Masern

Immer wieder hört man in den Medien von Masernausbrüchen, die zur Schließung von Schulen und Kindergärten führen. Auch in Deutschland treten jedes Jahr Fälle der hochansteckenden Viruserkrankung auf. Besonders für kleine Kinder und immungeschwächte Personen stellen Masern eine große Gefahr dar.

Die Masern betreffen zumeist Kinder und treten klassischerweise mit einem großflächigen Ausschlag auf. Eine Infektion mit dem Masernvirus schwächt das Immunsystem langfristig, weshalb nach durchgemachter Erkrankung schwere Infektionen und Komplikationen folgen können. Nach Ausheilung der Masern besteht eine lebenslange Immunität gegen eine Wiederansteckung.

Die Krankheit verläuft in zwei Phasen.

  • Etwa zehn Tage nach Infektion beginnt die erste Phase mit Schnupfen, Fieber, Bindehautentzündung sowie Husten. Sie erinnert stark an eine Erkältung. Zusätzlich können in seltenen Fällen rote oder weiße Flecken an der Mundschleimhaut auftreten.
  • Anschließend beginnt die zweite Phase mit der Ausbildung eines großflächigen rötlich-fleckigen Ausschlags. Dieser breitet sich von den Ohren beginnend über den ganzen Körper aus. Er tritt normalerweise drei bis sieben Tage nach den ersten Symptomen auf und bleibt für etwa vier Tage bestehen. Er wird von hohem Fieber, schwerwiegendem Krankheitsgefühl und Lymphknotenschwellung begleitet.

Zwischen den beiden Stadien kann das Fieber kurzzeitig zurückgehen. Erwachsene und Kinder sind bei Maserninfektion von den gleichen Symptomen betroffen.

Die Masern sind eine hochansteckende Viruserkrankung. Die Verbreitung erfolgt über das Einatmen winziger Luftpartikel - sogenannter Aerosole. Du kannst Dich bei Deinen Mitmenschen bereits anstecken, wenn diese einige Meter entfernt stehen und zum Beispiel husten oder niesen.

Bei Kontakt mit einem Erkrankten und unklarem bis nicht-vorhandenem Impfschutz ist besondere Vorsicht geboten: Um das Ansteckungsrisiko zu verringern sowie die Symptomatik zu lindern, sollte eine einmalige Impfung circa drei Tage nach Kontakt stattfinden. Für immungeschwächte Menschen besteht die Möglichkeit einer Immunglobulingabe innerhalb von sechs Tagen nach Kontakt zu Masern-Erkrankten. Auch bei Säuglingen unter sechs Monaten sowie Schwangeren kann eine Immunglobulin-Gabe in Erwägung gezogen werden. Der Körper produziert Immunglobuline, auch genannt Antikörper, im Rahmen der natürlichen Infektabwehr. Immunglobuline heften sich an das Virus, und machen es dadurch unschädlich. Wenn das eigene Immunsystem noch keine Antikörper hergestellt hat, können diese als Immunglobulin-Infusion verabreicht werden.

Für gesunde Menschen ist die präventive Impfung der beste Weg, eine Maserninfektion zu vermeiden.

Solltest Du oder Dein Kind sich mit Masern angesteckt haben, gibt es einige Regeln zu beachten: Ansteckungsgefahr besteht circa fünf Tage vor und vier Tage nach Auftreten des Ausschlags. In dieser Zeit solltest Du Dich besonders von ungeimpften und immunschwachen Mitmenschen fernhalten, um diese nicht anzustecken. Vor dem Besuch einer Arztpraxis sollte eine telefonische Vorankündigung stattfinden, um andere Menschen nicht zu gefährden. Erkrankte und Kontaktpersonen ohne Impfschutz sollten Gemeinschaftseinrichtungen für zwei Wochen nicht besuchen.

Der Virus kann nicht medikamentös behandelt werden. Die Therapie richtet sich folglich lediglich gegen die auftretenden Symptome. Hierbei können fiebersenkende Mittel eingesetzt werden. Es gilt, auf körperliche Schonung, ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie eine ausgewogene Ernährung zu achten. Bei schwerem Krankheitsverlauf kann eine intravenöse Flüssigkeitsgabe nötig sein.

Die Prognose der Erkrankung ist in aller Regel gut. Dennoch birgt die Krankheit einige Risiken für Komplikationen und Spätschäden. Nach abgeklungener Infektion bleibt häufig eine übergangsweise bestehende Immunschwäche, die einige Monate bis Jahre dauern kann. In dieser Zeit besteht ein besonders hohes Risiko, an Mittelohrentzündung, Bronchitis oder Lungenentzündung zu erkranken.

Außerdem tritt in seltenen Fällen eine Gehirnentzündung auf, die mit schweren Folgen oder gar tödlich enden kann. Bei den Patienten kommt es zu neurologischen Auffälligkeiten wie zum Beispiel Krampfanfällen. Es steht keine ursächliche Therapie zur Verfügung, sodass lediglich Symptome gelindert werden können.

