Nikotinersatzprodukte im Überblick

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Letzte Aktualisierung: 19. Juni 2020

Rauchentwöhnung durch Nikotinpflaster, Kautabak oder E-Zigaretten: Ist das möglich? Wir haben uns die Alternativen zu herkömmlichen Zigaretten näher angeschaut.

Nikotinersatz: Pflaster, Kaugummis & Co.

Viele nikotinhaltige Produkte sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich. Sie werden in Form von Pflastern, Kaugummis, Lutschtabletten, Nasensprays oder Inhalatoren vertrieben und sind in unterschiedlichen Stärken erhältlich.

In den Leitlinien zur Tabakentwöhnung werden nikotinhaltige Produkte insbesondere für starke Raucher zur Rauchentwöhnung empfohlen, mit dem langfristigen Ziel des Nichtrauchens. Ihre Wirksamkeit wurde in zahlreichen klinischen Studien bestätigt.

Eine Entwöhnungsbehandlung dieser Art dauert mehrere Wochen. Wie beim kalten Entzug können auch hier Nebenwirkungen auftreten, darunter vor allem Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit oder Magenverstimmungen. Die Haut oder die Schleimhäute können gereizt werden.

Eine Therapie mit Nikotinpflastern, -kaugummis oder -sprays sollte ärztlich begleitet werden – eine unmethodische Einnahme kann das Suchtverhalten schlimmstenfalls noch fördern. Dies gilt vor allem für Patienten mit Nieren-, Leber- oder Herz-Kreislauf-Problemen sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit.

Problematisch: Kautabak

Kautabak enthält Nikotin, jedoch nicht die zusätzlichen toxischen Substanzen von Zigaretten. Der Tabak wird nicht wirklich gekaut, sondern vielmehr im Mund in der Backe gehalten. Das Nikotin wird über die Mundschleimhaut aufgenommen.

Genauso wie Zigaretten kann auch Kautabak süchtig machen. Ein Entzug kann ebenso von Nebenwirkungen begleitet sein. Insofern stellt Kautabak keinen guten Zigarettenersatz da. Gewöhnlich stellt sich die Frage jedoch nicht, denn der Vertrieb von Kautabak ist in Deutschland verboten.

Wenig erforscht: E-Zigaretten

Bei E-Zigaretten wird eine verdampfende Flüssigkeit inhaliert. Der Nikotingehalt kann dabei unterschiedlich stark ausfallen; es gibt sogar E-Zigaretten ganz ohne Nikotin. Zudem findet bei E-Zigaretten keine Verbrennung statt, sodass weniger krebserregende Stoffe eingeatmet werden. Einige E-Zigaretten enthalten allerdings Substanzen, die die Atemwege reizen können.

Als Mittel zur Rauchentwöhnung sind E-Zigaretten umstritten. In einer Studie von 2019 (erschienen im British Medical Journal) waren die Erfolgsraten bei der Rauchentwöhnung beim Gebrauch von E-Zigaretten um 83 % höher als bei der Verwendung herkömmlicher Zigaretten.

Auf der anderen Seite kam eine Metaanalyse der National Academies of Sciences 2018 zu dem Ergebnis, dass das Rauchen von E-Zigaretten die Wahrscheinlichkeit einer späteren Nutzung herkömmlicher Zigaretten deutlich erhöht. Die E-Zigarette als Einstiegsdroge – das steht natürlich im Widerspruch zu möglichen positiven Effekten für Aufhörwillige. Aussagekräftige Langzeitstudien zu E-Zigaretten gibt es derzeit noch nicht.

Fazit: Rauchstopp statt Ersatzprodukte

Ob Nikotinpflaster, Kautabak oder E-Zigarette: Wenn es um die Gesundheit geht, ist langfristig keines dieser Produkte eine gute Lösung. Der vollständige Rauchstopp, den wir im Artikel über Strategien zum Aufhören näher vorstellen, stellt aus medizinischer Sicht die Methode der Wahl dar. Wenn du aufhören möchtest und dafür ärztliche Hilfe benötigst, kannst du dich bei KRY von einem Arzt zu deinen Möglichkeiten beraten lassen.

Letzte Aktualisierung:
19. Juni 2020