COVID-19

Update: Impfung gegen COVID-19

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Letzte Aktualisierung: 10. Nov. 2020

Steigende Infektionszahlen und ein erneuter Lockdown geben den laufenden Forschungsprojekten zur Impfung gegen das Coronavirus eine neue Dringlichkeit. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den aktuellen Stand der Impfstoffentwicklung.

Wer arbeitet an der Entwicklung eines Impfstoffes?

Die Suche nach einem Impfstoff gegen COVID-19 läuft auf Hochtouren. In der ganzen Welt haben sich Forscherteams dieser Aufgabe verschrieben. Derzeit listet die Weltgesundheitsorganisation über 200 verschiedene Impfstoff-Kandidaten. Knapp ein Viertel davon wird bereits an Freiwilligen getestet.

In Deutschland arbeiten unter anderem die Firmen BioNTech, CureVac und IDT Biologika an einer Impfung. Sie werden im Rahmen eines nationalen Sonderprogramms von der Bundesregierung mit fast 750 Millionen Euro unterstützt.

An welchen Impfstoffen wird aktuell geforscht?

3 unterschiedliche Ansätze gelten als besonders vielversprechend:

  1. Lebendimpfstoffe mit Vektorviren
  2. Totimpfstoffe mit Virusproteinen
  3. mRNA/DNA-Impfstoffe

Gemeinsam ist diesen Strategien, dass dem Immunsystem das Virus SARS-CoV-2 in abgewandelter und weniger starker Form präsentiert wird. So kann der Körper eine Immunität aufbauen, die ihn dann vor dem echten Erreger schützt. Die Bedingungen für die Forscher sind gut, da es durch andere Coronaviren wie MERS und SARS bereits Erfahrungswerte gibt.

Wie läuft die Entwicklung des Impfstoffes ab?

Im ersten Schritt wird analysiert, aus welchen Bestandteilen das Virus besteht und worauf der Mensch konkret reagiert bzw. warum das Virus beim Menschen eine Erkrankung auslöst. Im Anschluss daran wird nach geeigneten Antigenen sowie passenden Zusatzstoffen gesucht, die dem menschlichen Immunsystem anstelle des Virus präsentiert werden können.

In Zellkulturen und in Tierversuchen wird der potenzielle Impfstoff erstmalig auf Wirksamkeit und Verträglichkeit getestet. Werden dabei gute Ergebnisse erzielt, kommt es zu einem 3-stufigen klinischen Prüfverfahren mit Tausenden freiwilliger Teilnehmer. Sind alle Tests positiv verlaufen, kann ein Zulassungsantrag gestellt werden. Erst wenn die Zulassung erteilt ist, darf der Impfstoff eingesetzt werden.

Wann kommt der Impfstoff?

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek geht davon aus, dass die ersten Impfungen gegen das Coronavirus bereits Mitte des Jahres 2021 stattfinden können. Man muss jedoch die Ergebnisse der diversen klinischen Prüfphasen sowie eventuelle darauf folgende Zulassungsverfahren abwarten. Zudem muss der Impfstoff dann auch noch in relevanten Mengen (für Millionen von Menschen) hergestellt werden. Momentan lässt sich daher kein fester Termin nennen. 2021 ist ein optimistisches Ziel – gewöhnlich dauert es etwa 15 bis 20 Jahre, bis ein neuer Impfstoff am Markt eingesetzt werden darf.

Wer bekommt die Impfung?

Da davon auszugehen ist, dass ein Impfstoff gegen das Coronavirus zunächst eingeschränkt verfügbar sein wird, arbeitet die Ständige Impfkommission bereits jetzt an zweckdienlichen Impfempfehlungen. Aller Voraussicht nach werden zunächst diejenigen die Impfung erhalten, die einem besonderen Infektionsrisiko oder einem potenziell schweren Krankheitsverlauf ausgesetzt sind. Dazu zählen z. B. Menschen mit Grunderkrankungen sowie medizinisches Personal.

Sobald genügend Impfdosen zur Verfügung stehen, soll dann auch die restliche Bevölkerung die Impfung erhalten. Eine Pflicht zur Impfung wird es nicht geben. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf einer Pressekonferenz am 15. September 2020 zugesichert.

Wird die Impfung überhaupt sicher sein?

Ja, ein neuer Impfstoff wird nur dann zugelassen werden, wenn er alle notwendigen Test- und Zulassungsphasen erfolgreich durchlaufen hat. Auch wenn Entwicklungs- und Zulassungsverfahren beschleunigt ablaufen – bei den Qualitätsstandards werden keine Abstriche gemacht. Die Wirksamkeit und eventuelle Nebenwirkungen werden nach der Markteinführung von unabhängiger Stelle kontrolliert und zentral erfasst.

Es ist theoretisch möglich, dass sehr seltene Nebenwirkungen (1 Fall bei über 10.000 geimpften Personen), erst nach der Einführung des Impfstoffes entdeckt werden. Allerdings haben auch etablierte Impfstoffe wie z. B. die Grippeschutzimpfung Nebenwirkungen. In jedem Fall wird der Nutzen die Risiken einer COVID-19-Impfung deutlich überwiegen.

Wird die COVID-19-Impfung die Grippeimpfung überflüssig machen?

Nein. Da es sich um 2 unterschiedliche Erreger handelt, mit denen man sich im schlimmsten Fall auch gleichzeitig infizieren kann, sind beide Impfungen unabhängig voneinander wichtig, insbesondere für Risikogruppen. Auch alle anderen Impfungen wie z. B. die Impfung gegen Pneumokokken oder die Grundimmunisierung für Säuglinge sollten gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission weiterhin durchgeführt werden.

Allerdings gibt es mehrere Studien, die darauf hindeuten, dass eine Impfung gegen Grippe gewissermaßen das Immunsystem trainiert. Dadurch könnte es besser gegen das Coronavirus gewappnet sein. Darauf vertrauen solltest du aber nicht – die Grippe ist nicht COVID-19.

Verlass dich nicht auf die Impfung!

Die Entwicklung eines passenden Impfstoffes ist nur eine von mehreren Strategien, um COVID-19 zu bekämpfen. Das richtige Verhalten jedes Einzelnen ist nach wie vor absolut essenziell, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Hier noch mal eine kurze Zusammenfassung:

  • Halte mindestens 1,5 Meter Abstand
  • Trage einen Mund-Nasen-Schutz
  • Wasche dir häufig die Hände
  • Beachte die Husten- und Niesetikette
  • Lüfte regelmäßig
  • Lade dir die Corona-Warn-App herunter

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