Wie gut schützen Masken?

Masken Titelbild
Letzte Aktualisierung: 12. Nov. 2020

Stoffmasken, FFP-Masken, Visiere: Wie sie wirken und für wen sie geeignet sind

Es ist ein kleines Stück Stoff, das viele heiße Diskussionen befeuert. Mund-Nasen-Masken gehören seit dem Frühjahr zu unserem Alltag. Der Herbst brachte eine erweiterte Maskenpflicht. Wir wollen es genauer wissen: Ein Überblick über aktuelle Studien und die Schutzwirkung der verschiedenen Maskentypen.

Masken bremsen Tröpfchen und Aerosole

Coronaviren werden über Tröpfchen und Aerosole übertragen, die wir beim Husten und Niesen, aber auch beim Sprechen und Atmen ausstoßen. Eine infizierte Person gibt beim Sprechen pro Minute Tausende virenbelastete Partikel ab. Aerosole sind so klein, dass sie nicht mehr der Schwerkraft unterliegen. Sie bleiben deshalb oft Minuten bis Stunden in der Luft. Das erhöht das Ansteckungsrisiko besonders dort, wo Abstand halten nicht möglich ist: in der U-Bahn, im Supermarkt und auf belebten Einkaufsstraßen.

Das Tückische am Coronavirus: Du kannst auch andere anstecken, wenn du keine Symptome hast oder bevor die Krankheit ausbricht. Weil Alltagsmasken vor allem unser Umfeld schützen und nicht uns selbst, sollten alle Maske tragen – nicht nur die Risikogruppen. In Kombination mit Abstand, Händewaschen, Nies-Etikette und Lüften bremsen sie die Ausbreitung von Covid-19. Das gilt übrigens auch für Grippeviren.

Der Stand der Forschung

Die World Health Organization (WHO) hat die Schutzwirkung von Masken und Abstandhalten analysieren lassen. Das Ergebnis: Masken können einen Teil der Viren abhalten und möglicherweise einen schweren Krankheitsverlauf verhindern. Die Forschenden empfehlen Masken aber nicht als einzige Schutzmaßnahme, sondern vor allem als Ergänzung zum Abstandhalten.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat untersucht, wie Alltagsmasken aus Stoff auf die Ausbreitung von Aerosolen wirken. Dazu haben die Forschenden mit einer Puppe die menschliche Atmung simuliert und die ausgeatmeten Partikel mit einer 3D-Trackingsoftware verfolgt. Das Ergebnis: Winzige Aerosole können den Stoff der Maske zwar durchdringen, aber sie verlangsamt die ausgeatmete Luft und lenkt sie um. Das kann bei einer direkten Begegnung das Übertragungsrisiko reduzieren.

Welche Maske ist für mich geeignet?

Manche sind nur einmal verwendbar, andere kannst du waschen, wieder andere sind nicht für jeden geeignet. Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Masken-Arten und Tipps für den richtigen Gebrauch.

Alltagsmaske: für den privaten Gebrauch

  • Alias: Mund-Nasen-Bedeckung, Stoffmaske, DIY-Maske, Community-Maske
  • Gebrauch: im Alltag
  • Eigenschutz: geringer als bei OP-Masken
  • Fremdschutz: kann Tröpfchenauswurf reduzieren
  • Mehrmals verwendbar? Ja

Stoffmasken schonen den Geldbeutel und tragen sich angenehmer als Einwegmasken: Daher sind sie besonders alltagstauglich. Außerdem sind sie umweltfreundlicher, da du sie immer wieder verwenden kannst. Wichtig ist, die Maske nach jedem Tragen zu waschen. Das Robert Koch Institut empfiehlt jedem, Mund-Nasen-Bedeckungen in der Öffentlichkeit zu tragen, wenn kein Abstand von anderen Menschen möglich ist.

Eine 100-prozentige Schutzwirkung der Mund-Nasen-Bedeckungen für die Trägerin oder den Träger lässt sich nicht nachweisen. Das gilt übrigens auch für Masken mit Nanosilber-Partikeln. Jede Stoffmaske ist anders und die verwendeten Gewebe unterschiedlich dicht. Darin unterscheiden sie sich von den standardisierten OP-Masken und FFP-Schutzmasken. Alltagsmasken werden daher nicht für den medizinischen Bereich empfohlen. Fest steht: Eine zweilagige Baumwoll-Maske bremst die Tröpfchen besser als ein dünnes Halstuch, das du zur Maske umfunktionierst.

OP-Maske: für bestimmte Berufsgruppen

  • Alias: Medizinische Gesichtsmaske, chirurgische Maske
  • Gebrauch: alle, die viel Patienten- oder Kundenkontakt haben
  • Eigenschutz: begrenzt; bei festem Sitz
  • Fremdschutz: ja; reduziert Tröpfchenauswurf
  • Mehrmals verwendbar? Nein

Ursprünglich kommen medizinische Gesichtsmasken vor allem bei Operationen zum Einsatz: Sie sollen verhindern, dass Tröpfchen aus der Atemluft des Behandelnden in offene Wunden gelangen. In Corona-Zeiten erfüllen sie den Zweck, das Gegenüber vor infektiösen Tröpfchen zu schützen. Das gilt weniger für den Eigenschutz: Denn wenn du eine OP-Maske trägst, atmest du nicht nur durch das Filtervlies ein, sondern auch an den Rändern.

OP-Masken sind nur einmal verwendbar. Wenn sie durch Schweiß und Atemluft durchfeuchtet sind, verlieren sie ihre Schutzwirkung. Da du sie nicht waschen kannst, musst du sie jedes Mal wechseln. Daher eignen sich die Masken eher für den Arbeitsschutz als für den Alltag: entweder im medizinischen Bereich oder bei viel Kundenkontakt (Apothekerinnen, Busfahrer, Frisöre).

FFP-Maske: für den medizinischen Bereich

  • Alias: Partikelfiltrierende Halbmaske, FFP1-, FFP2-, FFP3-Maske, Atemschutzmaske
  • Gebrauch: vor allem im medizinischen Bereich
  • Eigenschutz: ja
  • Fremdschutz: ohne Ventil: ja; mit Ventil: nein
  • Mehrmals verwendbar? Nein

FFP-Masken sind die einzigen Masken, die auch Trägerin und Träger schützen. Das liegt an ihrer Filterwirkung: Sie sind so beschaffen, dass sie Partikel, Tröpfchen und Aerosole aus der eingeatmeten Luft filtern. Der Filter-Grad ist bei FFP3-Masken am höchsten.

Manche der Masken haben ein eingebautes Ausatem-Ventil – diese filtern nur die eingeatmete, nicht aber die ausgeatmete Luft. Sie sind also nur für den Eigenschutz gedacht. Masken ohne Ventil filtern die Atemluft in beiden Richtungen, dienen also auch dem Fremdschutz. FFP-Masken sind für den medizinischen Bereich und den Arbeitsschutz vorgesehen. Für den Supermarkt-Einkauf oder die tägliche U-Bahn-Fahrt sind sie weniger geeignet, da sie recht teuer und nur einmalig verwendbar sind.

Visier: in Ausnahmefällen

  • Alias: Gesichtsvisier, Face Shield
  • Gebrauch: als Zusatz oder bei gesundheitlichen Einschränkungen
  • Eigenschutz: gering
  • Fremdschutz: nein
  • Mehrmals verwendbar? Ja

Laut Robert Koch Institut (RKI) sind Visiere kein Ersatz für Gesichtsmasken. Sie dienen lediglich als Spuckschutz. Da sie nicht am Gesicht anliegen, können sie ausgeatmete Tröpfchen kaum zurückhalten – nur solche, die direkt auf der Scheibe landen. Auch die Eigenschutz-Wirkung ist sehr gering. Im Krankenhaus kommen Visiere manchmal ergänzend zur Maske zum Einsatz. In einigen Bundesländern sind sie Personen erlaubt, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen können.

Masken-Hygiene: Diese Fehler solltest du vermeiden

Deine Maske soll die Ansteckungsgefahr verringern. Das klappt aber nur, wenn du sie hygienisch behandelst – egal, ob waschbare oder Einmal-Maske. Mach es am besten wie die Profis im Krankenhaus und vermeide folgende typische Fehler:

  • Unter der Nase tragen: Selbst beim Ausatmen durch die Nase stoßen wir Aerosole aus, die lange in der Luft bleiben und möglicherweise virenbelastet sind. Zieh die Maske also über Mund und Nase.
  • Unters Kinn ziehen: Auch wenn es praktisch scheint – Unterm Kinn hat die Maske nichts zu suchen. Wenn du sie später wieder vors Gesicht bringst, musst du sie mit den Fingern berühren. Besser: Nimm die Maske erst ab, wenn du sie nicht mehr brauchst.
  • Mit den Fingern berühren: Vor dem Aufsetzen der Maske solltest du dir gründlich die Hände waschen. Draußen geht das nicht immer. Berühre daher nur die Gummibänder und ziehe sie hinter die Ohren. Versuche, die Maske auch beim Tragen möglichst nicht anzufassen.
  • In die Hosentasche stopfen: Getragene Masken sind potenzielle Virenschleudern. Bewahre deine Stoffmaske am besten in einer Dose oder einem Beutel auf. Oder du wäschst sie direkt nach Gebrauch. Einmal-Masken solltest du nach dem Tragen direkt entsorgen.
  • Zu selten wechseln: Wasche deine Stoffmaske regelmäßig, am besten nach jedem Tragen. Bei mindestens 60° C in der Waschmaschine gehst du sicher, dass alle Viren und Keime absterben. Alternativ kannst du die Maske auch für 10 Minuten in kochendes Wasser legen.

Was tun bei Covid-19-Verdacht?

Fieber, Husten, Geruchs- und Geschmacksverlust können auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen. Bei milden Symptomen kannst du dich per Video von unseren erfahrenen Ärztinnen und Ärzten beraten lassen. Sie können deine Beschwerden beurteilen und dich bei Bedarf an die richtige medizinische Einrichtung vermitteln. Bei schwerwiegenden Symptomen wie Atemnot solltest du dich sofort in einer Notaufnahme oder beim Rettungdienst melden.

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Letzte Aktualisierung:
12. Nov. 2020

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