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PRAXISTIPPS

Videosprechstunden nach EBM abrechnen

Letzte Aktualisierung:
Videosprechstunden korrekt nach EBM-Ziffern abrechnen
Möchten Sie die Videosprechstunde in Ihrer Vertragsarztpraxis nutzen? So rechnen Sie telemedizinische Leistungen korrekt nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ab.

Nicht nur in Pandemiezeiten bietet sich die Videosprechstunde als sichere und unkomplizierte Ergänzung zum Sprechzimmer vor Ort an. Der digitale Arztbesuch spart Patient:innen Anfahrt und Wartezeiten und kann den Praxisalltag von Ärztinnen und Ärztinnen vereinfachen. Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zur EBM-Abrechnung von Videosprechstunden.

Welche Voraussetzungen muss ich erfüllen, um Videosprechstunden nach dem EBM abrechnen zu können?

Vertragsärztinnen und -ärzte fast aller Fachrichtungen können flexibel Leistungen abrechnen, die per Videosprechstunde erfolgt sind – sowohl bei bekannten als auch bei unbekannten Patientinnen und Patienten. Ausgenommen sind: Laborärzte, Nuklearmedizinerinnen, Radiologen und Pathologen.

Die technischen Voraussetzungen sind einfach erfüllt: Eine Internetverbindung mit Firewall sowie ein Computer mit Bildschirm, Kamera, Mikrofon und Lautsprecher reichen aus. Außerdem müssen Sie einen zertifizierten Videodienstanbieter auswählen und Ihrer KV melden, dass Sie ab sofort Videosprechstunden anbieten.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen müssen Sie sicherstellen, dass das Videogespräch an einem vertraulichen, störungsfreien Ort stattfindet. Es darf nicht aufgezeichnet werden. Außerdem müssen Ihre Patientinnen und Patienten in die Verarbeitung ihrer Daten einwilligen. Bei Kry wird die Einwilligung automatisch über Videosprechstunden-App abgefragt.

Um den Schutz sensibler Daten zu gewährleisten, verwenden wir dem aktuellen Stand der Technik entsprechende Verschlüsselungsverfahren (z. B. SSL) über HTTPS.

Welche Sonderregelungen gelten in der Psychotherapie?

In der Psychotherapie gilt, dass es vor dem ersten Videotermin ein persönlicher Termin zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung oder Aufklärung stattgefunden haben muss. Wenn aus therapeutischer Sicht kein weiterer unmittelbarer Kontakt erforderlich ist, steht einer weiteren Behandlung per Video nichts im Wege.

In Einzelfällen kann die psychotherapeutische Sprechstunde auch ohne persönlichen Erstkontakt per Video stattfinden – etwa, wenn der Gang zur Praxis für die Patientin oder den Patienten unzumutbar ist.

Wie funktioniert die Abrechnung der Videosprechstunde?

Für Videosprechstunden können Sie gemäß KBV-Vorgaben u.a. folgende Gebührenordnungspositionen (GOP) abrechnen:

  • GOP 0300 / 0400: GOP für die jeweilige Grund- und Versichertenpauschale (ausgenommen sind die Pauschalen: GOP 03030, 04030, 12220, 12225)

Darüber hinaus können Sie folgende Zuschläge abrechnen, falls die jeweiligen Voraussetzungen erfüllt sind:

  • GOP 03040 / 04040: Zusatzpauschalen für die Wahrnehmung des hausärztlichen Versorgungsauftrags
  • GOP 03230 / 04230: Problemorientiertes ärztliches Gespräch
  • GOP 1444: Zuschlag für Authentifizierung eines unbekannten Patienten (10 Punkte)
  • GOP 01450: Technikzuschlag (40 Punkte) – auf 1.899 Punkte gedeckelt
  • GOP 01470: Ausstellen einer Erstverordnung einer digitalen Gesundheitsanwendung (DiGA)

Wie gehe ich bei unbekannten Patient:innen vor?

Sie können per Videosprechstunden auch Patientinnen und Patienten behandeln, die noch nie zuvor in Ihrer Praxis waren. Wenn Sie mit Kry arbeiten, werden Ihnen deutschlandweit Neupatient:innen vermittelt. Bevor diese einen Videotermin bei Ihnen buchen, scannen sie ihre Versichertenkarte ab und geben alle relevanten persönlichen und Versicherungsdaten in ein digitales Formular ein.

Sie brauchen sich zu Beginn der Videosprechstunde lediglich die Versichertenkarte vorzeigen lassen, um die Patientin oder den Patienten zu identifizieren. Dies lässt sich mit dem Authentifizierungszuschlag (GOP 1444) abrechnen.

Wieviele Videosprechstunden darf ich pro Quartal abrechnen?

Normalerweise gibt es eine Obergrenze: So dürfen Ärztinnen und Psychotherapeuten pro Quartal nur 20 Prozent Ihrer Leistungen per Video erbringen und nur jede:n fünfte:n Patient:in ausschließlich per Video behandeln.

Aufgrund der Corona-Pandemie ist diese Obergrenze aber vorübergehend (aktuell bis zum 31. März 2022) außer Kraft. Sie können zurzeit also unbegrenzt Videosprechstunden durchführen und bei der KV abrechnen.

Als führender Anbieter für digitale Arztbesuche bauen wir unser Ärztenetzwerk in Deutschland aktuell weiter aus. Dafür suchen wir Fachärztinnen und Fachärzte der Allgemeinmedizin, Inneren Medizin und Pädiatrie mit deutscher Approbation und KV-Sitz.

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