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Feigwarzen: Wie werden sie behandelt?

Feigwarzen, auch als Genitalwarzen und Kondylome bezeichnet, sind die weltweit häufigste sexuell übertragbare Infektion. Sie sind hochansteckend und der Großteil aller sexuell aktiven Menschen kommt irgendwann in Kontakt mit HPV. In 60 % der Fälle passiert die Infektion zu Beginn des Sexuallebens. Unsere Ärzte erklären dir mehr zu dieser Infektion.

Was sind Feigwarzen (Kondylom)?

Feigwarzen sind Warzen auf der Haut und den Schleimhäuten. Sie stehen mit einer Infektion mit einem Virus aus der Familie der humanen Papillomviren (HPV) in Zusammenhang. Feigwarzen können auf den äußeren und inneren Geschlechtsorganen, dem After und manchmal im Rachen auftreten.

Es gibt ungefähr 200 Arten von HPV, von denen etwa 40 speziell den Anal- und Genitalbereich infizieren. Man unterscheidet zwischen HPV mit geringem Krebsrisiko (HPV 6 und 11), unter die auch diejenigen fallen, die äußerliche Warzen verursachen, und HPV mit hohem Krebsrisiko (HPV 16, 18, 31, 33, 35 und 45). Die Letztgenannten können Gebärmutterhalskrebs, Analkrebs und Rachenkrebs verursachen. Ein Mensch kann sich über die Jahre mit mehreren Arten von HPV anstecken – und sogar mehrmals mit derselben Art. Die meisten Infektionen klingen von alleine ab, aber in 10 % der Fälle ist die Infektion hartnäckig und ruft sichtbare Wunden (Läsionen) hervor.

Äußerliche, also sichtbare, Warzen sind gutartige Läsionen. Sie sollten trotzdem nicht ignoriert werden, da eine Art des Virus eine andere verdecken kann. Wenn äußerliche Warzen vorliegen, sollte immer auch nach anderen krebsartigen oder Krebs begünstigenden Läsionen gesucht werden. Diese werden von Hochrisiko-HPV verursacht und finden sich am Gebärmutterhals, der Vulva, dem After und seltener auch am Penis. Neben der infizierten Person sollten auch alle Geschlechtspartner bzw. Geschlechtspartnerinnen untersucht werden.

Gut zu wissen: Gegen Infektionen mit den hauptsächlich für Feigwarzen und Krebs verantwortlichen HPV gibt es eine wirksame Impfung. Sie wird für alle Jungen und Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Jugendliche, die bis zum Alter von 15 Jahren noch nicht gegen HPV geimpft worden sind, sollten die Impfung möglichst bald und noch vor dem 18. Geburtstag nachholen.

Welche unterschiedlichen Arten von Feigwarzen gibt es?

Es gibt mehrere unterschiedliche Arten von Feigwarzen. Die Warzen können wenige Millimeter bis mehrere Zentimeter groß sein.

Condylomata acuminata

Condylomata acuminata oder Papillome sind die häufigsten Arten. Sie gehen mit Wucherungen der Haut oder Schleimhäuten einher, die gezackte Ränder haben. Sie sehen blumenkohlartig aus. Sie können alleine oder in Gruppen, örtlich begrenzt oder verteilt auftreten. Diese Art von Feigwarze ist fast immer gutartig. Auf zwei andere Arten sollten wir aber achten: Condylomata lata und Flachwarzen.

Condylomata lata

Condylomata lata verursachen Hauterhebungen, die als Papel bezeichnet werden. Sie können braun oder pink sein oder die Farbe der Haut haben. Sie haben eine glatte Oberfläche. Sie treten vereinzelt oder breit verteilt auf.

Flachwarzen

Flachwarzen sind rötlich-pinke Punkte, die manchmal unsichtbar sind, aber durch Auftragen von 5%iger Essigsäure erscheinen.

Welche Symptome haben Feigwarzen?

Feigwarzen treten an folgenden Stellen auf:

  • auf den Genitalien (Penis, Hodensack, Vulva, Vagina)

  • im After und im Analkanal

  • im Rachen, was aber seltener ist.

Symptome bei Männern

Die Symptome bei Männern sind unterschiedlich und hängen davon ab, ob der Mann beschnitten ist.

  • Bei nicht beschnittenen Männern finden sich die Läsionen hauptsächlich an der Vorhaut, der Eichel und dem Vorhautbändchen.

  • Bei beschnittenen Männern finden sich die Läsionen hauptsächlich am Penisschaft.

Eine Beteiligung des Afters ist möglich, jedoch bei homosexuellen Männern häufiger anzutreffen als bei heterosexuellen Männern.

Symptome bei Frauen

Bei Frauen sind meist die Schamlippen und die Klitoris von äußerlichen Läsionen betroffen. Bei einem Drittel aller Fälle liegen außerdem Schädigungen der Vagina oder des Gebärmutterhalses vor. Auch der After kann betroffen sein.

Läsionen am Analkanal stehen häufig mit Analverkehr, dem Vorliegen von Läsionen im Bereich des Afters und der Anwendung von Medikamenten zur Unterdrückung des Immunsystems in Verbindung.

Komplikationen in Zusammenhang mit Feigwarzen

Mit Ausnahme von sehr speziellen Fällen (Buschke-Löwenstein-Tumor, Bowen-Krankheit) entwickelt sich aus äußerlichen Warzen, der häufigsten Form, kein Krebs. Sie können sich allerdings unangenehm anfühlen und unangenehm aussehen, wenn sie sehr groß sind. Wenn solche Warzen vorliegen, sollte immer auch auf andere Läsionen im Zusammenhang mit HPV untersucht werden, die Krebs verursachen können. Diese sollten in den folgenden Bereichen gesucht werden:

  • bei Frauen systematisch im Gebärmutterhals

  • bei Männern und Frauen im After (Analkanal) im Fall äußerlicher Warzen um den After

  • manchmal in der Harnröhre.

Was verursacht die Infektion?

Humane Papillomviren

Feigwarzen sind das Ergebnis einer Infektion der Haut und der Schleimhäute mit einem Virus aus der Familie der humanen Papillomviren (HPV). Es ist aber nicht derselbe Stamm, der Warzen an den Fußsohlen verursacht.

Es gibt rund 200 unterschiedliche Arten von HPV. Man unterscheidet zwischen HPV mit geringem Krebsrisiko, die die Hauptursache von Feigwarzen sind, und HPV mit hohem Krebsrisiko.

Bei einer HPV-Infektion treten normalerweise keine Symptome auf und 90 % aller Fälle klingen von alleine ab. Bei den verbleibenden 10 % der Fälle ist die Infektion hartnäckig und ruft sichtbare Wunden (Läsionen) hervor. Feigwarzen treten zwischen 3 Wochen und mehreren Monaten oder sogar Jahren nach einer HPV-Infektion auf. Ohne Behandlung verschwinden sie nach 2 Jahren. Sie können nach einer Behandlung wieder auftauchen. Rauchen erhöht die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten. Das Virus kann auch im Körper ruhen und bei einer Schwächung des Immunsystems (HIV, Behandlung mit Immunhemmern usw.) plötzlich aktiv werden.

Risikofaktoren

Zwar können sich alle sexuell aktiven Menschen mit HPV anstecken, jedoch scheint eine Infektion bei Menschen wahrscheinlicher, die jung ihr erstes Mal hatten, häufig wechselnde oder viele Sexualpartner bzw. -partnerinnen haben, unter einer Immunschwäche leiden (HIV-positiv) oder Analsex praktizieren. Bei Menschen mit HIV treten Warzen häufiger auf und kehren nach einer Behandlung mit größerer Wahrscheinlichkeit zurück. Zudem haben diese Menschen ein höheres Risiko für Analkrebs.

Die Übertragung von Feigwarzen

Beim Sex

Humane Papillomviren werden durch direkten Kontakt beim Sex übertragen:

  • beim Streicheln

  • beim Oralsex (Kontakt zwischen Mund und Penis, Vulva, Vagina oder After)

  • beim Vaginalverkehr (Eindringen in die Vagina mit dem Penis)

  • beim Analverkehr (Eindringen in den After mit dem Penis)

  • beim Aneinanderreiben der Genitalien

  • bei gemeinsamer Verwendung von Sexspielzeug.

Bei Schwangeren

Bei der Geburt kann die Infektion von der Mutter auf das Kind übergehen. Das ist aber sehr selten.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die von HPV verursachten Läsionen sind mit bloßem Auge zu sehen, daher ist die Diagnose nicht schwer.

Es können aber weitere Untersuchungen durchgeführt werden:

  • Spekulumuntersuchung und Pap-Abstrich: wenn die Läsionen sich in der Vagina befinden und deswegen schwer zu sehen sind. Mit dem Pap-Abstrich können auch krebsartige oder Krebs begünstigende Läsionen im Gebärmutterhals nachgewiesen werden.

