Kehlkopfentzündung

Im Rahmen einer Kehlkopfentzündung leiden die betroffenen Patienten unter Heiserkeit, Stimmlosigkeit und unter einem trockenen Husten. Die akute Kehlkopfentzündung tritt meist im Zuge einer Erkältung auf und heilt bei ausreichender Schonung von selber wieder aus. Mit einigen Tipps und Tricks kann der Heilungsprozess unterstützt werden.

Definition

Die Krankheit Kehlkopfentzündung (Laryngitis) beschreibt eine Entzündung der den Kehlkopf auskleidenden Schleimhaut. Der Kehlkopf ist eine anatomische Struktur zwischen Rachen und Luftröhre. Er übernimmt eine wichtige Funktion beim Schluckakt sowie bei der Stimmbildung.

  • Der Kehlkopfdeckel verschließt den Kehlkopf beim Schlucken und verhindert den Übergang von Speisebrei in die Luftröhre.
  • Die Stimmlippen werden beim Ausatmen durch Spannung in Schwingung gebracht und ermöglichen uns so das Sprechen. Bei einer entzündlichen Veränderung der Stimmlippen, spricht man von einer Stimmlippenentzündung.

Im Rahmen einer Kehlkopfentzündung kommt es folglich zu Einschränkungen beim Sprechen sowie beim Schlucken. Die Laryngitis kann sowohl akut als auch chronisch verlaufen.

Eine Kehlkopfentzündung bei Kindern äußert sich häufig als Laryngitis subglottica (Pseudokrupp). Nach Infektion schwillt der Kehlkopfausgang stark an und die betroffenen Kindern leiden an einem bellenden Husten und Atembeschwerden. Den jungen Patienten hilft eine Inhalation mit abschwellenden Medikamenten sowie kalte und feuchte Umgebungsluft.

Im Falle einer Entzündung des Kehlkopfdeckels spricht man hingegen von einer Epiglottitis. Diese seltene aber lebensgefährliche Erkrankung tritt besonders im Kindesalter auf und wird durch Bakterien ausgelöst. Erkrankte Kinder sind schwer erschöpft und haben Fieber, Atemnot und Schluckbeschwerden. Sie wollen nicht liegen, sondern sitzen lieber mit offenem Mund und nach vorne gestrecktem Kopf. Weitere Symptome sind Reizbarkeit und motorische Unruhe. Eine Impfung gegen Hämophilus influenzae bietet einen zuverlässigen Schutz vor der Infektionskrankheit.

Die Diphtherie (Echter Krupp) ist eine Erkrankung, die häufig mit einer Kehlkopfentzündung und einer Mandelentzündung auftritt. Aufgrund der flächendeckenden Impfung ist die Diphtherie seit den 60er Jahren eine sehr seltene Erkrankung geworden. Im Jahr erkranken weniger als 30 Menschen in Deutschland an Diphtherie.

Ursachen der Kehlkopfentzündung

Die akute Kehlkopfentzündung wird in der Regel durch virale Infekte der oberen Atemwege ausgelöst. Eine einfache Erkältung oder ein grippaler Infekt kann vom Nasen-Rachen-Raum zum Kehlkopf absteigen. In einigen Fällen kann eine akute in eine chronische Kehlkopfentzündung übergehen, sofern die Patienten sich nicht ausreichend schonen. Eine hohe Belastung der Stimme sowie der Aufenthalt in trockenen und verrauchten Zimmer unterstützen die Krankheitsbildung.

Auslöser der chronischen Kehlkopfentzündung ist in meisten Fällen eine anhaltende Schädigung der Schleimhäute durch regelmäßiges Rauchen und den Konsum von Alkohol. Sowohl chronischer Schnupfen als auch eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung können begünstigende Faktoren für die Erkrankung sein. Weitere auslösende Aspekte können eine berufliche Belastung mit Stäuben sowie schlechter, verrauchter Luft sein. Eine falsche Stimmtechnik und Stimmstörungen wird ebenfalls als Grund für die Beschwerden betrachtet. Auch die regelmäßige Inhalation von Asthmasprays und COPD-Sprays sowie Sodbrennen (Refluxösophagitis) können zu den Beschwerden führen. Die chronischen Reizzustände führen in der Folge zu einer Schwellung sowie einer Verhornung des Gewebes. Als Resultat treten Heiserkeit sowie eine tiefere Stimme auf.

