Burnout

Das Burnout-Syndrom entsteht häufig aufgrund einer anhaltenden Stresssituation im beruflichen oder privaten Umfeld. Die Patienten fühlen sich langfristig erschöpft und überfordert. Sie sind häufig nicht mehr in der Lage, ihrem Job nachzugehen. Burnout betrifft vor allem Menschen, die in sozialen Berufen arbeiten. Es kann jedoch auch Schüler, Hausfrauen und sogar Rentner betreffen. Vor Behandlungsbeginn sollten andere psychiatrische Erkrankungen wie beispielsweise eine zugrunde liegende Depression ausgeschlossen werden.

Das Wort Burnout stammt aus dem Englischen und bedeutet “Ausgebrannt sein”. Die Erkrankung wird als wochen- bis monatelanger Zustand körperlicher und emotionaler Erschöpfung beschrieben. Über den Begriff Burnout herrscht zuweilen Uneinigkeit: die Erkrankung Burnout wird nicht als somatische oder psychiatrische Krankheit anerkannt. Während manche Experten die Beschwerden eher für Symptome einer Depression halten, sehen andere das Burnout-Syndrom als eigenständige Erkrankung.

Die Beschwerden entstehen häufig aufgrund verschiedener Stressfaktoren auf dem Arbeitsplatz oder im außerberuflichen Alltag. Hierbei spielen eine erhöhte Arbeitsbelastung, schlechtes Zeitmanagement, keine klar geregelten Aufgabenverteilung und mitunter Mobbing auf dem Arbeitsplatz eine Rolle. Burnout kann auch im Zuge anderer Krankheiten wie beispielsweise Multiple Sklerose, Demenz oder Tumorerkrankungen auftreten.

Es sind eine Reihe unterschiedlicher Beschwerden bekannt, die im Rahmen des Burnout-Syndroms auftreten können. Meistens durchlaufen die Patienten verschiedene Phasen der Erkrankung, die sich jeweils mit anderen Symptomen äußern. Die Betroffenen üben ihren Beruf zu Beginn der Erkrankung meist mit sehr viel Hingabe und großem Perfektionismus aus. Nach der Arbeit haben die Patienten Schwierigkeiten abzuschalten und sind sich ihrer eigenen Bedürfnisse häufig nicht bewusst. Es entsteht ein Teufelskreis, der zu den klassischen Burnout-Symptomen führen kann:

  • Erschöpfung: Patienten fühlen sich ausgebrannt, überfordert und emotional erschöpft.
  • Abnahme der Leistungsfähigkeit: Es fällt den Betroffenen zunehmend schwer, sich auf eine Sache zu konzentrieren. In vielen Fällen fühlen sie sich ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen.
  • Entfremdung von der beruflichen Tätigkeit: Patienten entwickeln häufig eine zynische und distanzierte Einstellung zu ihrer Arbeit. Ebenso kann eine geminderte Anteilnahme und Empathie hinzukommen.
  • Schlafstörungen: Den Patienten fällt das Einschlafen abends zunehmend schwer. Auch wachen die Patienten häufig früh und unausgeschlafen auf. Der Schlafrhythmus wird unregelmäßig, und die Patienten finden nachts keine Erholung.
  • Depressive Symptome: Zusätzlich kann das Gefühl von Antriebslosigkeit, innerer Leere und Ohnmacht entstehen.
  • Aggressive Symptome: Die Patienten können im Verlauf ihrer Krankheit häufig wütend und reizbar werden. Dies birgt das Potenzial für Konflikte im beruflichen und sozialen Kontext.
  • Körperliche Beschwerden: Verdauungsbeschwerden sowie Kopf- und Bauchschmerzen werden in Zusammenhang mit dem Burnout Syndrom beobachtet. Zudem leiden die Patienten häufiger an Infekten, und das Unfallrisiko steigt im Zuge der Erkrankung als Folge mangelnder Konzentration.

Burnout zu diagnostizieren ist keine leichte Aufgabe. Da es keine klar definierten Methoden dafür gibt, kann die Diagnose nur durch gezielte Fragen und die Anamnese des Patienten gestellt werden. Es gibt verschiedene Fragebögen, die bei der Findung der richtigen Diagnose helfen können. Häufig lässt sich die Erkrankung nur schwer gegenüber anderen Erkrankungen wie beispielsweise einer Depression abgrenzen.

Vor Beginn der Therapie sollten andere Ursachen der Symptome ausgeschlossen werden. Dabei sollte eine körperliche Untersuchung und ein Bluttest stattfinden, um beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion auszuschließen, die ebenfalls zu chronischer Müdigkeit führen kann.

