Grippe: Eine Influenza ist keine Erkältung

Hohes Fieber, Husten, Gliederschmerzen? Wenn gerade eine Grippewelle durchs Land rollt, leidest du mit diesen Symptomen eventuell an einer Virusgrippe. Dabei ist eine Influenza schwerwiegender als eine bloße Erkältung. Doch auch sie geht gewöhnlich nach 5 bis 7 Tagen wieder vorüber.

Die Schwere einer Virusgrippe kann stark variieren. Daher können auch die damit einhergehenden Beschwerden unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Häufige Grippe-Symptome sind:

  • Hohes Fieber
  • Trockener Reizhusten
  • Halsschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Schnupfen
  • Schüttelfrost

Die Grippewelle tritt normalerweise ab Oktober auf und endet erst im Mai. Dementsprechend erkranken die meisten Menschen in den Wintermonaten.

Grippe oder Erkältung? Alltagssprachlich werden die Begriffe häufig synonymhaft verwendet. Medizinisch ist dies jedoch nicht korrekt. Eine Erkältung verläuft meist deutlich harmloser als die sogenannte echte Grippe (Influenza bzw. Virusgrippe).

Grippe-Symptome wie Husten, Schnupfen und Fieber können bei beiden Erkrankungen auftreten. In der Regel ist das Fieber bei einer Grippe jedoch höher und hält länger als 3 Tage an, das Krankheitsgefühl ist stärker. Außerdem beginnt die Grippe meist schlagartig, während sich eine Erkältung langsam „anschleicht“. Nach einer Erkältung fühlt man sich meist schnell wieder fit, während man nach einer Grippe noch wochenlang abgeschlagen sein kann.

Die Grippe vergeht normalerweise von allein. Bei folgenden Grippe-Symptomen solltest du dich jedoch schnell in ärztliche Behandlung begeben:

  • Du hast hohes Fieber und Atembeschwerden.
  • Du hast 4 Tage oder länger hohes Fieber.
  • Du hast hohes Fieber, das zuerst sinkt, danach aber wieder steigt.
  • Du gehörst einer Risikogruppe an und spürst Grippe-Symptome.

Die Virusgrippe wird, der Name sagt es bereits, durch Viren verursacht. Welche Viren genau die Übeltäter sind, ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich. Wenn in deiner Nähe jemand erkrankt ist und niest oder hustet, kannst du dich anstecken. Auch über Türklinken, Geldscheine oder Haltestangen in öffentlichen Verkehrsmitteln können die Viren übertragen werden.

In Krankenhäusern, Arztpraxen und Pflegeheimen sowie in Schulen und Kitas besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko. Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt etwa 1 bis 4 Tage.

Du willst dir keine Virusgrippe einfangen? Mit diesen Verhaltensweisen kannst du das Risiko einer Influenza-Erkrankung verringern:

  • Wasche dir häufig und gründlich die Hände.
  • Vermeide es, Augen, Nase und Mund zu berühren.
  • Verzichte auf das Händeschütteln.
  • Meide große Menschenmassen in Grippe-Zeiten.

Ob Grippe oder Erkältung kann ein Arzt durch eine Befragung und eine körperliche Untersuchung des Patienten schnell feststellen. Bei sehr schlechtem Befinden oder unklarer Symptomatik kann zusätzlich zur Erhebung der Grippe-Symptome ein Influenza-Schnelltest Aufschluss geben. Hierfür wird etwas Speichel aus dem Rachen auf ein Wattestäbchen gegeben und dann auf einen Teststreifen aufgebracht. Daraufhin kann bei Bedarf eine Grippe-Behandlung eingeleitet werden.

Wenn du dir eine Grippe oder Erkältung eingefangen hast, solltest du dich erst einmal gründlich ausruhen. Speziell bei hohem Fieber solltest du viel trinken: Wasser und ungesüßten Tee. Hustensaft und abschwellende Nasentropfen können die Grippe-Symptome ebenfalls lindern.

Bei Fieber und Gliederschmerzen kannst du nicht verschreibungspflichtige fiebersenkende und schmerzstillende Medikamente einnehmen. Lass dich bei KRY dazu beraten, was dir im Einzelfall am besten helfen kann.

Achtung: Kinder sollten bei Grippe keine aspirinhaltigen Medikamente einnehmen!

Bei Menschen, die einer Risikogruppe angehören, kann der Arzt im Rahmen einer Grippe-Behandlung antiviral wirkende Medikamente verschreiben. Ansonsten wird eine Grippe in ähnlicher Weise auskuriert wie eine Erkältung. Das heißt, es wird versucht, die auftretenden Beschwerden zu lindern.

Eine Impfung ist der Behandlung einer Grippe allemal vorzuziehen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt eine jährliche Impfung gegen Influenza in den Monaten Oktober und November. Dies gilt insbesondere (aber nicht ausschließlich) für folgende Risikogruppen:

  • Schwangere
  • Menschen ab 60 Jahren
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem
  • Chronisch kranke Menschen
  • Bewohner von Alters- und Pflegeheimen
  • Menschen mit erhöhter Gefährdung (z. B. medizinisches Personal)

Auch wenn du keiner Risikogruppe angehörst, kannst du dich gegen Virusgrippe impfen lassen. Die Grippe-Impfung bietet allerdings keinen hundertprozentigen Schutz: Du kannst trotzdem eine Grippe bekommen. Gewöhnlich fällt die Krankheit in diesem Fall aber weniger stark aus. Wie gut der Impfstoff wirkt, hängt davon ab, wie ähnlich er dem Virustyp ist, der die Grippe verursacht.

Grippe oder Erkältung? Diese wichtige Frage kann dir ein Arzt bei KRY beantworten. Auf dieser Grundlage kann eine Grippe-Behandlung in die Wege geleitet werden. Gegebenenfalls kann der Arzt dir auch die passenden Medikamente verschreiben oder eine Krankschreibung ausstellen. Wenn dein Kind erkrankt ist, muss es bei dem Videoanruf mit dabei sein.

Letzte Aktualisierung:
8. August 2019
Fachliche Prüfung:
Dr. med. Monika Gratzke, Fachärztin für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie