Heuschnupfen: Pollenallergie

Während für viele Leute mit Einsetzen des Frühlings die schönste Jahreszeit beginnt, startet für Pollenallergiker die Hochsaison. Die Beschwerden können einer Erkältungs ähneln und den Betroffenen wochenlang Probleme bereiten.

Eine Allergie bezeichnet eine überschießende Reaktion des Körpers auf sogenannte Allergene. Bei einer Pollenallergie reagiert das Immunsystem auf die Pollenstäube von Gräsern, Bäumen und Sträuchern. Man spricht auch von einer allergischen Rhinosinusitis, da die Überempfindlichkeit eine Entzündung der Nasenschleimhäute auslöst.

Der Körper erkennt die Pollen als vermeintlich schädlich und richtet sich mit einer allergischen Entzündungsreaktion gegen die Allergene. Durch die Ausbildung von Antikörpern kommt es bei jedem neuen Kontakt zu den gleichen Symptomen.
Es ist nicht ganz klar, warum einige Menschen Pollenallergiker werden und andere nicht. Meist bleibt die Allergie lebenslang bestehen, kann jedoch hormonellen Schwankungen unterliegen. Beispielsweise können die Symptome während der Schwangerschaft oder mit höherem Alter zurückgehen oder auch erst in höherem Alter auftreten Im Prinzip kann es in jedem Alter zum erstmaligen Auftreten einer derartigen Allergie kommen.

Art und Schwere der Beschwerden hängen von verschiedenen Faktoren ab. Zum Einen spielt der Pollengehalt in der Luft eine Rolle. Dieser kann von Region zu Region variieren und ist außerdem von Jahreszeit und Witterung abhängig. Zum Anderen kommt es darauf an, gegen welche Art von Pollen sich die Allergie richtet. Einen Pollenflugkalender für Deine Region kannst Du beispielsweise im Internet finden oder beim Arzt erfragen.

Sekunden bis Minuten nach Kontakt zu Pollen reagiert der Körper mit verschiedenen Symptomen:

  • Juckreiz, Hautrötung
  • Allergische Rhinitis: Schnupfen mit klarem Sekret, Niesen
  • Allergische Konjunktivitis: Rötung der Augen, Juckreiz und Tränen
  • Allergisches Asthma bronchiale: Atembeschwerden durch Verengung der Atemwege
  • Müdigkeit

Die allergischen Symptome können unter Umständen zum anaphylaktischen Schock führen. Hierbei kommt es zu Schwindel, Ausschlag, Schluckbeschwerden oder sogar Kreislaufversagen. In diesem Fall sollte schnellstmöglich ein Krankenwagen gerufen werden, da die Schwellung im Hals die Atemwege verlegen kann.

Im Allgemeinen gehören Allergiker häufig zur Gruppe der sogenannten Atopiker. Diese Patienten haben nicht nur eine Neigung, Allergien auszubilden, sie leiden mitunter auch an anderen Beschwerden:

  • Asthma bronchiale
  • Atopische Dermatitis/Neurodermitis
  • Nahrungsmittelallergie (Nüsse, Soja, Ei, Weizen, Milcheiweiß, Schalentiere, Obst, etc.)

Mit einigen Fragen zu Deinen Beschwerden und dem zeitlichen Verlauf der Erkrankung wird der Arzt die Diagnose stellen. Außerdem besteht die Möglichkeit, mit einfachen Hauttests wie dem Pricktest herauszufinden, gegen welche Pollen sich Deine Allergie richtet. Dabei werden die Allergene in die obere Hautschicht eingebracht, und es wird eine kleine Entzündungsreaktion mit Schwellung abgewartet.
Vorsicht ist geboten, wenn Du trotz verschreibungspflichtiger Medikamente starke Symptome hast oder wenn Du Atembeschwerden oder Husten bemerkst. In dem Fall solltest Du Dich dringend bei einem Arzt vorstellen.

Für die nasalen Symptome stehen einige Nasensprays zur Verfügung. Je nach Schwere der Symptome empfehlen Ärzte und Apotheker verschiedene Präparate, wobei einige rezeptpflichtig sind. Augentropfen bieten Linderung bei geröteten und juckenden Augen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, sogenannte Antihistaminika einzunehmen. Sie können die Beschwerden deutlich lindern, können jedoch zu mitunter ausgeprägten Nebenwirkungen wie beispielsweise Müdigkeit führen

Seit einigen Jahren besteht außerdem die Möglichkeit einer sogenannten Hyposensibilisierung. Sie wird auch als spezifische Immuntherapie bezeichnet. Dabei wird das verursachende Allergen in regelmäßigen Abständen unter die Haut gespritzt, um den Körper an dessen Ungefährlichkeit zu gewöhnen. Die Therapie dauert circa drei Jahre und erfordert regelmäßige Arztbesuche und eine hohe Disziplin von Seiten des Patienten.

  • Schwangeren Frauen wird geraten, sich gesund zu ernähren (inklusive Fisch) und auf Alkohol sowie Zigaretten zu verzichten.
  • Bestenfalls werden Säuglinge gestillt, alternativ mit Formulanahrung ernährt.
  • Wenn bereits Allergien in der Familie bekannt sind, stehen verschiedene hypoallergene Säuglingsnahrungen zur Verfügung.
  • Vermeide das Halten von felltragenden Haustieren wie beispielsweise von Katzen.
  • Versuche Dich während der Pollensaison so wenig wie möglich in der Natur aufzuhalten.
  • Wechsle nach dem Nachhausekommen Deine Klamotten und gehe unter die Dusche. So kannst du den Pollenstaub bestmöglich loswerden.
  • Hänge Deine Kleidung nicht im Freien zum Trocknen auf.
  • Installiere ein Pollenfluggitter im Fensterrahmen.

Kleinkinder haben selten eine Pollenallergie. Meist tritt die Erkrankung erstmals auf, wenn das Kind das schulpflichtige Alter erreicht. Kinder bekommen die gleichen Symptome wie Erwachsene und profitieren meistens auch von den gleichen Medikamenten wie Erwachsene. Dennoch lohnt sich der Besuch beim Kinderarzt zur Diagnostik und Therapieeinleitung. Bei machen Kindern verschwinden die Probleme mit zunehmendem Alter.

Manchmal verursacht eine Pollenallergie eine sogenannte Kreuzallergie. In dem Fall agieren Bestandteile der Nahrungsmittel als Allergene und lösen eine allergische Reaktion aus. Dies äußert sich durch Brennen und Jucken im Mund, Rachen, der Nase und den Ohren. Eine Allergie gegen Birkenpollen kann beispielsweise eine Unverträglichkeit von Nüssen oder Äpfeln hervorrufen.

Hast du Fragen zu dem Thema? Möchtest Du mit einem Arzt über Deine Beschwerden sprechen? Über die KRY-App kannst Du jederzeit einen Arzt erreichen, der Dir weiterhilft. Er kann dir erklären, ob bei Dir eine Pollenallergie vorliegt. Außerdem kann er Dir Rezepte zur Linderung Deiner Beschwerden ausstellen. Auch besteht die Möglichkeit einer Krankschreibung, falls Dich die Symptome sehr stark einschränken.

  1. https://dgaki.de/wp-content/uploads/2010/05/Leitlinie_AllergischeRhinitis2003.pdf
  2. https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/11/15/nasales-corticoid-ohne-orales-antihistaminikum
  3. https://www.aerzteblatt.de/archiv/66063/Klinische-Leitlinie
  4. http://www.dgaki.de/wp-content/uploads/2014/12/Leitlinie_SIT_Pfaar-dtsch_12-2014.pdf
  5. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/013-027k_S2k_Neurodermitis_2015-03-verlaengert.pdf
  6. https://dgaki.de/wp-content/uploads/2010/05/Leitlinie_Kreuzreaktionen_MWorm_DGAKI-2-2014.pdf
Letzte Aktualisierung:
18. März 2020