  • Anoskopie: damit wird auf Warzen im After untersucht.

  • Urethroskopie: damit wird das Innere der Harnröhre sichtbar gemacht, falls sich die Läsionen in der Harnröhrenmündung oder bei Männern tiefer in der Harnröhre befinden.

Eine Gewebeprobe kann bei unklarer Diagnose genommen werden, oder wenn die Warzen nach der Behandlung weiterhin vorhanden sind.

Wie behandle ich Feigwarzen?

Äußerliche Warzen werden meist entfernt. Dazu stehen mehrere Techniken zur Verfügung:

  • Elektrokauterisation

  • Laser

  • Flüssigstickstoff

  • Medikamente, die die Immunantwort ändern (Imiquimod, Podophyllotoxin)

Welche Technik angewendet wird, hängt von der Art der Läsion ab. Bei kleinen äußerlichen Läsionen wird zum Beispiel die Kältetherapie bevorzugt. Medikamente zur Abänderung der Immunantwort kommen bei flachen Läsionen und bei schwer zu sehenden und mehr oder weniger flächigen Läsionen zum Einsatz.

Wenn die Warzen nicht wiederkommen, musst du nach der Genesung weitere 3 Monate lang beim Sex eine Schutzmethode verwenden.

Der infizierten Person und allen Partnern bzw. Partnerinnen wird eine systematische Untersuchung auf andere sexuell übertragbare Erkrankungen (AIDS, Syphilis, Chlamydien, Gonokokken und Hepatitis B) verordnet.

Wie behandle ich Feigwarzen?

Impfung

Die HPV-Impfung schützt vor den Virusarten, die Gebärmutterhalskrebs und Warzen hervorrufen. Sie wird für alle Jungen und Mädchen zwischen 9 und 14 Jahren empfohlen. Jugendliche, die bis zum Alter von 15 Jahren noch nicht gegen HPV geimpft worden sind, sollten die Impfung möglichst bald und noch vor dem 18. Geburtstag nachholen. Zwischen 15 und 19 Jahren kann noch eine Auffrischungsimpfung gegeben werden. Sie wird auch homosexuellen Männern bis 26 Jahren empfohlen. Die Impfung ist wirksamer, wenn sie vor dem ersten Geschlechtsverkehr verabreicht wird, bevor es überhaupt zum Kontakt mit HPV kommt.

Kondome

Kondome bieten zwar einen guten Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen wie HIV oder Syphilis, aber gegen HPV-Infektionen sind sie möglicherweise weniger wirksam. Es wurde jedoch nachgewiesen, dass Kondome Frauen vor HPV-Infektionen in Bereich von Gebärmutterhals und Vulva schützen können.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Wir empfehlen dir, zum Arzt zu gehen, sobald du Warzen entdeckst. Wenn deine Diagnose positiv ist, musst du allen deinen Sexualpartnern und -partnerinnen Bescheid sagen, da sie dann ebenfalls ärztlich auf Läsionen untersucht werden müssen. Sexualpartner müssen lediglich vom Arzt untersucht werden. Sexualpartnerinnen aber müssen sich vollständig gynäkologisch untersuchen lassen (Damm, Vulva, Vagina, Gebärmutterhals) und einen Abstrich nehmen lassen.

Hilfreicher Tipp: Die Gesundheitsbehörden empfehlen allen Frauen zwischen 25 und 65 Jahren, sich mit einem Pap-Abstrich auf Gebärmutterhalskrebs testen zu lassen.

  • Im Alter zwischen 25 und 29 Jahren wird der Screening-Test alle 3 Jahre per Pap-Abstrich durchgeführt (gefolgt von einer Untersuchung des Aussehens der Zellen).

  • Ab 30 Jahren erfolgt das Screening alle 5 Jahre mittels HPV-HR-Test (Pap-Test mit anschließender DNA-Untersuchung auf Hochrisiko-HPV in den Zellen).

Gynäkologen, Hausärzte, Hebammen und medizinische Labors können den Pap-Abstrich bei medizinischer Verordnung durchführen.

Wie kann Kry helfen?

Unsere Kry Ärzte können Warzen diagnostizieren. In bestimmten Situationen können sie eine Behandlung und ein Screening auf andere sexuell übertragbare Erkrankungen verschreiben. In anderen Fällen werden sie dich direkt an einen Facharzt überweisen.

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