechen oder beispielsweise Durchfall auftreten.

Bei der Behandlung des grippalen Infektes steht die Linderung der Beschwerden im Vordergrund. Da es sich bei dem banalen Schnupfen meist um Viren handelt, ist eine Antibiotikagabe nicht zielführend. Körperliche Schonung, ausgewogene Ernährung sowie eine ausreichende Trinkmenge sind nach wie vor wichtige Aspekte der Behandlung.

Wenn Du eine Erkältung dennoch schnell loswerden möchtest, stehen einige Arzneimittel zur Verfügung:

  • Schmerzmittel (Ibuprofen, Aspirin, Paracetamol) können gegen Kopfschmerzen und Gliederschmerzen helfen. Außerdem wirken sie entzündungshemmend.
  • Nasenspülung mit Kochsalzlösung: Als altbekanntes Hausmittel gegen Erkältung bietet die Kochsalzlösung weiterhin eine gute Möglichkeit, den Schnupfen los zu werden.
  • Inhalation heißer Dämpfe: Eine Inhalation kann helfen, durchzuatmen und tief sitzendes Sekret zu lösen. Eine genaue Anleitung findet sich unter dem Artikel Bronchitis.
  • Dekongestiva: Abschwellende Sprays sowie systemische Arzneien (Pseudoephedrin) stellen die Belüftung der Nase und Nasennebenhöhlen wieder her.
  • Es stehen einige pflanzliche Mittel zur Verfügung, bei denen eine gute Wirksamkeit bekannt ist: unter anderem erwiesen sich Sinupret (Schlüsselblume, Gelber Enzian, Schwarzer Holunder, Ampfer, Eisenkraut) und Präparate aus Eukalyptusextrakten als hilfreich in der Therapie.

Bei Husten und einem trockenen Hals helfen freiverkäufliche Lutschbonbons, den Rachen feucht zu halten. Außerdem sind in der Apotheke Lutschpastillen mit desinfizierenden sowie betäubenden Inhaltsstoffen gegen Halsschmerzen erhältlich.

Schwangere Frauen sind deutlich häufiger von einer Erkältung betroffen. Im Normalfall stellt sie weder für die Mutter, noch für das ungeborene Kind eine Gefahr da. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass die klassischen Erkältungsmedikamente nicht für Schwangere geeignet sind: Abschwellende Wirkstoffe wie Pseudoephedrin und Hustenstiller wie Codein sollten gemieden werden. Eine ärztliche Rücksprache bei Medikamenteneinnahme ist sehr zu empfehlen. Bei hohem Fieber und starkem Unwohlsein sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden.

Da bei Kindern das Immunsystem noch nicht ganz ausgereift ist, leiden sie vermehrt an grippalen Infekten. Auch hier sind Husten, Schnupfen sowie Abgeschlagenheit die klassischen Symptome, an denen die kleinen Patienten leiden. Bei der Therapie sollte auf körperliche Schonung und eine ausreichende Trinkmenge geachtet werden. Bei starken Beschwerden können Inhalationen (z.B. durch Vernebler), Schmerzmittel sowie Nasensprays wohltuend wirken. Wenn das Kind spielt, Appetit hat und sich auch sonst unauffällig zeigt, kann man von einer Fiebersenkung zunächst einmal absehen. Fieber sollte bei Kindern erst bei hohem Leidensdruck oder sehr hohen Temperaturen ab 40°C mit Paracetamol oder Ibuprofen gesenkt werden. Wenn dein Kind allerdings nicht mehr ausreichend trinkt oder sich beispielsweise wesensverändert zeigt, solltest Du dringend zu einem Arzt fahren.

Vorsicht: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen aufgrund des Risikos eines Reye-Syndroms keine Arzneimittel mit Aspirin ohne ärztliche Empfehlung einnehmen. Das Reye Syndrom ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die vor allem Gehirn und Leber betrifft und zu Verwirrtheitszuständen und Krampfanfällen bis hin zum Koma führen kann.

Mithilfe der KRY App kannst Du einen Arzt kontaktieren und mit ihm ausführlich über Deine Beschwerden sprechen. Er kann Dir helfen, Deine Symptome einzuordnen und die richtige Diagnose zu stellen. Außerdem kann er Dir Medikamente verschreiben, die bei der Behandlung der Erkältung helfen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass er Dir eine Arbeitsunfähigkeitbescheinigung ausstellt. Bei schwerer Erkrankung oder anderen Aspekten kann er Dich an einen geeigneten Spezialisten überweisen.

  1. https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-392015/leitlinien-zur-behandlung-20/
  2. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-049_und_053-012k_S2k_Rhinosinusitis_2017-12.pdf
  3. https://dgaki.de/wp-content/uploads/2010/05/Leitlinie_RhinosinusitisDGHNOKHC2007.pdf
  4. https://www.uptodate.com/contents/uncomplicated-acute-sinusitis-and-rhinosinusitis-in-adults-treatment
Letzte Aktualisierung:
13. März 2020