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Was passiert bei einem Hitzschlag?

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Sonnenstich, Hitzeerschöpfung, Hitzschlag: Was ist der Unterschied?
Hitzschlag, Sonnenstich, Hitzeerschöpfung – was ist eigentlich der Unterschied?

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Sonne satt, kein Wölkchen am Himmel – da zieht es viele nach draußen. Wer sich allerdings zu lange in der heißen Sonne aufhält, riskiert einen Sonnenstich, eine Hitzeerschöpfung oder sogar einen Hitzschlag.

Ein Hitzschlag ist ein ernster und lebensbedrohlicher Zustand, der auftritt, wenn die Körpertemperatur auf bedenklich hohe Werte steigt. Durch den Klimawandel erhöhen sich die Temperaturen weltweit. Expertinnen und Experten gehen daher davon aus, dass sich die hitzebedingten Todesfälle bis zum Jahr 2050 voraussichtlich mehr als verdoppeln werden.

Ein Hitzschlag kann jeden treffen, aber das Risiko ist besonders hoch für

  • ältere Menschen,
  • Kleinkinder und Babys,
  • Menschen, die an chronischen Krankheiten wie Diabetes oder Herz-, Lungen- oder Nierenerkrankungen leiden und
  • Menschen, die bestimmte Medikamente einnehmen.

Wodurch wird ein Hitzschlag verursacht?

„Zu einem Hitzschlag kann es kommen, wenn der Körper so viel Hitze ausgesetzt ist, dass er seine Temperatur nicht mehr regulieren kann. Ein Hitzschlag ist eine schwere Erkrankung, die auftreten kann, wenn durch starke körperliche Anstrengung oder heiße Temperaturen – oder eine Kombination aus beidem – die Körpertemperatur auf 40 °C oder mehr ansteigt“, erläutert Dr. Menon.

Unser Körper ist ein ausgeklügeltes System. Unsere lebenswichtigen Organe arbeiten perfekt zusammen, um alles im Gleichgewicht zu halten, indem sie die Temperatur, den Blutzuckerspiegel und die Konzentration der verschiedenen Ionen im Blut sorgfältig kontrollieren. Bei heißem Wetter hat der Körper eine Reihe von Möglichkeiten, um die Temperatur konstant zu halten:

Wenn du dich aber zu lange in der Hitze aufhältst, muss dein Körper härter arbeiten, um seine Körpertemperatur zu halten. Dies kann zu einem Sonnenstich, einer Hitzeerschöpfung und schlimmstenfalls zu einem Hitzschlag führen.

Wie äußert sich eine Hitzeerschöpfung?

Für sich genommen ist eine Hitzeerschöpfung – ein Übergangsstadium zwischen Sonnenstich und Hitzschlag – in der Regel nicht schwerwiegend, aber sie kann schnell zu einem Hitzschlag führen. Die häufigsten Anzeichen einer Hitzeerschöpfung sind:

  • Körpertemperatur von 38 °C oder darüber
  • Schwindel und Verwirrtheit
  • Kopfschmerzen
  • sehr starker Durst
  • Übelkeit und Appetitlosigkeit
  • übermäßiges Schwitzen
  • Müdigkeit
  • schneller Puls
  • Krämpfe in den Armen, Beinen und im Bauch
  • es wird weniger Urin ausgeschieden, der zudem sehr dunkel ist.

Bei den ersten Anzeichen für einen Sonnenstich oder eine Hitzeerschöpfung, ist es wichtig, dass du deinen Körper schnell abkühlst, um einen Hitzschlag zu vermeiden. Gehe sofort aus der Sonne, begib dich in den Schatten oder in einen kühlen Raum, lege dich hin und lagere die Füße leicht hoch. Trinke viel, am besten Wasser oder Sportgetränke (mit Elektrolyten). Kühle die Haut, indem du sie mit lauwarmem Wasser besprühst oder einen Ventilator einschaltest. Auch kalte Wickel oder Eispackungen auf Leisten, Achselhöhlen oder Hals können helfen.1

Wie äußert sich ein Hitzschlag?

Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Er muss schnell behandelt werden, bevor er das Gehirn, das Herz, die Nieren und andere lebenswichtige Organe ernsthaft schädigt. Auf diese ersten Anzeichen solltest du achten:

  • Fieber bis über 40 °C
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schneller, deutlich spürbarer Puls
  • Hitzegefühl, die Haut fühlt sich heiß an
  • Gefühl der Verwirrtheit
  • Bewusstlosigkeit

Wenn du dich 30 Minuten nach der Abkühlung immer noch unwohl fühlst, rufe umgehend den Notarzt. „Ein Hitzschlag muss im Krankenhaus behandelt werden. Möglicherweise muss man sogar zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben“, sagt Dr. Menon. Die Genesungszeit ist individuell unterschiedlich und hängt vom Allgemeinzustand der Betroffenen ab, wenn sie ins Krankenhaus gebracht werden.

