COVID-19

Corona-Impfungen: Wo wir jetzt stehen

Corona-Impfungen
Letzte Aktualisierung: 25. März 2021

Wer wird wann geimpft? Was wissen wir über Nebenwirkungen von AstraZeneca, BioNTech und Moderna? Welche neuen Impfstoffe sind unterwegs? Das ist der aktuelle Stand zu den Covid-19-Schutzimpfungen in Deutschland.

Welche Impfstoffe werden aktuell in Deutschland verimpft?

Aktuell in Deutschland zugelassen sind die Covid-19-Vakzine von

  • BioNTech (mRNA-Impfstoff): Die Erstimpfung haben rund 5,6 Millionen Menschen erhalten, die Zweitimpfung rund 3,5 Millionen.
  • Moderna (mRNA-Impfstoff): Rund 357.000 Menschen haben ihre erste, rund 114.000 ihre zweite Impfung erhalten.
  • AstraZeneca (Vektor-Impfstoff): Rund 2,1 Millionen Menschen haben eine Erstimpfung erhalten, 527 eine Zweitimpfung. Laut Empfehlung der STIKO (Ständige Impfkommission) soll der Abstand zwischen der 1. und 2. Impfung möglichst 12 Wochen betragen.
  • Janssen/Johnson & Johnson (Vektor-Impfstoff): Der am 11. März in der EU zugelassene Impfstoff soll im 2. Quartal geliefert und dann direkt verimpft werden. Eine Einzeldosis genügt.

Wann beginnen die Corona-Impfungen in den Arztpraxen?

Auch wenn die Menge an verfügbarem Impfstoff aktuell noch knapp ist, sollen die Arztpraxen ab 5. April mit den Impfungen starten. Das haben Bund und Länder im Impfgespräch vom 19. März beschlossen. Die rund 50.000 Hausarztpraxen erhalten pro Woche jeweils 20 Impfdosen. Diese Menge wird erhöht, sobald mehr Impfstoff verfügbar ist. Die Ärztinnen und Ärzte sollen zuerst Patientinnen und Patienten impfen, die ein besonders hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben.

Daneben gehen die Corona-Impfungen in den Impfzentren weiter – sie bekommen im April pro Woche 2,25 Millionen Impfdosen. Zusätzlich erwartet Deutschland im April eine Lieferung von 580.000 Impfdosen von BioNTech/Pfizer, die in gefährdeten Regionen an der Grenze zu Tschechien und zum französischen Département Moselle verimpft werden sollen.

Wie viele Impfstoffdosen hat Deutschland bestellt?

Laut Bundesregierung hat sich Deutschland folgende Mengen bei den Herstellern gesichert:

  • BioNTech: mindestens 64,1 Impfstoffdosen über die EU, weitere 30 Millionen Dosen national möglich
  • AstraZeneca: 56,3 Millionen Dosen über die EU
  • Moderna: 50,5 Millionen Dosen über die EU
  • Johnson & Johnson: 36,7 Millionen Dosen über die EU
  • CureVac: mindestens 54,1 Millionen Dosen über die EU, weitere 20 Millionen national möglich (wird aktuell von der EMA geprüft)

Welche Impfstoffe werden in Zukunft zugelassen?

Ein Ausschuss der EMA prüft gerade 3 Impfstoffe im Rolling-Review-Verfahren – das bedeutet, dass die Bewertung und Zulassung der Vakzine aufgrund der Dringlichkeit beschleunigt wird. Folgende Impfstoff-Kandidaten werden aktuell geprüft:

  • CureVac: Der mRNA-Impfstoff der Tübinger CureVac AG wird seit dem 12. Februar von der EMA geprüft. Nach der Zulassung erhält Deutschland 54,1 Millionen Dosen über die EU sowie optional 20 Millionen Dosen national.
  • Novavax: Das proteinbasierte Vakzin des US-Herstellers Novavax befindet sich seit dem 3. Februar im Prüfverfahren.
  • Sputnik V: Die EMA prüft außerdem seit 4. März den Vektor-Impfstoff Sputnik V des staatlichen Gamaleja-Instituts aus Russland.

