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Niedriger Blutdruck

Niedriger Blutdruck

Ein zu niedriger Blutdruck kann sich mit den Symptomen Schwindel, Kopfschmerzen sowie mit kurzen Phasen der Bewusstlosigkeit äußern. Obwohl ein niedriger Blutdruck an sich keine eigene Erkrankung darstellt, besteht bei starken Beschwerden häufig Handlungsbedarf. Mit der Beachtung einiger Verhaltensregeln kann dem niedrigen Blutdruck entgegengewirkt werden. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Beschwerden mit Medikamenten zu behandeln.

Definition

Der Blutdruck ist der Druck, mit dem das Herz das Blut durch die Gefäße pumpt. Er ist von der Blutmenge, der Herzfrequenz sowie der Wandspannung der Gefäße abhängig. Im Normalfall liegt der arterielle Blutdruck bei circa 120-140/60-90 mmHg.

Ein niedriger Blutdruck (Hypotonie) liegt vor, sobald der Blutdruck unter 100 mmHg systolisch bei Frauen und 110 mmHg bei Männern fällt. In der Regel gibt es Regulationsmechanismen des Körpers, die dem niedrigen Blutdruck entgegenwirken: der Herzschlag und folglich der fühlbare Puls erhöhen sich, um den Blutfluss aufrecht zu erhalten. Sofern diese Regulationsmechanismen ausgeschöpft sind, können mitunter normale Körperfunktionen nicht mehr aufrecht gehalten werden.

Im Rahmen eines niedrigen Blutdrucks kann es zu einer kurzzeitig verminderten Sauerstoffversorgung des Gehirns kommen, die sich als Bewusstseinsverlust äußert (Synkope). Die Patienten merken ein “Schwarzwerden vor Augen” und sind daraufhin für einen kurzen Moment nicht ansprechbar. Synkopen bergen die Gefahr, dass Patienten stürzen und sich im Zuge dessen verletzen.

Als Puls wird der Herzschlag bezeichnet, der am Körper (z.B. Handgelenk, Hals oder an anderen Stellen, an denen fühlbare Arterien fließen) fühlbar ist. Bei körperlicher Aktivität oder in Stresssituationen kann der Puls erhöht sein. Um dem Absacken des Blutes in die Beingefäße während des Aufstehens entgegenzuwirken, erhöht sich für einen kurzen Moment die Herzfrequenz.

Ein Schock beschreibt einen medizinischen Notfall. Hierbei ist der Blutdruck stark erniedrigt und die Durchblutung lebenswichtiger Organe kann nicht mehr gewährleistet werden.

Ursachen der Hypotonie

Die Ursachen für einen niedrigen Blutdruck sind vielfältig. Sie werden in verschiedene Formen der Hypotonie eingeteilt.

Primäre Hypotonie: Bei dieser Form des niedrigens Blutdrucks findet sich keine Ursache der Beschwerden. Die Patientinnen sind meistens junge, dünne Frauen oder Sportler.

Sekundäre Hypotonie: Hier liegt ein definierbarer Grund vor, der in der Folge zu einem niedrigem Blutdruck führt. Als Gründe können beispielsweise Vorerkrankungen oder eine Medikamenteneinnahme in Frage kommen. Hierzu zählen beispielsweise die Herzinsuffizienz, eine Aortenstenose sowie der Perikarderguss. Der übermäßige Genuss von Alkohol sowie Nikotin und Rauschmitteln kann ebenfalls zu Kreislaufbeschwerden führen. Auch hormonelle Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion oder Nebenniereninsuffizienz bis hin zu Nervenerkrankungen (Polyneuropathie, Parkinsonismus o.ä.) können als Ursache in Frage kommen. Zum anderen kann eine verringerte Menge an Blut eine sekundäre Hypotonie in Frage hervorrufen. Dies kann beispielsweise bei Flüssigkeitsverlust im Rahmen von Durchfall oder Erbrechen geschehen. Auch eine zu geringe Trinkmenge sowie jedwede Blutung können das Blutvolumen und folglich den Blutdruck mindern.

Orthostatische Hypotonie: Durch eine Fehlregulation des Körpers kann der Blutdruck im Stehen nicht aufrecht erhalten werden. Nach dem Aufstehen sinkt das Blut gemäß der Schwerkraft in Richtung der Beine und es kommt zu einer verminderten Durchblutung des Gehirns. Die Patienten leiden nach dem Aufstehen unter Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen und Herzrasen bis hin zur Bewusstlosigkeit (Synkope).

