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Videosprechstunden nach GOÄ abrechnen

Videosprechstunden: Abrechnung nach GOÄ
Letzte Aktualisierung:
Di., 14. Dez. 2021
Möchten Sie Privatpatientinnen und -patienten per Videosprechstunde behandeln? So rechnen Sie telemedizinische Leistungen korrekt nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) ab.

In Pandemiezeiten erlebt die Videosprechstunde einen regelrechten Boom. Doch auch nach Corona bietet sich die Fernbehandlung als sichere und unkomplizierte Ergänzung zum Sprechzimmer vor Ort an. Denn der digitale Arztbesuch schützt nicht nur Patient:innen und Praxispersonal vor einer Ansteckung, sondern kann auch den Praxisalltag von Ärztinnen und Ärzten vereinfachen. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zur GOÄ-Abrechnung von Videosprechstunden.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Videosprechstunden mit Privatpatient:innen nach GOÄ abrechnen zu können?

Ärztinnen und -ärzte fast aller Fachrichtungen können flexibel Leistungen abrechnen, die per Videosprechstunde erfolgt sind – sowohl bei bekannten als auch bei unbekannten Patientinnen und Patienten. Im kassenärztlichen Bereich sind Laborärzte, Nuklearmedizinerinnen, Radiologen und Pathologen davon ausgenommen, was auch für Privatarzt:innen gelten dürfte.

Laut Bundesärztekammer (BÄK) ist auch eine ausschließliche Behandlung per Video im Einzelfall erlaubt, „wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird und die Patientin oder der Patient auch über die Besonderheiten der ausschließlichen Beratung und Behandlung über Kommunikationsmedien aufgeklärt wird.“

So nutzen etwa Allgemeinmediziner:innen die Videosprechstunde, um Patient:innen mit chronischen Erkrankungen zu betreuen, Dermatolog:innen um begonnene Therapien, Allergien und Hautausschläge zu besprechen.

Die technischen Voraussetzungen sind einfach erfüllt: Eine Internetverbindung mit Firewall sowie ein Computer mit Bildschirm, Kamera, Mikrofon und Lautsprecher reichen aus. Außerdem müssen Sie einen Videodienstanbieter auswählen, der eine entsprechende Datensicherheit und Vertraulichkeit gewährleistet – etwa die Verschlüsselung von übertragenen Daten nach dem aktuellen Stand der Technik. Kry zählt zu den TÜV-zertifizierten Videodienstanbietern, die viele Ärztinnen und Ärzte nutzen.

Sie sollten zudem eine Berufshaftpflichtversicherung mit Abdeckung von Telemedizin abgeschlossen haben.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen müssen Sie sicherstellen, dass das Videogespräch an einem vertraulichen, störungsfreien Ort stattfindet. Es darf nicht aufgezeichnet werden. Außerdem müssen Ihre Patientinnen und Patienten in die Verarbeitung ihrer Daten einwilligen. Bei Kry wird die Einwilligung automatisch über Videosprechstunden-App abgefragt.

Um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten, verwenden wir dem aktuellen Stand der Technik entsprechende Verschlüsselungsverfahren (z. B. SSL) über HTTPS.

Welche Sonderregelungen gelten in der Psychotherapie?

In der Psychotherapie gilt, dass aufwendigere Leistungen nur in geeigneten Fällen per Videosprechstunde erbracht werden können. Der Erstkontakt darf nur in Ausnahmefällen per Video erfolgen – etwa, wenn der Gang zur Praxis für die Patientin oder den Patientin unzumutbar ist. Privatversicherte müssen mit ihrer Versicherung klären, ob die Kosten einer Psychotherapie per Video auch ohne persönlichen Erstkontakt erstattet werden.

Wie funktioniert die Abrechnung der Videosprechstunde?

Am 26. Juni 2020 hat die Bundesärztekammer Abrechnungsempfehlungen für telemedizinische Behandlungen bekannt gegeben. Dazu gehören:

  • GOÄ-Ziffer 1: Beratung durch Ärztin oder Arzt mittels Videoübertragung, z. B. Videosprechstunde (1-facher Faktor: 4,66 €, 2,3-facher Faktor: 10,72 €)
  • GOÄ-Ziffer 2 analog: Ausstellung von Rezepten und/oder Überweisungen und/oder Übermittlung von Befunden oder ärztlichen Anordnungen mittels Videotelefonie, E-Mail (Chat und SMS ausgeschlossen), durch medizinische Fachangestellte
  • GOÄ-Ziffer 3: eingehende Beratung durch Ärztin oder Arzt mittels Videoübertragung, die das gewöhnliche Maß übersteigt (1-facher Faktor: 8,74 €, 2,3-facher Faktor: 20,11 €)
  • GOÄ-Ziffer 5: Visuelle symptomatische klinische Untersuchung mittels Videoübertragung (1-facher Faktor: 4,66 €, 2,3-facher Faktor: 10,72 €)

Außerdem können Sie folgende Zuschläge auch im Rahmen der Videosprechstunde abrechnen:

  • Zuschlag A für außerhalb der Sprechstunde erbrachte Leistungen (1-facher Faktor 4,08 €)
  • Zuschlag B für 20 bis 22 Uhr, 6 bis 8 Uhr (1-facher Faktor 10,49 €)
  • Zuschlag C für 22 bis 6 Uhr (1-facher Faktor 18,65 €)
  • Zuschlag D für an Samstagen, Sonn- und Feiertagen erbrachte Leistungen (1-facher Faktor 12,82 €)

Was gilt für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen?

Für die Ausstellung von AU-Bescheinigungen gibt es derzeit keine klare Regelung. Die Bundesärztekammer erklärt jedoch, dass „die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit und die Ausstellung einer AU im Rahmen ausschließlicher Fernbehandlung berufsrechtlich vorstellbar” wäre.

In der Videosprechstunde muss sich die Ärztin oder der Arzt nach bestem Wissen und Gewissen davon überzeugt haben, dass die Patientin oder der Patient tatsächlich arbeitsunfähig erkrankt ist. Dies gilt auch im Hinblick auf die Corona-Sonderregelung, die bis Ende März 2022 verlängert wurde. Im Zweifelsfall sollten Sie die Patientin oder den Patientin auf einen persönlichen Praxisbesuch und eine entsprechende Untersuchung vor Ort verweisen.

Wie gehe ich bei unbekannten Patient:innen vor?

Sie können per Videosprechstunden auch Patientinnen und Patienten behandeln, die noch nie zuvor in Ihrer Praxis waren. Wenn Sie mit Kry arbeiten, werden Ihnen deutschlandweit Neupatient:innen vermittelt. Bevor diese einen Videotermin bei Ihnen buchen, geben sie alle relevanten persönlichen und Versicherungsdaten in ein digitales Formular ein.

Sie brauchen sich zu Beginn der Videosprechstunde lediglich die Versichertenkarte bzw. den Personalausweis vorzeigen lassen, um die Patientin oder den Patienten zu identifizieren.

Privatversicherte zahlen bei Kry ihren Termin im Voraus und werden über die GOÄ abgerechnet. Die Rechnungsstellung wird von Kry automatisiert durchgeführt. Ihr monatlicher Verdienst abzüglich eines Plattform-Service-Entgelts und einer Abrechnungsgebühr wird Ihnen im Folgemonat gesammelt überwiesen.

Als führender Anbieter für digitale Arztbesuche bauen wir unser Ärztenetzwerk in Deutschland aktuell weiter aus. Dafür suchen wir Fachärztinnen und Fachärzte der Allgemeinmedizin, Inneren Medizin und Pädiatrie mit deutscher Approbation und KV-Sitz.

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