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Windpocken: Eine klassische Kinderkrankheit

Windpocken (medizinisch: Varizellen) sind eine hoch ansteckende Virusinfektion. Sie gehören zu den häufigsten Kinderkrankheiten. Die Krankheit beginnt oft mit leichtem Fieber, Kopfschmerzen und Müdigkeit. Nach wenigen Tagen tritt der typische, stark juckende Hautausschlag auf. In aller Regel heilt die Infektion nach etwa 10 Tagen von selbst wieder ab. Dennoch sollte eine Ansteckung mit Windpocken nicht auf die leichte Schulter genommen werden – auch um andere zu schützen.

Die für Varizellen typischen Pocken auf der Haut sind nicht die erste Krankheitserscheinung. Noch vorher zeigen sich normalerweise folgende Windpocken-Symptome:

  • Leichtes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit

Bis der Ausschlag auftritt, dauert es einen oder mehrere Tage. Innerhalb weniger Stunden verwandeln sich die Flecken in kleine Blasen mit klarem Flüssigkeitsgehalt. Diese Blasen können sehr stark jucken. Die Anzahl der Pocken kann von wenigen bis zu mehreren hundert variieren.

Der Ausschlag tritt zuerst auf Brust und Kopf auf. Danach kann er auf die Arme und Beine übergreifen. Manchmal können Blasen auch in den Schleimhäuten von Mund, Ohren und anderen Körperöffnungen auftreten. Nach ein paar Tagen trocknen die Blasen und werden zu Schorf. Die Krusten fallen ab, die Windpocken-Symptome verschwinden wieder.

Windpocken-Viren werden von Mensch zu Mensch durch die Luft über Tröpfchen übertragen. Es genügt, wenn jemand niest oder hustet. Besonders ansteckend ist die Flüssigkeit in den Pockenblasen. Die Viren können auch an Gegenständen wie Türklinken oder Wasserhähnen einige Tage überleben.

Von der Infektion mit Windpocken bis zum Ausbruch der Krankheit sind es etwa 2 Wochen, weswegen sich die Ausbreitung kaum stoppen lässt. Es ist durchaus üblich, dass ganze Kita-Gruppen oder Schulklassen gleichzeitig an Windpocken leiden.

Die Zeit vom Beginn der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit wird als Inkubationszeit bezeichnet. Bei Windpocken liegt die Inkubationszeit zwischen 10 und 26 Tagen. Am häufigsten sind es jedoch 14 bis 16 Tage. In den Tagen direkt vor den ersten Hautausschlägen und in den nächsten 5 Tagen ist die Gefahr einer Ansteckung mit Windpocken am größten. Sind alle Blasen getrocknet und verkrustet, ist der Patient nicht mehr ansteckend.

Windpocken sind die ansteckendste Kinderkrankheit überhaupt. Sie werden meist im Vorschul- oder Schulalter übertragen. Die überwiegende Mehrheit der Kinder bekommt eine milde Form der Varizellen und muss keinen Arzt aufsuchen. Eine Konsultation über KRY kann hier Gewissheit schaffen, ohne dabei andere Kinder im Wartezimmer der Gefahr einer Ansteckung mit Windpocken auszusetzen.

Windpocken bei Kindern heilen oft innerhalb von etwa 10 Tagen nach dem Auftreten der ersten Symptome von selbst ab. Achte unbedingt darauf, die Blasen sauber zu halten. Außerdem sollte dein Kind sich so wenig wie möglich kratzen – hier können kurz geschnittene Fingernägel helfen. Sonst besteht die Gefahr, dass Bakterien eindringen und zusätzlich bakterielle Infektionen verursachen. Bleibende Narben können die Folge sein.

Auch Jugendliche und Erwachsene können Windpocken bekommen, wenn sie die Krankheit noch nie hatten und nicht dagegen geimpft sind. Sie sind bei einer Ansteckung stärker beeinträchtigt als Kinder. Allerdings treten Windpocken im Erwachsenenalter deutlich seltener auf. Wenn du glaubst, dich mit Varizellen infiziert zu haben, musst du schnell handeln, vor allem, wenn du über 18 Jahre alt bist. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn du ein geschwächtes Immunsystem hast oder schwanger bist.

Damit eine Windpocken-Behandlung wirksam ist, sollte damit am ersten Tag nach dem Auftreten der Pocken begonnen werden. Nachdem die Blasen abgeheilt sind, solltest du noch eine Weile auf der Hut sein. Wenn du wieder Fieber und Husten bekommst, könnte das ein Anzeichen für eine Lungenentzündung sein.

