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Gonarthrose

Gonarthrose

Falls dir die Knie bei Bewegung schmerzen oder sie sich steif anfühlen, kann eine Gonarthrose dahinter stecken. Die Kniegelenksarthrose ist eine häufige Erkrankung des Erwachsenenalters. Je nach Studie sind 27 bis 60% der über 60-Jährigen betroffen. Leider ist die Gonarthrose eine chronische Erkrankung, die nicht komplett geheilt werden kann, aber durch eine gute, langfristige, individuelle Betreuung können die Beschwerden minimiert werden.

Definition: Gonarthrose

Gonarthrose ist eine degenerative Erkrankung des Kniegelenks. Sie geht mit einer zunehmenden Zerstörung des Gelenkknorpels einher, es können jedoch alle Gelenkstrukturen beteiligt sein. Hierzu gehören unter anderem die Knochen, Bänder, Gelenkkapseln und die umgebende Muskulatur. Die Arthrose des Knies verläuft meist in Phasen. Es wechseln sich entzündliche Phasen, in denen das Knie geschwollen und gerötet ist, mit nicht-entzündlichen Phasen ab.

Die Gonarthrose zeigt in einem Röntgenbild ganz typische Veränderungen, anhand derer sie klassifiziert wird. Es ist aber wichtig, dir vor Augen zu halten, dass nicht jeder Mensch mit Veränderungen im Röntgenbild auch Beschwerden hat.

Symptome von Gonarthrose

Die Hauptbeschwerde der Gonarthrose ist der Schmerz. Zu Beginn ist dieser meist bewegungsabhängig, tritt häufig am Anfang einer Bewegung auf und lässt dann nach kurzer Zeit nach. Dieser Schmerz wird Einlauf- oder Anlaufschmerz genannt. Bei zunehmender Schwere der Erkrankungen kann der Schmerz jedoch zu einem Dauerschmerz fortschreiten und mit deutlicher Funktionsminderung des Gelenks einhergehen. Er kann dann sogar in Ruhe oder auch in der Nacht auftreten. Durch die Schmerzen einer Gonarthrose müssen Betroffene häufig zu Schmerzmedikamenten greifen, um ihrem Alltag nachgehen zu können.

Zusätzlich geht Gonarthrose mit Funktionseinbußen des Knies einher. Es kann zu einer Steifigkeit und zu Bewegungseinschränkungen kommen, die den Alltag einschränken. In einigen Fällen müssen Hilfsmittel genutzt werden, um sich zum Beispiel die Schuhe anzuziehen, da das Herunterbeugen zu den Füßen unmöglich geworden ist.

Andere mögliche Beschwerden sind:

  • Knarrende Geräusche in den Knien (Krepitationen)
  • Erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Nässe und/oder Kälte

Ursachen von Gonarthrose

Der genaue Mechanismus hinter der Entwicklung einer Arthrose ist noch nicht bekannt. Sicher ist, dass viele verschiedene Faktoren bei der Zerstörung der betroffenen Gelenke mitwirken. Der fortschreitende Umbau der Gelenkstrukturen führt zu schmerzhaften Funktionseinschränkungen und kann alle Gewebe und Strukturen des Gelenks betreffen.

Zentrale Faktoren, die in der Entstehung der Gonarthrose eine Rolle spielen sind:

  • Genetik: Arthrose hat eine genetische Komponente, die jedoch von Gelenk zu Gelenk unterschiedlich stark ausgeprägt ist.
  • Alter: Im Alter sinkt die Regenerationskapazität des Knorpels, was das Entstehen von Arthrose begünstigt.
  • Mechanische Veränderungen bzw. Belastungen des Knies
  • Eine veränderte Stoffwechsellage
  • Entzündungen des Kniegelenks

Gelenkknorpel ist kein totes Gewebe, sondern unterliegt einem dynamischen Zusammenspiel zwischen Auf- und Abbau. Fehlbelastungen bzw. Schädigungen des Knorpels können in Kombination mit anderen Stressfaktoren zu einem Ungleichgewicht des Knorpelstoffwechsels führen. Wenn die Regenerationskapazität des Knorpels aufgebraucht ist, kann daraus ein fortschreitender Knorpelverlust resultieren. Hierdurch entsteht eine Entzündung, die wiederum zu einer Verstärkung des Knorpelabbaus führt. Es entsteht ein Teufelskreis, der zu einem kompletten Verlust der Knorpelschicht führen kann.

