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GESUND BLEIBEN

Tipps bei Verbrennungen & Verbrühungen

Verbrennungen und Verbrühungen behandeln
Letzte Aktualisierung:
Do., 14. Apr. 2022
Heiße Herdplatte, Grill oder kochendes Wasser – im Alltag können Verbrennungen oder Verbrühungen schnell passieren. In den meisten Fällen lassen sie sich aber leicht zu Hause behandeln. Allgemeinärztin Dr. Nikki Ramskill hat Tipps für den Ernstfall.

Verbrennungen und Verbrühungen sind Verletzungen der Haut oder tiefer liegender Gewebe durch übermäßige Hitzeeinwirkung. Weil sie so schmerzhaft sind, ist es ganz normal, sich Sorgen zu machen. Die meisten Verbrennungen sind aber leichterer Art und können selbst zu Hause behandelt werden.

„Verbrühungen werden durch heiße Flüssigkeiten oder Dämpfe, zum Beispiel durch kochendes Wasser verursacht. Verbrennungen entstehen dagegen durch trockene Hitze, z. B. Feuer oder heiße Gegenstände wie etwa ein Bügeleisen“, erklärt Kry Allhemeinärztin Dr. Nikki Ramskill. Sie werden beide auf die gleiche Weise behandelt.

Was tun bei einer Verbrennung?

  • Bewege dich von der Hitzequelle weg. So schnell und so sicher wie möglich.
  • Entferne alle Kleidungsstücke oder Schmuck an der verbrannten Haut. Entferne aber nichts, was auf der Haut klebt, da dies zu weiteren Verletzungen führen kann.
  • Kühle die Verbrennung. Kühle die verbrannte Stelle mindestens 20 Minuten lang unter fließendem, kühlem aber nicht eiskaltem Wasser.
  • Bei großflächigen Verbrennungen: Je größer die betroffene Hautfläche, desto größer die Gefahr einer Unterkühlung. Du solltest dich oder den/die Betroffene am besten in eine Decke wickeln. Ist die Brandwunde größer als eine Handfläche, solltest du die Notaufnahme aufsuchen.
  • Bei Verbrennungen im Gesicht oder im Augenbereich solltest du dich möglichst aufrecht hinsetzen. Dadurch wird die Schwellung verringert. Bei allen Verbrennungen im Gesichts- oder Augenbereich ist eine rasche medizinische Versorgung notwendig und du solltest die Notaufnahme aufsuchen.
  • Zur Schmerzlinderung: Bei Schmerzen helfen Paracetamol oder Ibuprofen.

Weitere Punkte, die du beachten solltest:

  • Kühle Verbrennungen niemals mit Eis oder eiskaltem Wasser. Durch das Verbrennen der Haut können tiefere Hautschichten freigelegt werden, die empfindlicher auf Kälte reagieren. Bei großflächigen oder schweren Verbrennungen kann Eis deine Körpertemperatur stark absenken und zu einer Unterkühlung führen.
  • Vermeide Cremes oder Salben. Das Eincremen der Brandwunde kann die Kühlung verlangsamen.
  • Bei Verätzungen solltest du ein Foto der Chemikalie (Inhaltsstoffe) machen. Zeige das Foto den Ärzt:innen in der Notaufnahme, damit sie wissen, wie sie die Verätzung behandeln müssen.
  • Entstehende Blasen nicht aufstechen.

Wann muss ich mit einer Verbrennung oder Verbrühung in die Notaufnahme?

Du solltest sofort in die Notaufnahme, wenn

  • die Verbrennung größer als deine Handfläche ist,
  • die Haut weißlich oder verkohlt aussieht,
  • sich die Verbrennung im Gesicht, im Genitalbereich, an Händen, Armen, Füßen oder Beinen befindet und sich Blasen bilden,
  • eine Verätzung durch Chemikalien oder durch Stromschlag verursacht wurde,
  • du noch andere Verletzungen hast oder bei Blutverlust,
  • du Rauch eingeatmet hast,
  • du schwanger bist,
  • du über 60 bist,
  • ein Kind Verbrennungen erlitten hat oder
  • du eine schwere Erkrankung wie HIV, Krebs, Diabetes, Herz-, Lungen- oder Lebererkrankungen hast.

Bei Verbrennungen, die zusammen mit Blutungen oder Atemproblemen auftreten, oder wenn ein Schock droht, rufe den Rettungsdienst unter 112 an.

Wann sollte ich wegen einer Verbrennung oder Verbrühung zum Arzt gehen?

Auch wenn du nach einer Verbrennung keine Notfallversorgung benötigst, kann es sinnvoll sein, einen Arzttermin zu vereinbaren, wenn

  • du Gewissheit möchtest, dass du die Verbrennung zu Hause behandeln kannst,
  • sich die Hautrötungen verschlimmern,
  • die Schmerzen schlimmer werden,
  • Eiter aus der Brandwunde austritt oder
  • du Ratschläge für die Behandlung brauchst.