Können Kinder einen Hitzschlag bekommen?

„Kinder reagieren wesentlich empfindlicher auf Hitze als Erwachsene“, erklärt Dr. Menon. „Im Vergleich zu Erwachsenen erzeugen sie mehr Stoffwechselwärme, sie schwitzen auch weniger und das führt zu einer geringeren Wärmeabgabe. Sie können Hitze daher schlechter ausgleichen.”

Die Anzeichen für Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag sind bei Kindern in der Regel die gleichen wie bei Erwachsenen. Kinder sind aber häufig nicht in der Lage, genau mitzuteilen, wie sie sich fühlen“, sagt Dr. Menon. Wenn ein Kind hohes Fieber hat und sich nach dem Aufenthalt in der Sonne ungewöhnlich verhält, muss unbedingt ein Arzt aufgesucht oder das Kind in die Notaufnahme gebracht werden. Dem Kind könnte in so einem Fall übel sein, es könnte erbrechen, über Kopfschmerzen klagen oder es könnte schläfrig oder schlapp wirken. Es wird wahrscheinlich auch schwitzen und schneller atmen als normal“, sagt er.

Kinder sollten immer im Schatten spielen. Kleine Kinder, vor allem Säuglinge unter sechs Monaten, müssen immer vor der prallen Sonne geschützt werden. Leichte, helle Kleidung ist am besten, außerdem sollten kleine Kinder während des Tages genug trinken. Da sie möglicherweise nicht sagen, dass sie Durst haben, müssen die Eltern besonders darauf achten.

Wie kann ich einen Hitzschlag vermeiden?

Natürlich ist es immer besser, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag von vornherein zu vermeiden. Befolge diese einfachen Schritte, um diesen Sommer davor geschützt zu sein.

1. Trinke ausreichend Flüssigkeit

Trinke reichlich kalte Getränke, und wenn du im Freien Sport treibst, achte darauf, dass du mehr Flüssigkeit trinkst als du durch Schwitzen verlierst. Trinke, bevor du Durst verspürst – je älter du wirst, desto weniger reagiert dein Körper auf Flüssigkeitsmangel im Körper (Dehydratation). Die Farbe deines Urins kann dir auch sagen, ob du genug trinkst. Eine blassgelbe Farbe bedeutet normalerweise, dass du ausreichend trinkst. Je dunkler der Urin, desto größer ist der Flüssigkeitsmangel.

2. Vermeide die pralle Mittagssonne

Zwischen 11 und 15 Uhr, wenn die Sonneneinstrahlung am intensivsten ist, solltest du dich immer im Schatten aufhalten. Verwende ein Sonnenschutzmittel mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30.

3. Achte auf die richtige Kleidung

Helle Kleidung reflektiert die Wärme, während dunkle sie absorbiert (aufsaugt). Locker sitzende Kleidung aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen lässt den Schweiß verdunsten und kühlt den Körper ab. Mit einem breitkrempigen Hut kannst du zusätzlich Ohren, Gesicht und Nacken vor der Sonne schützen. Schütze deine Augen mit einer Sonnenbrille mit hohem UV-Schutz.

4. Wie deine Wohnung kühler bleibt

Halte dich während einer Hitzewelle möglichst im kühlsten Raum der Wohnung auf. Schließe die Vorhänge oder Jalousien, damit kein Sonnenlicht eindringt. Wenn es draußen wärmer ist als in der Wohnung, verwende einen Ventilator oder eine mobile Klimaanlage und halte die Fenster geschlossen. Sobald es draußen abends abkühlt, ist es dann Zeit, die Fenster weit zu öffnen.

5. Trink nicht zu viel Alkohol

Das Trinken von Alkohol in der Hitze kann sich auf deine Körpertemperatur auswirken. Alkohol entzieht dem Körper noch zusätzlich Wasser, denn es ist ein Diuretikum, das die Nieren dazu anregt, mehr Urin auszuscheiden. Dadurch musst du häufiger auf die Toilette, wodurch dein Körper weitere Flüssigkeit und Elektrolyte verliert.

Ein Hitzschlag kann zwar ernst sein, aber man kann ihm gleichzeitig gut vorbeugen. Wenn du dich das nächste Mal in der Sonne aufhältst, achte ganz bewusst auf deinen Körper und gönn ihm auch mal eine Pause im Schatten.

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Aus biologischer Sicht hat die Zecke nämlich gar keinen Kopf. Falls Teile der Zecke in der Wunde stecken bleiben, ist das normalerweise unbedenklich, da die Haut die Reste von alleine abstoßen wird. 5. Irrglaube: Zecken zu entfernen ist schwierig und sollte von einem Arzt gemacht werden Wenn du an dir, deinem Kind oder deinem Haustier eine festsitzende Zecke entdeckst, kannst du diese ganz einfach in wenigen Schritten entfernen. Und das solltest du auch umgehend tun, denn je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Infektionsrisiko. Es ist daher nicht ratsam, auf einen Termin beim Arzt zu warten, um die Zecke zu entfernen. Das einzige, worauf du bei der Entfernung wirklich Acht geben solltest, ist nicht auf den Zeckenkörper zu drücken oder sie zu töten, bevor du sie von der Haut entfernt hast. Denn durch das Drücken oder das Absterben gelangt der Inhalt des Zeckendarms in die Einstichstelle und fördert so die Übertragung von Krankheitserregern. Eine Zecke sicher entfernen Mit diesen simplen Handgriffen wirst du die Zecke los: Mit einer Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange nimmst du die Zecke direkt über der Haut. Es ist wichtig, dass die Pinzette oder Zange so angesetzt wird, dass sie den Zeckenkörper nicht zerquetschen kann. Nun hebelst du die Zecke vorsichtig aber mit leichtem Zug heraus. Achte darauf, nicht zu stark zu ziehen oder gar zu reißen, damit ein möglichst großer Teil der Zecke entfernt wird. Falls Reste der Zecke in der Wunde bleiben, kannst du versuchen diese mit einer Zeckenkarte herauszukratzen. Versuche nicht, die Zecke aus der Wunde zu quetschen. Beseitige die Zecke in einem Taschentuch. Nach der Entfernung solltest du die betrofffene Hautstelle mit einem Antispetikum desinfizieren. In den kommenden Tagen und Wochen solltest du die Einstichstelle beobachten, um schnell auf eventuell auftretende Hautveränderungen reagiern zu können. Falls Veränderungen auftreten, solltest du allerdings zeitnah einen Arzt aufsuchen. Tipp: Wenn die Zecke so klein ist, dass sie mit einer Pinzette oder Zeckenkarte kaum zu entfernen ist, kannst du es auch mit Schlinge aus einem Faden oder Zahnseide probieren. Die Schlinge einfach eng an der Haut um die Zecke legen, zuziehen und vorsichtig herausziehen. Vor Zecken schützen Wenn du in der Natur unterwegs bist, kannst du dich mit diesen Vorsichtsmaßnahmen vor einem Zeckenstich schützen: Meide das Dickicht. Geh lieber auf flachen Wegen, gemähten Wiesen oder breiten Trampelpfaden spazieren, als durch das hohe Gras zu wandern. Auch den Wegesrand solltest du meiden, wenn er dicht oder hoch bewachsen ist. Ziehe dir feste Schuhe und lange Socken an. Damit versperrst du der lauernden Zecke den direkten Weg zur Haut. Achte auf geschlossene Kleidung. Trage beim Spazieren im Wald oder hohen Gras lieber lange Hosen und langärmelige Oberteile. Idealerweise steckst du deine Hose auch in die Socken, um der Zecke keinerlei Angriffsfläche zu bieten. Trage Repellents auf. Es gibt eine ganze Reihe Insektenschutzmittel, die ebenso wie Mückenspray den Geruch, die Feuchtigkeit und die Temperatur der Haut verändern und sie für Zecken unattraktiver macht. Pflege deinen Garten. Um Zeckenherde zu vermeiden, ist es ratsam die Hecken zu beschneiden, den Rasen zu Mähen und dichtes Gestrüpp im Garten zu stutzen. Nach Zecken absuchen. Nach deinem Ausflug in die Natur, solltest du dich (und gegebenenfalls auch deine Kinder und Haustiere) anschließend gründlich absuchen. Zecken bevorzugen Stellen, an denen die Haut warm und dünn ist, also unter den Armen, in der Kniekehle, zwischen den Zehen oder Fingern, im Bauchnabel oder auch am Kopf. Übrigens: Auf heller Kleidung, kannst du die kleinen Biester schneller erkennen, bevor sie es sich auf deiner Haut gemütlich machen. Zeckenstich, und nun? Wenn du dir oder deinem Kind eine Zecke entfernt hast und eine lokale Hautveränderung, wie zum Beispiel einen Ausschlag, feststellst, solltest du das von einem Arzt überprüfen lassen. Mit der Kry App kannst du ganz bequem vor deinem Termin mit einem Arzt ein Foto von der betroffenen Hautstelle hochladen. Unsere Ärzte können dir dabei helfen, der Ursache auf den Grund zu gehen und dich zum weiteren Vorgehen beraten. Gegebenenfalls erhältst du von unseren Ärzten auch ein Rezept, eine Krankschreibung und/oder eine Facharztüberweisung. Auch für Insektenstiche anderer Art, sowie Hautausschläge ohne erkennbaren Stich oder Biss erhältst du über Kry ärztlichen Rat.