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Prostatakrebs – das solltest du wissen

Prostatakrebs – das solltest du wissen

Prostatakrebs
Letzte Aktualisierung:
Di., 9. Nov. 2021
Oft werden Anzeichen der Krebserkrankung erst bei einem Arztbesuch erkannt. Dennoch solltest du mögliche Symptome von Prostatakrebs kennen, um frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.

3 Fakten über Prostatakrebs

  • Prostatakrebs ist mit 22,7 Prozent die häufigste Krebserkrankung bei Männern.
  • Die meisten Fälle werden bei Männern über 50 diagnostiziert.
  • Die Erkrankung kann symptomlos verlaufen und erst bei einer ärztlichen Routineuntersuchung erkannt werden.

Es ist wieder die Zeit des Jahres, in der sich Männer Schnurrbärte wachsen lassen, um den „Movember” zu unterstützen – ein Kofferwort aus den Begriffen „moustache“ (Schnurrbart) und November. Die Movember-Kampagne soll auf das Thema Männergesundheit aufmerksam machen. Dabei stehen drei Bereiche im Vordergrund: Psychische Gesundheit, Hodenkrebs und Prostatakrebs.

Wir haben mit Kry Allgemeinärztin Dr. Rhianna McClymont über die Fakten zu Prostatakrebs gesprochen.

1. Was ist die Prostata?

Die Prostata – oder Vorsteherdrüse — ist etwa so groß wie eine Walnuss und befindet sich direkt unterhalb der Blase und vor dem Enddarm. Diese Drüse gibt es nur bei Männern.

Die Hauptfunktion der Prostata besteht darin, die dicke, weiße Flüssigkeit zu produzieren, die zusammen mit den Samenzellen (Spermien) aus den Hoden das Sperma bildet.

2. Was sind Risikofaktoren für Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist mit 22,7% die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland.

Im Jahr 2017 sind in Deutschland etwa 62.230 Männer neu an Prostatakrebs erkrankt. Die Forschung geht von 4 möglichen Risikofaktoren aus:

  • Alter: Die meisten Erkrankungen werden bei Männern über 50 Jahren diagnostiziert. „Das Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter“, erläutert Dr. McClymont.

  • Familiäre Veranlagung: „Wenn ein enger Verwandter – etwa der Vater oder Bruder – an Prostatakrebs erkrankt ist, und vor allem, wenn der Krebs in jüngerem Alter, das heißt noch vor dem 60. Geburtstag, diagnostiziert wurde, ist das Risiko höher“, so Dr. McClymont.

  • Ethnische Zugehörigkeit: „Die Forschung hat gezeigt, dass Männer afrikanischer und afro-karibischer Abstammung ein höheres Risiko haben, an Prostatakrebs zu erkranken.”

  • Übergewicht: Neuere Forschungen legen nahe, dass Übergewicht das Risiko von Prostatakrebs erhöht. Das haben Wissenschaftler in der Fachzeitschrift „Cancer Medicine“ berichtet.

3. Prostatakrebs: Symptome, die auftreten können

Prostatakrebs zeigt in seinen frühen Stadien oft keine Symptome und erfordert möglicherweise keine oder nur eine minimale Behandlung.

Mit dem Fortschreiten der Krankheit können jedoch häufige Symptome auftreten:

  • vermehrter Harndrang, besonders nachts
  • Schwierigkeiten beim Urinieren und/oder schwacher Urinfluss
  • das Gefühl, dass sich die Blase nicht vollständig entleert hat
  • das Gefühl, dringend urinieren zu müssen.

4. Wie wird Prostatakrebs diagnostiziert?

Die gängigen Untersuchungsmethoden zur Früherkennung sind

  • PSA-Blutuntersuchung: Der Bluttest zeigt die Konzentration eines bestimmten Eiweißes an, das in der Prostata gebildet wird. Er wird von deiner Hausärztin oder einem Urologen durchgeführt.
  • Digitale rektale Untersuchung: „Digital” heißt in diesem Fall, dass die Untersuchung mit dem Finger durchgeführt wird (digitus = lat. „Finger”). Bei der DRU führt die Ärztin oder der Arzt einen Finger in den Anus ein, um die Prostataoberfläche möglichst schmerzfrei abzutasten. Dabei werden sterile Handschuhe und Gleitgel verwendet.

„Ein PSA-Test kann zwar auf Prostatakrebs hinweisen, aber wenn der PSA-Wert erhöht ist, bedeutet dies nicht zwangsläufig Prostatakrebs,“ erläutert Dr. McClymont.

In der Regel wird bei einem erhöhten PSA-Wert zur Abklärung auch eine Biopsie durchgeführt. Dabei werden gezielt Gewebeproben entnommen und untersucht. Erst nach der Gewebeentnahme ist eine eindeutige Aussage möglich.

5. Wie wird Prostatakrebs behandelt?

Die Behandlung von Prostatakrebs hängt von der Schwere und vom Ausmaß der Krebserkrankung ab sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten.

Prostatakrebs kann auf verschiedenen Wegen behandelt werden. Dazu zählen

  • Operation,
  • Strahlentherapie,
  • Hormontherapie,
  • Chemotherapie oder
  • abwartendes Beobachten.

„Im letzten Fall beeinträchtigt der Krebs die natürliche Lebenserwartung nicht. Die Therapie zielt daher darauf ab, die Symptome zu lindern, während der Krebs überwacht wird, um sicherzustellen, dass er nicht fortschreitet“, so Dr. McClymont.

6. Welche Nebenwirkungen können bei Behandlung von Prostatakrebs auftreten?

„Jede Form der Behandlung birgt potenzielle Nebenwirkungen“, betont sie. Wenn eine chirurgische Entfernung der Prostata zur Behandlung des Krebses empfohlen wird, sind dies wichtige Überlegungen. Nach einer Prostatektomie (operative Entfernung der Prostata) beispielsweise leiden viele Männer anschließend unter Erektionsstörungen und Harninkontinenz.

Die abwartende Strategie hat Vor- und Nachteile. Die Behandlung hat keine Nebenwirkungen, und es sind keine regelmäßigen Untersuchungen oder Biopsien erforderlich. Auftretende Schmerzen oder Schwellungen können dann entsprechend behandelt werden. Die meisten Männer brauchen jedoch keine Behandlung.

Zu den Nachteilen gehört jedoch die Möglichkeit, dass der Tumor wächst und/oder sich ausbreitet.

„In der Regel eignet sich das abwartende Beobachten für Männer mit einer leichten Krebserkrankung, die keine signifikanten Symptome verursacht oder für Männer mit anderen Gesundheitsproblemen, die von invasiveren Behandlungen wie Operationen oder Strahlentherapie nicht profitieren würden“, erläutert Dr. McClymont.

7. Soll ich zur Früherkennungsuntersuchung gehen?

Prostatakrebs ist eine ernstzunehmende Krankheit. Doch er verläuft eher selten tödlich.

Männer ab 45, die gesetzlich versichert sind, können einmal jährlich eine Tastuntersuchung zur Früherkennung in Anspruch nehmen. Sprich mit einer Ärztin oder einem Arzt, um besser beurteilen zu können, ob eine Früherkennungsuntersuchung für dich sinnvoll ist.

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