Was wissen wir aktuell über Nebenwirkungen?

Die Hersteller der Impfstoffe haben mögliche Risiken und Nebenwirkungen und deren Häufigkeit in klinischen Studien untersuchen lassen.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen

  • bei Impfungen mit BioNTech: Schmerzen an der Einstichstelle (> 80 %), Müdigkeit (> 60 %), Kopfschmerzen (> 50 %), Schüttelfrost (> 30 %), Gelenkschmerzen (> 20 %). Bei älteren Geimpften traten die Nebenwirkungen weniger häufig auf.
  • bei Impfungen mit Moderna: Schmerzen an der Einstichstelle (92 %), Müdigkeit (70 %), Kopfschmerzen (64,7 %), Muskelschmerzen (61,5 %), Gelenkschmerzen (46,4 %), Schüttelfrost (45,4 %), Übelkeit und/oder Erbrechen (23 %)
  • bei Impfungen mit AstraZeneca: Schmerzen an der Einstichstelle (54,2 %), Kopfschmerzen (52,6 %), Ermüdung (53,1 %), Schüttelfrost (31,9 %) und Übelkeit (21,9 %). Hirnvenenthrombosen und andere seltene Thrombosen wurden dem PEI (Paul-Ehrlich-Institut) in etwa 1 Fall von 100.000 Impfungen gemeldet.
  • bei Impfungen mit dem Janssen/Johnson & Johnson Impfstoff: Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle, starke Müdigkeit (bei mehr als 10% der Geimpften möglich)

Die genauen Inhaltsstoffe der Vakzine sowie Studienergebnisse zu Risiken und Nebenwirkungen kannst du im Detail in den Produktinformationen der EMA einsehen:

Wie gut wirken die Impfstoffe bei Coronavirus-Mutationen?

Die britische Variante B.1.1.7 ist aktuell am meisten in Europa verbreitet. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass die Impfstoffe von BioNTech, Moderna und AstraZeneca auch gegen die britische Variante ähnlich gut wirken – die Auswirkungen auf die Effektivität der Vakzine sind nur gering bis mäßig.

Bei der südafrikanischen Variante B.1.351 könnte sich die Wirksamkeit der Impfstoffe deutlicher reduzieren. Es gibt jedoch Hinweise, dass Geimpfte sich zwar mit B.1.351 infizieren können, aber gegen einen schweren Covid-19-Verlauf geschützt sind.

Werden auch Menschen geimpft, die bereits Covid-19 hatten?

Die STIKO (Ständige Impfkommission des RKI) empfiehlt seit dem 12. März eine einmalige Impfung für Menschen, die Covid-19 bereits durchgemacht haben (statt der üblichen 2 Dosen). Diese soll für eine gute Immunantwort gegen das Coronavirus ausreichen. Allerdings sollten Genesene die Impfung erst 6 Monate nach der überstandenen Infektion bekommen.

Wann bin ich mit der Impfung dran?

Aktuell werden in Deutschland folgende Gruppen geimpft:

  • Menschen über 80
  • Menschen, die in Pflegeheimen leben
  • Medizinisches Personal und andere Berufsgruppen mit hohem Ansteckungsrisiko

Weil die Menge der verfügbaren Impfstoffe noch immer begrenzt ist, legt das Gesundheitsministerium fest, wer als Nächstes geimpft wird: In der zweiten Gruppe sind Menschen ab 70, Menschen mit Demenz, mit Trisomie 21, Transplantationspatienten und Beschäftigte in Grundschulen und Kitas geimpft. Danach sind Menschen ab 60, Beschäftigte bei Polizei und Feuerwehr sowie im Lebensmittelhandel dran.

Das Gesundheitsministerium plant weiterhin, allen Erwachsenen noch im Sommer 2021 ein Impfangebot zu machen. Auch wenn der Impfstoff momentan noch knapp ist, sollen die Lieferungen in den nächsten Wochen stetig ansteigen. Die Terminvergabe richtet sich nach dem Bundesland, in dem du lebst.

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