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Alternative jobs für ärztinnen und ärzte

Alternative Jobs für Ärztinnen und Ärzte

Jobalternativen für Ärzte gibt es viele – zum Beispiel in der Telemedizin
Letzte Aktualisierung:
Di., 16. Nov. 2021
Erst Medizin studieren, dann ins Krankenhaus oder eine eigene Praxis gründen: Die Entscheidung scheint für viele Ärztinnen und Ärzte auf der Hand zu liegen. Dabei bietet der Beruf viel mehr Möglichkeiten als gedacht.

Es gibt zahlreiche Ärztinnen und Ärzte in der Wirtschaft und anderen Berufsfeldern. Kein Wunder, denn neben der naturwissenschaftlichen Ausbildung bringen sie Fähigkeiten mit, die in vielen anderen Berufen gefragt sind: Sie wissen mit Stress und kritischen Situationen umzugehen, mit unterschiedlichen Menschen zurechtzukommen und in komplexen Zusammenhängen zu denken.

Sie schloss ihr Medizinstudium mit Doktortitel ab und arbeitete 5 Jahre lang als Assistenzärztin im Krankenhaus. Erst mit 43 Jahren trat Ursula von der Leyen in die CDU ein und machte dann Karriere in der Politik – bis zur Spitze der Europäischen Union. Auch Michael Dell hat ursprünglich Medizin studiert – seinen Eltern zuliebe. Später brach er das Studium jedoch ab und gründete den weltweit drittgrößten Computerhersteller Dell Technologies, dessen CEO er bis heute ist.

Neben diesen bekannteren Beispielen gibt es viele Ärztinnen und Ärzte, die einen anderen Weg eingeschlagen und in ganz unterschiedlichen Berufen ihre Erfüllung gefunden haben. Wir werfen einen Blick auf die Beweggründe, warum so viele den Arztkittel an den Nagel hängen. Außerdem stellen wir 5 vielversprechende Job-Alternativen für Ärztinnen und Ärzte außerhalb der Klinik vor.

Warum wandern so viele Ärztinnen und Ärzte in andere Bereiche ab?

Personalmangel und Zeitdruck in Krankenhäusern

Zu viele Überstunden, zu wenig Zeit für Patienten: Viele leiden unter den schwierigen Arbeitsbedingungen in deutschen Kliniken. Das ergab eine bundesweite Umfrage des Marburger Bundes unter 6.500 angestellten Ärztinnen und Ärzten. Knapp die Hälfte sei häufig überlastet – aufgrund des Personalmangels und des ökonomischen Drucks. Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit der Befragten beträgt 56,5 Stunden.

Hohe Belastung zehrt an der Gesundheit

Ein Fünftel der Krankenhausärztinnen und -ärzte denkt laut Umfrage über einen Berufswechsel nach. 74 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihre Arbeitszeiten negativ auf ihre Gesundheit auswirken (z. B. in Form von Schlafstörungen). 15 Prozent waren wegen der Arbeit in psychotherapeutischer Behandlung (z. B. wegen eines Burnouts). Die Zeit, die sie gern für die Versorgung der Patienten hätten, geht an administrative Aufgaben wie Dokumentation verloren. Und an Zeit für Familie und Freunde ist gar nicht mehr zu denken.

Zu wenig Zeit für Patienten

Eine Assistenzarzt-Umfrage des Hartmannbundes von 2021 bestätigt diesen Eindruck. Mehr als 70 Prozent der Befragten arbeiten trotz Tarifvertrag mindestens 45 Stunden pro Woche, mehr als ein Viertel sogar über 55 Stunden. Außerdem haben mehr als 60 Prozent nur „manchmal bis nie” zufriedenstellend viel Zeit für ihre Patienten. Mehr als ein Drittel der Assistenzärztinnen und -ärzte empfindet die Arbeitsbelastung als so groß, dass sie darüber nachdenken, den Job zu wechseln.

5 spannende Jobs für Ärzte außerhalb der Klinik und Praxis

Ausgebildete Medizinerinnen und Mediziner haben in der Regel keine Probleme, in einem neuen Bereich quer einzusteigen. Der Bedarf an ärztlicher Expertise bleibt hoch – und das auch immer mehr in alternativen Wirtschaftsbereichen.

1. Für Flexible: Telemedizin

Das Gesundheitswesen wird immer digitaler – das ist auch in den Kliniken und Arztpraxen zu spüren. Der Trend zur Digitalisierung wurde 2020 erheblich beschleunigt: Durch erleichterte Regelungen für Videosprechstunden und das große Interesse der Patienten, während der Corona-Pandemie das Wartezimmer zu umgehen.

Die Zahl der Arztpraxen, die digitale Konsultationen für ihre Patienten anbieten, ist im ersten Pandemiejahr rasant gestiegen. So hat laut KBV jeder zweite Psychotherapeut Online-Sprechstunden durchgeführt. Bei den Hausärztinnen waren es 12 Prozent und bei den Kinderärzten 14 Prozent.

Warum Telemedizin? Die Möglichkeit, flexibel im Homeoffice zu arbeiten, ist für viele attraktiv. Neben der regulären Praxistätigkeit können sie neue Patienten online behandeln – und dabei die Einsatzzeiten beliebig wählen. Der Vorteil: Ärztinnen und Ärzte können in einen neuen Arbeitsbereich hineinschnuppern, ohne ihren Job wechseln zu müssen – gerade dann, wenn sie gern direkt mit Patienten arbeiten. Das bringt Abwechslung in den Berufsalltag und kann für eine gesunde Work-Life-Balance sorgen.

So steigen Sie ein: In der Regel ist ein KV-Sitz oder eine Anstellung in einer Vertragsarztpraxis notwendig. Eine abgeschlossene Facharztausbildung und einige Jahre Erfahrung in der Patientenversorgung sind ebenfalls Voraussetzung. Hier finden Sie Tipps für den Einstieg in die Telemedizin in jeder Karrierephase.

2. Für Schreibtalente: Medizinjournalismus

Guter Content ist gefragt – und sowohl Ärzte als auch Patientinnen wollen informiert bleiben. Schreibende Medizinerinnen und Mediziner können dank ihrem Fachwissen und ihrer Erfahrung in der Praxis eine interessante Perspektive in die Medienwelt bringen. Ihre Aufgabe liegt darin, aktuelle und relevante Themen in der Medizin so aufzubereiten, dass sie ein großes Publikum erreichen. Das können sie zum Beispiel bei Wissenschaftsverlagen oder Fachzeitschriften tun. Aber auch im TV und bei Radiosendern sowie in digitalen Medien, die ein breiteres Publikum ansprechen, ist das Thema Medizin sehr präsent.

Warum Medizinjournalismus? Der Kontakt zu Patienten fällt in diesem Berufsfeld komplett weg. Wer aber viel Neugier mitbringt und gern schreibt, kann im Journalismus einen Job finden, der Spaß macht und erfüllend ist.

So steigen Sie ein: Ein Talent zum Schreiben sollten Sie auf jeden Fall mitbringen – im besten Fall auch eine entsprechende Fortbildung und/oder ein Volontariat machen. Außerdem sollten Sie bereit sein, sich täglich weiterzubilden. Medizinjournalistinnen und -journalisten sind entweder freiberuflich oder in Festanstellung tätig – bei Verlagen, Krankenkassen oder ärztlichen Organisationen.

3. Für Vielseitige: Consulting

Viele ehemalige Medizinerinnen und Mediziner fassen in der Beraterbranche Fuß. Besonders in Gesundheitsunternehmen sind sie begehrt und auch als Quereinsteiger willkommen. Ärztliche Unternehmensberaterinnen und -berater sind zum Beispiel in Krankenhäusern für die Führungskräfteentwicklung, Prozessoptimierung oder das Coaching von Mitarbeitenden zuständig. In der Beraterbranche arbeiten oft interdisziplinäre Teams an wechselnden Projekten zusammen.

Warum Consulting? Der Arbeitsalltag ist projektbasiert und daher sehr abwechslungsreich. Sie lernen immer wieder neue Menschen kennen, sind oft bei Unternehmenskunden vor Ort tätig und generell viel unterwegs.

