Verstopfung: Wenn der Stuhlgang zum Problem wird

Bei Verstopfung fällt es schwer, den Darm zu entleeren. Der Stuhl ist hart, der Toilettenbesuch mit Schmerzen verbunden. Du kannst Verstopfung vorbeugen, indem du Sport treibst, ausreichend trinkst und ballaststoffreiche Lebensmittel zu dir nimmst.

Verstopfung (medizinisch: Obstipation) kann sehr unangenehme Symptome verursachen. Folgende Verstopfungssymptome sind möglich:

Bauchschmerzen
Geschwollener Bauch
Völlegefühl
Blähungen
Schmerzen beim Stuhlgang
Starkes Pressen auf der Toilette
Harter, klumpiger Stuhl
Gefühlt keine vollständige Darmentleerung
Reduzierter Appetit
Grundsätzliches Unwohlsein

Neben diesen klassischen Verstopfungssymptomen sind auch weitere Beschwerden möglich. Der große Druck auf den Mastdarm während des Stuhlgangs kann z. B. zu Rissen im Rektum, Analrissen oder Hämorrhoiden führen.

Einfache Verstopfungen kannst du meist selbst behandeln, sogar ohne Verstopfungsmedikamente aus der Apotheke. In folgenden Fällen solltest du jedoch unbedingt ärztliche Hilfe aufsuchen:

  • Wenn du häufig unter Verstopfung leidest.
  • Wenn du zusätzlich starke Bauchschmerzen hast.
  • Wenn zusätzlich Fieber, Übelkeit oder Erbrechen auftreten.
  • Wenn du trotz Verstopfung viel Gewicht verloren hast.
  • Wenn Blut im Stuhl zu sehen ist.

Achtung: Hinter einer akut auftretenden Verstopfung mit starken Bauchschmerzen, einem geblähten Bauch, Übelkeit und Erbrechen kann ein Darmverschluss stecken! Dieser ist lebensgefährlich und muss umgehend behandelt werden. Bei Verdacht auf Darmverschluss solltest du daher sofort den Notarzt rufen.

Verstopfungssymptome treten auf, wenn der Darminhalt, bestehend aus Nahrung und Bakterien, zu lange benötigt, um durch den Dickdarm zum Rektum zu gelangen. Je länger dieser Vorgang andauert, desto mehr Wasser wird dem Darminhalt entzogen. Dadurch wird der Stuhl trocken und hart, die Darmentleerung noch schwerer.

Häufige Ursachen für Verstopfung sind ein Mangel an Flüssigkeit oder zu wenig körperliche Aktivität. Sehr stark wird der Stuhlgang auch durch die Ernährung beeinflusst: Ein Mangel an Ballaststoffen verursacht oft Verstopfung. Auch ungewohnte Lebensmittel können Verstopfung auslösen – dieses Phänomen tritt häufig im Urlaub auf.

Es gibt zudem einige Medikamente, die zu einer schleppenden Darmentleerung führen können. Dazu gehören z. B. Hustenmedikamente, Eisentabletten, Antidepressiva, starke Schmerzmittel und einige Anxiolytika, also Medikamente zur Angstminderung.

Schließlich können auch ernstere Erkrankungen hinter einer Obstipation stecken, beispielsweise Störungen des Stoffwechsels, des Hormon- oder des Elektrolythaushalts. Nicht zuletzt kann es bei einer Schwangerschaft oder kurz vor der Menstruation zu Verstopfung kommen.

Der Arzt wird dich zunächst befragen: Wie oft hast du Stuhlgang? Ist die Darmentleerung vollständig? Welche Beschaffenheit hat der Stuhl? Auf dieser Grundlage kann er meist schon eine Obstipation feststellen. Eine Stuhluntersuchung, eine Darmspiegelung oder andere, invasivere Tests werden nach Bedarf zusätzlich angeordnet, um die Ursache der Verstopfung zu ermitteln.

Natürlich kann man eine Verstopfung mit Medikamenten auflösen. In den meisten Fällen lassen sich der Obstipation jedoch deutlich sanftere Methoden entgegensetzen. Folgendes hilft vorbeugend bei Verstopfung:

  • Ballaststoffreiche Lebensmittel essen
  • In Ruhe essen und gut kauen
  • Viel trinken, z. B. ein zusätzliches Glas Wasser zu jeder Mahlzeit
  • Aktiv sein und Sport treiben
  • Bei Stuhlgangreiz sofort auf die Toilette gehen

Gerade die Ernährung hat einen riesigen Einfluss auf die Verdauung. Vollkornprodukte, Obst und Gemüse erhöhen das Volumen des Darminhaltes und binden viel Wasser, was den Stuhltransport erleichtert. Dementsprechend solltest du dazu auch viel trinken. Bei Verstopfung eignen sich insbesondere Pflaumen und Feigen als Nahrungsmittel – sie wirken abführend.

Sollte der Verstopfung eine Erkrankung wie beispielsweise Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion zugrunde liegen, so muss diese diagnostiziert und zielgerichtet behandelt werden. Medikamente gegen Verstopfung sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich, z. B. als Tabletten, Tropfen, Zäpfchen oder Mini-Einläufe. Es gibt auch schmerzstillende Salben für die Enddarmöffnung. Medikamente gegen Verstopfung sollten stets mit Bedacht verwendet werden, da sie kritische Nebenwirkungen wie beispielsweise Elektrolytverluste haben können.

Verstopfung tritt bei Kindern recht häufig auf. Sie äußert sich beispielsweise in Form von Magenschmerzen. Verstopfung bei Kindern sollte ärztlich abgeklärt werden. Die Gabe von Medikamenten gegen Verstopfung, auch von pflanzlichen Präparaten, sollte ebenfalls in Abstimmung mit einem Arzt erfolgen. Ansonsten helfen vielen Kindern, ebenso wie Erwachsenen, eine gesunde, ballaststoffreiche Ernährung, ausreichend Flüssigkeit und jede Menge Bewegung gegen Verstopfungssymptome.

Du leidest unter Verstopfung? Der Arzt wird dir die richtigen Fragen stellen, um den Ursachen deiner Verstopfungssymptome auf den Grund zu gehen. Bei Bedarf wird er dir ein passendes Medikament gegen Verstopfung verschreiben. Er kann dich auch zu einem Facharzt überweisen, beispielsweise für weiterführende Tests.

Natürlich kannst du über KRY auch einen Arzt kontaktieren, der sich mit Verstopfung bei Kindern auskennt. Wenn dein Kind die Verstopfungssymptome hat, muss es bei dem Video-Gespräch mit dabei sein.

Letzte Aktualisierung:
19. August 2019
Fachliche Prüfung:
Dr. med. Monika Gratzke, Fachärztin für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie