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COVID-19

Coronavirus-Varianten: Was wir wissen

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Omikron und Co: Wie gefährlich sind neue Varianten des Coronavirus?

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Die Nachrichten über neue Coronavirus-Mutationen überschlagen sich – und niemand weiß, worauf wir uns in Zukunft einstellen müssen. Fest steht: Es ist wichtig, dass die Virusmutationen sorgfältig überwacht werden. Es könnte aber auch sein, dass es sich bei den Mutationen um eine ungefährliche Entwicklung des Virus handelt. Dr. Annette Alaeus, ärztliche Leiterin der Abteilung Infektionskrankheiten bei Kry, klärt auf.

Überblick

  • Das Virus mutiert ständig – Forschende haben bereits mit Mutationen gerechnet
  • Es gibt keine Hinweise darauf, dass vorhandene Impfstoffe gegen die neuen Varianten nicht wirken
  • Während das Virus weiter mutiert, könnte es weniger gefährlich werden

Viren verändern sich ständig durch Mutation, und es ist damit zu rechnen, dass im Laufe der Zeit neue Varianten eines Virus auftreten. Mehrere Varianten des Virus, das Covid-19 verursacht, wurden weltweit während dieser Pandemie dokumentiert. Omikron ist die neueste Virusvariante, die als besorgniserregend eingestuft wurde.

Was wissen wir bisher über Virusmutationen?

Wenn sich eine Zelle oder ein Virus reproduziert, kann es passieren, dass ein Teil des genetischen Codes nicht genau kopiert wird. Diesen Vorgang bezeichnet man als Mutation.[2]

Die meisten dieser Mutationen haben wenig oder keinen Einfluss auf die Ausbreitung eines Virus oder dessen Gefährlichkeit. Wenn jedoch zahlreiche Mutationen auf einmal auftreten oder eine einzelne und signifikante Mutation in einem wichtigen Teil des genetischen Codes auftritt – beispielsweise im Spike-Protein des Coronavirus – kann sich das Virus so stark verändern, dass es als neue Variante eingestuft wird.

Weltweit zirkulieren mehrere Varianten des Coronavirus.

Dr. Alaeus erklärt: „Keine dieser Varianten kam für die wissenschaftliche und klinische Gemeinschaft überraschend. Wir wussten, dass das Virus, das sich in Wuhan verbreitete, nicht dasselbe war wie das Coronavirus, das wir zum ersten Mal in Italien nachgewiesen haben. Wir wussten auch, dass das Coronavirus weiter mutieren und neue Varianten ausbilden würde.”

Dr. Alaeus fügt hinzu: „Wir waren darauf vorbereitet.“ Seit Beginn der Pandemie haben Wissenschaftler das Covid-19-Genom sequenziert und Tausende verschiedener Mutationen untersucht, um neue Varianten zu identifizieren, die gefährlicher sein könnten.

Was muss ich über die Omikron-Variante wissen?

Omikron ist ein neuer Stamm des Coronavirus. Omikron wurde erstmals Ende November 2021 in Südafrika nachgewiesen und von der Weltgesundheitsorganisation als „besorgniserregende Variante“ eingestuft.

„Omikron weist eine große Anzahl von Mutationen im Spike-Protein auf, was der Hauptgrund zur Besorgnis ist“, erklärt Dr. Alaeus. Unser Immunsystem erkennt das Virus über sein Spike-Protein. „Es könnte sein, dass die Mutationen es unserem Immunsystem erschweren, das Virus zu erkennen.“

Ist Omikron besonders ansteckend?

„Einige Forschende sagen, dass Omikron schneller übertragbar ist, andere meinen dagegen, dass wir abwarten müssen“, sagt Dr. Alaeus. „Wir haben noch nicht genug Daten, um sicher sein zu können."

Da die Corona-Beschränkungen in vielen Teilen der Welt gelockert wurden, könnte die größere Anzahl von Sozialkontakten für die höheren Übertragungsraten verantwortlich sein. „Manchmal erleben wir Ausbrüche, die mehr mit unserem Verhalten als mit dem Virus selbst zu tun haben“, so Dr. Alaeus. Es ist wichtig, geduldig zu sein und die neuen Informationen abzuwarten, die in den kommenden Wochen veröffentlicht werden.

Ist Omikron gefährlicher als Delta?

Eine andere Frage ist, wie krank uns die neue Variante machen könnte. „Omikron ist vielleicht ansteckender, führt aber nicht unbedingt zu einem schweren Krankheitsverlauf“, so Dr. Alaeus. Aus Berichten aus Südafrika geht hervor, dass Omikron eine leichte Erkrankung verursacht, wobei Symptome wie Müdigkeit besonders häufig auftreten.

Diese Ergebnisse lassen sich jedoch nicht zwangsläufig verallgemeinern, warnt Dr. Alaeus. „Die Bevölkerung in Südafrika ist jünger und hat im Vergleich zu westlichen Ländern eine niedrigere Impfrate. Wir werden eine genauere Vorstellung haben, sobald uns Daten von älteren Bevölkerungsgruppen und Geimpften vorliegen.

Wie werden neue Varianten erkannt?

Großbritannien ist in Europa bei diesen Tests führend. Seit seiner Gründung im April letzten Jahres hat COVID-19 Genomics UK – eine Gruppe aus Gesundheitsbehörden, akademischen Einrichtungen und Forschungseinrichtungen – 140.000 Virusgenome von mit Covid-19 infizierten Personen sequenziert.

Dr. Alaeus sagt: „In Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden sind die Forschenden sehr erfahren und sequenzieren praktisch ständig, in anderen Ländern wurden jedoch keine regelmäßigen Sequenzierungen durchgeführt. Wenn man nach Varianten sucht, dann findet man auch welche.“

Varianten wie Delta und Omikron erhielten zwar in den Medien besonders viel Aufmerksamkeit, inzwischen wurden jedoch fast Tausende Varianten (d.h. Veränderungen im genetischen Code) des Coronavirus identifiziert. Über die meisten davon, beispielsweise eine seltene Variante mit einer Veränderung des Spike-Proteins, die im April 2021 in Stockholm nachgewiesen wurde, wird nur in der Fachpresse berichtet.

Wie wirksam sind die Impfstoffe gegen die neuen Corona-Varianten?

„Die Forschung ist sich einig, dass die Impfstoffe funktionieren, aber es ist möglich, dass sie gegen Omikron weniger wirksam sind als gegen andere Varianten“, erklärt Dr. Alaeus.

Doch selbst wenn das der Fall sein sollte, stehen wir nicht wieder am Anfang. „Es handelt sich nicht um ein neues Virus“, sagt Dr. Alaeus. „Es dauert nur etwa 3 Monate, um einen neuen Impfstoff gegen eine neue dominierende Variante herzustellen.“

Selbst wenn Impfstoffe weniger wirksam werden, werden sie immer noch funktionieren. Dr. Alaeus sagt: „Selbst wenn die Wirksamkeit der Impfstoffe von 95 % auf, sagen wir, 70 % sinkt, wird das letztlich keinen großen Unterschied machen. Die Wirksamkeit sinkt nicht plötzlich auf Null.“

Es gibt erste Hinweise aus der Forschung, dass eine Booster-Impfung einen besseren Schutz vor der Omikron-Variante bietet.

Diese Impfstoffe lassen sich außerdem relativ leicht anpassen. In Zukunft können Risikopatienten zu Beginn jedes Winters eine leicht angepasste Corona-Impfung erhalten, genauso, wie wir es heute bereits mit der Grippeschutzimpfung handhaben.

Wie schütze ich mich am besten vor Omikron?

Impfstoffe sind immer noch unser bester Schutz gegen das Virus. „Wer noch nicht hat, sollte sich impfen lassen, und wer die Möglichkeit hat, sollte sich eine Booster-Impfung geben lassen“, sagt Dr. Alaeus.

Außerdem sollten wir uns konsequent an die Maßnahmen halten, die wir bereits seit Beginn der Pandemie kennen: also Abstand halten, Maske tragen, regelmäßig lüften, Hände waschen und die Corona-Warn-App nutzen.

„Es kann ermüdend sein, auf Antworten zu warten, aber wir dürfen die Wissenschaft nicht hetzen,“ sagt Dr. Alaeus. „In ein paar Wochen werden wir ein klareres Bild haben“, versichert sie.

Gibt es auch gute Nachrichten?

Die neuen Coronavirus-Varianten könnten sich als weniger gefährlich erweisen – denn wenn ein Virus eine schwere Erkrankung verursacht, reduziert es damit auch seine Möglichkeit, sich auszubreiten.[15] Es liegt eigentlich nicht im Interesse des Virus, Todesfälle zu verursachen, da wir der Wirt sind, der es dem Virus erlaubt, zu überleben und sich weiter auszubreiten.[16]

Erkältungsviren können sich unter anderem deshalb so gut verbreiten, weil sie Symptome verursachen, die so mild sind, dass wir oft weiter zur Arbeit oder zur Schule gehen – und so die Infektion weiter verbreiten.

Bis auf weiteres sollten wir alle uns weiterhin schützen, indem wir die aktuellen Beschränkungen und die AHA+L-Formel beachten.

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