COVID-19

Ach du dickes Ei! Ostern in Krisenzeiten

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Letzte Aktualisierung: 12:30 9. Apr. 2020

Es ist nicht alle Tage Ostern. Und noch seltener findet das Osterfest während einer globalen Pandemie statt. Das Fest einfach ausfallen lassen? Kommt nicht infrage! Denn gerade jetzt sind Feiertage und die damit einhergehenden Rituale wichtiger denn je.

Was sind Rituale?

Als Rituale bezeichnen wir Handlungen, die nach bestimmten Regeln immer gleich oder zumindest sehr ähnlich ablaufen. Das kann das morgendliche Zähneputzen sein, aber eben auch die Eiersuche an Ostern. Rituale werden von festgelegten Gesten und Worten begleitet und können sogar den Rang eines Kulturguts einnehmen.

Feiertagsrituale haben einen hohen Symbolgehalt. Auch wenn Ostern ursprünglich ein kirchlicher Feiertag ist, begehen hierzulande auch viele Nichtchristen das Osterfest. Die meisten Menschen verbinden es mit der Vorfreude auf den Frühling und sehen es als willkommenen Anlass, Zeit mit der Familie zu verbringen.

So läuft der Hase: Beliebte Osterbräuche in Deutschland

Das Osterfest ist reich an Ritualen, an denen die ganze Familie Freude hat. Besonders populär sind das Bemalen von Ostereiern, das Abbrennen von Osterfeuern und natürlich das Suchen der vom Osterhasen versteckten Eier, entweder im Grünen oder in der heimischen Wohnung. Zu den traditionellen Osterspeisen gehören Fisch am Karfreitag, das gebratene oder auch gebackene Osterlamm und natürlich das Ei als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit.

Darüber hinaus gibt es jede Menge regionale Osterbräuche, z. B. das Osterreiten in der Lausitz oder die Osterpalme in Schwaben. Im Süden Deutschlands ist das Osterratschen verbreitet: Kinder ziehen mit lauten Ratschen und anderen Holzinstrumenten durch die Straßen, um zum Gottesdienst zu rufen. Ein besonders schöner Brauch ist das Osterlachen, bei dem die Gläubigen während der Osterpredigt durch lustige Anekdoten erheitert werden.

Die Bedeutung von Ritualen für die Psyche

Feiertage wie Ostern schenken uns Normalität und Beständigkeit. Diese Werte sind in Zeiten des Coronavirus wichtiger denn je. Das Osterfest im Kreise der Familie ist ein fester Ankerpunkt im Jahreszyklus und schafft Halt und Orientierung. Positive Gefühle wie Gemeinschaft und Zugehörigkeit treten an die Stelle von negativen wie Stress und Unsicherheit.

In vielen Lebensbereichen sind unsere Handlungsmöglichkeiten derzeit eingeschränkt. Das Beibehalten von Osterritualen vermittelt Sicherheit und Stabilität und gibt uns so das Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit zurück. Das Leben wird wieder ein Stück weit vorhersehbar und damit einfacher.

Osterrituale in Pandemie-Zeiten: Was geht und was nicht

Während der Corona-Krise darf leider nicht jedes liebgewonnene Ritual weiterhin vollzogen werden. Alles, was üblicherweise im öffentlichen Raum veranstaltet wird, kann im Jahr 2020 praktisch nicht stattfinden. Eine Ausnahme stellt der Osterspaziergang dar. Er darf allerdings nur mit Menschen begangen werden, die im eigenen Haushalt leben, bzw. mit maximal einer weiteren Person.

Zum Glück gibt es genügend österliche Rituale, die auch in den eigenen vier Wänden ausgeführt und genossen werden können. Dazu gehören unter anderem das Ausblasen und Bemalen von Eiern, das Backen von Hefezöpfen und der Besuch des Osterhasen in der Nacht zum Ostersonntag. Im Kreise der Kernfamilie darf auch der übliche Osterbrunch eingenommen werden. Das Treffen mit der Großfamilie sollte allerdings auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.

Krank an den Feiertagen?

Dieses Osterfest ist also das Zuhause-Osterfest. Das gilt sogar dann, wenn du krank bist (solange es sich nicht um einen Notfall handelt). Denn du musst Haus oder Wohnung nicht verlassen, um einen Arzt zu sehen. Bei KRY kriegst du an den Osterfeiertagen zwischen 8 und 20 Uhr in wenigen Minuten einen Termin. In diesem Sinne: Bleib gesund und frohe Ostern!

Letzte Aktualisierung:
12:30 9. Apr. 2020