Sinusitis

Als Sinusitis bezeichnet man eine Schleimhautentzündung der Nebenhöhlen. Davon zu unterscheiden ist die Rhinitis, die eine Entzündung der Nasenschleimhaut bedeutet. Da beide Erkrankungen häufig gleichzeitig auftreten, handelt es sich meistens um Rhinosinusitis, also eine Schleimhautentzündung der Nasen- und Nebenhöhlen.

Bestehen die Symptome weniger als 4 Wochen, handelt es sich meist um eine akute Sinusitis. Die subakute Sinusitis dauert in der Regel 4 bis 12 Wochen während eine chronische Sinusitis länger als 12 Wochen andauert.

Wiederkehrende Anfälle von Sinusitis, die öfter als 3 mal pro Jahr auftreten, bezeichnet man als rezidivierende akute Rhinosinusitis.

Wie viele Nasennebenhöhlen gibt es?

Es gibt vier Paare an Nasennebenhöhlen, die alle mit der Nase in Verbindung stehen:

  • Sinus maxillaris (Kieferhöhle)
  • Sinus frontalis (Stirnhöhle)
  • Sinus ethmoidalis (eine Höhle, die sich innerhalb der Nase ausstreckt)
  • Sinus sphenoidalis (eine Höhle, die sich an der unteren Seite des Schädels befindet)

Aufgrund der Verbindungen, können sich Infektionen rasch innerhalb der einzelnen Nasennebenhöhlen ausbreiten.

Typische Beschwerden bei Sinusitis sind Nasenatmungsbehinderung, vermehrter Schleimausfluss, Zahn- oder Gesichtsschmerz und Störung des Geruchssinns. In manchen Fällen können auch Beschwerden wie z. B. Fieber, Husten, Müdigkeit, Kopf- und Ohrenschmerzen auftreten.

Man unterscheidet zwischen einer viralen und bakteriellen Ursache. Häufig handelt es sich bei akuter Sinusitis um eine virale Infektion, die meist 7 bis 10 Tage anhält.
Chronische Sinusitis hingegen könnte unter anderem durch eine Schimmelallergie oder Nasenpolypen (Gewebewucherung der Nasenschleimhaut) hervorgerufen werden. Risikofaktoren wie Asthma, Rauchen, Zahnbehandlung, Allergien u. v. m. können ebenfalls chronische Sinusitis begünstigen.

Kinder werden auch wie Erwachsene von Sinusitis betroffen, die häufig durch Erkältung ausgelöst wird. Oft sind Kinder betroffen, die regelmäßig Einrichtungen mit vielen anderen Kindern, wie Kindergärten oder Schulen, besuchen.

Da die Knochenstrukturen bei Kindern noch nicht gefestigt sind, besteht bei Ihnen die Gefahr einer Ausbreitung der Infektion in die Augenhöhlen. Deshalb solltest Du zeitnah zum Arzt, falls Dein Kind für längere Zeit Fieber, Schnupfen oder Husten hat.

Folgende Fragen sollen bei der Diagnosestellung berücksichtigt werden:

  • Wie lange bestehen die Symptome?
  • Gab es auch symptomfreie Intervalle?
  • Gab es wirksame Therapieversuche?
  • Liegen Vorerkrankungen, Voroperationen oder vergangene Zahnbehandlungen vor?
  • Bestehen auch andere Beschwerden wie z. B. Erbrechen, Schmerzen oder Fieber?

Bei wiederkehrender und chronischer Sinusitis ist es sinnvoll eine Untersuchung der Nasen- und Rachenhinterwand vorzunehmen.

Falls Du Fieber, Augenrötung, plötzlich einsetzende Schmerzen, reduzierten Allgemeinzustand hast oder Deine Beschwerden für längere Zeit (über mehrere Tage) bestehen, solltest Du zum Arzt.

Eine Sinusitis-Behandlung ist in der Regel nicht nötig da die Beschwerden oft von alleine abklingen. In manchen Fällen können auch frei verkäufliche Nasenspülungen, Nasensprays, Eukalyptus-Extrakte und Wasserdampfinhalation die Beschwerden lindern.

Ein oft verwendetes Hausmittel gegen Sinusitis ist die Wasserdampfinhalation. Zur Vorbereitung der Inhalation kannst Du folgende Schritte durchführen:

  1. Fülle einen Topf oder eine Schüssel mit heißem Wasser und stelle das Behältnis auf einen Tisch
  2. Setze Dich davor und lege ein Handtuch so, dass es Deinen Kopf und das Behältnis bedeckt
  3. Im Idealfall lässt sich der Wasserdampf unter dem Handtuch sammeln
  4. Bitte achte auf einen ausreichenden Abstand zum heißen Wasser
  5. Jetzt kannst Du die entstandenen Dämpfe über Mund und Nase tief einatmen
  6. Die Wasserdampfinhalation sollte 10 bis 20 Minuten lang andauern
  7. Eine Dampfinhalation mit Salzlösung kannst Du zubereiten, indem Du zu jedem Liter warmen Wassers 2 Teelöffel Salz zugibst und die Schritte 2 bis 6 der Anleitung befolgst

Andere medikamentöse Mittel wie Kortikosteroide, Antibiotika oder Schmerzmittel sollten nur nach Rücksprache mit Deinem Arzt eingesetzt werden.

Liegt bei Dir überhaupt Sinusitis vor? Ist in Deinem Fall eine Behandlung notwendig? Welche sinnvollen Therapiemöglichkeiten gibt es? Diese und weitere Fragen kannst Du in einem ausführlichen Gespräch mit einem unserer KRY-Ärzte abklären.

Falls es notwendig ist, kann unser KRY-Arzt ein Rezept, eine
Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung oder eine Überweisung zu einem anderen Facharzt ausstellen.

  1. Acute sinusitis and rhinosinusitis in adults: Clinical manifestations and diagnosis
    https://www.uptodate.com/contents/uncomplicated-acute-sinusitis-and-rhinosinusitis-in-adults-treatment?search=sinusitis&source=search_result&selectedTitle=1~150&usage_type=default&display_rank=1

  2. Rhinosinusitis, S2K Leitlinie
    https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-049_und_053-012l_S2k_Rhinosinusitis_2019-04_01.pdf

  3. Chronic rhinosinusitis: Clinical manifestations, pathophysiology, and diagnosis
    https://www.uptodate.com/contents/chronic-rhinosinusitis-clinical-manifestations-pathophysiology-and-diagnosis?search=sinusitis&source=search_result&selectedTitle=5~150&usage_type=default&display_rank=5#H3

  4. Patient education: Sinusitis in children (The Basics)
    https://www.uptodate.com/contents/sinusitis-in-children-the-basics?search=sinusitis&topicRef=6069&source=see_link

  5. Patient education: Sinusitis in adults (The Basics)
    https://www.uptodate.com/contents/sinusitis-in-adults-the-basics?search=sinusitis%20basic&topicRef=6871&source=see_link

Letzte Aktualisierung:
27. Nov. 2019