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Vestibulitis

Vestibulitis ist ein anhaltender Schmerzzustand in der Vagina, der darauf zurückzuführen ist, dass die Nerven in der Schleimhaut überempfindlich geworden sind. Die Schmerzen treten zumeist erstmals während des Geschlechtsverkehrs auf oder wenn du zum Beispiel einen Tampon in die Vagina einführst. Ohne Behandlung können die Schmerzen lange anhalten und sich so verschlechtern, dass jede Form von Druck oder Berührung weh tut. Die Beschwerden können mit Hilfe einer Kombination aus verschiedenen Behandlungsmethoden gelindert werden.

Allgemeines über Vestibulitis

Vestibulitis, auch Vestibulodynie oder Vulvodynie genannt, tritt zumeist bei Frauen zwischen 15 und 30 Jahren auf, die noch keine vaginale Geburt gehabt haben. Die Schmerzen können so stark sein, dass der Alltag stark beeinträchtigt ist, und sie verursachen körperliches wie seelisches Unwohlsein. Das kann in der Folge zu Beziehungsproblemen, einer herabgesetzten Lust auf Sex, Angst beim Geschlechtsverkehr und der Sorge führen, kein Kind bekommen zu können. Diese Beschwerden können deine Lebensqualität insgesamt beeinträchtigen.

Es gibt selten eine einzelne Erklärung für das Auftreten von Vestibulitis und über lange Zeit waren die Kenntnisse über diesen Zustand auch innerhalb der Medizin sehr gering. Neben der Schmerzempfindlichkeit in der Vaginalöffnung und dem Gefühl, dass es im Unterleib schmerzt und brennt, verursacht Vestibulitis keine klaren körperlichen Symptome. Deshalb ist dieser Schmerztyp früher weder angemessen beachtet, diagnostiziert oder behandelt worden. Heute ist das Wissen darüber größer und es gibt bessere Möglichkeiten, um die Probleme zu lindern.

Es kann schwierig sein, über Schmerzen in der Vagina zu sprechen. Deshalb ertragen viele die Schmerzen lieber, statt anderen davon zu berichten. Doch wenn du Schmerzen im Unterleib hast, musst du unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, die dir wirklich helfen können. Ohne eine Behandlung können die Schmerzen, die auf Vestibulitis beruhen, über viele Jahre immer wiederkommen und sogar noch schlimmer werden.

Symptome bei Vestibulitis

Vestibulitis verursacht Schmerzen in der Vaginalöffnung. Die Schmerzen sind häufig intensiv und können beißend, brennend oder schneidend wirken. Sie können sehr stark sein und du erlebst vielleicht, dass es in der ganzen Vagina weh tut, sowohl in der Vaginalwand als auch rund um die Vagina.

Bei manchen treten die Symptome einer Vestibulitis nur beim Geschlechtsverkehr auf, wenn der Penis in die Vagina eindringt, oder wenn zum Beispiel ein Tampon in die Vagina eingeführt wird. Bei anderen treten dauerhafte Schmerzen auf, die etwa beim Radfahren oder Reiten sehr hinderlich sind. Bei schwerer Vestibulitis können sogar schon leichte Berührungen oder verschiedene Bewegungen weh tun. Dann treten schon Schmerzen beim Hocken, beim Hinsetzen oder beim Tragen von eng am Unterleib sitzender Kleidung auf.

Übliche Symptome:

  • starke Schmerzen in der Vaginalöffnung

  • Rötung in der Vaginalöffnung

  • Schmerzen im Unterleib bei Druck und Berührung

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

  • Unruhe und Angst in Verbindung mit den Schmerzen.

Wer an Vestibulitis leidet, wird häufig auch von Vaginalkrämpfen betroffen, dem so genannten Vaginismus.

