Genitalherpes

Ausgelöst durch Herpesviren zählt der Genitalherpes zur Gruppe der sexuell übertragbaren Krankheiten. Er äußert sich mit kleinen brennenden Bläschen auf rotem Hintergrund. Die auslösenden Viren verbleiben lebenslang im Körper und können immer wieder zu Rezidiven führen.

Genitalherpes beschreibt eine Infektion der Geschlechtsorgane, die sowohl bei der Frau als auch beim Mann auftreten kann. Im Volksmund wird Herpes auch Fieberbläschen genannt, da er häufig in Zusammenhang mit fieberhaften Infekten auftritt.

Auslöser der Herpesinfektion sind die Herpes simplex Viren Typ 1 (oraler Typ) und Typ 2 (genitaler Typ), wobei die Durchseuchungsrate der Bevölkerung für den Typ 1 bei etwa 90 % liegt, für den Typ 2 bei etwa 12-16% . Die Übertragung findet bei vaginalem, analem oder oralem Geschlechtsverkehr statt.
Risikofaktoren wie Stress, Sonnenlicht oder kleine Verletzungen begünstigen die Infektion. Herpes Rezidive werden häufig durch hormonelle Schwankungen wie der Menstruation, psychischen Stress, Fieber oder Infektionen ausgelöst.
Wechselnde Geschlechtspartner und Sexualverkehr ohne Kondome erhöhen außerdem das Risiko, an Genitalherpes zu erkranken.

Bei einer Herpesinfektion treten kleine gruppierte Bläschen auf gerötetem Grund im Bereich des äußeren Genitales auf. Die Bläschen platzen meist im Verlauf auf und bilden sich krustig zurück. Die Hautveränderungen können jucken, brennen und weh tun. Zusätzlich kann es zu schmerzhaft vergrößerten Lymphknoten in der Leiste kommen.

Bei einer erstmaligen Herpesinfektion kann es darüberhinaus zu einer Entzündung der Eichelhaut, der Harnröhre oder der Vulva kommen. Zusätzlich kann ein allgemeines Krankheitsgefühl auftreten, das von Rückenschmerzen und Muskelschmerzen begleitet ist. In manchen Fällen tritt eine autonome Dysfunktion mit Harnverhalt, Impotenz, Verstopfung und Sensibilitätsstörungen auf. Außerdem kann es zu einer mild verlaufenden Herpesmeningitis kommen. Sehr selten tritt eine Herpesenzephalitis als schwerwiegende Komplikation auf.

Rezidive kündigen sich häufig mit Nervenschmerzen an und gehen mit einem allgemeinen Krankheitsgefühl einher.

Bei der Diagnose wird der Arzt dir zunächst ein paar Fragen zu deinen Beschwerden stellen. Anschließend wird er einen genauen Blick auf die Hautveränderungen werfen. Meist lässt sich so bereits die richtige Diagnose stellen, und die Therapie kann begonnen werden.

Bei Unsicherheit kann gegebenenfalls ein Abstrich von den Bläschen genommen werden. Dieser wird im Labor auf Herpes-DNA getestet.

Die Ansteckung mit den Herpesviren erfolgt als Schmierinfektion durch direkten Körperkontakt beispielsweise beim ungeschützten Geschlechtsverkehr. Falls der Geschlechtspartner infiziert ist, kann der Virus schon über kleinste Hautverletzungen in den Körper eindringen. Die Übertragung kann auch dann geschehen, wenn der Infizierte keine sichtbaren Herpesbläschen hat.

Die Infektion dauert meistens 1 – 4 Wochen, bis die Symptome vollständig zurückgegangen sind. Die Viren verbleiben lebenslang in den Nerven und können so immer wieder zu einem erneuten Wiederaufflammen der Erkrankung führen.

Zur Vermeidung einer Infektion sollte auf das Tragen von Kondomen während des Geschlechtsverkehrs geachtet werden. Diese schützen auch vor anderen ungewollten sexuell übertragbaren Infektionen sowie vor ungewollter Schwangerschaft. Insofern der Geschlechtspartner von einer Herpesinfektion betroffen ist, sollte bis zur Ausheilung auf jedweden sexuellen Kontakt verzichtet werden.

Zur Therapie eignen sich antivirale (virostatische) Medikamente. Diese werden für circa fünf Tage eingenommen und sind verschreibungspflichtig. Bei sehr schweren Infektionen können die Virostatika über die Vene gegeben werden. Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto schneller heilen die Symptome aus.

Bei der Therapie sollte darauf geachtet werden, dass eventuell mitbetroffene Geschlechtspartner ebenfalls behandelt werden. Ansonsten ist ein Ping-Pong-Effekt zu befürchten, bei dem es immer wieder zur gegenseitigen Infektion kommt.

Die floride Herpesinfektion der Mutter kann während der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden. Der sogenannte Herpes neonatorum führt häufig zu einer Herpesinfektion der Augen oder der Mundschleimhaut des Neugeborenen. In seltenen Fällen kommt es zu einer Herpesenzephalitis. Zur Prophylaxe kann die Schwangere das Virostatikum Aciclovir einnehmen. Im Falle einer aktiven Infektion zur Geburt sollte ein Kaiserschnitt vorgezogen werden.

Wenn du eine neue Hautauffälligkeit im genitalen Bereich entdeckst, lohnt sich in jedem Fall die Konsultation beim Arzt. Je früher die richtige Therapie begonnen wird, desto schneller heilt die Infektion ab. Andere Geschlechtskrankheiten und eine Pilzinfektion gehen mit ähnlichen Symptomen einher und sollten ausgeschlossen werden.

Bei hohem Fieber, Kopfschmerzen und Verhaltensauffälligkeiten sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Es könnte sich um eine Herpes-Enzephalitis handeln.

Du kannst KRY jederzeit kontaktieren, sobald dir Hautveränderungen im Genitalbereich auffallen. Am Besten sendest du ein Foto über die KRY-App an deinen Arzt. Er kann dir ein Rezept für ein antivirales Medikament aufschreiben und dir erklären, wie dieses anzuwenden ist. Er berät dich bei der Behandlung und beantwortet deine Fragen zum Thema Genitalherpes. Wenn der Befund nicht eindeutig sein sollte, kann er dich auch zu einerm Facharzt für eine weiterführende Diagnostik überweisen.

  1. Zusammenfassende Literatur Herpes genitalis: (Kimberlin und Rouse, 2004) (Whitley und Roizman, 2001)https://www.urologielehrbuch.de/herpes_genitalis.html
  2. Der Herpes genitalis https://www.aerzteblatt.de/archiv/19056/Der-Herpes-genitalis
  3. Schweizer Empfehlungen für das Management des Herpes genitalis und der Herpes-simplexVirus-Infektion des Neugeborenen http://www.pigs.ch/pigs/05-documents/doc/herpes-genitalis-d.pdf
  4. Sexuell übertragbare Infektionen (STI) – Beratung, Diagnostik und Therapie https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/059-006l_S2k_Sexuell-uebertragbare-Infektionen-Beratung-Diagnostik-Therapie-STI_2019-09.pdf
Letzte Aktualisierung:
3. Mai 2020