So steigen Sie ein: Für eine Bewerbung sind Auslandsaufenthalte und Praktika von Vorteil. BWL-Grundkenntnisse sollten angehende Beraterinnen und Berater ebenfalls mitbringen, bzw. sie sich durch Weiterbildungen aneignen. Um sich als Unternehmensberaterin oder -berater selbstständig zu machen, sind mehrere Jahre Berufserfahrung und ein starkes Netzwerk das A und O.

4. Für global Denkende: Public Health

Im Gegensatz zur individuellen Patientenversorgung geht es bei Public Health um globale Gesundheitsforschung und eine Verbesserung der Versorgung für die Gesamtbevölkerung. Klassische Fachbereiche sind Epidemiologie, Gesundheitsökonomie, Prävention von Krankheiten, Gesundheitsförderung und Versorgungsforschung.

Warum Public Health? Vor dem Hintergrund des Klimawandels, der Coronakrise und des demographischen Wandels steigt die Bedeutung des Fachs – und damit auch die Nachfrage nach Absolventinnen und Absolventen.

So steigen Sie ein: Public Health wird in der Regel als Aufbaustudiengang (M. Sc.) an vielen deutschen Hochschulen wie der LMU München, der Uni Bremen oder der Berlin School of Public Health angeboten. Das Studium ist Voraussetzung, um in der Gesundheitswirtschaft und -forschung tätig zu werden. Jobs gibt es u.a. in Forschungsinstituten, bei Kassenärztlichen Vereinigungen, in der Entwicklungszusammenarbeit und in der Pharmaindustrie.

5. Für IT-Versierte: Medizininformatik

Da das Gesundheitswesen immer digitaler wird, steigt der Bedarf an medizinischer Software und die Bedeutung der Medizininformatik. Kliniken, Krankenkassen und Arztpraxen sind auf intelligente Daten-Infrastrukturen, Informations- und Kommunikationstechnologien angewiesen. Die medizinische Informatik hilft dabei, Abläufe in Krankenhäusern und in der Patientenversorgung zu verbessern.

Warum Medizininformatik? Informatikerinnen und Informatiker leisten einen entscheidenden Beitrag zur Digitalisierung im Gesundheitswesen. Der Beruf bietet viele Entwicklungsmöglichkeiten und lässt sich mit Privatleben und Familie vereinbaren. Flexible Arbeitszeiten sind möglich.

So steigen Sie ein: Ein Abschluss in einem Informatik-Studiengang und Programmierkenntnisse sind Pflicht. Jobs finden sich in vielen größeren Unternehmen der Gesundheitsbranche.

Das sollten Ärztinnen und Ärzte vor dem Jobwechsel wissen

Oft ist das Arbeitsumfeld in einem Unternehmen, einer Redaktion oder einem Forschungsinstitut ein ganz anderes als das, woran man sich in der Klinik oder in der Praxis gewöhnt hat. Je nach Bereich benötigen auch ausgebildete Ärztinnen und Ärzte zusätzliche Qualifikationen und Erfahrungen. Dazu zählen etwa betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse, die Sie sich an verschiedenen Weiterbildungsinstituten oder im Fernstudium aneignen können.

Idealer Kompromiss: mit Telemedizin die Patientenversorgung von morgen mitgestalten

Wer seine ärztliche Qualifikation weiterhin in der Patientenversorgung einsetzen möchte, kann in der Telemedizin eine interessante und flexible Ergänzung zum Klinik- oder Praxisalltag finden. Videosprechstunden sind ein guter Kompromiss für alle, die sich gern in einem neuen Bereich ausprobieren, aber nicht den Patientenkontakt missen möchten – mit allen Vorteilen, die eine digitale, ortsunabhängige Tätigkeit bietet.

Die digitale Sprechstunde ist daher auch für alle Ärztinnen und Ärzte mit eigener Praxis eine Option. Dabei behandeln sie ausschließlich Patienten, deren Symptome für eine telemedizinische Behandlung geeignet sind – und entlasten damit Praxen und Kliniken vor Ort.

Als führender Anbieter für digitale Arztbesuche bauen wir unser Ärztenetzwerk in Deutschland aktuell weiter aus. Dafür suchen wir Fachärztinnen und Fachärzte der Allgemeinmedizin, Inneren Medizin und Pädiatrie mit deutscher Approbation und KV-Sitz.

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