Symptome bei niedrigem Blutdruck

  • Kalte Hände und Füße
  • Müdigkeit (am Morgen), Konzentrationsschwäche und verminderte Leistungsfähigkeit
  • Synkopen (Kurzdauernde Bewusstlosigkeit) mit Benommenheit und “Schwarzwerden vor den Augen”
  • Schwindel, Kopfschmerzen sowie Herzrasen nach dem Aufstehen
  • Schweißausbrüche und Gesichtsblässe
  • Ohrensausen und Hörstörungen
  • Schlafstörungen
  • Depressive Verstimmung und innere Unruhe

Diagnose

Obwohl eine Hypotonie häufig harmlos scheint, sollte sie besonders bei älteren Menschen ärztlich abgeklärt werden. Hierbei kann eine ernste Ursache der Beschwerden ausgeschlossen werden.

Erster Ansprechpartner bei niedrigem Blutdruck ist in der Regel der Hausarzt. Dieser wird dir einige Fragen zu deinen Beschwerden stellen. Daraufhin folgt eine körperliche Untersuchung, bei der Kreislauf sowie die Herzaktivität untersucht werden. Auch eine mehrmalige Blutdruckmessung ist Bestandteil der Evaluierung des niedrigen Blutdrucks. Mittels eines Schellongtestes kann evaluiert werden, ob möglicherweise eine orthostatische Hypotonie vorliegt. Hierbei wird der Patient mehrfach von einer liegenden in eine stehende Position gebracht und anschließend über mehrere Minuten Puls und Blutdruck gemessen.

Mitunter kann es sein, dass der Patient an einen Spezialisten für Herzerkrankungen überweisen wird. Der Kardiologe kann zusätzlich einen Herzultraschall (Echokardiographie) und sowie eine Langzeitblutdruckmessung durchführen.

Das kannst du bei niedrigem Blutdruck tun

  • Regelmäßiger Sport hilft, das Herz-Kreislaufsystem in Schwung zu bringen. Besonders Ausdauersport wie Joggen, Schwimmen oder Wandern trainieren den Kreislauf und halten fit.
  • Wechselduschen sowie kalte Kneipp-Bäder regen die Durchblutung an.
  • Vermeide Saunagänge, heiße Bäder und heiße Duschen.
  • Kochsalzreiche Mahlzeiten und eine erhöhte Trinkmenge (2-3 Liter am Tag) können außerdem dazu beitragen, den Blutdruck anzuheben. Ein Butterbrot mit Salz zum Frühstück und mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt wirken gegen niedrigen Blutdruck.
  • Auf den Konsum von Alkohol, Nikotin und Drogen sollte ganz verzichtet werden.
  • Kompressionsstrümpfe können den Blutrückfluss zum Herzen unterstützen.
  • Versuche nachts mit 20-30° erhöhtem Oberkörper zu schlafen.
  • Stehe nach dem Schlafen langsam auf, um eine Synkope zu vermeiden. Auch kann es helfen, bereits vor dem Aufstehen etwas Wasser zu trinken.
  • Bei drohender Ohnmacht (Synkope) kann durch Anspannung der Beinmuskeln oder kurzem Hinhocken dem Bewusstseinsverlusts entgegengewirkt werden. Auch die sogenannte “Party-Cocktail-Stellung” kann hierbei helfen: die Beine werden im Stehen überkreuzt.

Therapie

Eine Therapie ist in der Regel notwendig, wenn eine symptomatische Hypotonie vorliegt. Bei einer zugrunde liegende Erkrankung sollte diese entsprechend behandelt werden. Wird die Hypotonie durch eingenommene Medikamente verursacht, sollte eine Änderung der Medikation durch den Arzt vollzogen werden.

Als pflanzliche Mittel gegen niedrigen Blutdruck stehen D-Campher sowie Crataegus zur Verfügung. Die Wirkung dieser Phytotherapeutika setzt innerhalb weniger Minuten ein. Die Einnahme eignet sich bei Vorliegen einer orthostatischen Hypotonie. Auch können (nicht zu warme) Vollbäder mit Rosmarinöl und Campher wohltuend wirken.

Der niedrige Blutdruck selber kann bei starkem Leidensdruck mit sogenannten Antihypotonika therapiert werden. Antihypotonika sind Medikamente, die den Blutdruck heben.

Wann du Hilfe suchen solltest

Es wird empfohlen, sich mit niedrigen Blutdruck und entsprechenden Beschwerden in ärztliche Hände zu begeben. Gerade bei älteren Patienten sollten schwerwiegende Grunderkrankungen entdeckt und behandelt werden. Neuere Studien zeigen außerdem, dass sich ein zu niedriger Blutdruck schlecht auf die Herzgesundheit auswirkt und die Sterblichkeit erhöht.

Wie kann Kry helfen?

Du leidest an den oben genannten Symptomen und bist dir nicht sicher, um was es sich handelt? Über unsere Kry App erreichst du Ärzte, die dir bei der Diagnose helfen können. Sie können dich beraten und dir gute Tipps geben, deinen Lebensstil zu ändern und dem niedrigen Blutdruck entgegen zu wirken. Darüber hinaus können Sie dir Experten für die Weiterbehandlung empfehlen und dich dorthin überweisen.

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