Es gibt einige Tipps, die bei der Behandlung der Erkrankung helfen und zur Prävention des Burnout-Syndroms beitragen können:

  • Versuche dein Arbeitsumfeld nach deinen Bedürfnissen zu gestalten: Achte auf ein gutes Zeitmanagement und eine klare Aufgabenstruktur mit realistisch erreichbaren Zielen.
  • Grenze deine Freizeit klar von deinem Beruf ab: Flexible Arbeitszeitmodelle können außerdem helfen, eine bessere Work-Life-Balance zu schaffen.
  • Führe ein Stresstagebuch, in dem du deine Emotionen notierst und von deinem Arbeitsalltag berichtest. Sofern du Schwierigkeiten hast, dich selber einzuschätzen, kannst du auch Freunde und Verwandte um Hilfe fragen.
  • Versuche mehr auf definierte Pausen mit Entspannungsphasen zu achten. Nutze die Pausen um beispielsweise an der frischen Luft Erholung zu finden. Entspannungstechniken wie autogenes Training und progressive Muskelentspannung können ebenfalls helfen.
  • Nimm dir Zeit für deine sozialen Kontakte. Der Austausch mit Freunden und Bekannten ist ein wichtiger Faktor zur Entspannung und kann auch bei der Bewältigung der Krankheit eine wichtige Rolle spielen.
  • Achte auf einen gesunden Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßiger sportlicher Betätigung. Strukturiere deinen Alltag so, dass du deine Mahlzeiten regelmäßig einnimmst und jeden Tag etwa zur gleichen Zeit schlafen gehst. Auf den Konsum von Alkohol und Zigaretten solltest du nach Möglichkeit verzichten.

In der Therapie gibt es verschiedene Ansätze, die bestenfalls kombiniert eingesetzt werden.

  • Insofern die Ausübung des Berufs als Ursache hinter den Burnout Symptomen steht, sollte eine Änderung des Arbeitsumfeldes in Erwägung gezogen werden. Sofern diese Schritte nicht helfen, kann auch über einen Wechsel des Jobs oder des Arbeitgebers nachgedacht werden.
  • Je nach Symptomen können verschiedene Medikamente Abhilfe schaffen. So können beispielsweise schlafanregende Arzneien bei Schlafstörungen helfen und Schmerzmittel bei körperlichen Beschwerden eingenommen werden. Die Behandlung mit Arzneimitteln sollte nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt stattfinden.
  • Pflanzenheilkunde: Rhodiola rosea ist ein Naturheilmittel, das nachgewiesenermaßen die Symptome von Burnout lindert.
  • Psychotherapie: Je nach Ursache der vorliegenden Burnoutsymptomatik werden verschiedene Arten von Psychotherapien angeboten. Während die tiefenpsychologischen Verfahren vorwiegend auf die Gründe für die Entstehung der Erkrankung eingehen, fokussieren sich verhaltenstherapeutische Ansätze auf das Erlernen eines gesundheitsfördernden Verhaltens.
  • Gruppentherapie: Vielen Patienten hilft es, die eigenen Probleme mit anderen Betroffenen zu teilen. In sogenannten Selbsthilfegruppen kann zudem ein schützender Raum gefunden werden, in denen Patienten auf verständnisvolle Mitbetroffene treffen können.
  • Kunsttherapie: Insbesondere musiktherapeutische Ansätze können bei der Behandlung der Burnout-Beschwerden eingesetzt werden.
  • Physiotherapie: Massagen, Dehnübungen und angeleitetes Ausdauertraining können dem Patienten helfen, die stressbedingte Erkrankung zu bewältigen.

Wenn du das Gefühl hast, mit dem Stress nicht mehr umgehen zu können, solltest du dir Hilfe holen. Je früher du professionelle Hilfe annimmst, desto besser lässt sich die Diagnose behandeln. Die Heilungschancen sind umso besser, je früher die Therapie beginnt. Bleibt die Krankheit unbehandelt, kann sie manchmal zur dauerhaften Arbeitsunfähigkeit führen.

Du fühlst dich stets erschöpft und mit der Bewältigung deines Alltags überfordert? Über die KRY-App kannst du einen Arzt erreichen, der dich behandeln kann. Erzähle ihm von deinen Beschwerden und lass dir helfen. Er wird dir deine Fragen zum Thema Burnout beantworten und dir Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen und erklären. Über die Videosprechstunde besteht die Möglichkeit, zur weiteren Behandlung an den richtigen Spezialisten überwiesen zu werden. Darüber hinaus kann dir der Arzt über die App eine Arbeitsunfähigkeit bescheinigen und bei Bedarf Medikamente verordnen.

  • https://portal.dimdi.de/de/hta/hta_berichte/hta332_bericht_de.pdf
  • https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/nvl-005l_S3_Unipolare_Depression_2017-05.pdf
  • https://www.rki.de/DE/Content/Service/Sozialberatung/BGBL_Burnout_behandeln.pdf?_blob=publicationFile
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/124719/Arbeitswelt-und-psychische-Belastungen-Burn-out-ist-keine-Krankheit
Letzte Aktualisierung:
7. Mai 2020