In einem Gelenk dient Knorpel dazu, eine möglichst glatte Oberfläche zu bilden, um Reibung während Bewegungen zu minimieren. Zusätzlich verteilt er den Druck innerhalb des Gelenks gleichmäßig. Wenn der Gelenkknorpel geschädigt ist, kann es zu Knochenneubildungen am Rand des Gelenks kommen, da der Körper versucht, durch eine Vergrößerung der Gelenkoberfläche das Gewicht besser zu verteilen. Leider können diese Knochenneubildungen zusätzliche Beschwerden hervorrufen.

Wie wird die Diagnose „Gonarthrose” gestellt?

Bei der Verdachtsdiagnose „Gonarthrose” dienen Untersuchungen dazu, das Vorliegen einer Arthrose eindeutig nachzuweisen oder eindeutig auszuschließen, um eine entsprechende Therapie einleiten zu können.

In einem individuellen Patientengespräch kann dein/e Arzt/in dich fragen, welchen Belastungen deine Knie ausgesetzt sind, welche Vorerkrankungen du hast oder ob du eventuell besonders belastenden Freizeitaktivitäten nachgehst, um die Risikofaktoren für eine Gonarthrose einzuschätzen. Zusätzlich ist es wichtig, dass du den Schmerz in deinem Knie genau beschreibst, damit andere Erkrankungen des Knies ausgeschlossen werden können. Dem Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung und Funktionstests, in denen die Beweglichkeit deines Knies geprüft wird und festgestellt wird, ob du zum Beispiel einen Erguss im Knie hast.

In einigen Fällen kann es nötig sein, sich das Knie mit einer Röntgenaufnahme genauer anzusehen und nach Zeichen der Arthrose im Röntgenbild zu suchen. Zusätzlich sind auch eine Magnetresonanztomografie (MRT) oder eine Punktion des Gelenks möglich.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Du solltest zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen, falls du Gelenkschmerzen oder eine Steifigkeit deiner Knie feststellst, die nicht von alleine wieder vergehen.

Was du selbst bei Gonarthrose tun kannst

Leider ist eine Gonarthrose in vielen Fällen genetisch mitbedingt, es gibt jedoch einige Dinge, die du beachten kannst, um das Risiko möglichst gering zu halten und Schmerzen einer bestehenden Gonarthrose zu minimieren:

  • Vermeide kniebelastende Aktivitäten im Alltag und im Beruf.
  • Vermeide kniebelastende Sportarten.
  • Betreibe gelenkschonenden Sport wie Schwimmen, Radfahren oder Wasser-Aerobics.

Eine der großen Missverständnisse ist, dass man bei Knieschmerzen Bewegung immer meiden sollte. Viele Beschwerden bessern sich durch Schonung. Wenn du unter einer Gonarthrose leidest, ist es aber wichtig, dich zu bewegen. Treten stundenlange Schmerzen nach dem Sport auf, ist es zwar ein Anzeichen dafür, dass es zu viel Belastung war, du solltest dennoch nicht komplett auf Sport verzichten. Versuche es einige Tage erneut mit geringerer Intensität, denn Muskeln stabilisieren und schützen die Gelenke, und der Knorpel wird durch Bewegung besser mit Nährstoffen versorgt. Ruhige Sportarten wie Yoga oder Tai Chi haben bei Arthrosebeschwerden gute Wirkung gezeigt. Du solltest vorher jedoch deinem/r Lehrer/in Bescheid geben, an welchen Gelenken du Beschwerden hast, um diese nicht allzu sehr zu belasten.

  • Halte ein gesundes Gewicht (BMI <25).

Überschüssiges Gewicht bedeutet extra Belastung auf die Gelenke, die vermieden werden könnte. Die Gelenke, die am meisten unter Übergewicht leiden, sind die Knie und die Hüfte.