Welche verschiedenen Arten von Verbrennungen gibt es?,

Verbrennung ersten Grades

Eine Verbrennung ersten Grades betrifft nur die oberste Hautschicht (die oberste Epidermis). Die Haut ist gerötet, fühlt sich trocken an und schmerzt. Es kommt aber nicht zur Blasenbildung. Die Rötung der Haut und die Schmerzen können zwar sehr unangenehm sein, aber in der Regel auch ein Zeichen dafür, dass die Verbrennung nicht sehr tief in das Gewebe eingedrungen ist.

Verbrennung zweiten Grades (2a)

Die Verbrennung betrifft die oberste Hautschicht (Epidermis) und den oberen Teil der Lederhaut (Dermis). Diese Verbrennungen sind in der Regel schmerzhaft und meist kommt es innerhalb von 24 Stunden zu einer Bildung von Blasen.

Verbrennung zweiten Grades (2b)

Hier sind die tiefen Schichten der Lederhaut (Dermis) mitbetroffen. Möglicherweise treten aber kaum Schmerzen auf.

Verbrennungen dritten und vierten Grades

Bei Verbrennungen dritten und vierten Grades sind auch tiefer liegende Hautschichten mitbetroffen, einschließlich der Subkutis (Unterhaut). Die Haut kann weiß, grau, schwarz und lederartig oder sogar verkohlt aussehen.

„Wenn keine oder kaum Schmerzen auftreten, deutet das darauf hin, dass die tiefsten Hautschichten betroffen sind und die Nervenenden durch die Hitze geschädigt wurden“, erläutert Dr. Ramskill. In diesem Fall brauchst du umgehend eine medizinische Behandlung.

Verbrennungen können zudem auch nach der Ursache kategorisiert werden: thermische Verbrennungen, Strahlungsverbrennungen, chemische Verbrennungen oder elektrische Verbrennungen (durch Stromschlag).

Was ist eine Brandblase?

„Als Brandblase wird eine durch Hitzeeinwirkung entstandene Blasenbildung der Haut zwischen Oberhaut (Epidermis) und Lederhaut (Dermis) bezeichnet. Brandblasen enthalten eine klare Flüssigkeit, das sogenannte Gewebswasser. Sie bilden sich über einer verbrannten Hautpartie, um diese zu schützen. Daher sollte man Blasen niemals aufstechen“, erklärt Dr. Ramskill. Tipp: Halte die Haut sauber und nimm bei Bedarf Schmerzmittel ein.

Sollte ich eine Verbrennung lieber mit einem Verband abdecken oder atmen lassen?

„Das Abdecken der Brandwunde mit einem Verband oder einer Wundauflage hält den Bereich feucht und verringert die Schmerzen, da verhindert wird, dass die Brandwunde mit Luft in Kontakt kommt. Leichte Verbrennungen können mit einem Blasenpflaster geschützt werden“, erläutert Dr. Ramskill. Achte darauf, dass die angelegten Verbände nicht kleben und für Verbrennungen geeignet sind.

Sobald keine Schmerzen mehr auftreten, musst du die Brandblase nicht mehr abdecken. Es sei denn, du hast Angst, dass die Blase sich durch Reibung oder Druck öffnet. Vermeide Cremes zur Behandlung von Verbrennungen, außer dir wird ärztlich dazu geraten.

Ein im Krankenhaus oder beim Arzt angelegter Verband muss das erste Mal nach 48 Stunden gewechselt werden und danach alle 3 bis 5 Tage – oder wenn er nass wird.

Wie lange dauert es, bis eine Verbrennung abheilt?

Leichte Verbrennungen: etwa eine Woche

„Die Flüssigkeit fließt normalerweise in den ersten Tagen ab“, erklärt Dr. Ramskill. Die Blase schützt den Bereich, während sich darunter eine neue Hautschicht bildet, und schließlich schält sich die Haut der Blase ab.

Schwere Verbrennungen: 2 Wochen bis mehrere Monate

Ist eine Verbrennung so schwer, dass du ins Krankenhaus musstest und dir ein Verband angelegt wurde, kann es länger dauern. „Bei schweren und tiefen Verbrennungen kann es Monate oder sogar Jahre dauern, bis sie verheilt sind.”

Wie erkenne ich eine Infektion im Wundbereich?

Kommt es zu einer Infektion, rötet sich die Haut um die infizierte Brandwunde oder die Brandblase herum zunehmend und es treten Schmerzen auf. Möglicherweise tritt auch Eiter aus der Brandwunde aus. Bei einer fortgeschrittenen Infektion treten unter Umständen auch grippeähnliche Beschwerden wie Fieber, Schüttelfrost und starkes Schwitzen auf.

Prüfe regelmäßig, wie die Haut unter dem Verband aussieht. Wenn du Anzeichen einer Infektion bemerkst, solltest du einen Arzt aufsuchen.

Vereinbare einen Arzttermin, wenn du dich verbrannt oder verbrüht hast und Rat brauchst.

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