Andere denkbare Erklärungen

Ein Vaginismus (Vaginalkrampf) kann ähnliche Symptome haben wie Vestibulitis. Er zeichnet sich aber vor allem durch Muskelkrämpfe aus, die es unmöglich machen, etwas in die Vagina einzuführen. Langwierige Probleme mit wiederkehrenden Pilzinfektionen können ebenfalls zu Schmerzen in der Vagina führen.

Eine Endometriose verursacht häufig starke Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, ist zumeist aber stark mit der Menstruation verbunden und zeichnet sich zudem durch Bauchschmerzen und Harnwegsbeschwerden aus. Eine atrophische Vaginitis verursacht trockene Schleimhäute in der Vagina. Das kann Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen, die aber einzig auf der Trockenheit beruhen und nicht so langwierig und stark sind wie bei Vestibulitis.

Eine generalisierte Vulvodynie (Vulvaschmerz) ist ein Schmerzzustand in der Vagina, von dem vor allem ältere Frauen betroffen sind. Dabei treten ähnliche Symptome wie bei Vestibulitis auf, doch die Schmerzen sind von Anfang an dauerhaft und nicht mit einem Eindringen in die Vagina verbunden. Es gibt noch weitere Erklärungen für Schmerzen im Unterleib. Häufig ist eine Untersuchung bei der Frauenärztin oder beim Frauenarzt nötig, um festzustellen, wo die Schmerzen sitzen und welche Behandlung nötig ist.

Ursachen für Vestibulitis

Bei einer Vestibulitis sind die Nerven an der Vaginalöffnung besonders empfindlich geworden. Für die Schmerzen gibt es keine eindeutige Erklärung.

Ein früherer Schmerzzustand kann ein auslösender Faktor sein, der dann als Erinnerung im Körper gespeichert ist. Das kann zum Beispiel ein schmerzhafter Geschlechtsverkehr sein, bei dem die Vagina besonders trocken oder die Schleimhaut besonders empfindlich war. Wenn die Schmerzen beim Eindringen des Penis erlebt hast, kann das zu Muskelspannungen beim nächsten Geschlechtsverkehr führen und eine wiederkehrende Schmerzproblematik verursachen.

Auslösende Faktoren, die die Schleimhaut empfindlich machen und Schmerzen verursachen können:

  • wiederkehrende Pilzinfektionen

  • Antibiotikakuren

  • Sex, ohne dass du angeregt und feucht warst

  • übertriebenes Trocknen

  • Verhütungsmittel mit Hormonen wie die Antibabypille oder Hormonspirale.

Andere Schmerzzustände, psychologische Probleme und ernster Stress können ebenfalls auslösende Faktoren für Vaginalschmerzen sein.

Untersuchungen und Behandlung bei Vestibulitis

Schmerzen im Unterleib sollten immer ärztlich untersucht werden. Um sicher zu sein, dass es sich um eine Vestibulitis handelt, musst du eine Untersuchung bei deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt machen lassen und von deinen Beschwerden berichten – wie du die Schmerzen wahrnimmst, wann sie auftreten und wie sie sich verschlechtern. Wenn sich nur schwer feststellen lässt, auf was deine Beschwerden zurückzuführen sind, oder wenn du besonders starke Schmerzen hast, kannst du spezielle Stationen für Vaginalbeschwerden aufsuchen, die es in verschiedenen Krankenhäusern im ganzen Land gibt.

Vestibulitis wird als langwieriger Schmerzzustand definiert, der mindestens sechs Monate lang anhält. Es gibt keine Medikamente, die Vestibulitis heilen können, aber durch eine Kombination von Behandlungsmethoden können die Symptome häufig gelindert werden, so dass du beschwerdefrei wirst. So kann es zum Beispiel helfen, Verhütungsmittel mit Hormonen abzusetzen, ein Betäubungsgel zu verwenden und Hilfe durch muskelentspannende Übungen bei einem Physiotherapeuten zu machen.