Als sehr seltene Komplikation kann es zur Subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE) kommen, die in der Regel 4-10 Jahre nach durchgemachter Infektion auftreten kann. Die Erkrankten versterben in aller Regel innerhalb von ein bis drei Jahren. Meist findet sich in der Vorgeschichte eine Erkrankung an Masern vor dem zweiten Lebensjahr.

Seit vielen Jahren wird eine Impfung empfohlen, die wirksam vor Masern, Mumps, Röteln (MMR) und gegebenenfalls Windpocken schützt. Auch wirkt die Impfung gegen die vorübergehende Immunschwäche, die mit der Infektion einhergeht.

Bei der Impfung handelt es sich um einen sogenannten „Lebendimpfstoff“ mit vermehrungsfähigen aber abgeschwächten Erregern. In einigen Fällen wird von lokalen Reaktionen, Fieber und dem Auftreten von sogenannten “Impfmasern” berichtet. Diese sind als normale Reaktion des Körpers auf die Viren zu sehen. Sie sind nicht ansteckend und heilen schnell und folgenlos ab.

  • Bei Säuglingen und Kleinkindern sollte die zweimalige Impfung zwischen dem 11.-14. Lebensmonat und dem 15.-23. Lebensmonat erfolgen. Zwischen den Impfungen sollte auf einen Mindestabstand von vier Monaten geachtet werden.
  • Bei ungeimpften Jugendlichen unter 18 Jahren wird ebenfalls eine zweimalige Impfung verwendet, die im Abstand von vier bis sechs Wochen verabreicht wird.
  • Bei Erwachsenen, die nach 1970 geboren wurden, empfiehlt die Ständige Impfkommission eine einmalige Masernimpfung. Auch Personen die in Ihrer Kindheit nur einmal geimpft worden sind, sollten eine zweite Impfung erhalten.

Bei Ausbruch, Berufsrisiko und immungeschwächten Personen gelten besondere Regeln, die gegebenenfalls mit einem Arzt besprochen werden sollten.

Die Annahme, dass die Masernimpfung mit Autismus zusammenhängt, wurde durch eine gefälschte Studie verbreitet und konnte anschließend durch verschiedene Studien widerlegt werden. In sehr seltenen Fällen findet eine Maserninfektion trotz Impfung statt, da die Impfung keinen hundertprozentigen Schutz bietet. Berichten zufolge ist der Verlauf der Erkrankung in diesen Fällen abgeschwächt und milder.

Bei unklaren Symptomen und einem auffälligen Hautausschlag sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden. Da einige Kindererkrankungen mit einem Hautausschlag einhergehen, ist hier besondere Vorsicht geboten. Durch das Stellen einiger gezielter Fragen kann der Arzt gegebenenfalls Masern erkennen oder ausschließen:

  • Besteht Impfschutz gegen Masern und Röteln?
  • Wurde zuletzt ein Medikament (zum Beispiel Antibiotikum) eingenommen?
  • Juckt der Ausschlag?
  • Von wo bis wo breitet sich der Ausschlag aus? Ist die Wangenschleimhaut auch betroffen?
  • Bestehen andere Symptome (zum Beispiel Fieber)?

Außerdem kann der Arzt über Impfungen und das Verhalten bei Erkrankung aufklären. Zusätzlich kann er helfen, andere Infizierte zu identifizieren und mögliche Maßnahmen einleiten, um eine Epidemie zu verhindern.

Sollte sich die werdende Mutter während der Schwangerschaft mit Masern infiziert haben, birgt dies keine Gefahr für die Entwicklung des Ungeborenen im Mutterleib. Es besteht die Möglichkeit einer Immunglobulingabe nach Kontakt zu einem Erkrankten bei unzureichendem Impfschutz. Schwangere sollten bei Verdacht unverzüglich einen Arzt um Rat fragen.

Bei Dir oder Deinem Kind tritt ein Hautausschlag auf und Du bist Dir nicht sicher, um welche Erkrankung es sich handelt? An dieser Stelle kann Dir ein Arzt über KRY helfen. Schicke ein Foto über die App oder zeige den Ausschlag während des Videogesprächs. Der Arzt wird Dir helfen, die Symptome einzuordnen und eine Diagnose stellen. Außerdem kann er Dir einen weiterbehandelnden Experten empfehlen, sollte eine Behandlung nötig sein. Da Masern hochansteckend sind, ist eine Videokonsultation vor Besuch einer Arztpraxis durchaus sinnvoll. Auch kann der Arzt im Videogespräch über Impfungen oder Maßnahmen zur Ansteckungsprophylaxe aufklären.

  1. https://www.bayerisches-aerzteblatt.de/inhalte/details/news/detail/News/masern-infektion-folgeerkrankungen-und-masern-impfung-bayern-zaehlt-zu-den-bundeslaendern-mit-den.html
  2. https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Masern.html
  3. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC2838858/
  4. https://www.swiss-paediatrics.org/sites/default/files/paediatrica/vol19/n3/pdf/41-44.pdf
Letzte Aktualisierung:
7. Feb. 2020