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Quaddeln

Quaddeln

Quaddeln zeigen sich als juckende punkt- oder plateauförmige Hautirritationen. Die Hautquaddeln treten in der Regel im Rahmen einer Nesselsucht (Urtikaria) auf. Hierbei wird zwischen akuter Urtikaria, die weniger als sechs Wochen dauert und chronischer Urtikaria, die länger als 6 Wochen besteht, unterschieden.

Was sind Quaddeln?

Quaddeln beschreiben kleine Wassereinlagerungen in der obersten Hautschicht (Epidermis). Diese zeigen sich als blasse rötlich bis weißliche punkt- oder plateauförmige Erhebungen der Haut, die rundlich oder unregelmäßig geformt sein können. Die Quaddeln messen meistens wenige Millimeter bis zwei Zentimeter. Mitunter können die Hautirritationen von einem Juckreiz oder Brennen begleitet sein.

Quaddeln entstehen meist als Folge einer Reizeinwirkung auf die Haut wie beispielsweise im Rahmen eines Insektenstichs. Durch den Reiz kommt es zur Ausschüttung von Gewebshormonen aus den Mastzellen wie beispielsweise Histamine. Die Histamine erhöhen die Durchlässigkeit der Blutgefäße und führen schließlich zu kleinen Wassereinlagerungen, die sich als Quaddeln zeigen. Sobald die Hormone an die sensiblen Nervenfasern binden, kommt es zu einem Juckreiz in dem Hautareal.

Was sind Angioödeme?

Angioödeme beschreiben tiefere, großflächige, sich rasche entwickelnde, schmerzlose und seltene juckende Schwellungen der Haut und Schleimhaut, die alleine oder gemeinsam mit Quaddeln auftreten können. Sie sind auch unter der älteren Bezeichnung Quincke-Ödem bekannt.Typische Regionen für die Entstehung von Angioödemen sind Handflächen, Fußsohlen sowie die Augenlider und Lippen.

Zu schwerwiegenden Symptomen wie Atembeschwerden kann es kommen, wenn Zunge, Rachen oder Kehlkopf von der starken Schwellung betroffen sind. Angioödeme können durch die gleichen Auslöser wie Quaddeln entstehen, seltener treten sie als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auf. Darüber hinaus führt die erbliche Erkrankung “hereditäres Angioödem” zu wiederkehrenden schweren Angioödemen.

Ursachen von Quaddeln

Nesselsucht (Urtikaria): Die Erkrankung Nesselsucht entsteht als Folge einer erhöhten Histaminausschüttung im Rahmen verschiedener Ursachen. Der Name Urtikaria leitet sich vom lateinischen Wort für Brennessel “Urtica” ab, da die Hautirritationen stark an die Quaddeln erinnern, die durch Brennesseln hervorgerufen werden. Es wird zwischen der akuten spontanen Urtikaria und der induzierbaren Urtikaria unterschieden.

  • Die akute spontane Form der Nesselsucht beschreibt eine spontane Krankheitsentstehung, die innerhalb von sechs Wochen wieder ganz verschwindet. So kann es beispielsweise im Rahmen eines Infektes der oberen Atemwege oder des Magen-Darm-Trakts zu den Beschwerden kommen. Auch kann eine allergische Reaktion auf einen Insektenstich oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sowie eine Medikamentenunverträglichkeit zu einer spontanen Urtikaria führen. Mitunter lässt sich keine konkrete Ursache der Nesselsucht finden. Die Hautquaddeln zeigen sich am gesamten Körper, besonders im Bereich von Schulter, Bauch, Oberschenkel und Unterarm. In der Regel verschwinden die Hautquaddeln innerhalb weniger Minuten bis Stunden von alleine wieder.

  • Bei einer chronisch spontanen Urtikaria bestehen die Beschwerden länger als sechs Wochen. In dem Fall können chronische Infektionen wie beispielsweise eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, eine Zahnwurzelentzündung oder eine Mandelentzündung hinter den Beschwerden stecken. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten gegen bestimmte Bestandteile wie beispielsweise Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Aromastoffe können zu den Beschwerden führen. Eine autoreaktive Urtikaria beschreibt eine Quaddelbildung, bei welcher körpereigene Substanzen zur Ausschüttung des Histamins aus den Mastzellen führen. In seltenen Fällen findet sich keine Ursache.

  • Die Quaddeln der induzierbaren Urtikaria werden durch äußere Reize der Haut wie beispielsweise Druck, Kälte, Wärme, körperliche Aktivität oder durch Licht hervorgerufen. Die Symptome zeigen sich bei dieser Form der Nesselsucht nur im Bereich des einwirkenden Reizes uns sind meist innerhalb einer Stunde wieder rückläufig. Im Rahmen der Kontakturtikaria kann es nach Kontakt zu einigen Pflanzen zur Ausbildung von Quaddeln kommen, die mitunter stark jucken. Als bekanntestes Beispiel gilt hierbei die Brennessel.

Allergien: Quaddeln können im Rahmen einer allergischen Reaktion auftreten. So können sich die Hautirritationen einerseits lokal im Bereich des Hautareals zeigen, dass mit einem allergieauslösenden Stoffes (Allergen) in Kontakt gekommen ist. Andererseits können die Quaddeln auch generalisiert, das heißt am gesamten Körper vorkommen beispielsweise im Rahmen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder einer Medikamentenunverträglichkeit. Auch der Kontakt zu Pollen kann zu Hautrötungen und Quaddeln führen.

Insektenstiche: Einige Insektenstiche können ebenfalls zu den Hautirritationen rund um die Einstichstelle führen. Hierzu zählen beispielsweise Mücken, Bremsen, Stechfliegen, Flöhe und Zecken.

Diagnosestellung

Einmaliges spontanes Auftreten der Symptome kein Grund für genaue Ursachensuche und Therapienotwendigkeit.

Um die richtige Diagnose zu stellen, wird dir der behandelnde Arzt während des kurzen Anamnesegesprächs ein paar genaue Fragen zu deinen Beschwerden stellen. Darüber hinaus wird er dich nach dem Vorliegen von Allergien oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten befragen.

Daran anschließen wird sich eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt die Haut genau ansieht.

Eine Blutentnahme kann weiterhin Aufschluss über die Ursache geben und ist besonders bei Vorliegen einer chronischen Urtikaria indiziert. Zusätzlich kann eine allergologische Hauttestung mittels Pricktest Aufschluss auf das Vorliegen von Allergien geben.

Ergibt sich der Verdacht auf das Vorliegen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit kann diese mithilfe einer pseudoallergenarmen Diät (naturbelassene und selbst zubereitete Lebensmittel und Speisen) ermittelt werden. Der Patient versucht hierbei auf Lebensmittel-Zusatzstoffe zu verzichten. Lässt sich eine Besserung der Quaddeln erzielen, spricht dies für das Vorliegen einer Intoleranzurtikaria.

Unter Umständen kann es hilfreich sein, wenn der Patient ein Symptomtagebuch führt, in das er das Auftreten der Hautquaddeln genau dokumentiert. Dabei sollte der Ort, die Dauer und mögliche Auslöser wie beispielsweise Temperaturen, Lebensmittel oder eingenommene Medikamente notiert werden, um hinterher leichter Rückschluss auf die Ursache ziehen zu können.

Dauer von Quaddeln

In der Regel verschwinden Quaddeln innerhalb kurzer Zeit von alleine wieder. Sobald der auslösende Reiz ausbleibt, sollte sich auch die Hautirritation zurückbilden. Im Rahmen eines Infektgeschehens kann es mehrere Wochen dauern, bis die Beschwerden wieder rückläufig sind.

Das kannst du selbst bei Quaddeln tun

Manche Patienten berichten von einer Beschwerdebesserung sobald die betroffenen Hautareale gekühlt werden. Dies sollte allerdings nur dann in Erwägung gezogen werden, sofern die Beschwerden nicht durch Kälte ausgelöst werden (Kälteurtikaria). Patienten mit chronischen Urtikaria wird außerdem empfohlen auf Alkohol und NSAR-Medikamente zu verzichten. Auch kann versucht werden, den alltäglichen Stress zu minimieren. Dabei können Entspannungstechniken oder sportliche Betätigung helfen.

Therapie der Urtikaria

Je nach Auslöser der Quaddelbildung sollte die Therapie individuell zwischen Patient und Arzt abgestimmt werden. Steht beispielsweise eine bakterielle Entzündung als Ursache hinter den Beschwerden, kann möglicherweise eine antibiotische Therapie helfen. Sobald eine Nahrungsmittel oder Medikamentenunverträglichkeit in Verdacht steht die Beschwerden auszulösen, sollte eine Diät und ein Wechsel der Medikamente versucht werden. Bei Medikamenten sind es häufig die Beistoffe und nicht der eigentlich Wirkstoff, der die Beschwerden verursacht. Ein Wechsel des Präparats kann hier sinnvoll sein.

Um starke Beschwerden sowie Juckreiz zu lindern, können sogenannte Antihistaminika helfen. Die Tabletten können rezeptfrei in der Apotheke erworben werden. Antihistaminika richten sich gegen das Gewebshormon Histamin und können so die Symptome lindern. Als häufigste Nebenwirkung der Antihistaminika können Müdigkeit und Konzentrationsschwäche auftreten. Bei sehr schwerer Symptomatik müssen die Antihistaminika im Rahmen eines Klinikaufenthaltes über die Vene verabreicht werden.

Darüber hinaus kann im Rahmen eines akuten Schubs die Therapie mittels glukokortikoidhaltiger Wirkstoffe versucht werden.

Wann du einen Arzt aufsuchen solltest

Obwohl eine Quaddelbildung in den meisten Fällen durch eine harmlose Erkrankung hervorgerufen wird, sollte eine ärztliche Abklärung in Erwägung gezogen werden. Mitunter können die kleinen Hautirritationen mit anderen schwerwiegenden und ansteckenden Erkrankungen verwechselt werden.

Folgende Gründe machen einen Arztbesuch unbedingt erforderlich:

  • Um die Quaddel bildet sich ein rötlicher Kreis. In dem Falle kann es sich um eine Borreliose in Folge von einem Zeckenstich handeln, der Tage oder Wochen zurückliegen kann.
  • Die Quaddel zeigt auch nach mehreren Wochen keine Besserung.
  • Zusätzlich treten Symptome wie Schmerzen, Schwellung, Überwärmung und starke Rötung auf. Dies deutet auf das Vorliegen einer Infektion der betroffenen Hautstelle hin und ein Arzt sollte konsultiert werden.
  • Neben den Quaddeln treten Fieber, Erkältungssymptome sowie ein schlechtes Allgemeinbefinden auf.

Wie kann Kry helfen?

Du hast Quaddeln an dir bemerkt? Über die Kry App kannst du eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren und deine Beschwerden im Videogespräch schildern. Außerdem kannst du für den Termin Fotos der Hautveränderung hochladen. Die Ärztin oder der Arzt kann dir in vielen Fällen ein Medikament verschreiben, ein Rezept ausstellen und dich gegebenenfalls auch krank schreiben. Darüber hinaus können wir dich an eine entsprechende Facharztpraxis überweisen, falls weitergehende Untersuchungen nötig sind.

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