Blasenentzündung

Blasenentzündung (in der Fachsprache “Zystitis” genannt) ist eine der häufigsten Harnwegsinfektionen. Aufgrund der anatomischen Gegebenheiten kommen Blasenentzündungen bei Frauen viel häufiger vor als bei Männern. Die Infektion kann sich über die Harnwege ausbreiten und eine komplizierte Harnwegsinfektion mit Beteiligung der Nieren hervorrufen.

Die Harnwege sind aus Nieren, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre aufgebaut. Der in den Nieren produzierte Urin fließt durch die Harnwege und spült die Bakterien in den Harnwegen aus. Wenn die Abwehrmechanismen des Körpers versagen, sammeln sich die Bakterien an und können eine Blasenentzündung verursachen.

Folgende Beschwerden können unter anderem bei einer Blasenentzündung auftreten:

  • Brennen beim Wasserlassen
  • Vermehrtes Wasserlassen mit geringen Urinmengen
  • Schmerzen im Unterbauch
  • Trüber oder stark riechender Urin
  • eventuell Blutbeimengung

Frauen sind anfälliger für Blasenentzündungen als Männer. Dies kann durch die kürzere Harnröhre bei Frauen und ihre Nähe zur Analregion bedingt sein. So müssen die Bakterien eine kürzere Strecke zurücklegen, um in die Harnblase zu gelangen und dort eine Entzündung auszulösen.

Sexuelle Aktivität (z. B. häufiger Geschlechtsverkehr oder wechselnde Sexualpartner), Schwangerschaft, Menopause, Nierensteine, Diabetes, Blasenkatheter, bestimmte Verhütungsmittel (z. B. spermizide Cremen oder Diaphragma) u. v. m. erhöhen das Risiko für eine Blasenentzündung.

Die Beschwerden einer Blasenentzündung können bis zu einer Woche andauern. Bei einem komplizierten Verlauf einer Blasenentzündung können die Beschwerden auch länger bestehen sowie weitere Komplikationen wie z. B. Nierenbeckenentzündungen mitsichbringen.

Blasenentzündungen bei Männern sind selten und müssen direkt vom Arzt behandelt werden, da die Prostata mitbetroffen sein kann.

Eine direkte Ursache für eine Harnwegsinfektion bei Männern ist bisher unbekannt. Vorhautveränderungen und Geschlechtsverkehr mit einer betroffenen Person können jedoch das Risiko für Blasenentzündungen und Harnwegsinfekte erhöhen.

Neben den anatomischen Gegebenheiten bei Männern wird die antibakterielle Wirkung des Prostatasekrets als Schutzfaktor gegen Harnwegsinfekte besprochen.

Wie kann ein Arzt Blasenentzündung diagnostizieren?
Blasenentzündungen präsentieren sich meist mit typischen Beschwerden. Dies kann unter anderem Schmerzen beim Wasserlassen sowie vermehrtem und unkontrolliertem Harndrang umfassen. Diagnostische Mittel wie z. B. Urin-Teststreifen, Urinkulturen oder Ultraschalluntersuchungen können im weiteren Verlauf erfolgen.

Wenn Du Beschwerden wie Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen, ein unangenehmes Gefühl im Unterbauch, Flankenschmerzen, Fieber oder Übelkeit hast, solltest Du einen Arzt aufsuchen

Viel Trinken (insbesondere Wasser) und Wärmebehandlung (z. B. eine Wärmflasche auf dem Bauch) können die Beschwerden lindern. Ein Schmerzmittel zur Linderung der Beschwerden ist ebenfalls hilfreich. Neben der antibiotischen Therapie gibt es auch anderer Möglichkeiten, einen Harnwegsinfekt zu behandeln. In welchen Fällen sie aber notwendig ist, insbesondere bei kompliziertem Verlauf, kann Dir am besten ein Arzt erklären. In der Regel wird eine antibiotische Therapie empfohlen, um Komplikationen (z. B. Nierenbeckenentzündungen) vorzubeugen und die Dauer der Beschwerden zu verkürzen.

Falls Du bei Dir eine Blasenentzündung vermutest oder Symptome verspürst, die den in diesem Artikel beschriebenen ähneln, kannst Du Deine Beschwerden über eine Videosprechstunde mit dem Arzt besprechen. Der Arzt berät Dich in unkomplizierten Fällen ausführlich zu geeigneten Therapie- und Präventionsmaßnahmen und schreibt Dir ein Rezept aus. In komplizierteren Fällen überweist er dich gegebenenfalls zu einem Facharzt zur körperlichen Untersuchung.

  1. Interdisziplinäre S3 Leitlinie Epidemiologie, Diagnostik, Therapie, Prävention und Management unkomplizierter, bakterieller, ambulant erworbener Harnwegsinfektionen bei erwachsenen Patienten Aktualisierung 2017 https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/043-044l_S3_Harnwegsinfektionen_2017-05.pdf

  2. The Office on Women’s Health in the U.S. Department of Health and Human Services, Urinary tract infections
    https://www.womenshealth.gov/a-z-topics/urinary-tract-infections

  3. The National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, Bladder Infection (Urinary Tract Infection—UTI) in Adults
    https://www.niddk.nih.gov/health-information/urologic-diseases/bladder-infection-uti-in-adults/definition-facts

  4. Herold, Innere Medizin 2019, Harnwegsinfektion und Pyelonephritis.

Letzte Aktualisierung:
7. Feb. 2020