Symptome bei Kehlkopfentzündung

  • Heiserkeit bis Stimmverlust
  • Trockenheitsgefühl im Hals
  • Halskratzen
  • Rauer und trockener Husten
  • Häufiges Räuspern
  • Halsschmerzen beim Sprechen
  • Schluckbeschwerden

Ansteckungsrisiko bei Kehlkopfentzündung

Die akute Laryngitis wird in der Regel durch viral bedingte Infekte verursacht, die beispielsweise eine Erkältung oder eine Influenza Grippe auslösen. Die Viren können als Schmierinfektion sowie als Tröpfcheninfektion übertragen werden und führen dazu, dass eine Kehlkopfentzündung ansteckend ist. Sofern ein erkrankter Patient hustet, verteilen sich winzige Luftpartikel (Aerosole) in der unmittelbaren Umgebung, die anschließend von einer nahestehenden Person eingeatmet werden können.

Patienten mit vorgeschädigter Kehlkopfschleimhaut wie beispielsweise Raucher sind besonders gefährdet, an einer Laryngitis zu erkranken. Auch sind Patienten mit einem geschwächten Immunsystem anfälliger als andere Menschen.

Dauer der Kehlkopfentzündung

In der Regel heilt eine Kehlkopfentzündung innerhalb weniger Tage aus. Sofern keine ausreichende Schonung stattgefunden hat, kann eine akute in eine chronische Kehlkopfentzündung übergehen.

Diagnose bei Kehlkopfentzündung

In der Regel sind Hausärzte beziehungsweise Kinderärzte die ersten Ansprechpartner bei gesundheitlichen Beschwerden. Der Spezialist für Krankheiten im Bereich der oberen Atemwege ist der Hals-Nasen-Ohrenarzt.

Um die richtige Diagnose zu stellen, wird dir der behandelnde Arzt zunächst ein paar Fragen zu deinen Beschwerden sowie zum Krankheitsverlauf stellen. Im Rahmen dieses sogenannten Anamnesegesprächs können bereits Ursachen und Schwere der Symptome besprochen werden.

Daran schließt sich in der Regel die körperliche Untersuchung. Der Kehlkopf ist im Rahmen einer einfachen Untersuchung nicht sichtbar.

Hierfür bedarf eines Untersuchungsinstrumentes namens Kehlkopfspiegel (Laryngoskop). Die entsprechende Untersuchung nennt sich Laryngoskopie, sie kann in der Regel jedoch nicht beim Hausarzt, sondern nur bei einem HNO Arzt durchgeführt werden. Bei der indirekten Laryngoskopie wird mittels Spiegel der Kehlkopf untersucht. Die Untersuchung ist wenig invasiv und wird am wachen Patienten durchgeführt. In der Regel ist die indirekte Laryngoskopie nicht schmerzhaft, wenn aber etwas unangenehm. Bei der direkten Laryngoskopie hingegen wird ein stabförmiges Laryngoskop in die Luftröhre eingeführt. Im Rahmen dieser Laryngoskopie kann die Schleimhaut genauer betrachtet werden und kleine Gewebeproben genommen werden. Die Patienten erhalten eine kurze Narkose. Bei Vorliegen einer Laryngitis zeigen sich die Stimmbänder im Kehlkopf gerötet, geschwollen und mit eitrige Sekret bedeckt.

Wenn die Symptome innerhalb einiger Tage nicht abklingen, müssen ggf. zur Abklärung anderer Ursachen weitere Untersuchungen wie z.B. eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs oder eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt werden.