Ebenso können eine Sexualberatung, eine Gesprächstherapie und eine kognitive Verhaltenstherapie (KVT) helfen, leichter mit den Beschwerden umzugehen. Manchmal können Antidepressiva in einer geringen Dosis bei Schmerzsymptomen wie Vestibulitis helfen.

Botox ist muskelentspannend und Injektionen in die Muskeln an der Vagina scheinen die Schmerzen verringern zu können. Dies ist jedoch eine neue Behandlungsform, die noch untersucht wird. Bei sehr starker Vestibulitis kann es erforderlich sein, dass ein kleiner Teil der Schleimhaut in der Nähe der Vaginalöffnung abgenommen werden muss.

Was du selbst tun kannst

Bei Vestibulitis solltest du alles vermeiden, was den Unterleib unnötig irritieren kann. Wasche dich nur mit Wasser und nicht zu häufig, führe Feuchtigkeit hinzu und vermeide Geschlechtsverkehr, wenn du Schmerzen hast. Verwende keine rezeptfreien Medikamente gegen Pilze – sie können deine Beschwerden verschlechtern und die Schleimhaut in der Vagina noch empfindlicher machen.

Wenn du Sex hast, solltest du von deinen Beschwerden erzählen, damit dein Partner versteht, dass es für dich schmerzhaft sein kann, wenn er in dich eindringt.

So kannst du deine Beschwerden lindern:

  • vermeide Seife, wenn du deinen Unterleib wäscht – verwende nur Wasser

  • denke daran, dass Wasser austrocknend wirkt – verwende nicht unnötig viel Wasser und trage etwas Babyöl auf die Vaginalwand auf, bevor du duscht

  • führe zusätzliche Feuchtigkeit in die Vagina ein – Vaselin, eine fette Salbe und Kinderöl können die Schmerzen lindern

  • nimm Hygieneprodukte, die keinen Kontakt zur Vaginalwand haben – Binden sind eine bessere Alternative als Tampons und Menstruationstassen

  • vermeide lokale Medikamente gegen Pilze – sie können die Schleimhaut noch empfindlicher machen

  • vermeide Sex mit Eindringen des Penis, wenn du Schmerzen hast – sonst können sich die Beschwerden verschlechtern

  • verwende ein Gleitmittel beim Sex, um die Schleimhaut zu schützen

  • probiere hormonfreie Verhütungsmittel – Hormone machen die Schleimhaut empfindlich

  • versuche, Stress abzubauen – Stress kann die Beschwerden verschlechtern und zu Muskelspannungen beitragen.

  • trainiere deinen Beckenboden – wenn du die Muskeln im Beckenboden besser kontrollieren kannst, wird es einfacher, sich zu entspannen

  • mache Entspannungsübungen – Untersuchungen zeigen, dass zum Beispiel Yoga und Achtsamkeitsübungen eine positive Wirkung haben können.

Wann du ärztliche Hilfe suchen solltest

Alle Typen von Unterleibsbeschwerden sollten sehr ernstgenommen werden und bei Schmerzen musst du immer eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen. Beschwerden, die nicht behandelt werden, können zu Vestibulitis führen und Vestibulitis, die nicht behandelt wird, kann ihrerseits zu einem noch schmerzhafteren Zustand führen.

Suche eine Arztpraxist auf, wenn du Schmerzen in Verbindung mit vaginalem Geschlechtsverkehr hast oder wenn es weh tut, wenn du etwas in die Vagina einführst, wie eine Menstruationstasse oder einen Tampon.

So kann dir Kry helfen

Um eine Vestibulitis zu diagnostizieren, ist eine körperliche Untersuchung erforderlich. Doch du kannst dich an uns bei Kry wenden, wenn du Rat und Informationen brauchst. Eine Ärztin oder ein Arzt macht eine individuelle Beurteilung auf Grundlage deiner Symptome und der Befunde bei der Untersuchung. Du kannst danach zur weiteren medizinischen Versorgung überwiesen werden.

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