Wenn du einmal Windpocken hattest, bist du gegen die Krankheit immun. Allerdings verbleiben die Viren im Körper und können später im Leben zu einer Gürtelrose (medizinisch: Herpes Zoster) führen. Es handelt sich dabei um einen schmerzhaften Hautausschlag. Er ist weniger ansteckend als die klassischen Windpocken, da die Ansteckungsgefahr lediglich von den Blasen der Gürtelrose ausgeht.

Eine Ansteckung mit Windpocken kann der Arzt durch das charakteristische Bild der Pusteln auf der Haut und den damit einhergehenden Juckreiz meist leicht stellen. Eine Blutuntersuchung kann die Diagnose Varizellen zusätzlich absichern, etwa dann, wenn die Erkrankung einen untypischen Verlauf nimmt. Dies kann z. B. bei Patienten mit einem geschwächten Immunsystem der Fall sein. Hierbei werden entweder die Viren selbst oder die gegen sie gebildeten Antikörper nachgewiesen.

Windpocken-Symptome können eigenständig gelindert werden. Bei stark juckenden Blasen kann ein kühlender Balsam oder ein spezielles juckreizlinderndes Mittel helfen. Auch Allergie-Medikamente können Erleichterung bringen. Hierbei solltest du die Packungsbeilage genau lesen und gegebenenfalls einen Arzt oder Apotheker fragen, ob das Medikament für dich bzw. für dein Kind geeignet ist.

Bei Fieber sollte der Patient Bettruhe halten und viel Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei hohem Fieber können auch fiebersenkende Medikamente eingesetzt werden. Achtung: Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren dürfen aufgrund des Risikos eines Reye-Syndroms keine Arzneimittel mit Aspirin ohne ärztliche Empfehlung einnehmen!

Das Reye-Syndrom ist eine seltene, aber schwerwiegende Erkrankung. Sie tritt bei Kindern und Jugendlichen auf, deren Fieber mit Acetylsalicylsäure, also mit Aspirin behandelt wurde. Kurz nach der scheinbaren Genesung kommt es zu Entzündungen in Gehirn und Leber. Infolgedessen können Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle, Bauchschmerzen und Erbrechen auftreten. Das Reye-Syndrom kann zum Tod führen.

Bei Windpocken werden in der Regel die durch die Krankheit verursachten Symptome behandelt. Gegen starken Juckreiz können Medikamente verschrieben werden. Die Entscheidung unterliegt der Beurteilung des Arztes. Menschen, bei denen eine Ansteckung mit Windpocken vorliegt, dürfen keine Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen, Kitas oder Behörden besuchen. Es gilt das Infektionsschutzgesetz.

Kinder können mit einer zweifachen Impfung vor einer Infektion mit Windpocken geschützt werden. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die erste Teilimpfung im Alter von 11 bis 14 Monaten, die zweite im Alter von 15 bis 23 Monaten. Dabei kann auch ein Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken zur Anwendung kommen. Die Windpocken-Impfung ist gut verträglich, Nebenwirkungen treten nur selten auf.

Seit 2018 ist auch eine Impfung gegen Gürtelrose zugelassen. Diese Zulassung gilt generell für Personen ab 60 Jahren bzw. für Personen ab 50 Jahren, die ein geschwächtes Immunsystem haben.

Gerade bei Windpocken kann KRY gute Dienste leisten. Schließlich ist die Krankheit sehr ansteckend – ein Aufenthalt im Wartezimmer eines Arztes sollte also nach Möglichkeit vermieden werden. Wenn du mit Verdacht auf Windpocken einen Arzt persönlich aufsuchen möchtest, musst du die Praxis vorab telefonisch darüber informieren. Dann kann das Praxispersonal entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen.

Schneller und einfacher ist die Video-Konsultation über KRY. Du kannst dich individuell und umfassend beraten lassen, wenn du die Vermutung hast, an Windpocken erkrankt zu sein. Sollte dein Kind Windpocken-Symptome haben, muss es bei dem Videoanruf dabei sein.

Du bist schwanger und hattest noch keine Windpocken? Wenn du glaubst, mit jemandem in Kontakt gekommen zu sein, der Windpocken oder eine Gürtelrose hat, solltest du dich an deine Hebamme oder an einen Arzt wenden.

Letzte Aktualisierung:
17. August 2019