Das kannst du selbst tun

  • Zigarettenrauch und Alkohol reizen die Schleimhäute. Deshalb sollte der Konsum eingestellt oder stark reduziert werden.
  • Schone deine Stimme. Selbst auf Flüstern sollte verzichtet werden, da dies die Stimme noch mehr beansprucht.
  • Trage warme Halswickel. Wärme unterstützt den Heilungsprozess.
  • Trinke warme Tees. Viel Flüssigkeit hält die Schleimhäute feucht.
  • Vermeide trockene verrauchte Räume. Für zusätzliche Luftfeuchtigkeit können Raumluftbefeuchter genutzt werden.
  • Eine Dampfinhalation mit Kochsalz befeuchtete die Schleimhaut. Auch Salbei oder Eibisch können inhaliert werden und stellen ein gutes Hausmittel gegen Kehlkopfentzündung dar. Eine genaue Anleitung findest du in dem Artikel Bronchitis.
  • Um eine Kehlkopfentzündung sowie Erkältungskrankheiten zu vermeiden, solltest du auf eine gesunde Lebensführung achten. Ernähre dich gesund, versuche ausreichend zu schlafen und treibe regelmäßig Sport. Vitamin C und Zink können zu Beginn der dunklen Jahreszeiten prophylaktische gegen Atemwegsinfekte eingenommen werden.

Therapie einer Kehlkopfentzündung

Zusätzlich zu den oben genannten Maßnahmen, können verschiedene Medikamente verschrieben werden. Befeuchtende Lutschpastillen sowie schmerzstillende und entzündungshemmende Medikamente können die Symptome lindern. Je nach Ursache der Kehlkopfentzündung sollte die zugrundeliegende Erkrankung mitbehandelt werden. Sofern eine falsche Stimmtechnik Auslöser der Beschwerden ist, kann eine logopädische Behandlung helfen. Eine antibiotische Therapie ist in den meisten Fällen nicht indiziert, da die Krankheitserreger in aller Regel Viren sind.

Komplikationen bei einer Kehlkopfentzündung

In der Regel heilt eine Kehlkopfentzündung von alleine aus und die Patienten finden schnelle Linderung der Symptome durch eine medikamentöse Therapie. In manchen Fällen kann es zu einem schweren Verlauf kommen: Fibrinbeläge auf den Stimmlippen führen zu Atembeschwerden und Atemnot. Bei bakteriellen Infektionen besteht die Gefahr, dass sich eine Eiteransammlung (Abszess) im Bereich des Kehlkopfs bildet. In seltenen Fällen kann auch nach Abheilung der Entzündung Heiserkeit bestehen bleiben. Stimmübungen mit dem Logopäden können hier helfen.

Wann du Hilfe suchen solltest

  • Du leidest seit mehr als drei Wochen an anhaltender Heiserkeit. Bei diesen Beschwerden solltest du einen HNO-Facharzt für weiterführende Untersuchungen aufsuchen.
  • Du hast ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl, Fieber und Schüttelfrost.
  • Bei Atembeschwerden sowie Atemnot solltest du dich umgehend in ärztliche Hände begeben.

Wie kann Kry helfen?

Du hast einen trockenen Husten oder leidest an Heiserkeit? Eine Video-Beratung über Kry kann dir dabei helfen, die genaue Ursache für deine Symptome zu ermitteln. Der Arzt kann dir passende Medikamente gegen Kehlkopfentzündung verschreiben und falls erforderlich eine Überweisung an den Hals-Nasen-Ohrenarzt ausstellen. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine Krankschreibung auszustellen.

Quellen

  • Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs - Univ.-Prof. Dr. Herbert Riechelmann (13.11.17) “Kehlkopfentzündung” from www.gesundheit.gv.at/krankheiten/hno/rachenerkrankungen/kehlkopfentzuendung, last access 15.06.20
  • HNO-Ärzte im Netz - Herausgegeben vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohrenärzte e.V.: “Kehlkopfentzündungen” from https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/kehlkopfentzuendungen/anzeichen-verlauf.html, last access 15.06.20
  • Witte, Felicitas (27.09.06): “Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen”, Thieme Verlag
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