Fibromyalgie: Chronische Muskelschmerzen mit unklarem Hintergrund

Fibromyalgie ist eine Schmerzerkrankung, die sich durch tief sitzende Muskelschmerzen in verschiedenen Körperregionen auszeichnet. Aufgrund ihrer Komplexität ist sie äußerst schwer zu diagnostizieren. Betroffenen wird oft vorgeworfen, sich die Fibromyalgie-Symptome nur einzubilden, da Laborbefunde und bildgebende Verfahren häufig keine Anhaltspunkte liefern. Positiv ist, dass die Erkrankung keine bleibenden körperlichen Schäden verursacht.

Fibromyalgie führt zu lang anhaltenden Muskelschmerzen in mehreren Körperregionen wie Armen, Beinen, Nacken und Rücken. Häufige Fibromyalgie-Symptome sind zudem Schlafstörungen, generelle Müdigkeit sowie körperliche und geistige Erschöpfung. Darüber hinaus können Reizüberempfindlichkeit oder seelische Beschwerden wie Nervosität oder Niedergeschlagenheit auftreten.

Bei Fibromyalgie sind, wie bei vielen anderen Krankheiten, die Ursachen noch nicht vollständig geklärt. Auch das macht die Diagnose einer Fibromyalgie so schwierig. Allerdings gibt es Risikofaktoren, die die Entwicklung einer Fibromyalgie wahrscheinlicher machen:

  • Eltern/Verwandte, die an Fibromyalgie erkrankt sind
  • Mangelnde körperliche Aktivität
  • Rauchen
  • Übergewicht
  • Körperliche Misshandlung oder sexueller Missbrauch
  • Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

Fibromyalgie wird meist diagnostiziert, wenn die auftretenden Symptome nicht ausreichend durch andere Krankheiten erklärt werden können. Hierfür erhebt der Arzt zunächst die medizinische Vorgeschichte. Dabei kommen unter anderem auch Schmerzskalen zum Einsatz. Anschließend werden Blutanalysen und verschiedene andere körperliche Untersuchungen durchgeführt.

Bei der Diagnose einer Fibromyalgie muss sichergestellt werden, dass die Symptome nicht aufgrund der Nebenwirkung eines Medikaments auftreten. Erst wenn nach umfassenden Untersuchungen andere mögliche Krankheiten ausgeschlossen wurden, kann eine Fibromyalgie sicher diagnostiziert werden.

Die Behandlung einer Fibromyalgie sollte grundsätzlich von einem Arzt gesteuert werden. Um den Prozess zu unterstützen, kannst du niedrig dosiertes Ausdauertraining betreiben, beispielsweise Walken, Radfahren oder Aquajogging. Hilfreich ist auch ein Symptomtagebuch. Hier kannst du z. B. konsequent Ort, Dauer und Intensität der auftretenden Schmerzen festhalten.

Da die Krankheitsmechanismen der Fibromyalgie bislang kaum bekannt sind, fokussiert sich die Therapie nicht auf eine mögliche Heilung, sondern auf eine Besserung der Beschwerden. Häufig wird dabei eine Kombination aus Entspannungstechniken, körperlicher Bewegung und Medikamenten angewendet. Seelische Beschwerden sollten psychotherapeutisch behandelt werden. Zusätzlich können Antidepressiva oder Nervenschmerzmittel den Umgang mit der Krankheit erleichtern.

Die Diagnose einer Fibromyalgie ist schwierig und langwierig, weswegen die Beratung über KRY an dieser Stelle nicht ausreicht. Auch Online-Fragebögen zum Selbsttest auf Fibromyalgie sind nicht zu empfehlen. Wenn du Symptome einer Fibromyalgie vermutest, solltest du dich an deinen Hausarzt wenden. Gegebenenfalls erfolgt eine Überweisung zu einem oder mehreren Spezialisten.

Letzte Aktualisierung:
1. August 2019
Fachliche Prüfung:
Dr. med. Monika Gratzke, Fachärztin für Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie