COVID-19

Corona und die Grippe: Häufige Fragen

Covid und Grippe – Titelbild
Letzte Aktualisierung: 20. Okt. 2020

Die COVID-19-Infektionszahlen steigen. Gleichzeitig beginnt die Grippezeit. Was empfehlen Expertinnen und Experten für den Infektionsschutz?

Nach dem Lockdown im Frühjahr blieb die Infektionskurve in Deutschland zunächst flach – bis zum Ende des Sommers. Jetzt, wo es kälter wird, breitet sich das Coronavirus wieder stärker aus. Vor allem in den Großstädten steigt die Zahl der Neuinfektionen. Außerdem stecken wir schon mitten in der Grippesaison. Damit erwartet uns zum ersten Mal ein Winter, in dem beide Erkrankungen vorkommen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu COVID-19 und Grippe.

Was ist gefährlicher: Corona oder die Grippe?

Auf den ersten Blick haben die beiden Infektionskrankheiten viel gemeinsam. Sowohl Influenzaviren als auch Sars-CoV-2 werden vorwiegend durch Tröpfchen übertragen, die wir zum Beispiel beim Sprechen, Niesen oder Husten abgeben. Beide Erreger verursachen Atemwegserkrankungen, die sehr unterschiedlich verlaufen können: Es gibt symptomfreie und milde, aber auch sehr schwere und tödliche Krankheitsverläufe.

Krankenhausstudien zeigen, dass COVID-19 oft schwerer verläuft als die Grippe. Das Robert Koch Institut (RKI) hat Daten von COVID-Patientinnen und -Patienten mit denen vergangener Grippewellen verglichen:

  • 22% der Corona-Erkrankten mussten künstlich beatmet werden (Grippe-Erkrankte: 14%)
  • COVID-Erkrankte verbrachten im Schnitt 10 Tage an Beatmungsgeräten (Grippekranke: 4 Tage)
  • 21% der Corona-Patientinnen und -Patienten im Krankenhaus sind verstorben (Grippe: 12%)

Fest steht: Wir dürfen weder Corona noch die Grippe auf die leichte Schulter nehmen. Auch bei einem asymptomatischen Verlauf können wir andere anstecken und in Lebensgefahr bringen. Gegen Grippeviren gibt es aber Impfstoffe, während es gegen Sars-CoV-2 noch keinen gibt.

Wie lange geht die Grippezeit?

Influenzaviren können sich bei niedrigen Temperaturen und in trockener Luft am besten ausbreiten – also dann, wenn wir uns mit anderen Menschen in beheizten und schlecht belüfteten Räumen aufhalten. Die Grippesaison geht von Anfang Oktober bis Mitte Mai. Grippewellen, also Zeiten mit erhöhten Infektionszahlen, erreichen ihren Höhepunkt meist im Januar. Wer sich impfen lassen möchte, sollte das bis Mitte Dezember tun.

Kann ich mich gleichzeitig mit Influenza und Coronavirus infizieren?

Ja. Es kann sein, dass du dich mit mehreren Atemwegsviren gleichzeitig infizierst – parallel oder kurz aufeinander. So eine Doppelinfektion mit Influenza- und Coronaviren kann sehr unterschiedlich verlaufen. Eine vorveröffentliche Studie aus Großbritannien kam zu dem Schluss, dass Grippekranke sich seltener mit Sars-CoV-2 infizieren. Bei einer Doppelinfektion hatten die Patientinnen und Patienten jedoch deutlich häufiger einen schweren Verlauf als solche, die nur an Grippe oder COVID-19 erkrankt waren.

Wer sollte sich gegen Grippe impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung vor allem Menschen, die ein hohes Risiko für eine schwere Erkrankung haben oder die berufsbedingt viel mit Risikogruppen in Kontakt sind:

  • alle ab 60
  • Schwangere ab der 28. Woche
  • Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthma, Diabetes, HIV, Herz-Kreislauf-, Nieren- oder Lebererkrankungen und alle, die mit ihnen in einem Haushalt leben
  • Menschen, die in Alters- oder Pflegeheimen wohnen oder arbeiten
  • medizinisches Personal

Haben wir dieses Jahr genug Grippe-Impfstoff?

Für die Grippesaison 2020/2021 hat Deutschland 26 Millionen Dosen Influenza-Impfstoff zur Verfügung. Das sind 6 Millionen Dosen mehr als in den Vorjahren und mehr, als es jemals zuvor gab. Diese Menge reicht aber noch nicht, um alle zu impfen. Deshalb hat Vorrang, wer zu den Risikogruppen gehört oder im medizinischen Bereich arbeitet.

Wie kann ich mich sonst schützen?

Abgesehen von einer Impfung kannst du Vieles tun, um dich und andere vor einer Infektion zu schützen. Der Übertragungsweg ist bei Corona- und Influenza-Viren der gleiche. Deshalb greifen die bekannten COVID-19-Vorsichtsmaßnahmen auch gegen Grippe:

  • Abstand halten: Wann immer möglich, halte mindestens 1,5 m Abstand zu anderen, wenn du draußen unterwegs bist.
  • Hygiene beachten: Wasche deine Hände regelmäßig für mindestens 20 Sekunden. Wenn du husten oder niesen musst, dann in ein Taschentuch oder in deine Armbeuge.
  • Alltagsmaske tragen: Nicht nur in Supermarkt, Bus und Bahn – überall, wo es eng wird, solltest du eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.
  • Räume lüften: Hältst du dich mit anderen in geschlossenen Räumen auf? Dann solltest du regelmäßig für einige Minuten lüften.

Neben den aktuell geltenden Kontaktbeschränkungen kannst du auch selbst etwas tun, um Infektionen zu vermeiden. Triff deine Freunde draußen auf einen Spaziergang statt im Café. Nimm bei gutem Wetter mal wieder das Fahrrad. Trainiere zuhause, statt zu Stoßzeiten ins Fitnessstudio zu gehen.

Das RKI hat übrigens festgestellt, dass das umfangreiche Kontaktverbot im März nicht nur die COVID-19-Kurve abflachte. Die Grippewelle endete früher und generell ging die Zahl der Atemwegserkrankungen abrupt zurück. Wenn wir uns weiter an die Hygieneregeln halten, könnte sich das auch auf die kommende Grippesaison auswirken.

Wie erkenne ich, ob ich COVID-19 oder eine Grippe habe?

Typisch für die Grippe: Du hast plötzlich hohes Fieber und fühlst dich schlagartig sehr krank.
Bei COVID-19 kommt das Krankheitsgefühl eher schleichend und steigert sich über mehrere Tage. Wenn du nichts mehr schmecken oder riechen kannst, ist das ein ziemlich sicheres Zeichen für Corona.

Bei Beschwerden wie Fieber, Husten oder Geschmacksverlust kannst du als erste Orientierung unseren COVID-19-Symptomcheck nutzen – oder dir eine ärztliche Einschätzung per App holen. Durch die Video-Sprechstunde vermeidest du ein zusätzliches Infektionsrisiko und kannst dich darüber beraten lassen, ob du einen PCR-Test machen solltest.

Hast du weitere Fragen zu Grippe und COVID-19? Die FAQ-Seite des Robert Koch Instituts geht im Detail auf beide Erkrankungen ein. Weitere zuverlässige Informationen findest du auf den Internetseiten der WHO (auf Englisch).

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