  • Hitze- und Kälteanwendungen

Hitze sowie Kälte können schmerzlindernd sein. Wärme entspannt die Muskulatur und fördert die Durchblutung, während Kälteanwendungen nach dem Sport Erleichterung verschaffen können.

  • Capsaicinbehandlung

Capsaicin ist der Stoff, der Chilischoten ihre Schärfe verleiht. Einigen Menschen hilft es, Capsaicinpflaster direkt auf den schmerzenden Bereich aufzutragen, denn die wahrgenommene Hitze führt zu einer verminderten Schmerzantwort. Andere Menschen tolerieren das anfangs brennende Gefühl jedoch nicht. Falls du Capsaicinsalben oder -pflaster ausprobieren möchtest, ist es sehr wichtig, dass du dir danach die Hände gut wäschst, um den Wirkstoff nicht zu verteilen und eventuell in die Augen zu bekommen, da er auch dort stark brennt.

Schmerztherapie hat eine große Bedeutung in der Behandlung von Arthrose. Da Arthrose eine chronische Erkrankung ist, können sich die Schmerzmedikamente jedoch schnell anhäufen und zu unerwünschten Nebenwirkungen führen. Um die Dosis von Schmerzmitteln so gering wie möglich zu halten, sind auch Cremes und Salben entwickelt worden, die du direkt auf den betroffenen Bereich auftragen kannst.

Falls es nötig ist, Schmerzmittel einzunehmen, solltest du darauf achten, sie nicht dauerhaft zu nehmen, sondern nur in Schmerzperioden, bis die Entzündung des Gelenks abgeklungen ist. Du solltest mit deinem/r behandelnden/r Arzt/in besprechen, welche Schmerzmedikamente für dich in Frage kommen, da eine Kombination mit anderen Medikamenten zu Wechselwirkungen führen kann, und verschiedene Organsysteme unter dauerhafter Schmerzmitteleinnahme leiden können. Zusätzlich kann es auch notwendig werden, einen Magenschutz einzunehmen, da viele Schmerzmittel zu Magengeschwüren führen können.

Therapie von Gonarthrose

Die großen Ziele der Therapie bei Gonarthrose sind:

  • Schmerzlinderung
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • Verbesserung der Gehleistung
  • Verhindern des Fortschreitens der Gelenkschädigung

Auch wenn die Beschwerden der Gonarthrose verbessert werden können, ist es nicht möglich, Schäden, die bereits entstanden sind, wieder rückgängig zu machen. Es ist deshalb wichtig, einen individuellen Versorgungsplan aufzustellen, der in Abhängigkeit des Schweregrades der Gonarthrose und den Beschwerden, schrittweise eskaliert werden kann.

Die Behandlung der Gonarthrose beginnt konservativ, ohne Operationen. Die wichtigste Behandlung ist die Physiotherapie, die durch Kraft-, Ausdauer- und Beweglichkeitstraining die Beschwerden lindern soll und die umgebende Muskulatur stärkt. Weitere Möglichkeiten sind eine Rehabilitation, Verbände, Ergotherapie und viele andere. Die Akupunktur hat als Naturheilverfahren in mehreren Studien eine gute Wirkung bei der Behandlung von Knieschmerzen gezeigt. Zusätzlich zu diesen Behandlungen können Hilfsmittel den Alltag erleichtern.

Wenn nichtinvasive Verfahren die Schmerzfreiheit und Beweglichkeit nicht ausreichend wiederherstellen, können abhängig vom Stadium und Leidensdruck operative Behandlungen nötig sein.

So kann Kry helfen

Falls du seit geraumer Zeit Knieschmerzen hast und dir nicht sicher bist, welche Erkrankungen dahinter stecken können, kannst du über Kry eine Sprechstunde mit einer Ärztin oder einem Arzt buchen und eine grobe Einordnung der möglichen Auslöser erhalten. In dem Gespräch ist eine physische Untersuchung des Knies natürlich nicht möglich, du kannst aber direkt eine Überweisung an eine Ärztin oder einen Arzt vor Ort ausgestellt bekommen, die oder der sich dann das Gelenk anschauen kann.

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